Beetys Projekt Hörsturz: Runde 16 (Soundtracks)

projekthoersturzEs ist mal wieder Zeit für eine Sonderrunde im Projekt Hörsturz[1] und zwar geht es diesmal um Soundtracks aus Film und Spiel. Mit ersteren kenne ich mich sehr gut aus, mit Letzterem überhaupt nicht. Wir werden sehen, wie sich das auf die Punktevergabe auswirkt.

Wie ich bei bisher fast allen Teilnehmern gesehen habe, schneiden die fünf ausgelosten Songs wesentlich schlechter als die zusätzlichen ab und deswegen werde ich wieder alle bewerten mit meiner berühmten Punkteskala (0 = unerträglich, 0,5 = abschreckend, 1 = Müll, 1,5 = schlecht, 2 = lässt mich kalt, 2,5 = Durchschnitt, 3 = so lala, 3,5 = ok, 4 = mag ich, 4,5 = super, 5 = perfekt). Ausnahmsweise schaue ich mir auch die Videos an, da es ja um die Verbindung von Ton und bewegten Bildern geht. Deswegen fließt auch ein, ob der Song zur Stimmung passt.

  • Radiohead – Exit Music (For a film) (von Herr Lutz – Romeo + Julia)
    Und schon rächt sich die Videovorgabe, da wir es hier mit dem falschen und nicht mit dem richtigen Film zu tun haben. Macht nix, die habe ich beide in der Schule gesehen, nachdem wir das Stück gelesen haben. Nun aber zur Musik, die wirklich zum tragischen Ende passt, wenn der Zuschauer noch völlig geschockt (und überrascht) im Sessel sitzt. Aber Thom kommt mal wieder so gar nicht aus dem Knick und dafür muss ich etwas abziehen.
    Punkte: 3 von 5
  • Mark Morgan – Acolytes of the New God (von Guldhan – Fallout 1)
    Wieder nix mit Video, da nur ein Standbild der Schachtel gezeigt wird. Klingt sehr apokalyptisch und erdrückend, was natürlich für die (wahrscheinlich) apokalyptische und erdrückende Szenerie des Spiels von Vorteil ist. Zum Glück heißt diese Runde „Soundtrack“, denn Musik könnte man das nicht nennen. Drei Minuten Windgeheul, brummende Computermönche und KuhKirchenglocken weiß ich nicht zu schätzen.
    Punkte: 0,5 von 5
  • Sad Brad Smith – Help Yourself (von Steve – Up In The Air)
    Wie jetzt, kein George? Das macht mich auch traurig! Die Harmonien klingen nicht ganz so glasklar, wie z.B. bei den verwandten Simon & Garfunkel, aber der abwechseld bombastische und schrullige Hintergrund macht das wieder wett. Und das passt zum Traveling Layoffman.
    Punkte: 4 von 5
  • Keane – Everybody’s Changing (von endgueltig – Keinohrhasen)
    Puh, zum Glück das Originalvideo. Klang das schon immer so keyboardlastig? Ich hab das angenehmer in Erinnerung, aber das erste Album ist ja auch eine Weile her. Mittlerweile gab es einige Änderungen durch Drogen und Golf. Eigentlich fand ich den Song mal ganz gut, aber erstens habe ich mich tatsächlich satt gehört und ich kann die Verbindung mit Til Schweiger nicht ungestraft lassen.
    Punkte: 2,5 von 5
  • Sigmund Groven – Reodors Ballade (von Postpunk – Flåklypa Grand Prix)
    Und schon wieder nur Standbilder! Jedenfalls macht das Stück der Bezeichnung „Ballade“ alle Ehre. Die Mundharmonika erinnert aber eher an Grizzly Adams. Schön, aber unspektakulär.
    Punkte: 3 von 5

Das war doch gar nicht so schwer, auch wenn die Videos allesamt unnötig waren. Der Schnitt von 2,6 ist erstaunlich gut, was aber nur unter dem Gesichtspunkt Soundtrack möglich war. Kommen wir nun zu den unglücklichen nicht-Auserwählten:

  • Cry Baby – King Cry Baby (von Sebastian – Cry Baby)
    DAS wiederum erfüllt die Vorgabe Soundtrack bis aufs i-Tüpfelchen, auch wenn Johnny da nur die Lippen bewegt. Könnte noch etwas flotter und wilder sein, aber bisher eindeutig der King.
    Punkte: 4,5 von 5
  • Danny Elfman – This is Halloween (von Stoffel – Nightmare before Christmas)
    Das Orchester wird ausgepackt und der Geisterchor stimmt ein. Grandiose Musik und perfekt passend, wie sich das gehört. Funktioniert natürlich nur in Verbindung mit dem Film, aber das ist ja Sinn dieser Runde.
    Punkte: 4 von 5
  • Dropkick Murphys – I’m Shipping Up To Boston (von Robert – The Departed)
    Diese Woche besonders angebracht, wo in Nordamerika „the home country“ schöngefärbt gefeiert wird. Die Durchschlagskraft passt sehr gut zum Film und wenn etwas weniger geschrien würde, könnte ich mich noch mehr damit anfreunden.
    Punkte: 3,5 von 5
  • Ewan McGregor – Your Song (von Hannah – Moulin Rouge)
    Gegen die Stimme von Elton John hat es der Bubi natürlich schwer, aber er schlägt sich ganz gut. Wieder nur ein Standbildvideo und ich hab keine Ahnung, ob es passt oder nicht, aber es klingt nach Musical und das soll es wohl auch. Wenn es allerdings ins opernhafte abdriftet, ist das eindeutig zu viel des Guten für diesen zaghaften Song.
    Punkte: 3 von 5
  • Faunts – M4 (Part II) (von Konna – Mass Effect)
    Gehören die Krabben zum Spiel? Jedenfalls klingt das sehr hohl und ich warte die ganze Zeit darauf, dass die Musik losgeht und das macht mich ganz nervös. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Mantelmusik beim Spielen praktisch ist, da sie nicht ablenkt, aber momentan habe ich Mühe, das komplett anzuhören.
    Punkte: 1 von 5
  • Hans Zimmer – DiscomBObulate (von Sir Donnerbold – Sherlock Holmes)
    Wie cimddwc schon bemerkte und ich vor einiger Zeit,fehlt hier ein BO. Doch Robert Downey jr. verzeihe ich ja sehr viel und dieses kurze Stück macht richtig Laune auf den Film.
    Punkte: 4 von 5
  • Jay Gordon – Slept So Long (von fini – Queen of the Damned)
    Oha, dieses Geknarze und Timbaland-Geklirre lässt alle Alarmglocken schrillen. Und diese Stimme als Mischung zwischen Marylin Manson und Lordi weckt auch keine Sympathien. Bei Vampiren muss das so sein, aber fünfeinhalb Minuten zehren an meiner Geduld.
    Punkte: 2,5 von 5
  • Kimya Dawson – Tire Swing (von beam – Juno)
    Wieder ein perfektes Beispiel für einen Song, den man ohne den hervorragenden Film nicht zu schätzen wüsste. Ohne den filmischen Hintergrund würde man das ungelenke Pfeifen und Schrammeln sonst achtlos abtun.
    Punkte: 4 von 5
  • Queen – Princes of the Universe (von cimddwc – Highlander)
    Wir stellen uns einfach vor, dass nicht der schielende Franzose Christopher Lambert, sondern der knackige Engländer Adrian Paul den schottischen Unsterblichen spielt („same clan, different vintage“) und schon können wir das Meisterwerk genießen.
    Punkte: 5 von 5
  • Rocky Horror Picture Show – Time Warp (von kasumi – Rocky Horror Picture Show)
    Grandioser Film, grandioses Theaterstück (gesehen am English Theatre Frankfurt) und ein grandioser Song, der auch außerhalb Spaß macht. I shiver with anticip…. ation.
    Punkte: 5 von 5
  • The Proclaimers – I’m Gonna Be (500 Miles) (von mir – Benny & Joon)
    Und nochmal Johnny Depp in einem meiner damaligen Lieblingsfilme. Der Song hat auch nach tausenden Durchläufen nichts von seiner Faszination verloren und einzig die Tatsache, dass er nachträglich für den Film verwendet wurde, gibt einen kleinen Abzug.
    Punkte: 4,5 von 5
  • Yann Tiersen – Comptine d’un autre été : L’après-midi (von beetFreeQ – Die fabelhafte Welt der Amelie)
    Soso, Planet Earth. Amelie habe ich zwar gesehen, kann mich aber nur noch sehr dunkel daran erinnern, dass alles sehr grün und rot war. Wenn mich mein Schulfranzösisch nicht im Stich lässt, geht es hier um einen Abzählreim eines anderen Sommers am Nachmittag. Klavierstücke sind schwierig einzuordnen, aber die Verbindung zu einem französischen, herzerwärmenden Film ist nicht verkehrt.
    Punkte: 3 von 5

Hui, ein Schnitt von 3,7, wenn ich richtig gerechnet habe. Das ist wirklich wesentlich besser als die regulären fünf Songs. Die Rangliste mache ich für das nächste Mal, da ich heute schon spät dran bin.

Wenn hier schon Elton John und Robert Downey jr. auftauchen, dann wollen wir das richtig verbinden und ich schlage für die nächste Runde I Want Love vor.

  1. Für Uneingeweihte: Es handelt sich um ein Musikprojekt, bei dem die Teilnehmer alle zwei Wochen fünf zufällig ausgewählte Songs bewerten sollen. Mehr dazu bei den Pojektregeln. []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

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