MediaMonkey-Skripte zum Sichern und Wiederherstellen

Lange ist’s her, dass ich einige der tollen Zusatzfunktionen für den Musikplayer MediaMonkey vorgestellt habe. Heute wird es um das leidige, aber wichtige Thema „Backup der Musikbibliothek“ gehen, d.h. der Datenbank in der Playlisten, Abspielstatistiken und Metainformationen stehen. Einige Informationen wie Bewertung werden bei MediaMonkey im entsprechenden ID-Tag gespeichert und sind somit vom Player unabhängig und auch in Winamp oder auf dem iPod verfügbar[1].

Dieser Beitrag richtet sich vorrangig an Nutzer des fantastischen Mediaplayers und nicht an Neulinge. Diesen empfehle ich meine Serie „MediaMonkey vs. iTunes“ und das Stöbern in den Beiträgen über MediaMonkey. Da die Vergleichsbeiträge schon über zwei Jahre alt sind, stimmt einiges nicht mehr, aber das Prinzip sollte klar sein. Einen Überblick über die Funktionen und Besonderheiten gibt die MediaMonkey-Seite (deutsch).

Vorbeugen ist besser als Heilen: Backup 5.3

Das regelmäßige Sichern der Datenbank ist besonders dann notwendig, wenn man viele Dateien konvertiert. Ich habe das in den letzten Wochen extensiv gemacht (wma- und aac-Dateien in mp3s und Hörspiele mit 320 kb/s in durchschnittliche Qualität umgewandelt) und es lief nicht immer alles glatt. Wenn während dem Konvertieren ein Fehler passiert, kann die Datenbank Schaden nehmen, was sich darin äußert, dass das Einlesen nicht mehr einwandfrei abläuft und Podcasts nicht mehr abgerufen werden.

Die sicherste Methode ist, nach jedem Verwenden eine Kopie der Datenbankdatei MM.DB (Speicherort) anzulegen. Es kann nicht schaden, mehrere Kopien aufzubewahren, da man evtl. erst beim überübernächsten Start den kaputten Status der Datenbank bemerkt. Wer sich keine Gedanken darum machen möchte, nutzt das Skript „Backup“, bei dem man wahlweise auch die Einstellungen, Skripte, Plugins und Playlisten sichern kann und eine festzulegende Anzahl von Sicherungen behalten. Um nicht die vorherige Sicherung zu überschreiben, gibt es die Möglichkeit mit Platzhaltern einen eindeutigen Namen zu erzeugen:

MediaMonkey-Backup-Einstellungen

Die Sicherung kann manuell, nach dem Start (mit Verzögerung) oder nach dem Beenden erfolgen. Ich nutze Letzteres, da dann alle Änderungen der aktuellen Sitzung gesichert werden. Hat man keinen Haken gesetzt, dass nur im Fehlerfall eine Nachricht erscheinen soll, so erscheint einige Zeit nach dem Beenden von MediaMonkey folgender Dialog:

MediaMonkey: Backup fertig

Da ich momentan etwas paranoid bin, habe ich die Anzahl auf „5“ gestellt, aber „2“ oder „3“ sollten im Normalfall ausreichen. Kommt es dann einmal zum Ernstfall, so ersetzt man die aktuelle Datenbank (Speicherort s.o.) mit dem letzten funktionierenden Backup.

Wenn alle Sicherungen kaputt sind: Restore PlayHistory/DateAdded/Playlists 1.4

Wenn man so wie ich zu lange mit dem Wiederherstellen wartet, kann es passieren, dass kein funktionierendes Backup mehr vorhanden ist und so muss man sich anders behelfen. Die Abspielstatistiken, Datum des Hinzufügens und die Playlisten kann man mit dem passenden Skript wiederherstellen. Dafür benötigt man eine alte Datenbank, die nicht notwendigerweise fehlerfrei sein muss. Dann geht man folgendermaßen vor:

0. Podcast-Abonnements werden nicht gerettet und deswegen sollte man vorher die kaputte Datenbank nutzen, um eine OPML-Datei zu erstellen (Menü „Extras“ → Skripte → Exportiere abonnierte Podcasts…) und MediaMonkey schließen.

1. Kaputte, aktuelle Datenbank vom normalem Speicherort verschieben oder umbenennen, um ein erneutes Einlesen zu erzwingen. Beim Umbenennen darf die Dateiendung nicht verändert werden.

2. MediaMonkey öffnen und alle Dateien einlesen. Das dauert je nach Anzahl relativ lange, da die Datenbank neu erstellt wird (25.000 Dateien benötigen fast vier Stunden). Der Vorteil ist, dass die Datenbank frisch und damit viel kleiner ist (bei mir 157 statt 293 MB).

3. Installieren und Aufrufen des Restore-Skriptes. Es wird die vorher verschobene oder umbenannte Datenbank ausgewählt und nach dem Einlesen sieht das etwa so aus:

MediaMonkey: Restore-Skript

In meinem Fall wurden fast alle Dateien erfolgreich zugeordnet. Es ist möglich, nur bestimmte Dateien wiederherzustellen, was aber hier nicht zutrifft.

4. Einen Haken bei allen drei Restore-Einstellungen machen und auf Restore klicken. Dann bietet sich nach einigen Sekunden folgendes Bild:

MediaMonkey: Restore fertig

Im Vergleich der Statistiken sieht man den Effekt:

MediaMonkey: Statistiken vorherMediaMonkey: Statistiken nachher

5. Zum Abschluss wird noch die Podcast-Datei importiert (Knoten „Podcast-Abonnements“ → Podcast-Verzeichnisse → Rechtsklick → Verzeichnis hinzufügen (OPML)) und Podcasts aus dem so erstellten Verzeichnis abonniert:

MediaMonkey: aus Podcast-Verzeichnis abonnieren

Wer noch Fragen hat, möge sich an mich wenden, das Forum befragen oder auf eine Erleuchtung warten. In diesem Sinne wünsche ich unkorrupte Datenbanken und erfolgreiche Sicherungen.

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  1. Nein, die Bewertungen sind nicht in iTunes verfügbar, da dort nicht die ID-Tags ausgelesen, sondern die Bewertungen in der internen Datenbank gespeichert werden. []
Dieser Beitrag ist Teil 6 von 6 der Beitragsserie MediaMonkey-Skripte

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker