Beetys Projekt Hörsturz: Runde 15

projekthoersturzEs ist Mittwoch und das heißt äh gar nichts, denn ausnahmsweise bin ich „früh“ dran für die aktuellen Runde im Projekt Hörsturz[1]. Diesmal ist es wieder eine normale Runde mit ganz normalen Songs. Beety hatte die Regeln dahingehend geändert, dass auch die nicht gezogenen Vorschläge bewertet werden können und da es in dieser Runde nur sechs zusätzliche sind, bewerte ich alle elf.

Meine Punkteskala (0 = unerträglich, 0,5 = abschreckend, 1 = Müll, 1,5 = schlecht, 2 = lässt mich kalt, 2,5 = Durchschnitt, 3 = so lala, 3,5 = ok, 4 = mag ich, 4,5 = super, 5 = perfekt) sollte mittlerweile bekannt sein und dass ich bei Videos nur zuhöre.

  • Colin Meloy – Cupid (von mir)
    Tja, wenn der Decemberists-Sänger mit seiner herrlichen Stimme einen bezaubernden alten Song covert, bei dem ich immer die entsprechenden Szenen aus Blackpool vor meinem geistigen Auge sehe und meinem nicht hörsturzgefährdeten Ohr höre, da muss ich die volle Punktzahl geben.
    Punkte: 5 von 5
  • Mardi Gras.BB – Down Down Down (von beam)
    Flötenbläser?! So Zirkusmusik ist in meiner Rangliste nicht weit oben, aber die knarzige Stimme ist ganz ok. Wenn nur die dicke Tuba und die vorlauten Flöten nicht wären…
    Punkte: 1,5 von 5
  • Turmion Kätilöt – Sika (von Konna)
    Eigentlich kann man nie genug Umlaute haben, aber wenn die zwei grässlichsten aller Nicht-Musikgenres sich verschwören, um mir den Abend zu versauen, dann kehrt sich meine Meinung ins Gegenteil. Das kann ich nicht mal komplett anhören, ohne mir geplatzte Trommelfelle zu wünschen.
    Punkte: 0 von 5
  • Emir Kusturica & The No Smoking Orchestra – Daddy, Don’t Ever Die On A Friday (von beetFreeQ)
    Beety ohne fröhliche Bläser gibt es nicht und fremdländische Akzente sind auch hoch im Kurs. Das macht zwar einigermaßen Laune, aber ich kann nix gegen meine Abneigung gegen alles Blechige.
    Punkte: 2 von 5
  • Holyhell – Angel Of Darkness (von cimddwc)
    Der Name ist Programm und wenn es ein Kochbuch für diese Art von Metal gibt, dann haben die Höllisten hier sich akribisch dran gehalten. Die Stimme hätte allerdings etwas weniger verfälscht sein können. Das ist ja ganz mitreißend und euphorisierend in der richtigen Umgebung, aber so für Zwischendurch nicht geeignet.
    Punkte: 2,5 von 5

Hui, nach einem furiosen Auftakt, gab es keine Erholung mehr für meine Ohren und mit einem Schnitt von 2,2 liege ich auch relativ niedrig im Vergleich zu anderen Runden (ich müsste mal eine Rangliste erstellen). Kommen wir also zu den glücklichen Verlierern:

  • Blackmore’s Night – Loreley (von Stoffel)
    Hä, sind die unter die Iren gegangen? Hoch das Bein! Zusammen die Patschehändchen! Geschwungen die Fiddel! Klingt ein wenig zu künstlich gealtert und volkstümlich frisiert, aber im Radio wäre das eine angenehme Abwechslung.
    Punkte: 3 von 5
  • Crystal Fighters – I Love London (von Kamil)
    „Verrückt“ kommt einem als erstes in den Sinn und es ist interessant genug, damit es nicht sofort abgeschaltet wird. Naja, ein bisschen wenig Substanz hat es schon, aber irgendwie ist der Beat cool und unterwegs auf dem mp3-Player wäre das genau das Richtige.
    Punkte: 3 von 5
  • Jamie Cullum – Don’t stop the Music (von Hannah)
    Babyface darf auch mal ran und er hat seine Brushes mitgebracht. Die Stimme ist hervorragend, aber für Jazz bin ich 50 Jahre zu jung und mir fehlen ein paar Musik-IQ-Punkte. Improvisiertes Klaviergeklimper gehört einfach nicht in veröffentlichte Songs.
    Punkte: 1,5 von 5
  • Knorkator – Böse (von Sir Donnerbold)
    Knorke und böse haben eher entgegengesetzte Bedeutungen, aber das lassen wir mal außen vor. Das hört sich nach der Rammsteinversion von Schnappi an und dieses Bild vor Augen zu haben, kann nicht gesund sein.
    Punkte: 0 von 5
  • Laibach – Tanz mit Laibach (von Sebastian)
    Grmpf, noch so ein Geschrei. Diesmal macht Mo-Do mit und auch dieses Bild (Leder-Hotpants mit Oberkörper in Babyöl und rotem Gesicht vom Schreien) kann nicht gut für die mentale Gesundheit sein.
    Punkte: 0 von 5
  • The Raconteurs – Steady, As She Goes (von Fini)
    Erlösung zum Abschluss dank Mr White. Auch wenn außer verzerrter Gitarre, einfachen Drums und markantem Gesang nicht viel geboten wird, so transportiert das eine Menge Energie. Manchmal ist weniger mehr!
    Punkte: 4 von 5

Puh, die Extrasongs machten dem Projektnamen alle Ehre mit nur 1,9 Punkten im Durchschnitt.

Kommen wir nun aber zum Ausblick auf die nächste Runde, bei der Soundtracks vorgeschlagen werden sollen, d.h. „[e]s darf jede Art von Musik vorgeschlagen werden, die in einem Film oder Videospiel verwendet wurde und dort deutlich erkennbar zu hören ist, egal, ob der Song direkt für den Film/das Spiel geschrieben wurde, oder nicht.“ Bei der Wahl habe ich mich sehr schwer getan, denn es gibt so viel gute Filmmusik. Die Entscheidung fiel zugunsten I’m Gonna Be (500 Miles) von den Proclaimers aus dem Film Benny & Joon (Video). Damals bin ich direkt aus dem Kino in den nebenliegenden Karstadt marschiert und hab mir die Single gekauft. Außerdem hatte der Song einige erinnerungswürdige Auftritte in How I Met Your Mother.

  1. Für Uneingeweihte: Es handelt sich um ein Musikprojekt, bei dem die Teilnehmer alle zwei Wochen fünf zufällig ausgewählte Songs bewerten sollen. Mehr dazu bei den Pojektregeln. []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

7 Gedanken zu „Beetys Projekt Hörsturz: Runde 15“

  1. Auf Dauer kann ich die Crystal Fighters auch nicht haben. Aber ich freue micxh immerwieder wenn die in die Schuffel-Funktion rutschen.

  2. Joa, so für den beschwingten Schritt. Wobei ich sagen muss, dass mir z.B. The xx während der zufälligen Wiedergabe so lala gefallen und wenn ich das Album komplett höre, bin ich absolut begeistert und höre es normalerweise gleich nochmal.

  3. Dass dir die Mardi Gras BB nicht gefallen, finde ich schade – das ist endlich mal ne deutsche Band, die es schaffen, den Groove von New Orleans mit allen möglichen anderen Stilen zu Tanzmusik zu vermischen. Und überhaupt: Du brauchst wahrscheinlich mal einen Crashkurs in Jazz von wegen Abneigung gegen Blech und Improvisation …

  4. Sehr durchwachsen 🙂 Bis auf gelegentliche Ausrutscher in Sachen Gemeinsamkeit (Konnas Vorschlag) sind wir wieder herrlich andersherum. Bei den Crystal Fighters möchte ich gern mal die Darstellerin des Videos treffen, die steht doch sicherlich unter dem Einfluss Bewusstseinsverändernder Drogen, oder so.

Kommentare sind geschlossen.