Musiksammlung erweitern mit Radiotracker [Software-Test – 3 Lizenzen zu vergeben]

Hinweis: Für den folgenden Test der Software Radiotracker wurde mir eine Lizenz zur Verfügung gestellt. Für Euch gibt es weitere 3 Lizenzen – dazu am Ende mehr.

Die Firma audials hat angefragt, ob ich deren Software Radiotracker testen möchte. Da ich letztes Jahr den MP3Videotracker getestet und für nützlich befunden hatte, habe ich zugesagt.

Wie der Name Radiotracker verrät, dienen Webradios als Aufnahmequelle und zum Finden gewünschter Musik. Es gibt mehrere Wege zum Ziel zu kommen, d.h. es wird von bestimmten Radiostationen (Favoriten, Genrevorwahl) alles aufgenommen oder nur bestimmte Künstler oder Titel. Das Abonnieren von Podcasts (Audio und Video) ist ebenso möglich wie das aufnehmen von Webdiensten wie Last.fm und Pandora.

Ich habe nicht alle der zahlreichen Funktionen getestet, sondern nur die, die ich persönlich am nützlichsten finde. Außerdem habe ich losgelegt, ohne eine Anleitung (z.B. die Trailer auf der Produktseite) anzusehen.

Installation und erster Start

Wie beim Installieren von Software üblich wird die Setupdatei heruntergeladen und auch diesmal wird der Pixiepack Codec mitinstalliert, damit gewährleistet ist, dass alle Formate laufen. Das Paket kann evtl. Probleme mit anderen Codecs verursachen, so dass z.B. die Audioausgabe nicht mehr funktioniert. Bei mir hat alles einwandfrei geklappt.

Zunächst habe ich die Demoversion getestet, mit der man 40 Songs runterladen kann. Die Oberfläche ist ähnlich aufgebaut wie der MP3videotracker, nur diesmal in angenehmem Blau. Der folgende Screenshot ist etwas verkleinert und dient nur zur Orientierung. Auf der linken Seite sieht man drei Tabs zum Suchen und Herunterladen von Musik und rechts sind die bereits in der Sammlung befindlichen Songs mit der Möglichkeit, diese zu bearbeiten. Wenn man nur eine der beiden Funktionen nutzt, kann die andere Seite ausgeblendet werden, was sehr praktisch ist.

Radiotracker: Oberfläche

Bevor das Runterladen gestartet wird, muss noch in den Optionen der Speicherort angepasst werden. Von Haus aus wird alles in einen Ordner unterhalb von „Eigene Musik“ gepackt. Für die meisten Nutzer mag das wünschenswert sein, aber ich nutze die Windowsordner nicht und passe das entsprechend an. Im gleichen Zug wird auch der Temp-Ordner eingestellt.

Die Bitrate wird von 128 kbit/s auf 160 kbit/s hochgesetzt, auch wenn das viele Sender ausschließt, doch das muss sein. Immerhin gibt es zusätzlich die Möglichkeit, Sender aufzunehmen, die im AAC-Format streamen.

Sehr praktisch ist die Trackunterscheidung in den Filtereinstellungen, d.h. es wird nur die beste Kopie eines Tracks gespeichert, aber falls sie sich um eine einstellbare Zahl von Sekunden unterscheiden, werden doch mehrere Kopien gespeichert. Dann kann man manuell die beste Kopie raussuchen. Dazu später mehr.

Autorip vom Radio

Radiotracker: AutoripDie erste und passivste Möglichkeit, schnell an gute Musik zu kommen, ist der Autorip via Genre. Nach dem Start ist dies die sichtbare Oberfläche und nach der Auswahl des gewünschten Genres klickt man auf Autorip starten und lässt das Programm erstmal arbeiten (siehe Screenshot – Klick für Vollansicht).

Die Genre-Aufteilung ist fein genug und sehr breit gefächert (oberste Ebene z.B. Rock, Jazz, Schlager, World, Christlich etc.). Die Senderliste kann bearbeitet und Favoriten markiert werden. Sowohl Sender als auch von diesen Sendern heruntergeladene Songs werden mit einem Stern markiert. Überhaupt gibt es viele kleine Icons für bestimmte Eigenschaften, die mehrheitlich selbsterklärend sind und schnell einen Überblick in den Listen geben (links wie rechts).

Radiotracker: nach dem RippenNach dem Rippen (siehe Screenshot – Klick für Vollansicht) erscheinen die Songs in der Liste rechts.

Wer einige Sender als Favoriten markiert hat, kann zusätzlich zum Genre von diesen rippen. In der Senderübersicht werden die 20 meistgespielten Künstler angezeigt, so dass man einschätzen kann, ob die Musik zusagt oder nicht (s. Screenshot). Außerdem kann in die Sender reingehört werden, d.h. auch wenn nicht aufgenommen wird, eignet sich der Radiotracker als normaler Webradio-Empfänger.

Nach 40 Downloads werde ich informiert, dass die Kapazität der Demoversion aufgebraucht ist, also gebe ich den Lizenzschlüssel ein. Jetzt kann ich auch zusätzlich die Funktion Musikgeschmack nutzen, die ähnliche Künstler findet, wie die, die im MusicFinder festgelegt wurden.

Musik mit dem MusicFinder finden

Radiotracker: MusicFinderMit dieser Funktion werden alle Sender nach bestimmten Kriterien gescannt, z.B. nach Künstlern, Titeln oder ähnlichen Künstlern (siehe Screenshot – Klick für Vergrößerung). Dazu werden Wunschlisten mit Künstlern und/oder Titeln angelegt. Es können vorhandene aus der Community geladen werden. Die Künstler werden per Hand oder aus einem Verzeichnis hinzugefügt, das auf Wunsch ständig aktualisiert wird, aber nur bei hoher Bandbreite empfohlen wird.

Radiotracker: KünstlerverzeichnisIm Künstlerverzeichnis (siehe Screenshot – Klick für Vergrößerung) wird neben ähnlichen Künstlern und den beliebtesten Tracks auch gleich in Form von Balken angezeigt, wie verfügbar Songs des Künstlers sind.

Hat man die gewünschten Künstler zur Liste hinzugefügt, wird durch Klick auf Aktivieren losgelegt. Es ist möglich, den Job durch eine Zeitspanne, Datenmenge oder Uhrzeit zu begrenzen, was ich für sehr praktisch halte. Da ich eher seltene Künstler ausgewählt habe (siehe Screenshot oben), werden nicht allzu viele Titel gefunden, aber wenn die Balken gut gefüllt sind, dauert es nicht lange, bis die ersten Tracks geladen werden. Es ist erstaunlich, wie viel Information hier übersichtlich angezeigt wird, z.B. wie viele Songs von welchen Künstlern aktuell und insgesamt von welchen Quellen gefunden wurden.

Wer neue Musik finden möchte, z.B. über „ähnliche Künstler“ und nicht immer dieselben, kann Filter erstellen, entweder durch manuelle Angabe von Namen oder von Verzeichnissen mit Musik, die ignoriert werden soll. Das Einlesen meiner Sammlung (ca. 25.000 Titel) dauerte ziemlich lange und erzeugte hohe CPU-Last, aber es wurden keine Songs mehr runtergeladen, die ich schon habe (von falschen Schreibweisen abgesehen).

Nach dem Rippen

Radiotracker: Tracks manuell schneidenBis hierhin haben wir ja eigentlich nur verschiedene Wege zum eigentlichen Ziel verfolgt, nämlich unsere Musiksammlung zu erweitern. Jetzt muss das Ergebnis gesichtet und bewertet werden. Auch hier geben die Icons einen Überblick über die gerippten Songs, d.h. die Quelle und ob sie korrekt geschnitten wurden. Der Radiotracker fungiert auch als Abspielgerät und ID3-Tagger. Die Songs werden automatisch getaggt und bei Auswahl eines Songs werden die Informationen angezeigt, inkl. dem Text (siehe Screenshot – Klick für Vergrößerung). Das Bearbeiten der ID3-Tags und die weiteren Extras (CDs Brennen, Synchronisation mit mobilen Geräten, Klingelton erstellen) habe ich beim MP3videoraptor schon angetestet unter dem Punkt „Extras und weitere Bemerkungen“.

Radiotracker: Audio CutterDas Schnittwerkzeug ist selberklärend bedienbar. Mit dem Fade-Slider kann der Song nach Wunsch mehr oder weniger schnell ein- bzw. ausgeblendet werden, was bei Jingles, DJ-Gequake oder überschneidenen Songs sehr nützlich ist. Erinnert mich sehr an die Zeit, wo ich noch Kassetten vom Radio aufgenommen habe. Nur dass es damals nicht eine so komfortable Nachbearbeitung gab. Ärgerlich ist, dass das Bearbeitungsfenster von 30 Sekunden nicht verschiebbar ist, d.h. wenn das Ende nicht ganz getroffen wurde und mehr als 15 Sekunden vom nächsten Song aufgenommen wurde, ist dieser Track wertlos.

Auch funktioniert das Taggen nicht immer einwandfrei, was allerdings an den Sendern liegen wird. Lily Allens „Fuck You“ wurde z.B. außergewöhlich häufig unter obskuren Titelnamen angeboten. Kann natürlich aber auch am Songtitel selber liegen, den die Sender nicht unter diesem Namen gespielt haben wollten.

Podcasts

Radiotracker: PodcastsWer nur noch an iTunes hängt wegen der Videopodcast-Funktion könnte hier eine Alternative finden. Könnte. Es gibt ein Podcastverzeichnis, wieder sortiert nach Genre, ob Audio oder Video etc. Einige Podcasts enthielten angeblich keine Episoden, aber wenn ich die URL im Browser aufrief, waren welche aufgeführt. Es können auch externe Podcasts per URL hinzugefügt werden, was jedoch bei mir in den meisten Fällen mit einer Fehlermeldung endete. Lediglich das Abonnieren des Democracy Now-Video-Podcast klappte auf Anhieb (siehe Screenshot – Klick für Vergrößerung).

Dieser Bereich schnitt also eher enttäuschend ab und ich würde bei den gewohnten Programmen bleiben (iTunes für Video, MediaMonkey für Audio). Aber das ist nicht die eigentliche Aufgabe des Radiotrackers und deswegen stört es mich nicht.

Fazit und Lizenzverlosung

Wer eine Möglichkeit sucht, beliebte Songs schnell und kostenlos in annehmbarer Qualität zu bekommen, der ist mit dem Radiotracker gut bedient. Wer etwas Zeit mitbringt, kann damit auch unbekanntere Musik legal runterladen. Mehr zu den Funktionen liefern einige Trailer auf der Produktseite (Autorip, Wunschliste, Podcasts, Favoriten, Klingeltöne, Filter).

Nach einem Blick auf die Übersicht über die Funktionen des Radiotracker Platinum im Vergleich mit anderen Produkten, kommen wir nun zur Verlosung der drei Platinum-Lizenzen: Wer bis Montag, den 20.07.09 um 9:07:20 einen Kommentar mit einem Songvorschlag hinterlässt, den der Radiotracker finden soll, kommt in den Verlosungstopf (unabhängig davon, ob der Song tatsächlich gefunden wird und ob ich den Song mag). Im Laufe des Montags werde ich dann die drei Gewinner per Zufall auslosen.

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

14 Gedanken zu „Musiksammlung erweitern mit Radiotracker [Software-Test – 3 Lizenzen zu vergeben]“

  1. Klingt gut, aber wie findest du denn Radiosender die a) nicht in die Musik reden oder b) keine falsche Länge für die Titel angeben? Wir haben auch mal probiert vom Radio aufzunehmen und dabei kam fast nichts sinnvolles raus. Ich denke mal das ist auch extra damit man eben nicht mitschneiden kann bzw will.

    Falls deine Titel zu lang sind, bzw andere Songs mit in einer Datei sind, schneide das doch einfach weg: Audatcity ist super http://audacity.sourceforge.net/?lang=de – oder meintest du was anderes mit wertlose tracks?

    Einen Songvorschlag hab ich auch: Somewhere Over The Rainbow/What A Wonderful World von Israel Kamakawiwo’ole

  2. Da weltweit tausende Sender durchsucht werden, ist die Chance durchaus groß, dass die Songs ohne Störungen aufgenommen werden und die meisten sind auch ok und werden sogar vom Radiotracker richtig geschnitten (keine Nachbearbeitung nötig).

    Zum Schneiden von Songs nutze ich mp3directCut oder mp3trim, die genau das tun und klein, kompakt sind, während audacity ja noch viel mehr kann. Und ja, das meinte ich mit wertlos, denn wenn nach Lily Allen noch Rihanna hintendran quäkt, dann will ich den Song nicht hören.

    Dein gesuchter Interpret ist im Künstlerverzeichnis vorhanden (sogar zweimal!) und der Doppelsong ist einzeln und zusammen als beliebtester Track aufgeführt. Mal sehen, ob er runtergeladen wird 🙂

  3. Ich würde ja mal für ein deutsches Lied votieren, welches viele Leuten kennen aber niemand gekauft hat. In der Folge kann man es heute nicht mal bei Youtube finden. Ja so etwas gibt es.
    Maya Singh – Prinzessin

  4. flash, votieren für dieses Lied kannst du liebend gerne, aber die Interpretin ist nicht im Verzeichnis. Wir werden sehen…

  5. Aber es läuft noch im Radio. Z.B. vor 2 Wochen auf Antenne Bayern. Auch auf Fritz, Top40 und Sputnik habe ich das Lied innerhalb der letzten 2 Jahre gehört.

  6. flash, ich kenne den Song nicht und auch eine Überwachung über Nacht hat noch keine Ergebnisse geliefert. Der gute Israel wurde auch noch nicht gefunden.

    Mit The Offspring dagegen könntest du Glück haben, nothingelse89.

    Nachtrag: im Künstlerverzeichnis werden sie als The Offsprings (Plural!) geführt!

  7. Ui, das täte mir auch gefallen 🙂
    Mein Vorschlag ist ‚Tiger Lou‘ mit ‚Functions‘

  8. So, gestern war ja der Montag und Rainer Zufall hat seine Arbeit verrichtet:

    Liliana, flash und nothingelse89 dürfen bald radiotracken! (E-Mail mit Lizenz folgt)

    johanna, wenn du möchtest, schicke ich dir den Song per E-Mail oder, falls du den schon hast, dann einen anderen, den du gerne hättest und den der Radiotracker runterlädt.

  9. Ich hab mir von Tiger Lou grade das genze Album bestellt.
    Aber falls Du Dir die Mühe machen und den Radiotracker mit den Pet Shop Boys und ‚The Way It Used To Be‘ beauftragen wollen würdest wär das oberschick; ich mag das nämlich sehr, mein Geld ist aber alle…
    Wie gesagt, nur wenn Du Zeit und Lust hast 🙂

  10. johanna, eine CD (?) ist natürlich die bessere Wahl 🙂 Die Pet Shop Boys habe ich auf die Liste gesetzt (das ist ja keine Arbeit, wenn der Radiotracker im Hintergrund läuft). Sollte bis morgen oder allerspätestens bis Ende der Woche runtergeladen sein.

Kommentare sind geschlossen.