Buchempfehlung: Rob Sheffield – Love is a Mix Tape

Manchmal kommen mehrere Dinge zusammen, die zu einem wundervollen Erlebnis führen und so auch im vorliegenden Fall. Das Buch, um das es geht, wurde vor ein paar Tagen von Indiestreber Thomas empfohlen und gestern veröffentlichte Beety die Auswertung seiner Mixtape-Parade. Da ich das Buch von einiger Zeit gekauft und dem wachsenden Stapel ungelesener Bücher hinzugefügt hatte, bewegten mich diese beiden Erwähnungen dazu, gestern abend anfangen zu lesen. Und ich habe es in einem Rutsch komplett durchgelesen!

Mix Tape: T-Shirt und Buch

Das alleine sollte schon Empfehlung genug sein, aber man kauft die Katze ja nicht im Sack. Rob Sheffield schreibt mittlerweile für den Rolling Stone und somit kann man davon ausgehen, dass es interessant geschrieben ist. Natürlich hätte das schief gehen können, denn eine Albumrezension ist etwas anderes als das eigene Leben. Doch mit Hilfe verschiedenster Mixtapes, die Rob und seine Frau Renée im Laufe der Jahre erstellt haben, erzählt er seines und ihr Leben, von der Kindheit (sie als Baptistin in den Appalachen, er als irischstämmiger Katholik in Boston) über ihr Kennenlernen, Verlieben und ihren Tod. Ja, ihren Tod, denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Das Buch bzw. die vielen Mixtapes (eines pro Kapitel) sind eine Art Therapie und Erinnerungshilfe, eine Liebeserklärung an seine Frau und an die Musik von den 50ern bis in die 90er. Es finden sich abenteuerliche Mischungen auf den verschiedenen Kassetten, von Country und Oldies über Punk, Grunge, Indie-Rock bis hin zu Charts-Pop und Hip Hop. Auf dem Papier klingen die Zusammenstellungen oft seltsam, doch Rob versteht es, die Hintergründe zu erklären und es juckt einen, die Mixtapes nachzubauen[1]. Besonders toll ist es natürlich, wenn vermeintlich unbekannte Bands auftauchen und man fühlt sich als Musikkenner.

Thomas führte einige schöne Zitate an und schloss mit den Worten

Ich behaupte mal ganz frei, dass jedem Musik liebendem Menschen, der Spaß daran hat, für sich oder seine Mitmenschen Mixtapes oder Mix-CDs aufzunehmen, dieses Buch gefallen wird. Es wird durchaus dem Anspruch gerecht mit „High Fidelity“ oder „Soloalbum“ in eine Schublade oder in ein Bücherregal gesteckt werden zu können.

Dem schließe ich mich an (auch wenn ich Soloalbum nicht gelesen habe) und zitiere eine meiner Lieblingsstellen

I believe that when you’re making a mix, you’re making history. You ransack the vaults, you haul off all the junk you can carry, and you rewire all your ill-gotten loot into something new.You go through an artist’s entire career, zero in on that one moment that makes you want to jump and dance and smoke bats and bite the heads off drugs. And then you play that one moment over and over.
A mix tape steals these moments from all over the musical cosmos, and splices them into a whole new groove.

Und wie man ein Mixtape richtig zusammenstellt, weiß natürlich der andere Rob, der aus High Fidelity, ebenfalls und dessen Spruch „Rules of a Mix Tape“ (aus dem Film) gibt es als T-Shirt, das ich mir gekauft habe, wie man auf dem Foto oben sehen kann. Die Variante, die ich genommen habe, hat dank eines Gutscheins (15% off) mit Versandkosten keine 20 Euro gekostet. Lohnt sich also! Das hier besprochene Buch Love is Mix Tape natürlich auch und deswegen gibt es noch meine Amazon-Partner-Links: deutsch (€ 8,95), englisch (€ 9,39), englisch-UK (£ 6,59). Viel Spaß beim Lesen!

  1. Da würde sich eine Spotify-Playliste anbieten, aber ich habe weder existierende gefunden, noch selber eine erstellen können, da viele Songs fehlen. []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

6 Gedanken zu „Buchempfehlung: Rob Sheffield – Love is a Mix Tape“

  1. Och, das ist auch nicht zwingend erforderlich – bin ja in vielen Musikgenres zuhause und High Fidelity hab ich ja z.B. auch in wenigen Tagen verschlungen – und das will bei meinem Schnitt von 1-3 Büchern pro Jahr schon was heißen 😉

  2. Ja, mittlerweile wie du ja einem Artikel erzählt hast. In einem Abschnitt meinte Rob, dass die 90er musikalisch das beste Jahrzehnt waren und zwar nicht wegen Eurodance etc., sondern wegen allen anderen tollen Strömungen. Da musste ich kurz an dich denken 😉

  3. Ich hatte noch gedacht, och ja, könnte ich versuchen. Aber kein Vergleich mit High Fidelity und schon gar nicht Soloalbum (und alle anderen Bücher von B.S.B.) können mich dazu bewegen.

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