Serienkritik: Spaced

Spaced-DVD„Tonight is gonna be a large one“ ist der Untertitel des Blogs von bullion und seit einigen Tagen weiß ich endlich, woher der Spruch stammt, nämlich aus der britischen Sitcom Spaced. Bevor jetzt alle schreiend davon rennen, bleibt mir noch ein bisschen gewogen und lasst Euch davon überzeugen, dass wir es hier mit einem Meisterwerk zu tun haben!

Vor über zehn Jahren lief die erste Staffel und in den sieben Episoden erfuhren wir vom Leben einiger durchgeknallter und doch völlig normaler Mittzwanziger in London. Tim ist ein Comiczeichner, der es bisher zum Aushilfsverkäufer in einem Comicshop gebracht hat und er zieht mit Daisy zusammen, die gerne Schriftstellerin wäre, aber bis auf einige fragwürdige Selbsthilfeartikel noch nie was veröffentlicht hat. Rund um die beiden gibt es schrullige Freunde und Hausbewohner und sehr, sehr, sehr viele popkulturelle Anspielungen, besonders Filme und Videospiele, die der typische Geek gut findet und entsprechend auch erkennt.

Der Grund für die vielen Anspielungen liegt im Team begründet, die selber große Film-, Comic- und Videospielfans sind. Die Rede ist von Simon Pegg (Tim, Drehbuch), Jessica Stevenson (Daisy, Drehbuch) und Edgar Wright (Regie), die einige Jahre später durch Shaun of the Dead richtig berühmt wurden. Auch Nick Frost ist mit von der Partie und macht in seinem ersten Schauspieljob eine hervorragende Figur. Überhaupt sind alle Charaktere, Haupt wie Neben wie Gast, hervorragend besetzt und Kenner des britischen Fernsehens werden auf viele bekannte Gesichter treffen (Bill Bailey, David Walliams, Mark Gatiss, John Simm, Lee Ingleby, Ricky Gervais, …). Die Besetzung alleine würde keine tolle Serie ausmachen, aber die knackigen Drehbücher und filmische Regie perfektionieren das Unterhaltungspaket.

Die Collector’s Edition-DVD bietet beide Staffeln mit je sieben Folgen, mit jeder Menge Extras und eine dritte DVD mit einer zweistündigen Dokumentation. Neben Outtakes und Deleted Scenes gibt es zu jeder Folge einen Audiokommentar mit mindestens den drei Hauptverantwortlichen plus Gast bei einigen Folgen. Ein besonderes Schmankerl ist das Homage-o-meter, wo die unzähligen Anspielungen aufgezeigt werden, die man unmöglich alle erkennen kann. Besonders häufig wird die Star Wars-Trilogie referenziert und in der zweiten Staffel die große Enttäuschung über The Phantom Menace. Witzigerweise hat Peter Serafinowicz eine wiederkehrende Rolle, der Darth Maul die Stimme lieh.

Wer noch mehr zum Inhalt wissen möchte, der sei auf bullions Beitrag verwiesen, zu Spaced Out, der zur offiziellen Seite gewordenen Fan Site geführt und dann zu Amazon UK gelenkt, wo die Box für un-breite £9,48 zu haben ist (Partnerlink). Für Freunde schrägen Humors in den Mittzwanzigern ist die Serie ein Muss! Und für solche, die mal Mitte 20 waren oder sein werden. Und für Menschen, die ab und zu mal lachen. Und für Leute, die einen Computer, einen DVD-Player und/oder eine Spielekonsole anschalten können.

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

3 Gedanken zu „Serienkritik: Spaced“

  1. Eine wahrlich herrliche Kritik zu einer großartigen Serie. Nun habe ich wieder richtig Lust auf eine Sichtung bekommen. Mal sehen, wann ich die unterbringen kann. Hast du schon Lieblingsepisoden?

    Bei der Doku fand ich auch klasse, dass diese am Ende einen schmunzelnden Blick in die Zukunft der Charaktere wirft. Einfach nur herrlich!

  2. Ja, Spaced ist wirklich eine tolle Serie. Ich hab zwar noch nicht alle Folgen gesehen, aber die geschauten waren schon absolut spitze. Vor allem lohnt sich die mehrfache Sichtung allein wegen der vielen Anspielungen schon.

    Meine bisherige Lieblings-Episode ist ja „Art“ (S01E03), aber da ich die zweite Staffel größtenteils noch nicht kenne, kann sich das noch ändern. 😉

  3. Besten Dank, bullion und viel Spaß beim Gucken 🙂 Mir gefallen natürlich alle Episoden, aber erstaunlicherweise besonders diejenigen, die Themen behandeln, die mich sonst gar nicht interessieren wie Clubbing (1.06 „Epiphanies“) oder Robot Wars (2.03 „Mettle“), aber auch die von dir angesprochene 1.05 „Chaos“ oder 2.05 „Gone“.

    Simon Pegg hat übrigens vorher einen fiesen Tweet abgesetzt: Tim, Daisy, Tyres, Bilbo and Dexter … together again – http://bit.ly/cxbLTk

    beety, die zweite Staffel ist noch einen Ticke besser, also viel Spaß dabei!

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