Endgültig Popular Songs

yolatengoWährend Julia irgendwo auf der Insel wandert und ihren Urlaub genießt, muss es ja hier weiter gehen. Und aus diesem Grunde habe ich mich natürlich auch umgehend bereit erklärt einen Gastbeitrag zu schreiben.

Da sich Julia ebenso wie ich für Musik interessiert (und viele von euch werten Lesern natürlich auch), habe ich mir mal wieder ein Album zur Brust genommen und versuche es hier nun zu rezensieren.

„Yo La Tengo“ sind uns allen wohl ein Begriff, da sie 1. seit einer gefühlten Ewigkeit existieren und 2. durchaus als ein Vorreiter für Indie-Musik angesehen werden können.

Seit der Bandgründung 1984 war definitv nie Verlass auf homogenen Sound. Mit immer neuen Experimenten spielten sie sich von Album zu Album in neue Hörerherzen, komponierten Filmmusik und steuerten das ein oder andere Werk für Charity-Sampler bei.

Nun ist seit nicht all zu langer Zeit ihr neuestes Werk „Popular Songs“ auf dem Markt. Und es verspricht durchaus mehr als der Titel ahnen lässt…

Eingeschworene Yo La Tengo-Fans wissen natürlich, das diese Band fast alles kann. Ein bisschen funky, ein wenig lieblich, hier mal Pop und dort mal Indie-Rock, sie können Cover und Filmmusik.

Und wie der Titel „Popular Songs“ schon verheißt: das Album ist eine bunte Aneinanderreihung sehr großartiger Songs.

Wie schon immer bieten diese Songs aber nicht die Antwort auf die Fragen des Lebens, diese Fragen werden herumgewälzt und umformuliert: Was interessiert mich das Geschwätz der anderen Leute, warum scheint draußen die Sonne, wenn ich schlechte Laune haben will?

Gleich zu Anfang des Albums lässt einen „Here to Fall“ wissen, dass die Band die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen hat:

„I know you’re worried, I’m worried, too. But if you let me, I’m ready to fall with you, what else is there for us to do?“

Das ganze wird melodramatisch mit Streichern untersetzt und bereitet, zwar eher untypisch, aber nichts desto weniger großartig, auf die nachfolgenden Songs des Albums vor.

In loser Abfolge folgen dann Songs, durch die man den Referenzkatalog der Szenehelden durchkämmt und man schaut bei Motown-Rock, Boogie Woogie und anderem vorbei. „Avalon Or Someone Very Similar“ entführen in den Pop-Himmel; „Nothing To Hide“ gibt uns Gitarren, Gitarren, Gitarren; „By Two’s“ versetzt dem Herz einen Schmerz bis es dann mit „Periodically Triple Or Double“ in Richtung Funk aufgeht…

Yo La Tengo beherrschen tatsächlich jedes Metier.

Das Highlight sind dann auf jeden Fall „The Fireside“ und „And The Glitter Is Gone“, die zum Ende des Albums über 27 Minuten sehr feinen Gitarrensound liefern. Ich kann mir vorstellen, das sich hier die Geister des Geschmacks trennen; ich finde es sehr gelungen.

Bleibt abschließend zu sagen: Dieses Album ist wunderbar und wenn man diese Songs dann „popular“ nennt: meinetwegen gern!

Eindeutige 9 von 10 Punkten!

Popular Songs bei Spotify

Zwei Songs dieses Albums und weiter zum Download

9 Gedanken zu „Endgültig Popular Songs“

  1. Oh, die wollte ich mir schon laenger zu Gemuete fuehren, da sie auch im Mixtape-Buch vorkommen. Das werde ich gleich diese Woche machen 🙂

    Danke fuer diesen tollen Beitrag!

  2. Toller Beitrag! Auch wenn ich vermute das Julia es wohl nie schaffen wird alles aufzuarbeiten 🙂 Dabei merkt man immer, was man in ein paar Tagen ohne Internet so alles verpasst. Was haben wir nur früher gemacht?

  3. Oh, einige tausend Feedbeiträge habe ich schon „aufgearbeitet“ (= als gelesen markiert). Leider darf ich nicht mehr spotifyen und bei Last.fm ist das Album nicht verfügbar, aber die beiden kostenlosen Songs hatte ich schon vor einiger Zeit angehört und für sehr gut befunden.

  4. Ich bekam Anfang September eine E-Mail von Spotify, dass ich mich ja in einem Land befände, wo der Service offiziell noch nicht verfügbar ist. Ich darf mich zwar noch einloggen, suchen und Playlisten ansehen etc. aber keine Musik mehr hören. Heute morgen habe ich aber einen Premium-Account gekauft und kann wieder normal hören 🙂 Ist eigentlich ganz gut, da ich so signalisiere, dass der Bedarf in D da ist und Spotify bitte schnellstmöglich hier verfügbar sein soll.
    Evtl. bekommt ihr demnächst auch so eine E-Mail, denn ich bin ja schon seit Februar dabei.

  5. Ööööhm, gab es da nicht kürzlich einen Hinweis beim „Blick über den Tellerrand“ wie man das umgehen kann? Nicht daß ich hier jetzt zu illegalen Handlungen aufrufen möchte …

  6. Postpunk, der Hinweis war zum Anmelden gedacht. Ja, ich hätte erneut einen Account erstellen können, aber dann hätte ich erstens ein bisschen Arbeit mit den Listen gehabt (naja, copy & paste der Links und der Songs) und zweitens sind 10 Euro im Monat für so einen Service nicht viel. Und Leute: wir wollen ja Spotify in D, unbedingt!

  7. Pingback: Endgültig

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