Musik, die ihr hier sonst nie auf die Ohren bekommt

Konnas Blog-JulklappWelch unglaublicher Zufall, dass ausgerechnet mir bei Konnas Blogjulklapp die Ehre zu Teil wurde diesen wunderbaren Blog mit einem Beitrag zu befüllen. Ich werde diesen Freifahrtsschein schamlos ausnutzen um euch gute elektronische Musik zu präsentieren[1] , die meine Jugend prägte und bei deren Erwähnung sich wahrscheinlich Julias Zehennägel hochrollen. Ich bin ja mal gespannt, ob sich in diesem Indie-Blog überhaupt ein Fan für diese Musikgattung findet.[2]

U96 – Heaven
Das Projekt U96 war die Geburtsstunde des Erfolgsproduzenten Alex Christensen, der uns noch heute mit Kassenschlagern wie Du hast den schönsten Arsch der Welt und Doktorspiele begnügt. Übrigens einer der wenigen Eurodance-Klassiker der ohne Rapper auskommt.

Technohead – I Wanna Be A Hippy
Ebenfalls ein echter Klassiker ist diese tiefgründige Auseinandersetzung mit der freizügigen Hippie-Kulter der 70er Jahre. Besonderer Höhepunkt ist sicherlich die im Video gezeigte einfühlsame Zusammenführung des Hippies mit den Naziravern.

Charly Lownoise ft. Mental Theo – Wonderful Days[3]
Für mich eines der Lieder mit den meisten Jugenderinnerungen überhaupt und ein lebendiges Beispiel, dass Männerstimmen besser klingen wenn sie gepiched sind.

Dune – Can’t Stop Raving
Der eigentliche Inhalt des Textes erschloss sich mir erst weit nach dem Jahr 2000 als ich im Nachtprogramm mal eine ziemlich ausführliche Textanalyse sah in der Drogenverherrlichung thematisiert wurde. Da hätte ich aber auch selbst darauf kommen können.
Leider ging diese geniale Band zu schnell in die Brüche als die Sängerin meinte sie könne tatsächlich singen.

Scooter – Friends
Auch wenn sie sich stilistisch sehr gewandelt haben so sind die Jungs von Scooter doch die letzten Überlebenden des Eurodance. Aber wer würde ihnen heute noch philosophische Meistersätze wie Friends Will Be Friends Will Be Friends zutrauen?

Blümchen – Heut‘ ist mein Tag
Nicht fehlen darf natürlich Deutschlands erste Dancenudel Nummer Eins, die dem Begriff Blümchensex eine vollkommen neue Bedeutung gegeben hat. Für die Jüngeren unter euch: Das war die Laffee der 90er Jahre.

weiterhin erwähnenswert:
X-Perience – Neverending Dream
RMB – Spring
E-Rotic – Max Don’t Have Sex With Your Ex
BG The Prince Of Rap-The Colours Of My Dreams
Modo – Eins Zwei Polizei

In der Hoffnung euch meiner kleinen musikalischen Zeitreise erfreut zu haben beende ich diese Sondersendung und gebe wieder zurück zur bezaubernden Julia nach Greifswald.

Euer Glühweinflash

  1. viel lieber hätte ich etwas über Julias legendäre Boygroupvergangenheit geschrieben, allerdings hat sie mir im ePostalischen Vorgespräch explizit verboten diese zu erwähnen []
  2. Wie immer bei meinen Musiktipps gilt: der Text ist nur notwendiges Füllelement um die Videos verlinken zu können. []
  3. leider nur im Starsplash Remix []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

18 Gedanken zu „Musik, die ihr hier sonst nie auf die Ohren bekommt“

  1. Aua aua… – aber ich muss gestehen, der Großteil der Tracks hat auch meine frühe Jugend begleitet und einen kleinen Teil mag ich heute noch!

    U96 – Heaven – hab ich damals auch toll gefunden, heute nicht mehr so…

    Technohead – I Wanna Be A Hippy – war und ist immernoch ein Klassiker, übrigens auch der völlig anders klingende Rest des Albums damals.

    Charly Lownoise ft. Mental Theo – Wonderful Days – Da erinnere ich mich auch noch an dunkle Happy-Hardcore-Zeiten. Mir waren aber damals schon die eher härteren Tracks der beiden lieber, die dann ohne Bonbonmelodie aber mit so anspruchsvollen Texten wie „Check The Penis“ daherkamen…

    Dune – Can’t Stop Raving – Dune mochte ich auch mal, ist aber wie bei fast allen genannten ewig her!

    Scooter – Friends – wie Scooter und gewandelt? Die klingen doch immer noch so… – aber ich muss gestehen, die ersten Songs damals mochte ich, bis ich dann dahinterkam, dass so ziemlich jede Melodie ja doch nur geklaut war.

    Blümchen – Heut‘ ist mein Tag – die ersten zwei drei Songs hab ich damals auch gemocht – der Track hier sagt mir nix und das ist glaub ich auch besser so 😉

    X-Perience – Neverending Dream – muss damals höchstens so nebenbei mitgelaufen sein, kommt mir eher unbekannt vor.

    RMB – Spring – das waren noch Zeiten. RMB sind eine der wenigen Dance-Projekte für deren CD-Kauf ich mich heute noch nicht so richtig schäme. Die waren zumindest noch recht innovativ, wobei Spring jetzt nicht die Glanzleistung ist…

    E-Rotic – Max Don’t Have Sex With Your Ex – Aua, auch ganz böse Erinnerungen. Immerhin hab ich nie ne CD von denen gehabt.

    BG The Prince Of Rap-The Colours Of My Dreams – der lief damals ja auch überall rauf und runter, ist aber glücklicherweise schnell wieder abgestürzt. War eh nur ein Abklatsch von den damals von mir vergötterten Culture Beat.

    Modo – Eins Zwei Polizei – ich habe diesen Song damals geliebt. Schande über mein Haupt, aber die Single ist längst erfolgreich auf dem Flohmarkt verkauft…

  2. Zeitreise in die Gruselzeit… oh gott und alles auf Video für die Nachwelt dokumentiert!
    Dank dir hab ich jetzt außerdem „Eins Zwei Polizei“ im Kopf… hoffentlich geht das wieder raus 😉

  3. Also ein paar Klassiker sind da ja wirklich bei. Die kann man auch heute noch ungeniert hören. 🙂
    Ich bevorzuge zwar in der Regel eine andere Art der elektronischen Musik, aber das geht auch immer mal.

    Schöner Julklapp-Beitrag! 😀

  4. hmm, bis auf modos 1-2-polizei hab ich keinen der songs gemocht, und den eigentlich nur in der version der in meiner heimat ansässigen schülerpunkband „the chicken that did not quite cross the road“ (ja die nannten sich echt so) 🙂

  5. Technohead finde ich ja noch recht witzig, aber ansonsten ist das wirklich nicht meine Musik. Zumindest nichts, was ich mir auf Dauer anhören könnte 😀

    Die Frage, ob Indie und Elektro überhaupt zusammenpassen, hat sich in den letzten Jahren imo etwas relativiert. Dúné, Bonaparte und auch weniger bekannte Bands wie Ou Est Le Swimming Pool beweisen, dass Indie und Elektro in Kombination sehr gute Musik ergeben. 😉

  6. Zu Blümchen sei noch erwähnt, daß es ein hervorragendes Remix Album gibt: „Für Jasmin“. Bands aus dem Umfeld der Hamburger Schule wurden von Blümchens Plattenfirma aufgefordert, Blümchen Lieder zu remixen. Man sagt, daß die Band Egoexpress beim Remixen nur das eine Ziel gehabt haben soll. Den Song von Blümchen durch den Remix völlig zu zerstören. Hat auch prima geklappt. Ein hörenwertes Album.

  7. @Postpunk: Also die CD muss ich mir unbedingt mal anhören. Ich hoffe, da ist nicht auch ein Remix ihrer Version von „Bicycle Race“ drauf. Immerhin gab es ja zu der dunklen Technozeit der 90er auch mal ne Dance-Compilation mit unsäglichen Coverversionen bekannter Queen-Klassiker. Und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich diese CD besaß und sogar gut fand. 😮

    Zum Glück ist diese Vergangenheit geschichte! :hurra:

  8. Holy.. Flash, genial! Klasse Eintrag… jetzt sitz ich auf der Arbeit und wackel auf’m Stuhl rum wie ein gedopter Gummiball.

    Charly Lownoise ft. Mental Theo und Dune, hör ich heute noch immer mal wieder in Dauerschleife – bei Charly das genannte wonderful days, bei Dune eigentlich alles,
    Bei RMB hätte ich jetzt eher an Redemption gedacht, fand ich persönlich wesentlich bessererer.

  9. Ich sollte mich wohl mal in den nächsten Indieschuppen wagen und da auflegen. Zumindest wenn ich die Kommentare in dieser dancefeinlichen Umgebung lese.
    Danke.

    @beetfreeq
    Ich mag sogar einen großen Teil der Musik von damals noch. Zwar ist das nichts zur Dauerbeschallung aber ich hole die Musik gerne wieder heraus.

    @alex
    Besser als der Popmist von heute ist es allemal.

    @Konna
    Danke

    @tobi
    Bist du alt genug diese Zeit miterlebt zu haben?

    @jakob
    Warum sollte das nicht zusammenpassen? Musik ist seit jeher eine Mischung der verschiedensten Einflüsse.

    @postpunk
    Klingt wirklich interessant. Hast du spontan den Titel zur Hand?

    @chris
    Ach du lebst ja noch. Ich dachte fast du hättest dich am Geburtstag von eine Brücke gestürzt.
    Ich muss gestehen, dass ich RMB eigentlich erst Jahre später als eine Remixwelle aufkam.

  10. flash, du warst ein voller Erfolg :clap: Hast wahrlich einen Nerv getroffen. Was evtl. an der Altersstruktur der Leser dieses Blogs liegt 😀 Da bilde ich wohl die Ausnahme, dass ich schon immer keine Dance-Musik mochte…

  11. @postpunk
    Mal sehen ob es die im Napster gibt.

    @tobi
    ne 7 an erster Stelle? dann bist du ja mindestens 1208 ❓
    Aber wenn die letzte Stelle ne 5 oder größer ist zweifle ich fast an deiner Jugend.

    @Julia
    Du solltest dir überlegen das zu einer regelmäßigen Rubrik zu machen.

  12. Ich bin zu Alt für diese Musik. :kopfwand:

    Kenne aus der Liste nur „E-Rotic – Max Don’t Have Sex With Your Ex“ und „Modo – Eins Zwei Polizei“

    :help:

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