Tagebuch einer Flugreisenden

Liebes Tagebuch,

am Wochenende habe ich unglaublich viel erlebt und das meiste davon dank des tollen Flughafens in Rostock-Laage. Einige neue Erkenntnisse habe ich dadurch gewonnen und die will ich dir hier mal mitteilen.

Das Angebot bestimmt den Preis! Wer in Rostock vom Bahnhof zum Flughafen will, muss mit dem Shuttlebus (= manchmal Großraumtaxi) fahren und der kostet happige 9,50 Euro (7 Euro ermäßigt, dazu gleich mehr) für läppische 14 km Fahrt.

Als Vergleich soll Berlin dienen, das seine zwei Flughäfen mit mehreren Buslinien und Zugverbindungen bedient. Vom Hauptbahnhof nach Schönefeld bzw. nach Tegel sind es 18 km bzw. 8 km und man zahlt je nach Ticket 2 bis 3 Euro.

Nachteil beim Großraumtaxi: NDR1 MV! Das „erfolgreichste öffentlich-rechtliche Radioprogramm Deutschlands“ (laut eigener Aussage) mit „dem Besten auf deutsch und den größten Kulthits“ bietet zwar z.B. Freddie Mercury, aber das nur, damit der Fall bis Yvonne Catterfield umso tiefer und schmerzhafter ist. Und das während der durch den Feierabendstau in die Länge gezogenen Fahrt…

Ermäßigung ist nicht gleich Ermäßigung! Der Busfahrer auf der Rückfahrt war der festen Überzeugung, dass sein Kollege auf der Hinfahrt einen großen Fehler begangen hatte, als er Studenten das ermäßigte Ticket von 7 Euro verkauft hatte. Auch das Vorzeigen des Tickets mehrerer Passagiere ließ sein Herz nicht erweichen und er verlangte den vollen Preis, weil es eine Ermäßigung nicht gibt.

Verspätungsdomino macht Spaß! 8 Minuten Flugverspätung führten zu 18 Minuten Busverspätung und die zu 38 Minuten Zugverspätung, d.h. einen Zug später. Das stellte sich aber als Glücksfall heraus, denn das war ein durchgehender Zug.

Bahnmitarbeiter sind unglaublich nett! Aufgrund des durchgehenden Zug hätte ich eigentlich für die letzten paar Kilometer noch einen IC-Aufschlag zahlen müssen, aber die Schaffnerin war so nett, mir das zu erlassen.

Tja, liebes Tagebuch, das war ein ereignisreiches Wochenende, gell?! Und ich habe gelernt, dass der Weg zum Rostocker Flughafen genauso teuer ist, aber nur halb so lange dauert wie der zu einem Berliner Flughafen. Sollte man sich für die Zukunft merken.

PS: Marmelade ist eine Flüssigkeit! Ein Glas dieses Zeugs darf man nicht mitführen, aber wenn man den Inhalt auf kleine Töpfchen (z.B. aus der Flughafenapotheke) umfüllt, dann ist es erlaubt. Kommentar des Sicherheitsbeamten: „Beschweren Sie sich bei den Politikern.“. Danke, werde ich bei Gelegenheit.

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

6 Gedanken zu „Tagebuch einer Flugreisenden“

  1. Klingt tatsächlich nach einer ganzen Menge Spaß. *hmpf*

    Keiner will scheinbar die Flüssigkeitsphobie und Metalangst auf den Flughäfen verantworten oder verursacht haben. Aber alle Offiziellen halten sich dran. Schon sehr komisch.

    Die Gattin hatte Spaß in der Kontrolle, weil im Schuh eine 10cm Metalschiene zur Stabilisierung eingelassen war. *Buuuhhhh* die Vorstufe zum Messer. Auf dem Weg zum Flieger schabt man das auf dem Boden lang, bis eine Rasierklinge daraus wird. In der Zeit der Kontrolle hätte ich recht problemlos böses übers Geländer werfen und hinten wieder aufnehmen können. Das hat nichts mehr mit Sicherheit zu tun, für mich ist das zum Großteil purer Aktionismus.

  2. Ja, Aktionismus ist das Stichwort! Meine Schuhe wurden beim Rückflug extra kontrolliert und mein BH-Bügel genau befingert, aber beim Hinflug wurde ich durchgewunken. Diese Beliebigkeit ist ebenfalls ein Problem. Es gab ja Versuche von Testern, die haben es in 63 von 64 Fällen (ungefähre Zahlen) geschafft, Messer durch die Kontrollen zu schleusen.

  3. Wo ein Wille ist auch ein Weg. Es gibt nicht die Möglichkeit eine Kontrolle nicht zu umgehen, aber nichts zu machen ist auch verkehrt. Das ideale Maß zu finden ist ein Ding nahe der Unmöglichkeit.

  4. Nicht auszudenken, wäre die Marmelade eine Konfitüre gewesen! 😯

    @ruediger:
    Metal-Angst…leider nicht nur ein Problem auf Flughäfen. 😉

  5. ruediger, deinen zweiten Satz musste ich dreimal lesen, um ihn zu verstehen 😉 Das ideale Ding ist vor allem deshalb ein Ding der Unmöglichkeit, da nicht konsequent und effizient gearbeitet wird.

    Chlorine, Konfitüre ist noch schlimmer! Und erst Gelee!!

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