Beetys Projekt Hörsturz: Runde 7

projekthoersturzNach einigen Tagen Schreibpause geht es weiter mit der siebten Runde des Projekt Hörsturz[1]. Unter den ausgelosten fünf Songs ist hoffentlich etwas ordentliches dabei, denn langsam nehme ich es persönlich, dass wieder keiner von mir dabei ist.

Legen wir also los mit den bekannten Bewertungen (0 = unerträglich, 0,5 = abschreckend, 1 = Müll, 1,5 = schlecht, 2 = lässt mich kalt, 2,5 = Durchschnitt, 3 = so lala, 3,5 = ok, 4 = mag ich, 4,5 = super, 5 = perfekt) und ohne auf das Video zu achten. Von wegen Hörsturz und so.

  • Red – Already Over (von Konna)
    Aha, Streicher hätte ich bei Konna auf jeden Fall erwartet. Und da sind sie schon wieder weg. Die gepresste Stimme ist unangenehm; was ist denn so falsch am richtigen Singen?!. Der Vergleich mit Linkin‘ Park fiel öfter in dieser Runde und da stimme ich zu, aber es fehlt noch das gewisse Extra. Das hier rauscht so vorbei ohne besondere Highlights = perfektes Radiofutter, das man schon vergessen hat, wenn es vorbei ist.
    Punkte: 2,5 von 5
  • Daniel Wirtz – Wo ich steh (von Tapedeck)
    Bei Deutsch schrillen bei mir alle Alarmglocken und auch die wahrscheinlich ironisch gemeinte AB-Nachricht lässt das Schlimmste vermuten. Ist das Marius Müller-Rammstein, der ein Rhetorik-Seminar der Daily-Soap-Schule besucht hat?! Das klingt so, als hätte jemand die Charts der letzten Monate angehört und zusammengebastelt (ich kenne mich da aus). Ist das jetzt ein echter Casting-Teilnehmer oder nimmt der das nur auf die Schippe? Jedenfalls hinterlässt dieses halbgare Stück auch nach dem zweiten Hören ein unangenehmes Gefühl.
    Punkte: 1 von 5
  • Reinhard Mey – Ein Stück Musik von Hand gemacht (live) (von Stefan)
    Und nochmal Deutsch, aber ganz andere Ecke. Handwerklich einwandfrei und ein schönes Stück. Aaaaber, der Text ist wirklich etwas fortschrittsfeindlich und ich kann dem Reinhard da so gar nicht zustimmen. Passende Worte dazu hat der Postpunk gefunden und auch ich würde 4,5 Punkte geben, von denen ich aber einen wieder abziehe[2].
    Punkte: 3,5 von 5
  • Bromheads Jacket – Fight Music for the Fight (von Kamil)
    Wieder ein bisschen flotter. Oh, genau meine Kragenweite mit dem fetten, trockenen Bass und dem britischen Akzent. Mischung aus frühen Arctic Monkeys und Kaiser Chiefs und damit haben sie bei mir gewonnen. Kommt ein paar Jahre zu spät, aber dieses „nananana“ mit Drums ist ausgesprochen fetzig.
    Punkte: 4 von 5
  • Utada Hikaru – Sanctuary (von Melli)
    Es wird etwas ruhiger und verzerrter. Die Gitarre ist gut, aber diese abgewürgte Stimme geht gar nicht. Hört sich nach Zensur an. Und diese halbminütlichen Wechsel zu einem völlig anderen Song machen mich sehr nervös. Grundsätzlich bin ich für Abwechslung, aber dieses unmotivierte Rumgespringe ist sinnlos. Wenn wenigstens die Stimme im Vordergrund bleiben würde und nicht so untergemischt wäre.
    Punkte: 1,5 von 5

Abwechslungsreiche, aber mäßige Runde mit einem Durchschnitt von 2,5. Mein Vorschlag für die nächste Runde: to my boy – fear of fragility (Spotify-Link für Album Messages)

  1. Für Uneingeweihte: Es handelt sich um ein Musikprojekt, bei dem die Teilnehmer alle zwei Wochen fünf zufällig ausgewählte Songs bewerten sollen. Mehr dazu bei den Pojektregeln. []
  2. Wem sowas gefällt, der mag sicher auch Werner Lämmerhirt, z.B. mit Kinder, wie die Zeit vergeht. []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

4 Gedanken zu „Beetys Projekt Hörsturz: Runde 7“

  1. Wusste ich doch, dass ich mit Broomheads Jacket viele Punkte sammeln würde.

    Und hier noch ein paar Infos:

    Das erste Broomheads Album, Dits From The Commuter Belt, von dem auch der gewählte Song ist, erschien Nov. 2006.
    Das erste Arctic Monkeys Album, Jan. 2006.
    Kaiser Chiefs 2005.

    War also durchaus möglich alle drei fast gleichzeitig kennenzulernen 😉

    P.s. To my boy ist ein TOP-Vorschlag!

  2. Ah, ich hab mir die MySpace-Seite angesehen, wo ja nicht so viel los ist und auch bei dem Video steht was von 2007. Dann will ich nichts gesagt haben bzw. meine Wertung ist umso gerechtferigter 🙂

    Ich hör jetzt nochmal „Messages“.

  3. To My Boy sind echt gut. Hatte einen Song von denen vor Jahren mal andauernd im österreichischen Radio beim Kunden gehört, weil sie dort ganz oben in den Charts waren, was sie mir wieder ein wenig suspekt machten. Als ich dann aber das Album hörte, war ich wieder ganz angetan – doch nicht die befürchtete Chartsanbiederung.

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