Bilder aus England #2: York

Wird langsam Zeit, dass ich Bilder und Geschichten aus meinem England-Urlaub präsentiere, denn immerhin bin ich schon vier Wochen wieder zurück. Deswegen stürzen wir uns gleich auf York, diese unglaublich kompakte, herrlich mittelalterliche Stadt. Mir hat es dort so gut gefallen, dass ich nicht nur die geplanten zwei, sondern ganze vier Tage geblieben bin[1].

Die Verlängerung brachte den unglaublichen Vorteil, dass das Wetter noch besser war (nicht nur bewölkt, sondern sogar sonnig) und ich auch zwei Ghost Walks mitmachen konnte. Die ersten beiden Abende war ich nämlich wieder auf Konzerttour. Wir sehen hier die Sänger von Glasvegas (James Allan, Konzert am 16. Sep in York) und der Rascals (Miles Kane, Konzert am 17. Sep in Liverpool):

Glasvegas-Konzert in YorkRascals-Konzert in Liverpool

Ja, das Rascals-Konzert war in Liverpool und deswegen war ich erst um vier Uhr morgens wieder zurück in der Herberge. Aber da dies aber keine normale touristische AKtivität ist, wenden wir uns schnell von der Musik ab und dem beschaulichen Städtchen zu. Natürlich fangen wir da mit dem Münster an (Bilder sind mit meinem lokalen flickr-Album verlinkt):

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Dass das Münster (engl. Minster) Münster genannt wird und nicht Kathedrale oder Dom oder Kirche oder Ähnliches hat übrigens historische Gründe (s. Wikipedia Münster, Minster). Bei der Führung wurde gesagt, dass diesen Titel nur Kirchen tragen dürfen, die aus der Anglo-Saxon-Zeit stammen (410-1066).

Bleiben wir kurz bei der Geschichte: Die erste Siedlung war ein römisches Fort und eine der berühmtesten Geistergeschichten handelt von einem Regiment, das durch den Keller eines Hauses marschiert. Vom Fort und der Befestigung kann man nur noch Reste sehen (z.B. in der Krypta des Münster). Danach folgte wie gesagt, die Anlgo-Saxon-Zeit, in der die erste Version des Münsters gebaut wurde. Der Name Yorks stammt von den Wikingern (Jorvik), die „nur“ zweihundert Jahre dort ihren Sitz hatten. Irgendwann schaute dann auch mal William the Conquerer mit seinen Normannen vorbei und dann wird es unübersichtlich. Während des Bürgerkriegs (1641-1653) ging es hin und her und dann waren da noch die Rosenkriege. Der Name Rosenkriege stammt aus der Neuzeit, denn die Wappen (rote und weiße Rose) wurden erst später zugewiesen und auch die Tatsache, dass York Lancashire unterstützte und Lancaster Yorkshire machte die Sache nicht einfacher.

Das waren nur ein paar Eckpunkte, die interessanten Details bringen an dieser Stelle wenig, dann man sollte dann schon die jeweiligen Gebäude vor sich haben. Als Teaser ein paar Bilder (Teufel im Detail, Geburtshaus von Guy Fawkes (*13.04.1570), Gleis ¾ im National Railway Museum):

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Stichwort Geistergeschichten: An den beiden zusätzlichen Abenden habe ich die Gelegenheit genutzt und die angeblich most haunted town in England[2] erkundet. Zuerst mit dem Ghost Trail of York und dann die Ghost Hunt. Beide konnte ich günstiger bekommen (ersteren über die Jugendherberge, zweiteren über einen Gutschein von der Webseite). Bei den abendlichen Spaziergängen habe ich allerdings keine Kamera mitgenommen, denn wenn man mit Wasser und Blut bespritzt wird und andauernd erschreckt, dann ist eine Kamera fehl am Platz.

In diesem Sinne: York lohnt sich! Mehr Erfahrungsbericht und Tipps gibt es auf meiner York-Seite.

  1. Dass der wahre Grund meine schmerzenden Füße waren, die eine Wanderung entlang den Hadrianswall nicht ausgehalten hätten, das wird an dieser Stelle nicht erneut erwähnt. []
  2. Sorry, dass der Satz hier auf englisch steht, aber mir ist kein guter deutscher eingefallen. []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker