10 Bücher, die man gelesen haben muss (Blog-Parade)

Kann man die Liste der Must-Read-Bücher auf läppische zehn Bücher eingrenzen? Jedenfalls wenn man eine Blog-Parade zum Thema veranstaltet und dann das geballte Wissen verwurschtelt. Was ich bisher in einigen Listen gesehen habe (David, Sebastian, Boff) liest sich ganz interessant und ich überlege noch, ob ich einfach die besten Ideen klauen soll oder ob ich völlig aus dem Rahmen fallen soll. Im Endeffekt habe ich den Schwerpunkt auf populärwissenschaftliche Bücher gelegt, weil ich mich erstens damit auskenne und ich zweitens finde, dass dieses Genre zu Unrecht unterschätzt wird.

  • Anne Frank Tagebuch
    Klingt vielleicht zu sehr nach Klischee, aber es gehört wirklich dazu. Ich habe es damals nicht in der Schule gelesen, sondern meine Oma hat es mir empfohlen.
  • George Orwell – 1984
    Nochmal schwere Kost, aber da das Buch gerade wieder so aktuell ist, sollte man es gelesen haben. Zum ersten Mal habe ich es in der Schule gelesen, aber dieses Jahr habe ich meine Erinnerungen nochmal aufgefrischt. Erstaunlich was damals als Horrorvorstellung galt und heute selbstverständlich ist.
  • Haruki Murakami – Norwegian Wood (dt: Naokos Lächeln: Nur eine Liebesgeschichte)
    Der grässliche deutsche Titel hätte mich sicherlich nicht auf dieses fantastische Buch aufmerksam gemacht, denn obwohl der Beatles-Song nur stellenweise mit der Geschichte zu tun hat, so ist es dennoch ein sehr beeindruckendes Buch, das einen nicht mehr loslässt. Es lohnt sich einfach, in die völlig andere Welt Japans einzudringen und den Jugenderinnerungen von Toru zu lauschen, die sich um so viel mehr als nur um Naoko drehen.
  • Douglas Adams – Hitchhiker’s Guide to the Galaxy
    Eine offensichtliche Wahl, aber da ich ein großer Fan der Serie bin (Beiträge), darf ich das hier erwähnen. Alleine schon, um zu begreifen wie fantastisch britischer Humor ist und welchen Einfluss auf die Popkultur dieses Buch hatte, muss man es gelesen haben.
  • Richard Dawkins – Unweaving The Rainbow: Science, Delusion and the Appetite for Wonder (dt: Der entzauberte Regenbogen. Wissenschaft, Aberglaube und die Kraft der Phantasie)
    Von DNA ist es nicht weit zu Dawkins, von dem ich auch erklärter Fan bin. Und warum man dieses Buch gelesen haben sollte, sagt eigentlich schon der Titel aus. Ein paar mehr Worte habe ich bei einer anderen Blog-Parade zum Thema gesagt.
  • Alan Weisman – The World Without Us (dt: Die Welt ohne uns)
    Wir sind also in der Populärwissenschaft angekommen und hier kann ich auf einen älteren Beitrag verweisen, wo ich das Buch vorgestellt habe. Sollte man gelesen haben, um sich klar zu machen, was wir mit der Erde anstellen und was für langlebige Konsequenzen unser Handeln hat.
  • Edwin A. Abbott – Flatland (dt: Flächenland)
    Ein wirklich originelles Büchlein aus dem Jahre 1884, das in Ich-Form die Geschichte von Albert Square erzählt, einem Quadrat in Flächenland, der Besuch von einer Kugel aus dem 3D-Land bekommt. Nebenher erzählt Albert, wie das so in Flächenland funktioniert, welche Regeln und Gebräuche es gibt und wie man in zwei Dimensionen liest und seine Mitfiguren erkennt. Unglaublich, was hier an Ideen und Konzepten drin stecken. Es gibt Dutzende „Fortsetzungen“, z.B. Flatterland oder Sphereland (von anderen Autoren) und mittlerweile auch einen Film (imdb, offizielle Seite mit Trailer).
  • Simon Singh – Fermat’s Last Theorem (dt: Fermats letzter Satz)
    Der Aufhänger ist der endgültige Beweis der berühmten Fermatschen Vermutung, der als Anlass genommen wird, eine Zeitreise durch die Mathematik zu unternehmen. Selbst mit Grundkenntnissen ist alles leicht zu verstehen und das Buch zeigt auf herrliche Weise die Schönheit und Faszination der Mathematik.
  • Jostein Gaarder – Sofies Welt: Roman über die Geschichte der Philosophie
    Von der Mathematik in eine ganz andere Wissenschaft, die jedoch in ihren Anfängen nicht so weit voneinander entfernt waren und dieselben „Helden“ hat (Vorsokratiker). Wie der Titel schon sagt, wird hier in die Geschichte der Philosophie eingeführt und wem das ansonsten zu trocken und kompliziert ist, der findet hier genau die richtige Mischung aus Fakten und Fiktion.
  • Douglas R. Hofstadter – Gödel, Escher, Bach
    Zum Schluss nochmal schwere Kost in Form meines Lieblingsbuches. Der Inhalt ist sehr komplex und lässt sich schwer beschreiben. Der (englische) Wikipedia-Artikel kommt dem aber relativ nahe:

    On its surface, GEB examines logician Kurt Gödel, artist M. C. Escher and composer Johann Sebastian Bach, discussing common themes in their work and lives. At a deeper level, the book is a detailed and subtle exposition of concepts fundamental to mathematics, symmetry, and intelligence.

    Through illustration and analysis, the book discusses how self-reference and formal rules allow systems to acquire meaning despite being made of „meaningless“ elements. It also discusses what it means to communicate, how knowledge can be represented and stored, the methods and limitations of symbolic representation, and even the fundamental notion of „meaning“ itself.

    Kein Buch für ein gemütliches Wochenende, aber wer die über 800 Seiten durchhält, wird belohnt mit einem Buch, das fürs Leben bleibt.

Wie gesagt, eher populärwissenschaftlich, doch wer einmal daran Gefallen gefunden hat in diesem riesigen Feld, der wird immer wieder zu solchen Büchern greifen. Bin mal gespannt, was bei den anderen so als Must-reads angesehen wird.

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

12 Gedanken zu „10 Bücher, die man gelesen haben muss (Blog-Parade)“

  1. Ich finde ja, Orwell ist ein ganz schlechter Schriftsteller, aber da bekommt man immer böse Blicke, wenn man das sagt. Er hat so eine verdammt langweilige, lieblose Art zu schreiben. Die Ideen sind natürlich toll, keine Frage, aber sein Schreibstil wird dem leider nicht gerecht.
    Aber mit der Meinung stehe ich, wie so oft, eher allein.

  2. David, wie viele Bücher hast du denn von ihm gelesen?

    Ich kenne nur 1984 und da ich das zum ersten Mal in der Schule gelesen habe, wo es doch qualitativ über dem üblichen Stuss liegt, fand ich es ganz gut.
    Und als ich es jetzt nochmal auf englisch gelesen habe, fand ich zwar am Anfang auch Längen, aber das legt sich zum Glück.
    Aber falls du meinst, dass sein Ruf und sein Schreibstil nicht ganz zusammenpassen, dann stimmt das vielleicht. Zumindest auf die heutige Zeit bezogen. Was vor seiner Zeit kam, war auch nicht wirklich Thrillerware 😉

  3. Naja, Animal Farm fand ich eigentlich sehr gut, da war ich aber auch erst 12 oder so, als ich das gelesen habe.
    1984 habe ich nicht in der Schule gelesen.
    Orwell hatte revolutionäre Ideen, weshalb er auch heute noch gehypt wird, aber Ideen alleine machen noch keinen guten Schriftsteller, das wollte ich damit sagen. Nur weil man etwas Interessantes zu sagen hat, muss man es nicht auch auf interessante Weise sagen können, falls das für Dich irgendwie Sinn macht 🙂

    Keep The Aspidistra Flying habe ich mir z.B. mal angetan, was ich ganz schrecklich fand.

    Wie ich gerade lese, was Huxley Orwells/Blairs Literaturprofessor? Interessant.

  4. Ich stimme David zu. Schriftstellerisch war das Buch sehr mau. Erst die Ideen dahinter haben es so interessant gemacht.
    Übrigens finde ich Sofies Welt übrigens auch überbewertet.

  5. Von den Büchern hier kenne ich nicht mal die Hälfte. Orwell habe ich nur mal von gehört, rein garnichts von gelesen.
    Anne Frank habe ich gelesen und Adams, aber auf deutsch. Vom Rest sagen mir die Namen der Schriftsteller nicht mal was.

  6. David, macht total Sinn :mrgreen:

    flash + buchstaeblich: es kommt drauf an, wie alt man ist, wenn man das Buch liest. Ich war so 14 oder 15 und das halte ich für optimal.

    Sebastian, die Liste ist ja populärwissenschaftlich ausgelegt und wenn du da nicht so der Fan von bist, kennst du die Namen natürlich nicht. Lohnt sich aber mal zu gucken, ob da was Interessantes dabei ist 😉

  7. Ich kann David da auch recht geben. Teilweise hat mir der Schreibstil zwar gefallen, es gab aber auch Stellen, an denen ich nur weitergelesen habe, weil mich die Ideen gefesselt haben – und die Stellen waren leider ziemlich oft.

  8. Klar kann man 10 Bücher zusammenstellen, allerdings kann man dies auch tun und dazu noch in einzelne Genrè unterteilen. Allerdings danke, neue Anregungen. Verbesserungen gibts ja nicht!;) weil sind ja deine Bücher! :clap:

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