Albumkritik: Elvis Costello – Secret, Profane & Sugarcane

Elvis Costello - Secret, Profane & SugarcaneEs ist wieder Zeit, dass ich ein Album vorstelle, das ich bei eMusic gefunden habe. Diesmal ist es ein Werk aus diesem Jahr und die Richtung ist völlig anders, d.h. handgemacht und von einem bekannten Solokünstler.[1]

Scheinbar völlig unbemerkt hat Elvis Costello im Juni ein Album namens Secret, Profane & Sugarcane veröffentlicht und nachdem ich darüber zufällig gestolpert bin, habe ich schon nach dem Probehören des ersten Songs zugegriffen. Wenn ein Musiker mit den Qualitäten von Elvis Costello sich in Richtung Country und Bluegrass vorwagt, dann kann das ja nur gut werden.

Das Album klingt nicht nach 2009 und ich war erst unsicher, ob das nicht ein Re-Release ist. Doch laut Wikipedia wurde es tatsächlich dieses Jahr in nur drei Tagen in Nashville mit akustischen Instrumenten aufgenommen. In dieser kurzen Zeit ist ein kleines kompaktes Werk entstanden mit twangiger Dobro, tragischen Geigen, fröhlichem Banjo und über allem die herrliche Stimme von Elvis, die bei The Crooked Line von Emmylou Harris unterstützt wird.

Es mag auf den ersten Blick bzw. Hörer seltsam scheinen, dass eine aus völlig anderen Musikrichtungen bekannte Stimme plötzlich inmitten uramerikanischer Klänge auftaucht. Doch die Mischung stimmt und an den Texten erkennt man Mr MacManus, wie z.B. bei Sulphur to Sugarcane

Now if you catch my eye and you find that it runs down your leg
It’s like striking a match pretty hard upon a powder keg
They tell you from the borders to the waters of the gulf
If you take all the sugar you will end up in the sulphur

Perfekt zum geistigen Durchstreifen der Zuckerrohrfelder im heißen Süden während dem Betrachten des Herbstregens im kalten Norden! Zur Einstimmung zwei „Blips“ der Plattenfirma:

Links zum kompletten Anhören und Erwerben:

  1. Im Vergleich zu den beiden vorherigen Alben, die ich vorgestellt habe: die waren aus dem Jahr 2007 und von Bands mit Elektronikeinschlag. []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

6 Gedanken zu „Albumkritik: Elvis Costello – Secret, Profane & Sugarcane“

  1. In der Tat, seit langem wieder ein gutes Album von ihm. Vielleicht kommt er ja auch irgendwann mal wieder zu seinen Usprüngen zurück, aber wahrscheinlich wäre ihm das wirklich zu profan. … Ausser vielleicht wenn Noel Gallagher dazu klassisches Ballet tanzt?

    Egal, besser etwas Country als weitere Klassikausflüge!

  2. Bei den vielen Alben ist es auch schwierig den Überblick zu behalten. Ich bin sicher, eine Kollaboration mit Ballet (Gallagher), Lichtorgel (Johnny Rotten) und Alpenhorn (Bernard Sumner) wäre der Knaller und würde alle Rekorde sprengen!

  3. Ups, ist ja vollkommen an mir vorbei gegangen. Muss ich mir mal in Ruhe anhören. Das man das gar nicht mitbekommen hat, das er ne neue Scheibe hat…seltsam.

  4. ich hatte es auch nicht mitbekommen. werd‘ ich mir mal zu Gemüte führen..
    @ Julia: diese „Kollaboration“ wäre der Hammer 😉 Wie bekommen wir das denn hin?! 😉

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