Englisch lernen mit TV-Serien #16: do well vs. do good

Die heutige Folge zum Englischlernen ist aus zweierlei Sicht sehr wichtig. Einmal lernen wir ein wirklich fundamentales Grammatikproblem kennen, mit dem auch Muttersprachler oft hadern und außerdem feiere ich die offizielle Erweiterung meiner Beitragsserie um amerikanische TV-Serien mit einer der besten momentan laufenden Serien: 30 Rock.

Bevor ich meine Lobeshymne auf die Serie singe (s. Ende des Beitrags), kommen wir zum eigentlichen Sinn dieses Beitrags und das ist die englische Grammatik. Bisher hatten wir hier nur Vokabeltipps, doch heute wenden wir uns den Adverbien zu. Dafür soll folgender Dialog aus der zweiten Folge The Aftermath als Beispiel dienen:

TRACY
So, how you doing over there, Theo Huxtable?

TOOFER
I’m doing good.

TRACY
Nah-huh. Superman does good. You’re doing well. You need to study your grammar, son.

FRANK
Wow. That was embarrassing for you.

Die Anrede „Theo Huxtable“ gibt einen Hinweis darauf, dass der Angesprochene ein Schwarzer ist und zwar einer, der sehr stolz auf seinen Harvard-Abschluss ist und „weißer“ als die ganze Truppe zusammen. Tracy ist ebenfalls ein Schwarzer, aber eher den typischen Vorurteilen entsprechend. Das nur zum besseren Verstehen der Absurdität in dieser Szene. Nach einem Bild (Wer ist wer?!) kommen wir zum grammatikalischen Teil, der sich mit dem Minenfeld Adverbien beschäftigt.

30 Rock

Kurze Wiederholung: Adverbien oder Umstandswörter sind Adjektive, die Verben, Partizipien oder andere Adjektive genauer bestimmen. Beispiel: „Ich schaue gerne gute amerikanische TV-Serien.“ Hier ist gerne Adverb zu schauen und gut zu amerikanisch (mehr bei Wikipedia). Im Englischen werden Adverbien normalerweise durch Anhängen der Endung -ly erzeugt. Es gibt einige Ausnahmen, wie good, dessen zugehöriges Adverb well lautet.

Im obigen Beispiel wird das Verb do genauer bestimmt durch good und deswegen muss das Adverb verwendet werden, d.h. well ist richtig. Der Witz mit Superman funktioniert, da do good die zusätzliche Bedeutung Gutes tun hat, d.h. good ist ein Substantiv. In jedem Fall handelt es sich hier um die falsche Entscheidung darüber, ob „do“ ein action verb oder ein linking verb ist.

Dieser Unterschied bestimmt, ob das Adverb eingesetzt wird oder das Adjektiv. Die Bezeichnungen sind selbsterklärend. Sogenannte action verbs beschreiben Aktionen und sind meist einfach zu erkennen (laufen, schwimmen, radeln, etc.). Wenn es darum geht, andere Worte zu verbinden, werden linking verbs eingesetzt. Das Problem besteht darin, zu erkennnen bzw. zu wissen, welche Verben als linking verb gelten. Das einfachste ist to be und deswegen kann man auf die Frage, wie es einem geht, mit „I’m good!“ antworten.

Zu der Gruppe gehören laut dem Harper Dictionary of Contemporary English Usage über 60 Verben und sich die zu merken ist schwierig. Auf jeden Fall dazu gehören Verben für Sinnesempfindungen (feel, taste, smell, sound, look) und eine Reihe, die man sich am besten öfter vorsagt, damit man sie sich einprägt: be, become, seem, stay, appear[1].

Wer noch ein bisschen mehr zu den verschiedenen Verbarten wissen möchte und wann es doch erlaubt ist zu sagen „I’m well!“, der sollte sich die Grammar Girl-Folge Good Versus Well durchlesen bzw. anhören (Link verweist auf das Transkript des Podcasts).

Zur Serie: 30 Rock (benannt nach 30 Rockefeller Plaza, der Adresse des GE Buildings) dreht sich um die Produktion einer fiktiven Sketch-Comedy-Serie und ist somit das witzige Pendant zur Dramaserie Studio 60[2], die ich auch sehr gut fand. Jedenfalls wird durch die Serie mein Glauben ans Mainstream-US-Fernsehen wieder hergestellt: sie nimmt sich selbst nicht ernst, bietet eine unglaubliche Anzahl unfassbar berühmter Gast-Schauspieler und der Humor balanciert gekonnt auf der feinen Linie zwischen brachial-Fremdschämen und politisch-intelligent. Dabei werden allerlei Klischees entweder überraschend erfüllt oder gekonnt durch den Kakao gezogen. Und natürlich sollte man das auf englisch gucken.

Nachtrag: Markus hat Wort gehalten und hierher verwiesen und auf zwei sehr schöne Artikel mit Beispielen bei sich hingewiesen: Was ist ein Adverb Teil 1 (mit Video von den Sopranos) und Teil 2 (mit Songtiteln).

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  1. Das hilft wirklich, denn ich habe das vor über zehn Jahren im Englischunterricht gelernt und kann es immer noch im Schlaf aufsagen. []
  2. Da kommt die Frage auf, ob Serien über Serien immer Zahlen im Titel haben müssen… []
Dieser Beitrag ist Teil 2 von 18 der Beitragsserie Englisch lernen mit amerikanischen TV-Serien

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

8 Gedanken zu „Englisch lernen mit TV-Serien #16: do well vs. do good“

  1. Eine richtig umfangreiche Lektion heute. 🙂 Und die Serie hat mir auch gut gefallen – kam/kommt hierzulande auch im Pay-TV auf TNT Serie (wieder von vorne, weil sie mit den ersten beiden Staffeln durch sind), sinnvollerweise natürlich im Zweikanalton.

  2. Ja, mir war mal nach umfangreich 🙂

    Und dein Hinweis bringt erinnert mich auch wieder daran, dass ich immer dazu schreiben wollte, wie die Ausstrahlungs- und DVD-Situation in Deutschland ist. Naja, die Leser haben ja auch Finger an der Hand und wissen, wie man Suchmaschinen bedient.

  3. Pingback: serien
  4. Danke, Markus, die Zeilen sprangen mich einfach an 😉
    Du hast doch schon Werbung gemacht für David und mich, oder nicht?!

  5. Naja, ist schon möglich.Habe eine Freundin,die überhaupt kein Englisch konnte…Dank die Soaps, die in englisch waren, hat sie die Sprache eigentlich sehr gut für sehr kurze Zeit gelernt.Also, nicht perfekt und nicht alles, aber dank die englische Soaps, spricht sie schon gut Englisch…:) :clap: :god:

  6. Markus, bin schon gespannt 🙂

    Ralf, was ist möglich?
    Und dass Soaps eine bessere Möglichkeit für Anfänger sind, denke ich auf jeden Fall, da dort viel einfacheres Englisch verwendet wird und keine intelligente Komik, wie z.B. bei 30 Rock.

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