Fazit zum Ende des CDVD-Projekts 2009

Mein selbst auferlegtes dreimonatiges Kaufverbot von phyischen Datenträgern (CDs, DVDs), das ich aus Geld-, Platz- und Zeitspargründen anfing, ist seit einer Woche beendet. Zeit für ein Fazit. Hier im Blog habe ich darüber nicht so viel berichtet, da es mich erstaunlich wenig ge-/betroffen hat. Klar gab es einige Momente, in denen ich gerne eine CD oder Serienstaffel gekauft hätte, aber dann habe ich mich gefragt, ob ich das fragliche Stück wirklich jetzt unbedingt brauche und jedes Mal mit „Nein“ geantwortet. Es hat sich bewährt, die CD bzw. DVD-Box über Nacht in den (virtuellen) Einkaufskorb zu legen, denn am nächsten Tag war das Verlangen fast immer verflogen.

Zum Beginn des CDVD-Projekts 2009 hatte ich einige Regeln aufgestellt:

  1. Kaufverbot von physischen Datenträgern zwischen dem 1. April und 30. Juni 2009: Dieses Jahr lasse ich keine Ausnahmen zu und werde mich streng daran halten. Das betrifft hauptsächlich Amazon, aber auch alle anderen Kaufhäuser, online wie offline.
  2. Eingeschränktes Kaufverbot für digitale Medien: Meine einzige Quelle sollen die eMusic-Downloads sein, denn die verfallen, falls ich sie nicht nutze. Andere Angebote für Downloads (iTunes, 7digital, Musicload, Amazon (bald), Saturn, Napster, …) werde ich möglichst nicht nutzen.
  3. Kein Verschiebeeffekt: Um zu verhindern, dass ich einge CDs und DVDs einfach nur später kaufe, werde ich die diversen Onlinekaufhäuser gar nicht erst besuchen und keine Produkte vormerken. Nach Beendigung des Experiments werde ich wieder maximal auf dem Niveau wie vorher einkaufen.

Die erste Regel habe ich einmal gebrochen (Kosten für CD+Versand: 4 Euro), aber dafür habe ich Regel zwei nicht mal eingeschränkt genutzt. Ja, ich habe noch nie im April in Deutschland gestarteten Amazon-mp3-Store eingekauft! In den letzten drei Monaten habe ich also nur eine CD gekauft und meine eMusic-Downloads genutzt.

Den Verschiebeeffekt (Regel drei) habe ich wie befürchtet nicht ganz vermeiden können. Schon am 30. Juni hatte ich eine Sendung vorbereitet und dann pünktlich am 1. Juli in Auftrag gegeben. Allerdings habe ich seitdem keinerlei Einkäufe mehr getätigt und bin somit wieder auf Ausgangsniveau, was die Regel ja ebenfalls sagt.

Gekauft habe ich zwei Serienstaffeln (Jekyll, FM) und drei Alben (Eugene McGuinness – s/t, The Wave Pictures – If You Leave It Alone, We Were Promised Jetpacks – These Four Walls), die ich in den kommenden Wochen hier vorstellen werde. Jekyll wurde bereits bei Tobias ausführlich besprochen, es bleibt also das Radio für mich. Wenn ich es schaffe, dann werden alle drei Alben kritisiert.

Eigentlich kann ich nur wiederholen, was ich nach einem Monat CDVD-Projekt 2009 schon schrieb, nämlich dass sich durch Spotify und Lovefilm das Kaufverbot nicht so stark ausgewirkt hat. Das bedeutet für mich für die Zukunft, dass ich das Projekt (in abgemildeter) fortführen werde und lieber in einen Spotify-Premiumaccount und ein Lovefilm-Flatrateabo investiere, als in CDs und DVDs. Mieten statt Kaufen ist günstiger, stressfreier und platzsparender.

Wer hätte gedacht, dass ich so gut durchhalten werde? Gibt es kritische Stimmen, die finden, dass ich gemogelt habe? Wer möchte auch so ein Projekt (mit eigenen Regeln) starten? Ich werde sicherlich sowas in der Richtung nochmal machen.

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

15 Gedanken zu „Fazit zum Ende des CDVD-Projekts 2009“

  1. Ich müsste das Projekt exakt umgekehrt durchziehen.
    Ungefähr so: Mindestens 1 CD pro Monat, mindestens 6 DVDs pro Jahr.
    Wann habe ich die letzte CD gekauft? keine Ahnung, muss Jahre her sein… 🙄
    Bei DVDs ist es nicht ganz so schlimm, aber auch nicht wirklich spürbar.
    Das fiel mir erst so richtig beim Lesen hier auf 😯

  2. Respekt, ich hätte das so nicht durchgehalten. Klar, man kann bei ein paar Sachen warten, bis man sie sich als Schnäppchen schnappen kann (meine bewährte amazon.co.uk-Taktik), aber drei Monate ohne CD/DVD… irgendwas findet man doch immer, irgendwas drängt sich doch immer auf, zumindest bei mir.

    Von daher: nochmal Respekt!

  3. Hape42 (willkommen!), eine Umkehrung hätte aber keine sinnvolle Motivation, oder? (außer die Wirtschaft anzukurbeln) Warum hast du keine CDs und DVDs gekauft? Andere Möglichkeiten der Unterhaltung? Nur über Ausleihe?

    Ini, genau das war ja mein Problem 🙂 Obwohl du ja ein sehr viel disziplinierterer Seriengucker (und -blogger) bist. Ich bin ürbigens gerade sehr von play.com angetan. Die Preise (in Euro) sind etwas höher als die von Amazon UK, aber immer ohne Versand. Leider ist die Lieferzeit etwas länger, weil die wirklich aus dem Ausland (Jersey) versehen und nicht aus Deutschland wie Amazon UK. Meine Sendungen sind z.B. noch nicht da 🙁

  4. Warum hast du keine CDs und DVDs gekauft?

    Tja, da denk ich seit gestern drüber nach…
    Wir haben Premiere(Sky), das ist zwar nicht wirklich befriedigend, aber ich schau ja auch nicht (mehr) viel

    Aber für Musik fällt mir keine gute Ausrede ein
    😕

  5. warum solltest du jekyll nicht besprechen, nur weil ich das schon tat? mich z.b. würde deine meinung zu der serie wirklich interessieren!

  6. Hape42, Pay-TV kann natürlich ein Grund sein. Nutzt deine Familie das denn wenigstens so, dass es sich lohnt?
    Und Musik: hörst du viel? Radio? Platten? Ich könnte z.B. kaum ohne 🙂

    tobi, ich werde mal sehen. Meine Meinung kann ich ja auch bei deinem Beitrag kund tun und dafür nicht extra einen Beitrag schreiben.

    Nachtrag: Muss 2x revidieren!
    – Habe doch bei Amazon mp3 zugeschlagen, da ich am Freitag auf ein Konzert gehe und noch zwei Alben der Band zum Vorhören brauchte (und bei Amazon war es am billigsten).
    – play.com-Lieferungen eben angekommen!

  7. Bei play.com kann bei grösseren Bestellungen aber noch die Einfuhrumsatzsteuer dazu kommen 😉 .

    Und ic kaufe weiterhin voller Wonne physische Datenträger. Diese lassen sich viel schöner Sammeln als Downloads oder Leihfilme 😉 .

  8. Klar! Sportbegeisterte ehefrau schaut quasi alles außer Fussball
    Kind (7) Disney rauf und runter
    Und ich ab und an mal einen Film

    Tja, mit Erschrecken muss ich feststellen, dass Musik im Moment fast keine Rolle in meinem Leben spielt. 😕

  9. @Hape42: Geht mir merkwürdigerweise gerade ähnlich. Ich hab zwar kürzlich via iTunes „It’s not me, it’s you“ von Lily Allen erworben und find das Album ganz fantastisch, aber ansonsten geht mir jede musikalische Beschallung zurzeit nach wenigen Minuten auf den Geist und wird dann – zumindest im Auto – gegen ein Hörbuch eingetauscht.
    Bei DVDs fiele mir so ein Vierteljahr Fastenzeit aber schwer, weil ich darüber ja meinen früher mal exzessiven Fernsehkonsum substituiere.

  10. Tobias, ab welchem Beitrag fallen die Steuern an? Bei normalen Alben und DVDs sollte das ja nicht der Fall sein. Aber so eine Komplettbox oder Special Edition für 100 Euro dann schon?!
    Das Sammeln ist natürlich eine schöne Sache, aber ich sehe mit Schrecken dem nächsten Umzug entgegen!

    Hape42, ohne Musik kann man doch nicht leben!

    Muriel, man kann ja auch bereits vorhandene DVDs nochmal gucken bzw. überhaupt mal alle angucken. Ich habe noch so einige Filme und Serien im Schrank, die ich gar nicht oder nur zum Teil gesehen habe.

  11. Hape42, ohne Musik kann man doch nicht leben!

    Das dachte ich auch ein halbes Jahrhundert lang.
    Von „Ten Years After“ über Jethro Tull, Metallica, bis hin zu Rammstein aber auch Funk, Blues, Jazz und Klassik (zusammengefasst alles außer POP und Volksmusik) hatte ich eigentlich immer was laufen. Einen ruhigen Raum gab es quasi nur beim Schlafen.
    Heute aber geniese ich diese ruhigen Phasen, an denen einfach mal nix läuft. Und die Phasen dürfen geren auch mal länger dauern…

  12. @Julia: Die Einfuhrumsatzsteuer kann ab einer Lieferung von 22 Euro anfallen. Es ist ein gewisses Glücksspiel, ob der Zoll die Lieferung überhaupt überprüft. Die Zollbeamten dürften bei einem grösseren Paket misstrauischer sein.
    Die 22 Euro sind recht schnell erreicht. Wobei Play mehrere Artikel in Einzellieferungen versendet. Zumindest taten sie dies, als ich vor einem Jahr zuletzt dort bestellte (und das zu einer Packstation 🙂 ).

  13. Tobias, danke für die Info! Hätte ich eigentlich wissen müssen, da ich schon öfter aus den USA und Kanada bestellt habe. Play versendet immer noch in Einzelsendungen und der Betrag steht vorne drauf. Werde ich also beachten müssen, wenn es teurer wird 🙂

  14. Ich habe mir eigentlich auch seit geraumer Zeit keine CD mehr gekauft, was für mich eigentlich wirklich sehr verwunderlich ist. Stattdessen treibe ich mich die trotz meines Spotify Premium Abos jetzt ganze Zeit bei Blip.fm herum. Der Vorteil zu Spotify ist, daß ich da mit Musik konfrontiert werde, auf die ich sonst im Traum nicht gekommen wäre. Bei Spotify höre ich dann doch immer wieder den gleichen alten Quatsch. 😉

  15. Ja Blip.fm ist besser zum Entdecken neuer Musik (obwohl das bei Spotify auch so langsam in die Puschen kommt), aber man muss eben mehr interagieren, während man bei Spotify einfach die Now Playing-Liste mit zu hörenden Alben füllt und dann hat man Ruhe für den Tag.

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