Soundtrack meines Lebens #1/#2: Looking for Freedom / Ob-la-di Ob-la-da

Vor mittlerweile vier Monaten rief Bosch keine Blog-Parade aus unter dem Motto Soundtrack meines Lebens, bei dem er in unregelmäßiger Reihenfolge Songs vorstellt. Die Idee fand ich super und endlich steuere ich meinen ersten Beitrag dazu bei.

Der unrühmliche Anfang: Looking for Freedom

Bis ich zehn oder elf war, bestand meine Musiksammlung aus ein paar Kassetten und einer Vinylsingle von einem gewissen David Hasselhoff. Meine erste Platte war Looking For Freedom, die ich zum neunten Geburtstag geschenkt bekam (siehe Cover). Ich war mir immer unsicher, ob das mit dem Zeitpunkt hinkommt, aber laut dem englischen Wikipedia-Artikel war der Song im fraglichen Zeitraum acht Wochen auf Platz eins der Singlecharts. Kurzer Einschub: Auch Schnuffel war acht Wochen auf Platz eins. Hat das etwas zu bedeuten?!?

Dieser Missgriff ist natürlich nur mit meinem Alter entschuldbar und ich distanziere mich heute in größtmöglicher Ferne davon. Wenn man dazu noch bedenkt, dass das ein Cover von Tony Marshalls Auf der Straße nach Süden war, gibt es praktisch keine Entschuldigung mehr. Doch da ich nicht alleine leiden möchte, binde ich das zugehörige Video hier ein und bitte darum, dass sich das jeder ansieht:

Und, Ohren und Augen noch intakt?! Wer jetzt denkt, das kann man nicht mehr toppen, der irrt! Die trotz mangelden Englischkenntnissen gelernten „Texte“ mussten natürlich sinnvoll eingesetzt werden und das tat ich eines denkwürdigen Abends in der Stuttgarter Schleyer-Halle, wo ich aus den oberen Rängen mit dem Milimeter großen David die Zeilen mitsang. Die Eintrittskarte müsste sich noch irgendwo in einer Erinnerungskiste befinden. Doch zum Glück endete diese Phase als ich „richtige“ Musik entdeckte.

Die erfolgreiche Rehabilitation: Ob-la-di Ob-la-da

Erstaunlicherweise erfolgte der erste bewusste Kontakt mit den Beatles im schulischen Musikunterricht. Unsere Lehrerin spielte uns in der sechsten Klasse einige Songs vor. Das war eine willkommene Abwechslung zwischen all den Opern und Operetten, mit denen sie uns sonst traktierte. Wenn ich mich richtig erinnere, hat sie uns mehr als ein Dutzend Songs näher gebracht und ich war begeistert!

Ganz besonders angetan war ich von dem simplen und eigentlich ziemlich dämlichen Ob-la-di Ob-la-da (Bosch hingegen nicht), das die Geschichte von Desmond und Molly erzählt (Text). Mit meinen rudimentären Englischkenntnissen hab ich das sogar verstanden und das war ein zusätzlicher Grund, diesen Schunkelsong zu mögen. Zur Erinnerungsauffrischung ein Video, das mit einem schwarz-weißen Tauchvideo von Jacques Costeau untermalt ist:

http://www.dailymotion.com/video/x13bse

Mit einer Liste der Songs bin ich zu meinem Vater und habe ihn gefragt, ob er die nicht zufällig auf Platte hätte und da er großer Beatles-Fan ist, war das natürlich der Fall. Ich weiß nicht mehr, ob ich die fraglichen Songs selber auf Kassette überspielt habe oder ob er das für mich gemacht hat. Von wegen vorsichtiges Behandeln und so.

Es dauerte nicht lange und ich wollte mehr. Die ersten paar Songs waren alle von den beiden Greatest Hits Compilations 1962-1966 (Red Album) und 1967-1970 (Blue Album). Die Doppelalben habe ich auf zwei Kassetten überspielt (90 min) und dabei genau berechnet, welche Songs, auf welche Seite mussten. Fool on the Hill passte als einziger nicht mehr drauf und so habe ich diesen ungleich besseren Song erst Jahre später genauer kennengelernt. Da dies meine ersten überspielten Kassetten waren, haben sich einige Fehler eingeschlichen, z.B. fehlt die erste Zeile von Help und bei Michelle habe ich die Platte berührt und deswegen singt Paul einmal Mieuieuchelle mit tief verzerrter Stimme.

Diese beiden Kassetten jedenfalls haben mich auf allen Wegen begleitet und in der Schule haben sie mich irgendwann gar nicht mehr gefragt, was ich höre, da ich immer nur „Beatles“ geantwortet habe. Nach und nach fanden auch die regulären Alben und die Rarities ihren Weg auf insgesamt acht Kassetten:

Beatles-Kassetten

Man hätte es vermuten können, aber nun gibt es den Beweis hier schwarz auf weiß: Die Beatles sind bzw. Ob-la-di Ob-la-da ist verantwortlich für meine Vorliebe britischer Gitarrenbands. Es hätte schlimmer kommen können…

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

14 Gedanken zu „Soundtrack meines Lebens #1/#2: Looking for Freedom / Ob-la-di Ob-la-da“

  1. Looking for ist ein Cover von Auf der Straße? Ich dachte immer, das wäre umgekehrt.
    Im Übrigen (Ich sage es einfach mal, bevor es jemand anderes sagt): Don’t hassle the Hoff!

  2. HaHa, da kommt bei mir immer direkt dieses Silvester 1989, als der David in sonem bBlinki-Anzug auf der Berliner Mauer stand und etwa 800 Milliarden Menschen diesen grausigen Song mitsangen und ihn anhimmelten. :help:

  3. Muriel, die Straße ist von 1978 und da K.I.T.T. zwar in die Höhe springen kann, aber nicht in der Zeit reisen, wird das das Original sein 😉
    Und hasslen sähe ganz anders aus!

    postpunk, falls sich Interessierte melden, werde ich dein Angebot weiterleiten 🙂

    endgueltig, daran kann ich mich seltsamerweise nicht mehr erinnern. Aber mit neun guckt man an Silvester ja bloß Dinner for One…
    Humbug gefällt mir bisher erstaunlich gut und ist zugänglicher als ich von den Beschreibungen her gedacht hätte. Und wer jetzt denkt, das ist OT: nixda, britische Gitarrenbands und so, ne!

  4. Da mein Papa auch ein sehr großer Fan von den Beatles war und auch von Supertramp, bin ich mit den Beatles groß geworden. Yellow Submarine konnte ich schon mit 5 Jahren mitsingen, obwohl ich kein Wort Englisch sprach. Irgendwann später (so mit 14) habe ich meinen Papa so wahnsinnig angebettelt, bis er nicht nur seine Platten, sondern auch den zugehörigen Spieler in mein 13qm-Reich übersiedelte. Danach konnte ich innerhalb weniger Tage alle Blue- und Rednummern auswendig mitsingen…
    :god:

  5. Hey warum machst du solche Scherze über deine Hasselhoff Vergangenheit? Millionen andere in Deutschland (unter anderem ich) ging es damals genauso und viele von ihnen denken mit Freudetränen an diese schöne Zeit zurück! Also tritt die Träume derer nicht so mit Füssen! Bitte!

  6. Hallo und willkommen, Gerald. Deiner URL nach zu urteilen bist du nicht ganz unvoreingenommen. Aber mal ehrlich: Ist das Musik, was der Typ fabriziert hat? Kann der schauspielern? Wenn ich mir heute Knight Rider ansehe, dann halte ich das nur ein paar Sekunden aus. Ich kenne dein Alter nicht und weiß nicht, wie zu Hasselhoff und Knight Rider gekommen bist, das würde mich mal interessieren.

    Nachtrag: Ich habe mir deinen Kommentar nochmal durchgelesen, Gerald, und möchte noch was ergänzen:
    Du schreibst was von „damals“ und deswegen gehe ich davon aus, dass du um die 30 bist. Bisher habe ich aus dieser Altersgruppe nur eine ähnliche Meinung wie meine gehört und noch nie, dass jemand mit Freudetränen [sic!] daran zurückgedacht hat.
    Wer sich in seinen Träumen getreten fühlt, möge mir verzeihen, aber wie gesagt halte ich The Hoff für ziemlich talentfrei. Und zur Not kann man meinen Blog ja auch ignorieren 🙂

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