Meine zehn Alben des Jahres 2008

Eine unglaublich lange Zeit hat es gedauert, bis die folgende Liste der zehn Alben endlich stand, die für mich die besten des Jahres 2008 sind: (alphabetisch nach Künstler sortiert)
Meine 10 Alben des Jahres 2008

Erstaunlicherweise sind nur Bands aus Großbritannien vertreten. Klingt komisch, ist aber so. Da dieser Tage solcherlei Listen gehäuft auftreten (Beitrag mit Links in Vorbereitung), werde ich zu den zehn Alben nur einige wenige Worte verlieren und Anspieltipps geben. In Klammern das Veröffentlichungsdatum und ein Link zum englischen Wikipedia-Eintrag (wo sich meist Links zu Albumkritiken finden).

  • The Fratellis – Here We Stand (6. Juni W)
    Gute Laune wird verbreitet, wenn catchige Melodien mit Gitarren vorgetragen werden. Die drei schottischen „Brüder“ sind mir erst durch dieses, ihr zweites Album aufgefallen und es hat sich gelohnt. Meine Albumkritik
    komplett anhörenAnspieltipps: My Friend John, Shameless, Mistress Mabel
  • Frightened Rabbit – The Midnight Organ Fight (15. April W)
    Auf meinen Radar gelangt durch die Nennung von Snow Patrol als Referenz (die nicht ganz stimmt), habe ich mir dieses verängstige Häschen mal genauer angesehen. Das Album bietet findigen Gitarrenpop vom Feinsten mit schönen Melodien und hintergründigen Texten. Die eingängige Stimme des Sängers hebt die Band endgültig heraus.
    Anspieltipps: The Modern Leper, Head Rolls Off – als kostenloser Download
  • Glasvegas – Glasvegas (8. September W)
    Damit wäre das Glasgower Trio komplett und wer hier schon länger liest, wird die Band erwartet haben. Diese wuchtigen Gitarrenwände in Verbindung mit persönlichen Texten (vorgetragen mit schottischem Akzent) machen süchtig und wenn das Album endlich auch physisch in Deutschland zu bekommen ist (VÖ: 30.01.09), nicht nur bei iTunes, werden hoffentlich viele Hörer der Musik verfallen.
    komplett anhörenAnspieltipps: Geraldine, Go Square Go, Daddy’s Gone
  • The Indelicates – American Demo (14. April W)
    Simon und Julia Indelicate sind mir richtig ans Herz gewachsen, denn man entdeckt immer wieder Neues in den durchdachten Texten und interessanten Arrangements. Und Julia, We Don’t Live in the 60s wird auf ewig einer meiner Lieblingssong bleiben. Meine Albumkritik
    Anspieltipps: Sixteen, America, Julia, We Don’t… – vier Demos als Download
  • Kaiser Chiefs – Off With Their Heads (20. Oktober W)
    War ich erst enttäuscht vom dritten Album einer meiner Lieblingsbands, so ist mir auch dieses (offensichtlich) mittlerweile ans Herz gewachsen. Das ging mir bei den Vorgängern genauso und jetzt bin ich wieder begeistert von den irren Ideen und dem Mix aus Gitarrenmusik und Keyboardeffekten. Produzent Marc Ronson hört man (=ich) da zum Glück nicht raus.
    komplett AnhörenAnspieltipps: Never Miss a Beat, You Want History
  • The Last Shadow Puppets – The Age Of The Understatement (15. April W)
    Entgegen dem Albumtitel behaupte ich mal, dass hiermit zwei jungen Herren ein ganz großer Wurf gelungen ist. Orchestraler Pomp ins neue Jahrtausend transportiert kann/muss/darf nur so klingen und die Melodien sind unglaublich ohrwurmig. Meine Albumkritik
    einzelne Songs anhörenAnspieltipps: The Age of the Understatement, My Mistakes Were Made For You, In My Room
  • Levellers – Letters From The Underground (11. August W)
    Wir machen einen kleinen politischen Abstecher und besuchen dabei die Folkpunk-Ecke[1]. Schön, dass die Jungs mit diesem Album zu alter Stärke zurück gefunden haben und noch gibt es das zugehörige Christmas Bundle zum kostenlosen Download (mit Bildern, mp3s und einem Video).
    einzelne Songs anhörenAnspieltipps: Before the End, Burn America Burn
  • Towers Of London – Fizzy Pop (29. September W)
    Dieses Album hat Chancen auch in meiner Alltime-Top 10 zu landen. Frischer Glamrockpunk, der sich selbst nicht ernst nimmt und so einige Mitgröhlorhwürmer zu bieten hat. Von Kritikern leider ziemlich geschmäht, doch am besten selber ein Urteil bilden.
    reinhörenAnspieltipps: Naked on the Dance Floor, Start the Rupt, Beach Bar
  • Vampire Weekend – Vampire Weekend (29. Januar W)
    Diese Wahnsinnsmischung aus Indiepop, Punk und afrikanischen Elementen (Paul Simon lässt grüßen) dagegen ist in praktisch allen Jahrescharts vertreten und das zu Recht, denn man hört sich einfach nicht satt daran. Meine Albumkritik
    einzelne Songs anhörenAnspieltipps: Oxford Comma, Cape Cod Kwassa Kwassa, One (Blake’s Got A New Face) – kostenlose Downloads
  • The Wave Pictures – Instant Coffee Baby (21. April W)
    Das bei weitem nicht perfekt produzierte Album und die gewöhnungsbedürftige Stimme von Sänger David mag nicht jedem zusagen, doch wer sich darauf einlässt, bekommt innovativ (im positiven Sinne) arrangierte Songs mit witzigen Texten serviert, die sich fest im Gehörgang einnisten. Meine Albumkritik (mit vielen informativen Links)
    komplett anhörenAnspieltipps: I Love You Like a Madman, Strange Fruit for David – viele kostenlose Downloads

Zu allen Bands habe ich dieses Jahr schon mindestens einen Beitrag verfasst und der interessierte Leser möge die Taglinks unter der Beitragsüberschrift nutzen oder direkt http://49suns.de/tag/[Bandname-ohne-the-mit-Bindestrichen] in die Adresszeile des Lieblingsbrowsers eingeben.

So, nun würde mich interessieren, ob und wo Ihr mir zustimmt und wo Ihr völlig anderer Meinung seid. Und dann kann das neue Jahr kommen…

  1. Ein dämlicher Vergleich und ein Bindestrichwort in einem Satz! Sowas gehört bestraft, oder?! []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

12 Gedanken zu „Meine zehn Alben des Jahres 2008“

  1. Von den Kaiser Chiefs war ich dieses Jahr ehrlich gesagt enttäuscht, The Fratellis hab ich zu meiner Überraschung komplett verschlafen ( ❓ ), The Indelicates und Vampire Weekend würde ich nach längerer Eingewöhnung auch ohne Bedenken in meine Top 10 packen. The Wave Pictures sind gewöhnungsbedürftig, The Last Shadow Puppets waren okay, aber für mich beides keine Hitkandidaten. Beim Rest muss ich passen. 😉

    Für mich wären in ungeordneter Reihenfolge noch Herman Dune mit Next Year in Zion, Adam Green mit Sixes & Sevens, Ghost of Tom Joud mit No Sleep Until Ostkreuz, SSLYBY mit Pershing, Creaky Boards mit Brooklyn is Love, Prinz Pi mit Neopunk und The Killers mit Day & Age auf der Liste. Für die verbleibenden drei Plätze wüsste ich derzeit keine Kandidaten, vllt. Coldplay, Bonaparte, Peter Fox oder MGMT, wobei das alles nichts ist, was ich mir auf Dauer anhören kann.

  2. Ja, die Chiefs sind schwierig. Vielleicht hörst du dich auch noch rein 8)
    Pershing fand ich gar nicht so gut, hab aber auch nur eni paar Mal kurz reingehört. MGMT und The Killers sind zumindest in meinen Top 25 für dieses Jahr (Coldplay haben es nicht geschafft). Und Adam Green hatte ich ignoriert, nachdem mir das letzte Album nicht so gefiel. Sollte ich vielleicht nacholen 😀 Die Anderen sind mir bisher nur namentlich bekannt, aber das kann ich ja ebenfalls nachholen!

  3. Da hast du dir ja gleich die Wackelkandidaten rausgepickt. 😀 Adam Green hab ich nach dem Kauf ehrlich gesagt auch enttäuscht ins Regal gestellt, aber vor Weihnachten beim Stöbern wieder rausgekramt und es ist mit den Vorgängeralben eigentlich gar nicht vergleichbar, eher etwas angepasster und eintöniger. SSLYBY brauchte auch einige Zeit, aber wenn man sich darauf einlässt wird es richtig gut.

    Hab meine Liste auch nicht lange überdacht, vllt. würde ich nach intensiverem Nachdenken auch noch anders entscheiden. Aber über Musikgeschmack sollte man sowieso nicht streiten. 😉

  4. Ich bin überrascht das es die Levellers noch gibt, und auch am Stil der Coverartworks hat sich nichts bei denen geändert! Schön zu lesen das deren neues Album kostenlos zum download angeboten wird. Da werde ich gleich mal reinhören. Danke!

  5. Ähm, Andi, das Christmas Bundle der Levellers gibt es umsonst. Ich habe das Album über mein eMusic-Abo heruntergeladen. Kennst du das? Man bekommt jeden Monat eine bestimmte Anzahl Downloads (je nach „Plan“ zwischen 10 und 300 Songs (DRM-frei) für 5,99€ bis 89,99€) und wenn ich dich werben würde, bekämen wir beide noch 50 Songs dazu (die innerhalb eines Jahres eingelöst werden müssen).

    Puh, hat jetzt nix mit den Alben des Jahres zu tun, aber falls jemand daran Interesse hat, dann ist es doch gut, davon zu wissen 😀

  6. Da merkt man mal, wie vielseitig Indie doch ist – wir hören ja schon oft die selbe Musikrichtung, dennoch unterscheiden sich unsere Top10 doch zu 100% 😉 – einen Großteil der genannten Alben habe ich ehrlichgesagt bisher ziemlich an mir vorbeigehen lassen, was ich aber sicher noch ändern werde! Zu den mir besser bekannten eine kurze Anmerkung:

    The Fratellis – Here We Stand
    Hat mich ehrlichgesagt sehr enttäuscht. Alles, was den von mir geliebten Vorgänger ausgemacht hat, ist hier verschwunden. Wenn du den Vorgänger noch nicht kennen solltest: Schnell nachholen! Der ist meiner Ansicht nach wirklich nochmal um Längen besser!

    Glasvegas
    Ich kann deine Euphorie zwar nicht so ganz teilen, mag ihre Musik aber auch ganz gern!

    Kaiser Chiefs – Off With Their Heads
    Das erste Album hatte noch was, seitdem machen sie nur noch Stadion-Indie für die Massen, dem ich irgendwie leider gar nix mehr abgewinnen kann. Zum Glück hat das aktuelle Album aber zumindest keinen Hit wie Ruby entwickelt – der Song ging mir letztes Jahr sowas von auf die Nerven… – mag vielleicht auch ein wichtiger Grund gewesen sein, die Band noch weniger zu mögen…

    Vampire Weekend
    Da kann ich dir nur zustimmen! Die Jungs haben es ja auch in meine Charts geschafft!

  7. Julia, schade… nur das „Christmas Bundle“ ist umsonst?! 😡
    Das mit dem eMusic Abo schaue ich mir mal an. Sollte mir das zusagen, und ich da mitmachen wollen, wende ich mich dann an Dich.

  8. Huhu,
    schöne Auswahl auch hier. Nur bei den Kaiser Chiefs bin ich auch der Meinung, dass sie hier nichts zu suchen haben, aber meine Liste kennst du ja auch schon. ;D
    Und Glasvegas kommt (wenn überhaupt) in meine 2009-Liste, ist hier in Deutschland ja noch gar nicht erschienen, bzw. nur als Download. Naja, egal. Hab dich mal bei mir verlinkt, feiner Blog!
    Gruß

  9. Wenn ich noch einmal auf Foals, MGMT und die großartige Band Diego aus Karlsruhe hinweisen dürfte. Glasvegas gibt es derzeit in der normalen Version und in der Limited 2 CD Edition günstig bei Amazon.co.uk. Und die Kaiser Chiefs sind ja meine persönliche Hass-Band! 😉

  10. beety, die oben verlinkte Fratelli-Kritik ist ein Vergleich Debut-Nachfolger.
    Und ich finde, dass KC im 3. Versuch bei einigen Songs wieder zur Anfangsstärke zurückgefunden haben. Besonders „You Want History“ erinnert mich sehr an die ersten B-Seiten (= meine KC-Lieblingssongs).

    AndiBerlin, in dem Christmas-Dings ist auch ein Song des aktuellen Leveller-Album drauf (Live-Version). Und eMusic hat sich für mich allein schon deshalb gelohnt, weil viele der Alben, die ich von dort habe, in meinen Jahres-Top 25 gelandet sind (Top 10: Vampire Weekend, Towers of London).

    Johannes, willkommen! Dieses Jahr werden wir dann wohl öfter voneinander hören und ich bin schon jetzt gespannt auf deine 2009er-Liste 😀

    Postpunk, wen man man hasst, den kann man natürlich nicht hören 😛 Das Glasvegas-Doppel-Album stellt mich vor eine harte Probe, da ich das normale Album (+DVD) schon habe und die Christmas-EP gibt es in D nicht bei iTunes (nur 1 Video). Legal kommt man da hier nicht ran!

  11. Oh, die Fratellis-Rezi hatte ich vorhin übersehen, aber wo du’s sagst, kann ich mich noch an den Vergleich erinnern. Naja, wäre ja auch blöd, wenn alle Geschmäcker gleich wären 😉

  12. Pingback: fe-o bloggt

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