Albumkritik: to my boy – Messages

to my boy - MessagesEs geht munter weiter mit der Kritik eines Albums, das ich bei eMusic entdeckt habe. Wie das Exemplar letzte Woche stammt Messages von to my boy aus dem Jahre 2007 und auch hier haben wir es mit Electro zu tun. Und wieder mit der knackigen britischen Variante, die eine unglaubliche Energie transportiert.

Am Anfang klingt der Eröffnungssong Tell Me, Computer ein ganz kleines bisschen nach NDW, aber das ist mir erst beim drölften Mal aufgefallen und deswegen vergessen wir das ganz schnell wieder. Die Stimme ist angenehm tief mit leicht hysterischen Einlagen und hält die abgefahrenen Klänge so auf dem Boden. Ich bin sehr wählerisch, was künstliche Sounds angeht, aber das hier hat mich sofort überzeugt und selbst das gelegentliche Geknackse empfinde ich nicht als störend, sondern als genau passend. Doch wenn es nicht eine ordentliche Portion Gitarrengeschrammel geben würde, hätte man mich nicht überzeugen können und die beiden Jungs haben da eine feine Mischung gefunden. Die Achtziger hörte man auch bei eMusic raus, wo es in der Kritik heißt

To My Boy is the retro electro-pop duo of Sam White and Jack Snape, who hail from Sheffield and Liverpool. Their geographical origins give a pretty good idea of To My Boy’s sound: two parts Human League archness and one part Echo and the Bunnymen pomposity.

Wann immer ich einen Motivationsschub brauche, wird Messages angeworfen. Mit diesem flotten Beat[1] lässt es sich gleich leichter arbeiten. Je nach Laune höre ich dann gleich ein zweites Mal rein oder lasse es erstmal genug Elektronik sein. Aber das Video zu Fear of Fragility kann ich mir immer wieder ansehen, denn der Song ist einfach süchtig machend. Wie Sam ungeniert seine krummen Zähne in die Kamera hält und Jack seltsam unbeteiligt die Gitarre bearbeitet, das ist absolut knorke (und urst).

Ein bisschen Bunt kann auch nie schaden und deswegen gibt es gleich noch Model hinterher, das neben wüsten Farbkombinationen auch das fragwürdige schauspielerische Talent des Duos hervorbringt:

Mein Dank für die Entdeckung geht wie so oft an die WhiteTapes, über die ich das Album entdeckte und die auch berichten, dass es nächstes Jahr ein neues Album gibt. Ein Demo vom darauf enthaltenen Us & the Wind gibt es bei abeano zum Download. Das gefällt mir zwar nicht ganz so, aber das muss ja nichts heißen. In dem Beitrag erfährt man auch, dass Sänger Jack gerade an einem Doktor in Physik bastelt, was ich ja nur gutheißen kann.

Anspieltipps: Tell Me Computer, The Grid, Fear of Fragility

Links zum Erwerb und Reinhören:
emusic (12 Credits)
Amazon DE CD (€14,99), DE mp3 (€9,98), UK CD (£8,98) (alles Partnerlinks)
7digital (€7,99)
iTunes Store (€ 8,99)
Spotify

  1. Ach herrje, ich hätte nicht NDW erwähnen dürften, jetzt verfolgt mich das zugehörige Vokabular. []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

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