Beety Projekt Hörsturz: Runde 9 (Geburtstagsausgabe)

projekthoersturzEndlich ist es soweit, dass die mit dem 30. Geburtstag des Veranstalters eingeläutete aktuelle Runde des Projekt Hörsturz[1] auf meine Ohren losgelassen wird.

Der gute Beety ist ein Kenner und Genießer skurriler Musik und was ich bisher so in den Projektbeiträgen gelesen habe, wird er mit seiner Auswahl diesem Ruf gerecht. Ja, richtig, dieses Mal wurden alle fünf Songs vom Meister selbst ausgewählt und er hat im Gegenzug alle Vorschläge der Teilnehmer bewertet[2].

Nun aber genug mit dem auf die Folter spannen und nach einem kurzen Blick auf meine Skala (0 = unerträglich, 0,5 = abschreckend, 1 = Müll, 1,5 = schlecht, 2 = lässt mich kalt, 2,5 = Durchschnitt, 3 = so lala, 3,5 = ok, 4 = mag ich, 4,5 = super, 5 = perfekt) wird der Play-Button betätigt.

Die Kommentare von Beety lasse ich stehen als Einleitung und Einstimmung auf den Song.

  • Kaizers Orchestra – Maestro
    „Meine Lieblingsband muss natürlich dabei sein. Die Auswahl des richtigen Songs fiel mir am schwersten, aber alle kann ich ja nicht nehmen.“
    Ja, die habe ich mir sogar mal komplett angehört (dank Napster) und unter gut, aber anstrengend abgelegt. Das hier macht richtig Bock mit dem flotten Balkaneinschlag und dem fast verständlichen Text. Quasi Lordi meets Karl May. Ist dann aber doch einen Tick zu lang und wiederholend.
    Punkte: 4 von 5
  • Mr Bungle – Ars Moriendi
    „Ein Test für die Belastbarkeitsgrenze der Geschmacksknospen – oder so – absolut durchgeknallter Kram von Mike Patton!“
    Und noch mehr Orient. Oh, Jahrmarkt. Hm, Astronauten. Ui, Zirkus. Aha, Totenzauber. Das ist nicht nur belastend, sondern auch tatsächlich gewürfelt. Klingt wie die gesammelten Teaser der Abschlussklasse einer Musikschule für abstrakte Kunst.
    Punkte: 1 von 5 (Gnadenpunkt, weil es im Ansatz total urst ist)
  • Dead Man’s Bones – My Body’s A Zombie For You
    „Nachdem ich zuletzt ja überall nur so von diesem Song geschwärmt habe, will ich auch eure Meinung einmal hören!“
    Es wird gebumbumt und ein Kinderchor gesellt sich dazu. Und da auch noch Elvis in Weihnachtsstimmung hereinschneit, bin ich hin und weg. Das ist so abgefahren, dass es schon wieder gut ist. Hier passen die verschiedenen Elemente zusammen und der Song transportiert eine Menge Energie. Einen Tick kürzer hätte es aber auch getan.
    Punkte: 4,5 von 5
  • Les Claypool’s Frog Brigade – Cosmic Highway
    „Etwas verschwurbelt progressives vom Meister-Bassisten mit der Froschstimme darf natürlich auch nicht fehlen.“
    Mit so einer Beschreibung ist das ein Garant auf die Nummer Eins der Charts! Allerdings wird da ausgedehntes Gejamme, das nach Copserien aus den 70ern klingt, nicht so gern gehört. Und der Typ sollte mal zum HNO-Arzt gehen, aber wo da ein Frosch versteckt sein soll, habe ich noch nicht herausgefunden. Das Eric-Clapton-im-Harem-Gitarrensolo ist gut, aber 6981568% zu lang. Das Geblubber am Ende zwischendurch erinnert mich seltsamerweise an Doctor Who und auch das hier läuft gefühlte 26 Jahre.
    Punkte: 2 von 5
  • Amon Tobin – Nightlife
    „Ein wenig cinematische Elektronik zum Abschluss und herunterkommen!“
    Bäh, Barjazz. Meh, Geisterfilmmusik. Soso, Spannungsfilmmusik. Urgs, Jungle. Schon wieder sowas gewürfeltes und diesmal mit den schrecklichsten aller Musikgenres beigemischt (Jazz, Techno). Schon wieder sowas ewig langes. Da hat Beety das mit dem Herunterkommen wörtlich genommen!
    Punkte: 0,5 von 5

Eine sehr bipolare Runde mit einem Schnitt von 2,4. Für die nächste Runde sind Weihnachtslieder gefragt und da schlage ich die Lösung des gestrigen Liedzeilen-Quiz vor, das eigentlich nicht, aber irgendwie doch ein Xmas-Song ist:
Malcolm Middleton – We’re All Going to Die

  1. Für Uneingeweihte: Es handelt sich um ein Musikprojekt, bei dem die Teilnehmer alle zwei Wochen fünf zufällig ausgewählte Songs bewerten sollen. Mehr dazu bei den Pojektregeln. []
  2. Mein Vorschlag konnte satte 4,5 Punkte absahnen, yay! []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

8 Gedanken zu „Beety Projekt Hörsturz: Runde 9 (Geburtstagsausgabe)“

  1. Oh, ich hätte mit einer höheren Ausbeute gerechnet, sonst seid ihr beiden doch musikalisch immer ziemlich auf einer Wellenlinie. Aber gut zu sehen, dass nicht nur ich einige der Songs zu lang fand.

  2. Sebastian, genial mag das sein, aber so gar nicht mein Geschmack.

    Konna, der Geschmack von Beety ist ja sehr, sehr breit und solange es eher im konventionellen Bereich angesiedelt ist, stimmen wir überein. Aber sobald es ins lange, obskure geht, bleibe ich zurück.

    Postpunk, Regeln müssen sein!

  3. Das obskure bringt er BESTIMMT nur mit ein um seiner Zuhörer zu schocken 🙂 Schön das du die Vorliebe für Zombies mit mir teilst, das macht dich wieder mal ein Stückchen liebenswerter :kuh:

  4. Hehe, ja, ziemlich genau so hatte ich mir die Wertungen zu den Songs bei dir vorgestellt 😀

    Aber eins muss gesagt werden: Das letzte Stück ist kein Techno! Aber gut, da du elektronischer Musik und Jazz ja allgemein nun gar nicht magst, sei dir das verziehen. Konna verzeihen wir ja auch, wenn er alles Indie nennt. 😛

    @Robert: Och, „schocken“ würde ich das nicht nennen – „Horizont erweitern“ passt schon eher 😉

    Übrigens gibt’s nachher bei mir aber noch mal wirklich skurrile, wahnsinnige Musik zu Gehör. Wo ich das in den Beiträgen schon oft gelesen hab und ich außer „Ars Moriendi“ den Rest der Runde gar nicht so wahnsinnig finde, werde ich mal die wirklich durchgeknallten Sachen aus meiner Sammlung zum Besten geben.

  5. Robert, ich würde allerdings nicht soweit gehen, dir meinen Körper als Zombie anzubieten 😉

    beety, ist denn wenigstens Jungle richtig? Da habe ich extra nachgeguckt und das ist im weitesten Sinne eine Unterart von Techno.
    Bin mal gespannt auf deine Auswahl…

  6. @Julia: Ja, Jungle kommt ungefähr bei den Breakbeats in dem Stück hin. Das Genre ist zwar verwandt mit dem Techno (den man an sich an der stampfenden repetitiven Bass Drum erkennt) aber auch sehr im Reggae verwurzelt. Elektronische Musik wird nur oft gern einfach als Techno bezeichnet und da hab ich in so fern ein Problem mit, dass ich gern verschiedenste elektronische Musik höre, aber bis auf ganz wenige Ausnahmen Techno nicht ausstehen kann! 😉

    So wie in dem Stück aber eben auch filmmusik-ähnliches und Jazz eingebaut sind, ist da sowieso schwer ein Genre einzugrenzen. Schubladen sind an sich eh nur Schall und Rauch und vor allem staubig, wie ich vorhin als Umzugshelfer feststellen konnte.

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