Reiseführer der anderen Art: Lonely Planet Guide

Heute gibt es einen Tipp, der nicht nur für England-Reisen wertvoll ist, sondern für einen Großteil der Welt – den Teil, den die Lonely Planet Travel Guides abdecken. Seit den Siebzigern machen diese bunten Taschenbücher sich beliebt bei Reisenden, die wenig Geld ausgeben, aber viel erleben wollen. Seit einigen Jahren gibt es auch deutsche Ausgaben, allerdings längst nicht so viele wie auf englisch (Liste deutsch, englisch). Es gibt auch Sprachführer, Karten, Wanderführer etc. Wer selber schon mal danach gereist ist, wird mir sicher zustimmen.

Lonely Planet Guides: England und Edinburgh

Das hört sich jetzt wie ein bezahlter Beitrag an, aber ich bekomme nichts dafür, sondern möchte einfach nur von meinen guten Erfahrungen berichten. Bisher habe ich vier LPGs verwendet und werde weiterhin für jedes Reiseziel zuerst dazu greifen. Der Name ist treffend gewählt (vom Ehepaar Wheeler, die nach Australien auswanderten und denen heute noch der Verlag gehört (Geschichte)) und sicherlich einer der Gründe, warum die kompakten Bändchen so beliebt sind. Bzw. „Bändchen“ stimmt nicht immer, denn mein Canada-Führer hat über 900 Seiten (deutsche Ausgabe über 1000). Doch dünnes Papier, recht kleine Schrift und gute Platzausnutzung in zwei Spalten halten Größe und Gewicht im angenehmen Bereich.

Das alleine würde natürlich keinen guten Reiseführer ausmachen. Jeder Band wird von mehreren Autoren geschrieben, die sich jeweils in dem Gebiet sehr gut auskennen und viele Tipps geben, die man in anderen Büchern nicht findet. Auch die angeblichen Insider-Tipps eines deutschen Anbieters können da nicht mithalten und ich habe so schon einige tolle Entdeckungen gemacht wie z.B. die Ghost-Touren im Edinburgh-Führer.

Neben den üblichen Inhalten wie Sortierung nach Orten, Getting There/Around, Things to Do, Kartenausschnitte und allgemeinen Hinweisen gibt es (bei überregionalen Ausgaben) zu einigen Städten Vorschläge für Aufenthalte bestimmter Länge, d.h. ausgehend davon wie lange man an einem Ort bleibt, gibt es Pläne, wie man den Tag/die zwei/vier/sieben Tage verbringen könnte, um das Meiste mitzunehmen und den besten Eindruck zu gewinnen. Dabei wird Wert auf Abwechslung gelegt (Touristenattraktionen, Museen, Essen, Nightlife etc.) und dass es gemütlich zu schaffen ist.

Die Informationen werden kompakt vermittelt (Preise und Öffnungszeiten benötigen selten mehr als eine Zeile) und alles ist intuitiv zu finden[1]. Unterkünfte und Restaurants etc. sind wie üblich in drei Preiskategorien eingeordnet und die unterste Kategorie fängt wirklich mit den günstigsten Alternativen an und nicht bei 50 € pro Zimmer/Dreigänge-Menü, wie man das von anderen Stellen kennt. Ich nutze z.B. gerne (Jugend-)Herbergen und der LPG verrät mir, welche empfehlenswert sind und welche vielleicht eher vermieden werden sollten. Das ginge zwar mittlerweile auch online, aber in einem solchen Fall vertraue ich eher dem Autor eines angesehenen Reiseführers als den möglicherweise bezahlten und/oder widersprüchlichen Einträgen in Bewertungsportalen. Außerdem findet man die kuscheligsten und skurrilsten Bed & Breakfasts evtl. gar nicht online.

So, was hat das alles mit meinem momentanen Aufenthalt in der Stadt der sieben Brücken zu tun? Nun, das ist sozusagen der Übergang von Edinburgh nach England und das passt zu obigem Bild. Evtl. habe ich aber auch kein passendes Thema zu Newcastle gefunden…

  1. Finde ich zumindest. Und im Vergleich zu anderen Reiseführern fällt mir das immer wieder auf. []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

2 Gedanken zu „Reiseführer der anderen Art: Lonely Planet Guide“

  1. In dem Büchlein wird wohl auch das Fringe-Festival in Edinburgh empfohlen. Mein Mann schwärmt so davon. Der August ist aber leider gerade vorbei… Schade eigentlich.

  2. Ah, wenn du naechstes Jahr hinwillst, bekommst du jetzt evtl. noch Karten! Und eine Uebernachtungsmoeglichkeit, die nicht eine halbe Monatsmiete pro Nacht kostet. Das (bzw. die) Festivals mag (moegen) toll sein, aber es ist verdammt teuer.

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