Konnas Chartspunkte: eine subjektive Bewertung der deutschen Alternative-Charts

Eine von Julias beliebtesten Artikelserien hier auf 49Suns sind die Chartspunkte, in denen sie die Neueinsteiger der deutschen Singlecharts subjektiv und völlig schonungslos auseinander nimmt. Ich, Konna von der Gedankendeponie, der hier heute einen Gastbeitrag bei ihr schreiben darf, möchte diese Idee gerne aufnehmen, aber in etwas abgewandelter Form. Die volle Dröhnung will ich mir nämlich nicht geben (so wahnsinnig wie Julia bin ich nicht), stattdessen schaue ich mir die deutschen Alternative Charts von trendcharts.de der vergangenen Kalenderwoche 37 an. Bin mir aber sicher, dass sich auch da einiges Grausames verbergen wird. Die Bewertungskriterien habe ich von Julia übernommen, ihr findet sie am Ende des Artikels. Ich wünsche viel Vergnügen!

Platz 20 The Eternal Afflict – Ion Ep

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Fängt ja gleich gut an, also irgendwie ist das wohl kein Song, sondern mehrere, also gut online anhören kann man sich das nicht, aber die Ausschnitte lassen nichts Gutes erahnen.

Platz 19 Obscenity Trial – Glück Auf

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Ein Text, wie er aus einem Schlager der übelsten Sorte stammen könnte mit minimaler elektronischer Musikuntermalung. Sehr einschläfernd.

Platz 18 Muse – Uprising

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Geht sehr gut ins Ohr und das Bein wippt dem eingängigen Beat sei Dank kräftig mit. Auf Dauer vielleicht etwas eintönig.

Platz 17 Frozen Plasma – Tanz die Revolution (Int. Version)

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Keine Ahnung, ob ich die richtige Version gefunden habe, aber bei zu langem Konsum dieses Songs besteht die Gefahr, eine Revolution gegen dieses Song tanzen zu wollen.

Platz 16 Clan of Xymox – Emily

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Wieder so ein vermeintlicher Song für eine Disco. Kann ich Frozen Plasma vielleicht doch noch ein Minus wieder abziehen? Emily tut mir jedenfalls Leid.

Platz 15 Agonoize – Bis das Blut Gefriert

plusminusAgonoize sind schon so eine Sache für sich. Bemerkenswert, wie die ihr Ding durchziehen, aber so wirklich zwischen mögen und nicht mögen kann ich mich nicht entscheiden.

Platz 14 Patenbrigade: Wolff – Signal

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Also irgendwie kann man von diesem Song einen sehr seltsamen Eindruck gewinnen. Frage mich, ob die Gruppe irgendwie politisch angehaucht ist. So oder so gefällt mir der Song aber gar nicht.

Platz 13 Pearl Jam – The Fixer

minus Ach, Pearl Jam. Die bringen auch den gleichen Song immer wieder leicht abgewandelt raus, oder? Irgendwann langweilt es einfach nur noch.

Platz 12 Kerli – Love Is Dead

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Auch seltsam: Der bisher definitiv poppigste Song gefällt mir bisher am besten. Irgendwann reichts wahrscheinlich auch, aber die Künstlerin ist mir sympathisch.

Platz 11 Shift – Electrofixx

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Nun reichts aber mal mit elektronischem Einheitsbrei. Auch Shift bietet nichts Neues und vor allem nichts Gutes.

Platz 10 Suicide Commando – Until We Die

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Da ist sie doch, bessere elektronische Musik. Da hat der Belgier mal wieder ein sehr hörbares Stück gebastelt. Allerdings haben die Songs fast immer den Nachteil, dass sie auf Dauer dann doch auf die Nerven gehen.

Platz 9 The Crüxshadows – Quicksilver

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plus

plus

Synth-Rock nennt sich das und ja, das hört sich doch wirklich gut an. Weil ich hier sonst nichts so gut bewertet habe, gibts hier volle Pluszahl. Gefällt mir aber auch wirklich gut.

Platz 8 The Invincible Spirit – Push!

plus

Da wippen Bein und Kopf wieder mit! Könnte zwar etwas mehr und intelligenteren Text haben, aber kann man sich durchaus eine Weile anhören.

Platz 7 Mesh – Only Better

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Keine Ahnung, ob das an der überwiegend elektronischen Musik vorher lag, aber dieser Synthie-Pop ist doch mal eine nette Abwechslung. Verleitet auf jeden Fall dazu, mal ein bisschen weiter in das Schaffen der Band reinzuhören

Platz 6 The Prodigy – Take Me To The Hospital

plusplus

The Prodigy kennt man natürlich, wenn nicht, hat man was verpasst. Ist sicherlich nicht der beste Song von ihnen, aber auf jeden Fall ein absoluter Lichtblick in den Charts.

Platz 5 Rotersand – War On Error

plus

Ja, das ist wieder so ein Fall wie bei Platz 8. Man muss in der richtigen Stimmung sein, um das zu hören. Am besten abends in abgedunkelten Räumen mit Discolight und ordentlich Wumms in den Boxen. Dann gibt es auch noch ein zweites Plus! Vor allem gegen Ende wird der Song nochmal richtig gut.

Platz 4 X Marks The Pedwalk – Abattoir

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Der magere „Gesang“ rechtfertigt keinerlei Existenzberechtigung für diesen Song, der aus musikalisch einfach nur öde und langweilig ist.

Platz 3 Placebo – Ashtray Heart

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Sorry, aber Placebo geht gar nicht. Ich glaube das ist die schlimmste Band, die dieser Planet je hervorgebracht hat. Und das ist mit diesem Song auch wieder unter Beweis gestellt.

Platz 2 Editors – Papillion

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Nun ja, was soll ich sagen? Indie eben. Und eigentlich mag ich kein Indie. Allerdings sind die Editors nicht so schlimm, ich stehe denen relativ neutral gegenüber.

Platz 1 Nachtmahr – Tanzdiktator / Mörder

minusminusKeine Ahnung, wieso da zwei Songs auf Platz 1 sein, aber beide gefallen mir nicht besonders gut, Tanzdiktator etwas besser (könnte sogar + – bekommen) als Mörder. Bei letzterem könnte ich aber glatt zu einem werden, deshalb diese Einschätzung. Mehr brauche ich dazu glaube ich gar nicht sagen.

So, das wars auch schon. Wie hats euch denn gefallen? Wie findet ihr die Alternative Charts im Vergleich zu den normalen deutschen Single Charts? Falls ihr welche von den Songs kennt, könnt ihr natürlich auch eure Meinung dazu gern in den Kommentaren loswerden!

  • minusminusminus Song hätte nie produziert werden dürfen und auch den/die “Künstler” finde ich doof.
  • minusminus Auf dem Weg zur Unerträglichkeit und dem/den Künstler/n stehe ich wahrscheinlich auch skeptisch gegenüber.
  • minus Song gefällt mir nicht, aber den/die Künstler halte ich für ok.
  • plusminus Song ist mir relativ egal und je nach Laune würde ich zuhören oder abschalten.
  • plus Song ist ok, aber entweder nervt er auf Dauer oder ich stehe dem/den Künstler/n skeptisch gegenüber.
  • plus plusZiemlich guter Song und auch der/die Künstler ist/sind mir sympatisch.
  • plusplusplus Song könnte ich andauernd hören und auch den/die Künstler finde ich gut.

9 Gedanken zu „Konnas Chartspunkte: eine subjektive Bewertung der deutschen Alternative-Charts“

  1. Also ich muss schon sagen. Sehr interessant :D.

    Von Suicide Commando bin ich seit deren Auftritt auf dem BlackField 2009 kein Fan mehr. Rotersand ist genial, vor allem auch der hier genannte Song. The Crüxshadows sind auch immer empfehlenswert.

    Und ich kann verstehen, dass Nachtmahr mit „Tanzdiktator“ auf Platz 1 steht. Warum da auch noch „Mörder“ dabei ist verstehe ich gerade auch nicht. Das ich wohl einer der größten Nachtmahr-Fans bin lasse ich nun mal lieber außen vor. xD.

    Aber du hast auf jeden Fall recht. Du bist da sicher auf Songs gestoßen, die du nie hättest hören sollen. ^^

  2. Wirklich tolle Idee für einen Gastbeitrag, habe viele der Songs noch nicht gehört, deshalb enthalte ich mich einer Meinungsabgabe. Ich frage mich nur wie da Invincible Spirit – Push! reinrutscht, der hat immerhin 23 Jahre auf dem Buckel, oder ist das eine Neuveröffentlichung?

  3. „Und ich kann verstehen, dass Nachtmahr mit “Tanzdiktator” auf Platz 1 steht. Warum da auch noch “Mörder” dabei ist verstehe ich gerade auch nicht. Das ich wohl einer der größten Nachtmahr-Fans bin lasse ich nun mal lieber außen vor.“

    Musst du nicht. Same here. Ist halt einfach was für die Disco 😉

  4. Na so alternativ finde ich die nun alle nicht. Ich wünsche mir stattdessen lieber die Indie-Charts von vor 15 Jahren. Obwohl, eigentlich sind jegliche Charts doof.

  5. Hihi, sehr gute Idee, Konna. Die Songs kenne ich fast alle nicht (ausser den „Grossen“ wie Muse und Placebo). Werde ich mir mal daheim anhoeren, wenn die Lautsprecher angeschlossen sind und die Uhr nicht tickt…

  6. @ Spontis: Versuch mal die Maxi von Invincible Spirit als Original auf Ebay zu finden. Da fallen Dir die Ohren ab bei den Preisen, die da geboten werden. Im nächsten Monat holt dann jemand bestimmt auch noch die Invisible Limits aus dem Sarg.

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