Wie man einen verdammten Gastbeitrag schreibt…

…habe ich keine Ahnung. Weniger noch, um ehrlich zu sein. Doch das erste Mal darf auch mal weh tun.

Vier gastierende Mitstreiter zogen schon an mir vorbei und erweckten bei mir den Eindruck, als fiele es ihnen ganz und gar leicht, mal eben für ein anderes Blog etwas aus dem Ärmel zu schütteln. Ich fühle mich nicht im stande, diesen Monat noch etwas wissenschaftliches zu schreiben, von Dänischer Musik habe ich -lässt man die Olsen Brothers mal unter den Tisch fallen- keinen blassen Schimmer, habe nicht die Kraft, mich mit der Machete durch unsere Fernsehlandschaft zu kämpfen und um kulinarische Experimente zu wagen, habe ich momentan entschieden zu wenig Klopapier im Haus.

Was also tun, wenn man sich berufen fühlt, mal fernab der eigenen Ich-Bezogenheit tippend tätig zu werden? Ich beschäftige mich mit dieser Frage nun schon seit -na sagen wir- 2 Wochen und meine eigene weltrettungsbedingte Blogpause ließ mich mehr und mehr kreativ einrosten.

Dann hatte ich eine Idee.

Eigentlich mehr ein Bauchgefühl. Also vielmehr die Idee, über das Bauchgefühl zu schreiben. Nein, ich rede nicht von unserer Intuition, die uns die Richtung weist, sondern von dem, das dir durch Mark und Bein geht, wenn

  • du die Wohnungstür hinter dir zuknallst, aber der Schlüssel noch drinnen ist.
  • er/sie sagt „Ich muss mit dir reden!“.
  • dir die kulinarische Köstlichkeit auf den Verdauungsapparat geschlagen ist und du feststellst, dass das Klopapier alle ist.
  • [Bitte hier individuelles Schreckensszenario denken]

Und nun die Frage, die mich beschäftigt: Ist dieses Phänomen schon medizinisch erforscht worden? Was genau passiert da mit uns und unseren Eingeweiden? Wer ist dafür verantwortlich zu machen und vor allem: kann man das bitteschön abstellen!? Ich würde zur Klärung dieses Falls höchstpersönlich in die Röhre gucken bzw. mich hinein schieben lassen. Dann braucht es nur noch einen Mutigen, der mir in der Horizontalen beichtet, dass sie mich dort aus technischen Gründen nicht mehr im Ganzen rausbekommen würden und meinen Organspenderausweis gefunden hätten…

Nun fällt mir auf, dass ich für einen Gastbeitrag entschieden zu häufig das „Ich“ in die Tasten haute und denke ein Weilchen über die Autorin nach. Julias waren in meinem bisherigen Leben nämlich immer eher rote Tücher für mich:

  • In der Grundschule war es eine aus einer garstigen Mädchengang.
  • Noch immer in der Grundschule war es eine Ältere, die mir meine damalige institutionalisierte Freizeitaktivität vermieste.
  • Später dann erfuhr ich etwas von einer Großcousine, die -nun ja, sagen wir- einfach mit mir nicht kompatibel war und ist.
  • In der mittleren Oberstufe war es eine, die ihre Klappe nicht zu bekam und die ich heute noch vor meinem inneren Auge beim Weitsprung sehe und mir wünschte, sie hätte einen Sport-BH ihr Eigen genannt.
  • In der fortgeschrittenen Oberstufe war es eine, die zwar noch ein „-ne“ am Ende ihres Namens hatte, aber deshalb nicht beliebter bei mir wurde. Eines dieser „Superweiber“ ohne Seele.
  • In der Uni war und ist es eine, die intelligent und nett ist, aber ohne Make-Up so unglaublich natürlich hübsch aussieht, dass ich mich einfach von ihr distanzieren muss.

Bei der Autorin dieses Blogs habe ich zum ersten Mal das gute Gefühl (Vorsicht, schleimresistenten Wischmob bereithalten!), dass dieses teuflische Muster durchbrochen wurde und allmählich bessere Zeiten anbrechen. 🙂

3 Gedanken zu „Wie man einen verdammten Gastbeitrag schreibt…“

  1. :clap: Wunderbar gelungen und ich bin fest davon ueberzeugt, dass sowohl das Julia-Muster durchbrochen ist, als auch dass bald eine wissenschaftliche Erklaerung fuer dieses komische Phaenomen gefunden wird. Morgen werde ich das Museum of Science and Industry (in Fachkreisen MOTI) besuchen und mich mal erkundigen…

    PS: Danke fuer diesen herrlichen Beitrag :mrgreen:

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