Tatort als Schlafmittel II: Aquarien, Schwimmbäder und die Elbe

Ein paar gute Ideen gab es im neuen Hamburger Tatort 709 Auf der Sonnenseite mit Mehmet Kurtulus, nur leider wurde am Ende ein Schlafmittel draus. Gerade ein Undercover-Polizist böte sehr viel Potential für Spannung und Action, doch bei wohlwollender Zählung komme ich da auf 2½ Momente. In der Anfangsszene z.B. wurde viel Spannungspotential verschenkt, denn wenn man als Zuschauer die Beteiligten nicht kennt und sofort ins Geschehen geworfen wird, ist einem (noch) alles herzlich egal.

Danach die lange Randgeschehens-Hintergrunddetails-Sequenz strapazierte sehr und ich hoffe, dass der Drehbuchautor eine Wette verloren hat und ein Dutzend Mal Chris de Burgh erwähnen musste (und Billy Talent nicht).

Wie gesagt, ein paar gute Ideen gab es und bei anderer Umsetzung hätte das ein sehr guter Tatort werden können. Zwar sind geheime Treffen mit dem Chef (hier: Aquarium, Schwimmbad, Elbschifffahrt, Containerhafen) und die eingerichtete Tarnwohnung typische Spionage-Agentenfilm-Zutaten, aber im Tatort gab es das bisher nicht. Hoffen wir aufs Beste für die nächsten Hamburger Folgen!

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

7 Gedanken zu „Tatort als Schlafmittel II: Aquarien, Schwimmbäder und die Elbe“

  1. Es gab schon bessere Tatort-Ausgaben aus Hamburg, da gebe ich Dir schon recht. Diesmal war es massiv an der Realität vorbeigeschossen. Leider lassen auch deutsche Krimiserien immer häufiger zu wünschen übrig, von den amerikanischen ist man es ja inzwischen längst gewohnt. Harren wir der Dinge die da kommen mögen…. 🙂

  2. @Thomas: So schlimm wie die amerikanischen Krimis wird es ja hoffentlich nicht werden – die finde ich so beschissen, dass es nicht einmal mehr lustig ist 😥 .

    Den gestern habe ich nicht gesehen, nächste Woche dann wieder.

  3. Ha, da hab ich gestern also nix verpasst. Normalerweise ist Tatort ja Pflicht, aber für ein Konzert von Disturbed (mit Shinedown als Vorgruppe) lass ich den gerne sausen 😉

    Btw: die sollen Billy Talent nicht nur erwähnen sondern auch spielen, jawoll :clap:

  4. Thomas, realitätsnah ist der Tatort doch selten, oder? (ob nun die Fälle oder das sonstige Prozedere)
    Aber da es erst die erste Folge war, besteht ja noch Hoffnung.

    Boff, der war wirklich das Gegenteil eines US-Krimis! Nächste Woche kommt kein Tatort, aber danach kommt ein neuer Thiel/Boerne :clap:

    Stephan, du hattest wahrscheinlich mit Abstand den besseren Abend. Und Billy Talent wurde gespielt (nachdem Cenk die de Burgh-CD durch die Gegend geworfen hat).

  5. @Boff: *5* volle Zustimmung!
    @ Julia: Es gab schon einige realitätsnahe Folgen, zumindest was den Ablauf außerhalb der Polizeiarbeit betraf. Das ist aber auch schon länger her. Warten wir den nächsten Tatort ab 8)

  6. Ich fand den Tatort gestern eine echte Zumutung.
    Dann schon lieber höchst vorhersehbaren Kölner Tatort. Die hatten es zumindest letzte Woche mal geschafft das Thema „Zigeuner“ gut in Szene zu setzen.

  7. Mir hat er ausserodentlich gut gefallen. Genau der frische Wind den ich vermisst habe. So mancher Tatort in der letzten Zeit der sich mit gewalt an akutellen Themen versuchte, zog sich wie Rotz am Ärmel.

    Natürlich gab es auch ein paar Schwächen, aber die Stärken haben imho eindeutig überwogen. Frischer Wind eben… 😉

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