Beetys Projekt Hörsturz: Runde 17

projekthoersturzHeute ist ein guter Freitag (Brüller!) und deswegen ist es Zeit für aktuelle Runde im Projekt Hörsturz[1], die wieder in gewohnter Normalität daherkommt.

Meine unglaublich berühmte Punkteskala lasse ich diesmal links liegen und setze voraus, dass man sich ausmalen kann, was die Punkte uuuuungefähr bedeuten. Wie immer gilt, dass ich mich allein auf meine Ohren verlasse und die Videos unbeachtet laufen lasse.

  • Maeckes – Graustufenregenbogen (von WeGi)
    Uärgs, bei deutschen Texten muss es schon genau meinen melodiös-instrumentalen Geschmack treffen, wenn es was werden soll. Aber so eine Bushido-Sido-Verknarzung ist dafür überhaupt nicht geeignet. Bei “Wenn du dünn werden willst, hol dir doch AIDS” überkommt mich das Grausen (auch wenn ein Zitat ist) und wer seine Stimme hinter künstlichen Akkordeons verstecken muss, soll es gleich bleiben lassen.
    Punkte: 0 von 5
  • Flogging Molly – Devil’s Dance Floor (von Robert)
    Sowas hört sich schon viel besser an und auch ich bekomme Lust auf Guinness (nur echt mit zwei “n” und zwei “s”). Im Vergleich zum vorherigen Song ist das eine solche Verbesserung, dass mir nicht mal die schlechte Soundqualität die Laune vermiesen kann. Es gibt aber bessere Songs von der peitschenden Margarete.
    Punkte: 4 von 5
  • Element Eighty – Slackjaw (von Fini)
    Uh, wieder so ein Fall, wo mit Lautstärke fehlendes Talent auszugleichen versucht wird. Klingt wie das Produkt einer unglückliche Ehe aus 3 Doors Down und Kermit auf Acid.
    Punkte: 1 von 5
  • Kirlian Camera – Odysee Europa (von Guldhan)
    Es wird filigran und mir kommen aus unerfindlichen ukrainische Kunstfilme in den Sinn. Solche Ungetüme, die man nur anschaut, um jemanden des auserwählten Geschlechts zu beeindrucken. Und dann möglichst schnell vergisst. Irgendwo verstecken sich da auch noch die Scorpions und ich kann dem Hin- und Hergewurschtel zwischen Bombast und Elektro überhaupt nichts abgewinnen.
    Punkte: 1 von 5
  • The Coasters – Down in Mexico (von Sir Donnerbold)
    Das Ende der offiziellen Runde wird mit einem weiteren Film abgeschlossen und diesmal ist es sehr viel mehr nach meinem Geschmack; die Sonne kommt raus und wir trommeln munter mit. Das holt keine Katze hinterm Ofen vor, aber da es auch draußen warm genug ist, haben sich auch nicht so viele Viecher dort verkrochen.
    Punkte: 3 von 5

Mit 1,8 Punkten lief die Runde nicht so gut. Da werfen wir mal einen Blick auf die unglücklich verschmähten Songs:

  • AC/DC – Jailbreak (von Stoffel)
    AC/DC gehört in die Kategorie “Kennst du einen, kennst du alle”, aber die machen natürlich Spaß. Das hier ist eher am lustlosen Ende angesiedelt und wie man so aus dem Gefängnis ausbrechen will, ist mir ein Rätsel.
    Punkte: 3,5 von 5
  • Breaking Benjamin – So Cold (von kasumi)
    Hui, schon wieder was Härteres. Naja, rauhe Schale, (ver)weich(licht)er Kern. Klingt absolut generisch und unoriginell und schablonenhaft und uninspiriert, dass es schon fast wehtut.
    Punkte: 2 von 5
  • Creature Feature – A Gorey Demise (von beetFreeQ)
    Bei beety erwartet der Kenner eher das Gegenteil und das Intro enttäuscht nicht. Das weckt Erinnerungen an “Being for the Benefit of Mr Kite” in der Eddie Izzard-Version (Video) aus Across the Universe und da bin ich natürlich voreingenommen.
    Punkte: 3 von 5
  • Dornenreich – Drang (von Alph)
    Black Metal hätte ich mir anders vorgestellt, aber was weiß ich grünes Hölzchen schon. Sind da Streicher und Gedichtrezitationen üblich? Klingt anders und experimentell und auch ziemlich amateurhaft.
    Punkte: 2 von 5
  • Elton John – I Want Love (von mir)
    Wir haben es hier mit einem großartigen Künstler zu tun, der in den 70ern, 80ern und 00ern fantastische Popperlen geschaffen hat. Dies hier ist eine davon, simpel, ehrlich und kraftvoll und das Video mit Robert Downey jr. gibt es als Kirsche auf der Sahne. Leider kam das nicht so gut an (Ausnahme: Steve), aber ich finde den Song fantastisch.
    Puntke: 5 von 5
  • Freddie Mercury – Yellow Breezes (Demo) (von cimddwc)
    Mal was anderes vom Meister der Abwechslung. So eine fiese Lache steht dem gut. Der Song nimmst sich nicht erst, ist stellenweise aber etwas zu flapsig und der Bass ist mir viel zu hartnäckig.
    Punkte: 2,5 von 5
  • INVASION – Moongazer (von Kamil)
    Oh, da hat jemand Mutters Pillenschrank gefunden und alle Aufputscher auf einmal genommen. Das ist mir viel zu hektisch und unausgegoren, aber das Potential ist durchaus da.
    Punkte: 2 von 5
  • Kaada – All Wrong (von beam)
    Holzbläser! Stehbass! Kastraten! Den Exotenbonus kriegt die Kombo, aber das war es dann auch, denn sowas wird ganz schnell nervig.
    Punkte: 1 von 5
  • Kina Grannis – Strong Enough (von Hannah)
    Huh, “normale” Musik. Mit einer akustischen Gitarre und kräftig-frechen Stimme hat man mich ja schon gewonnen. Der Text schrammt hart am Kitsch vorbei, aber das kann meinen Eindruck jetzt nicht mehr vermiesen.
    Punkte: 4 von 5
  • Seven Saturdays – Secret Things (von dehkah – kostenloser Download!)
    Es wird ambient und Räucherstäbchenduft macht sich bemerkbar. Die knurrenden Mönche irritieren etwas, aber immerhin wird bringen sie ein bisschen Stimme in dieses instrumentale Konstrukt. Das wiederum hangelt sich von Genre zu Genre und hat sich am Ende um 180° gedreht, was eher nach Filmscore klingt, aber nicht nach Hörsturz.
    Punkte: 1,5 von 5
  • [ingenting] – Hallelujah (von Postpunk)
    Auf den Postpunk ist Verlass und diese beschwingte Band ist alleine schon deswegen herausragend, weil sie in meiner Musikbibliothek einen eigenen Anfangsbuchstaben-Knoten besetzen. Ich vermute mal, dass sie ziemlich gut gelaunt sind, denn der Titel und die Musik lassen darauf schließen. Perfekter Abschluss dieser Runde!
    Punkte: 5 von 5

Hui, mit knapp 2,9 Punkten schlagen sich die Sondersongs wesentlich besser, was vor allem an den positiven Ausreißern von mir und dem Postpunk liegt und an fehlenden Totalausfällen. Nun zu meinem Vorschlag für die nächste Runde. Da ich in den vergangenen Runden bekannte, ältere Songs genommen habe, nehme ich diesmal einen ganz neuen, unbekannten und das ist meine dieswöchige Entdeckung Gloria Cycles mit Chancer.

  1. Für Uneingeweihte: Es handelt sich um ein Musikprojekt, bei dem die Teilnehmer alle zwei Wochen fünf zufällig ausgewählte Songs bewerten sollen. Mehr dazu bei den Pojektregeln. []

Über juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

5 Gedanken zu „Beetys Projekt Hörsturz: Runde 17

  1. Also, wer Maeckes als Bushido / Sido Verknarzung bezeichnet, den kann ich einfach nicht ernst nehmen, Sorry.

    Zeigt nur, dass man nur die 2 Vorzeige-Idioten des Deutschrap kennt und alles aus Prinzip in diese Schublade schmeißt.

  2. Also das kommt Sido schon sehr nahe, vor allem die letzten paar Singles, die er gemacht hat. Ich schmeiße sehr viel aus Prinzip in eine Schublade, weil das die “Arbeit” erleichtert, in dem Fall mit einem Genre, mit dem noch weniger als mit Stricken anfangen kann.

  3. Ich Kategorisier dann demnächst auch einfach Rock / Metal / Folk /Indie / punk und was es sonst noch alles gibt einfach unter “Gitarrenmusik” und nehme Jürgen Drews als Vergleich, weil der auch ab und zu Gitarren benutzt.

  4. Noja, der Drews singt aber deutsch und das ist schon ein ziemlicher Unterschied! Und bei Indie gibt es auch viel Klavier und Keyboard. Wobei Onkel Jürgen das auch öfter benutzt. Könnte also funktionieren :)

Kommentare sind geschlossen.