Buchempfehlung: Ben Elton – Blind Faith

LONDON :: London Eye
Creative Commons License photo credit: Crystian Cruz
Heute gibt es ein ungewöhnliches Buch als Empfehlung (nicht, dass ich gewöhnliche Bücher lesen würde…). Wie genau ich auf Ben Eltons Blind Faith gestoßen bin, weiß ich nicht mehr, nur dass es ewig lange in meinem Amazon-Einkaufskorb war und es irgendwann als Versandkostenvermeidungsfüller herhalten musste. Und es hat sich mehr als gelohnt!

Inhalt: Das Buch ohne Vorwissen zu lesen, habe ich als Vorteil empfunden und deswegen werde ich hier nicht zu viel verraten. Nur soviel, dass es in einer Welt spielt, die der heutigen ähnlich ist, aber sehr überspitzt dargestellt. Das bezieht sich auf die Radikalisierung des Glaubens (der „Tempel“ ist die höchste Instanz), fehlende Privatsphäre (Bloggen und „Tubing“ ist Pflicht!), Klimaerwärmung (die halbe Welt ist überflutet) und Überbevölkerung (Menschenmassen überall). Trafford Sewells Leben ist auf den ersten Blick völlig anders, aber beim genaueren Hinsehen sind wir nicht allzu weit von einer solchen Welt entfernt. Man könnte das Buch als Utopie bezeichnen, wenn dies nicht so schwerwiegend klingen würde. Stellenweise erinnert es an 1984, doch gerade als der Leser nach einigen Dutzend Seiten genau das vermutet, wird das Buch erwähnt – genial!

Die Zusammenhänge werden nach und nach enthüllt, geschickt in die Geschichte eingewoben und die absurdesten Lebensumstände wunderbar logisch erklärt. Dabei hat Ben Elton so einige skurrile Einfälle und ob die Parallenen zu 1984 sich bis ans Ende durchziehen, möge der interessierte Leser selber herausfinden! Das Buch ist meines Wissens bisher nur auf englisch erschienen (Amazon-Partner-Link) und wer nur ansatzweise gutes Englisch versteht, sollte sich daran wagen.

Autor: Der Name wird vielleicht dem einen oder anderen bekannt vorkommen durch das Queen-Musical We Will Rock You, dessen Libretto Elton schrieb. Oder durch seine Schauspielleistung in der Shakespeare-Verfilmung Viel Lärm um Nichts. Oder durch seine Co-Autorenschaft bei Blackadder zusammen mit Rowan Atkinson. Er hat noch einige Bücher mehr geschrieben und da werde ich bestimmt noch einige von lesen.

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

2 Gedanken zu „Buchempfehlung: Ben Elton – Blind Faith“

  1. Ich warte, bis das Buch auf deutsch erscheint, klingt nämlich sehr interessant. Ich lese leider grundsätzlich keine englischen Bücher, weil ich zwar recht gut der englischen Sprache mächtig bin, aber es schlicht als zu anstrengend empfinde.

    Ach, noch ein Film, der mich an die Handlung erinnert: ‚Brazil‘ von Terry Gilliam. Auch ein wirkliches „must see“.

  2. Englische Bücher sind einfach Übungssache und ja, es dauert leider länger! (länger noch als bei Filmen und Serien) Aber wenn man sich erst mal dran gewöhnt hat, möchte man nichts anderes mehr 🙂 Ok, bei mir ist es auch der persönliche Geschmack, da ich den britischen Humor und Schreibstil bevorzuge.
    Zurück zum Buch: es würde mich sehr interessieren, wie das auf deutsch übersetzt wird, denn es gibt natürlich so einige Stellen (wie immer), die in deutsch nicht funktionieren. Außerdem werden viele Markennamen genannt und ich weiß nicht, ob das in deutschen Büchern erlaubt ist (bei TV-Serien wird das ja auch nie übernommen).

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