Egal ob Fliegen oder Zugfahren: Kunden müssen zahlen

Wegen dem momentanen ICE-Chaos bei der Bahn[1] mag man auf die Idee kommen, die Deutschlandquerung aus Anlass des Weihnachtsfestes in der Luft statt auf Schienen zu verbringen. Ich bin ja ein großer Fan vom Bahnfahren (Beiträge) und habe auch nie, nie, nie irgendwelche Probleme oder Verspätungen erleben müssen[2] und der einzige Grund, auf ein solch angenehmes Erlebnis zu verzichten ist der Preis: selbst mit Bahncard50 kosten Hin- und Rückfahrt 125 Euro[3]. Der Sparpreis von 29 Euro (pro Fahrt) klingt da wesentlich angenehmer, doch ein Lottogewinn ist wahrscheinlicher als ein Sparpreis zur Hauptreisezeit.

Wenn den findigen Reisenden Preisängste plagen, denkt er natürlich sofort an Billigflieger. Und tatsächlich sind über Weihnachten Flüge für 0,00 Euro zu haben. Fantastisch! Leider haben auch die Billigairlines nix zu verschenken und deswegen kommen in meinem Fall dazu noch 40 Euro Steuern/Gebühren und 35 Euro für Gepäck und Check-In[4]. Der Gesamtpreis liegt mit 75 Euro87 Euro zwar noch locker unter dem Bahnpreis, aber das ist dennoch ein steiles Stück über den 0,00 Euro, die der Flug kosten sollte. Rechnet man dazu noch die Bahnfahrt zum/vom Flughafen ist der gesparte Betrag nicht mehr ganz so groß (und man kann nicht kostenlos stornieren).

Im Endeffekt ist der Kunde der Blöde, denn er muss zahlen (und im Falle der Bahn auch noch warten). Wenn jetzt jemand das Auto als Alternative nennen möchte, den frage ich mal diskret nach den Benzinpreisen und Versicherungsprämien und KFZ-Steuern und TÜV-Gebühren und Reparaturen usw. Diese Geldmgenge ausgeben für eine paar größere Fahrten im Jahr? Wenn dann jemand einwerfen möche, dass es kein eigenes Gefährt sein muss, sondern eine Mitfahrgelegenheit es auch tun würde, dem entgegne ich, dass das wohl wahr ist, aber nur für eine sehr, sehr, sehr kleine Untermenge der Reisenden auch zutrifft.

Mein grünes Gewissen schreit zwar laut auf ob solcher Pläne, doch mein ICE-Erfahrungsschatz und die aktuelle ICE-Lage schreien lauter! Oder was meint Ihr?!

Nachtrag: inspiriert von Thomas Beitrag

  1. Laut tagesschau.de dauert die Überprüfung evtl. noch bis Februar. []
  2. Hier sollte jetzt der Ironiedetektor anspringen! []
  3. Maximalpreis pro Strecke ist 61 Euro, plus je 2 Euro Reservierung. []
  4. Ohne Gepäck und Online-Check-In fallen die 35 Euro weg. Bei zwei Gepäckstücken werden 83 Euro fällig. Optional kann man noch 10 bzw. 12 Euro für Schnellboarding bzw. Versicherung ausgeben. Nachtrag: 12 Euro Kreditkartengebühr []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

Ein Gedanke zu „Egal ob Fliegen oder Zugfahren: Kunden müssen zahlen“

  1. Gut getroffen Julia! Umweltschutz hin oder her, letztlich entscheidet bei der großen Masse der Preis im Verhältnis zum Aufwand. Und wenn hier ein Flug günstiger ist, dann müssen sich ganz andere leute fragen warum, das ist nicht Verbrauchersache.

    Wie Du schon angeführt hast, beim Auto zählen viele immer nur den Spritpreis – Ende. Da hängt soviel dran, das alles zusammengezählt werden muß, auch wenn es im Moment sogesehen „nichts“ kostet. Das vergessen doch leider immer viele.

    Fahrgemeinschaften sind auch nicht jedermanns Sache, für eine Fahrt quer durch die Republik muss schon auch die „Chemie“ stimmen, was im Vorfeld keiner weiß. Das kann man sicherlich als zweitranig betrachten – Ansichtssache. Angebot und Nachfrage lassen hier doch noch viel zu wünschen übrig. Ich für meinen Teil möchte gerne weitestgehend unabhgängig sein.

    Undj jetzt soll ja keiner kommen und erzählen, er bezahle gerne den doppelten Preis, nur des Umweltschutzes wegen. Denn diese Mehrkosten stecken sich andere ein, die Umwelt sicherlich nicht!

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