Bevor hier die Besserwisser auf den Plan treten: Edinburgh liegt natürlich nicht in England, sondern ist die Hauptstadt von Schottland, aber ich habe meine Reise dort begonnen. Vor sieben Jahren habe ich mein Auslandsjahr an der Heriot-Watt-Universität angetreten und aus nostalgischen Gründen wollte ich das Athen des Nordens noch mal besuchen. Es hat sich natürlich gelohnt, denn die Stadt ist wunderbar und ich habe mir 48 Stunden die Füße wund gelaufen.
Da das Wetter sich von seiner sonnigen Seite zeigte, habe ich praktisch alle Museen, Galerien und sonstige Sehenswürdigkeiten nur von außen gesehen. Im Castle war ich sowieso mindestens ein Dutzend Mal, da ich ein Jahr Mitglied bei Historic Scotland war und dann kommt man in deren über 300 Sehenswürdigkeiten umsonst rein. Aber Edinburgh hat auch so viel zu bieten und da ich zum ersten Mal mit einer richtigen Kamera dort war, umso mehr zu fotografieren.
Hier links sieht man das Castle von unten und rechts daneben die Bühne, die im August auf der Esplanade aufgebaut ist für die Zuschauer des Military Tattoo. Das Auf- und Abbauen dauert jeweils mehrere Wochen und damit genauso lange wie das Spektakel selber.
Wie ich im Reisebericht Edinburgh geschrieben habe, war ich fleißig bei der Aufgabenerledigung und habe schon vier am ersten Tag geschafft:
- kamil: “Untersuche den Brötchenaufstrich im Oink-Imbiss genauer.”
Nun, lieber Kamil, da gibt es ganz unspektakulär Chili- und Apfelsoße und optional Haggis. Doch das eigentlich interessante ist das Schwein, das im Schaufenster liegt und nach und nach auf die leckeren Brötchen wandert (siehe Foto unten). - Suriel: “Finde das Karussell in den Princes Street Garden und drehe eine Runde.”
Tja, Suriel, das Karussell wurde schon abgebaut und steht nicht mehr neben dem Brunnen unter dem Castle (siehe Foto unten). - Robert: “Geh den MacKenzie Poltergeist im Greyfriars Kirkyard suchen.”
Auch hier war ich nicht erfolgreich, denn weder im Covenanters Prison, wo der Poltergeist häufig zu finden ist, noch in MacKenzies Grab, wo er zuerst aufgestöbert wurde, war etwas geisterhaftes zu entdecken (siehe Foto unten). - Konna: “Suche eine lateinische Inschrift und fotografiere sie mit Übersetzung.”
Hier war ich besonders erfolgreich, denn die Inschrift im Castle habe ich mit schottischer und englischer Übersetzung festgehalten (siehe Foto unten). Diese Aufgabe war nicht speziell für Edinburgh und ich habe sie auch nochmal in Newcastle erledigt und da sogar eine original römische Inschrift gefunden.
Durch einen Klick aufs Bild gibt es das in groß und alle zusammen im Flickr-Album
Eine Sache, die ich unbedingt fotografisch festhalten wollte, war das Heart of Midlothian und zwar das Mosaik neben der St. Giles Cathedral und nicht den gleichnamigen Fußballclub[1]. Wer genau hinsieht, kann unten links zwei Spuckeflecke entdecken, denn es soll Glück bringen, wenn da drauf spuckt. Laut einer Führung, die ich gemacht habe, hat ein junger Mann seinen spontanen Heiratsantrag an dieser Stelle deswegen schnell bereut.
Viel mehr außer Fotografieren, Führungen mitmachen (2x normal, 2x Geist) habe ich nicht gemacht, aber es war eine tolle Erfahrung und hat mich darin bestätigt, dass Edinburgh jederzeit einen Besuch wert ist (siehe Bericht). Deswegen gibt es an dieser Stelle eine Auswahl der Fotos aus dem Edinburgh-Album:
Der eine oder andere wird jetzt “Halt!” rufen und darauf bestehen, dass doch noch eine Aufgabe zu erledigen war und da habt Ihr natürlich Recht, denn plerzelwupp alias Oliver wollte, dass ich nach dem Schuss der One O’Clock Gun den irischen Klassiker Danny Boy zum Besten gebe. So ganz hat das nicht geklappt, denn obwohl ich den Schuss sehr gut gehört habe (in den Princes Street Gardens) konnte ich nicht sofort aufspringen, da wir gerade in den letzten Zügen einer Stadtführung lagen. Doch einige Minuten später habe ich mehr oder weniger singend das Lied vorgetragen und ein Beweisfoto davon angefertigt (Uhrzeit 13:05, Zettel mit Text):
- Dass ich dennoch einige fußballige Fotos gemacht habe, wird man in Blackpool sehen. [↩]












Sinnlose und amateurhafte Gedanken hauptsächlich rund um Musik und Fotografieren, ab und zu was über Bücher, Filme + TV, Persönliches, WordPress, Internet und ganz selten auch was zu Politik und Wissenschaft. Das Ganze zu digitalem Papier gebracht von juliaL49.




Ach wie Schade, so eine Karussellrundfahrt wäre bestimmt schön gewesen, aber wenn ich Deine Bilder so sehe, bekomme ich wirklich Sehnsucht und ich möchte am liebsten sofort zurück
Ah, sehr schön, sogar mit doppelter Übersetzung, wobei mir die erste nicht wirklich geholfen hätte, muss ich gestehen, wenn ich die Bedeutung nicht schon aus dem Lateinischen gekannt hätte.
Aufgabe erfüllt, würde ich sagen.
Wow! Sehr schön. Sehr schöne Bilder. Sehr schön. Da bekommt man Lust auf Städtetrip…
P.S. Fussballbilder in Blackpool? Ich werd verrückt:
Gratulation! 100Punkte
Ein schöner Bericht – insbesondere die Bilder sind wirklich beeindrucken.
Jedoch kann ich mich mit der Lösung der Aufgabe nicht ganz zufrieden geben: 1) “Dannyboy” wäre gerade während der Führung ein besonderes Schmankerl gewesen, 2) Das Foto soll ein Beweis sein? – eigentlich wollte ich dich singen hören
Deshalb nur eine 1-
Schöne Stadt und schöne Bilder!
Stimmt’s eigentlich, dass man bei “MacKenzie” das z nicht spricht? Ich meinte mal was entsprechendes gehört zu haben.
Suriel, am besten wartest du noch zwei Jahre und kannst dann gleich die neue Tram einweihen
Konna, das schottische (nicht zu verwechseln mit dem gälischen) ist meines Wissens eine ausgestorbene Sprache und von daher wird es nicht allzu viele Menschen geben, die das verstehen würden. Ok, ist Latein auch, aber das ist ein Sonderfall
endgueltig, du wirst noch verrückter, wenn du die Bilder siehst!
kamil, vielen Dank
Oliver, da waren hauptsächlich Amerikaner dabei und die sollten doch keinen bleibenden Schaden vom schönen Europa bekommen! Ich hatte meine kleine Kamera nicht dabei, sonst hätte es ein (kurzes) Video gegeben.
cimddwc, da hast du was Richtiges gehört, allerdings betrifft das den Namen Menzies, der wie Mingis ausgesprochen wird (s. BBC-Artikel).
Ich habe übrigens noch mehr Fotos hochgeladen (mittlerweile sind es 130), inkl. Panoramen vom Arthur’s Seat.
Sehr schöne Bilder, schade das der Geist mal wieder nicht zu Hause gewesen ist, offenbar hatte er sich verkrochen. In der Geisterwelt heißt es, bei den Deutschen wisse man ja nie. Wenn ich einmal nach Edinburgh reise, dann werde ich mein Glück mal Nachts versuchen
Ah ja, das Yogh. Also ursprünglich auch in MacKenzie, aber anders als bei Menzies heutzutage “almost universally” als Z.
Robert, laut den zwei Wicca-Hexen war wohl ein Geist da und den habe ich wohl vertrieben
cimddwc, das Yogh war auch da in der Gruft, aber es ist bei Blitzlicht leider unsichtbar…
muss ich mir ansehen, sobald die Möglichkeit dazu besteht. merci für den Bericht, die wunderbaren Photos und für die schöne Postkarte natürlich sowieso.
Also die Fotos, die du geknippst hast, sind wirklich richtig super geworden. Ich hätte gerne mit dir getauscht. Will da auch mal hin
.
ruediger, die Möglichkeit besteht immer
Lordy, einfach buchen und los! (ok, vielleicht im März, wenn Semesterferien sind)
Tolle Fotos und interessanter Bericht. Hoffentlich werd ich auch bald dort sein. Edinburgh sieht soooo schön aus.
Sonja (hallo und willkommen!), hast du denn schon konkrete Pläne?
Jein. Ich würde gern demnächst dort als Fremdsprachenassistentin arbeiten, bin aber noch nicht mal richtig in der Planungs-und Bewerbungsphase angekommen. Aber Edinburgh wäre auf jeden Fall meine erste Wahl!
Ui, dann mal viel Erfolg