Feedverwaltung für Anfänger (Blog-Parade zur Verwaltung vieler Feeds)

Ein Blogneuling[1] möchte wissen, wie man denn die ganzen Feeds der vielen schönen Blogs verwaltet und hat dazu clevererweise eine Blog-Parade gestartet. Also Sascha, das Verwalten von 20 Feeds sollte kein Problem darstellen (außer die Blogs haben einen Output von mehreren Dutzend Beiträgen pro Tag), man muss nur wissen wie! Und da du und ich, also generell die neumodischen Menschen, die sich Blogger schimpfen, alle vor diesem Problem stehen, gibt es genug Hinweise und Tipps zur Feedverwaltung.

  • Wie viele Blogs lest ihr regelmäßig?
    Damit sind die Feeds gemeint? Ich würde schätzen so um die 200, wo auch einige Karteileichen dabei sind, die ich der Durchsuchbarkeit halber noch abonniert habe. Die Regelmäßigkeit hängt stark vom Blog selber ab und variiert. Eine dreistellige Anzahl Feeds ist nicht so ungewöhnlich, wie z.B. die Umfrage bei Chikatze gezeigt hat.[2]
  • Wie lange nehmt ihr euch jeden Tag dafür Zeit?
    Das variiert von Tag zu Tag, und hängt davon ab, wie viele Beiträge erschienen sind und wieviel Zeit ich habe. Am Wochenende lese ich die langen Beiträge, die die Woche über aufgelaufen sind und deswegen schwankt die Zeit so zwischen einer halben Stunde und zwei Stunden täglich.
  • Wie verwaltet ihr eure Feeds?
    Das geht mit dem GoogleReader wunderbar durch die Tags und die Tastenkombinationen. Ich habe verschiedenen Prioritäten und Themenbereiche (Musik, Fotografie, Nachrichten). Mein System basiert weitestgehend auf dem von Marcel Weiß, das er im Beitrag Wie ich über 300 Feeds lese vorgestellt hat. Mittlerweile kann man die Tags im GoogleReader auch durch Verschieben beliebig anordnen, so dass ich nur mit der Leertaste alles durchsehen kann.
    Außerdem nutze ich öfter den Button Mark all as read, z.B. wenn sich mehr als 50 Nachrichtenbeiträge angesammelt haben. Das Überfliegen der Überschriften bietet genauso viel Information wie das Anschauen eines jeden Beitrags (wo meist nur ein Satz steht) und es dauert nur Sekunden.
  • Wo sind die Vorteile dieser Art?
    Es geht schnell und man sieht gleich, was los ist. Ich habe z.B. die abonnierten Blogs unterteilt in solche, wo ich kommentiere und solche, die ich nur lese. Letztere können auch mal ein paar Tage oder sogar komplett ungelesen bleiben.
  • Wo liegen die Nachteile?
    Sehe ich eigentlich keine, außer dass man vielleicht glaubt, noch ein paar mehr Feeds lassen sich locker verwalten.
  • Habt ihr von anderen Alternativen gehört die ihr mal testen wollt?
    Bisher bin ich sehr zufrieden mit dem GoogleReader, den ich nutze, weil ich einen rechnerunabhänigen Feedreader benötige und weil man mit den Tastenkombinationen wahnsinnig bequem und schnell navigieren kann.
    Doch in beetFreeQs Beitrag sprach er GreatNews an, den man vom USB-Stick betreiben kann. Der hörte sich sehr interessant an und besonders die einstellbaren Abrufintervalle finde ich gut. Werde ich mir vielleicht mal in einer ruhigen Stunde ansehen.

Zum Thema Feeds habe ich mich übrigens schon öfter ausgelassen und mehr Details findet der interessierte Leser in den Beiträgen Blog-Parade: Feed-Reader, Feedst du schon? (Oder besuchst du noch live?) und Freitägliche, Faserige Feed-Fragen.

So, Sascha, hoffentlich waren einige hilfreiche Tipps dabei und hoffentlich machst du eine schöne Auswertung! Die Blog-Parade läuft noch bis 10. September.

  1. Nach eigener Aussage erst seit einem Monat dabei. Beweist sich aber durch die Verwendung von blog-parade.de und das Trackback-Angebot als informierter Anfänger. Lobenswert! []
  2. Das Umfrage-Plugin ist gerade nicht aktiviert, deswegen ist das Ergebnis nicht sichtbar. Soweit ich mich erinnere, haben mehr als die Hälfte eine dreistellige Anzahl Feeds abonniert. []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

15 Gedanken zu „Feedverwaltung für Anfänger (Blog-Parade zur Verwaltung vieler Feeds)“

  1. Oha, mit den 200 kann ich ja wirklich nicht mithalten. Und das sind alles wirklich größtenteils Blogs?

    Da es bei mir ja aber auch immer mehr werden, schaue ich mir die Verwaltungsstrategie von Neunetz.com auf jeden Fall mal an – danke für den Link! Wenn’s was zum Optimieren gibt, bin ich gern dabei 😉

  2. Also Tastenkombinationen habe ich noch nie benutzt. Habe auch nicht so ein ausgeklügeltes Ablagesystem. Habe einen Ordner für private Blogs, die ich schon lange kenne und gut finde und dann einen Testordner für neue private.Die beiden sehe ich immer durch. Dann habe ich noch jede Menge andere für Photoshop-Blogs, Blogs über WordPress, Webcomics (sehr wichtig 🙂 ), Kinoblogs/news (noch wichtiger), dann noch News und Tech, wo ich aber nie reinschaue, dann noch so einen allgemeinen Ordner, wo irgendwelche interessanten Blogs, die keinem anderen Gebiet zugeordnet werden können, drinliegen (CSS-Tricks, Noupe, Blogging Pro).
    Dann noch aus professionellem Interesse ein Ordner mit Blogs zum Thema Web 2.0.

    Im Moment habe ich 220 Feeds abonniert, von denen ich aber nicht alle lese.
    Momentan habe ich ca. 1500 ungelesene Beiträge, die ich aber auch nicht alle lesen werde 🙂
    Der „Alle als gelesen“-Button ist ebenfalls mein Freund.

    Manche Seiten habe ich nur abonniert als Lesezeichenersatz, damit ich weiß, dass es sie gibt, wenn ich mal was suche. Ziemlich ungeordnet alles, wie ich feststellen muss :help:

  3. Und jetzt gehe ich mal wieder unter „trends“ beim Google reader und schmeiße ein paar inaktive Blogs raus.

    (Obwohl inaktive Blogs ja gar nicht stören, man bemerkt sie ja einfach nicht. Aber ich räume manchmal einfach gerne auf)

  4. beetFreeQ, ja sind fast alles Blogs, allerdings breit gefächert von privat über Musik und Fotografie bis hin zu Web 2.0

    David, bei 1500 ungelesenen Beiträgen würde ich sehr nervös werden 😉 Wenn es mir zuviel wird, dann überfliege ich einen Beitrag nur und sage mir, dass das sooo wichtig jetzt auch nicht war.
    Das mit dem Trends-Aussortieren mache ich auch gerne. Wobei ich dann vorher immer nochmal gucke, ob ich von dem entsprechenden Blog was mit Sternchen versehen habe und speichere ich die Beiträge bei delicious.
    Das Schöne ist ja allerdings beim GoogleReader, dass alle bisher abgeholten Beiträge bei einer Suche berücksichtigt werden und das finde ich sehr bequem.

  5. Hab noch nie was mit Sternchen versehen. Aber vor dem Löschen schaue ich mir das Blog nochmal an, am Namen erkenne ich nicht immer sofort, was für ein Blog das ist. Außerdem habe ich mir die letzten Beiträge angesehen, bei sehr guten kann man auch längere Pausen verkrafte, wenn das Blog wirklich gut ist.
    Ich habe jetzt Ordner umsortiert, umbenannt, Elemente verschoben und mir die Shortcuts angeschaut. Du hast meine Produktivität mit Deinem Artikel sicherlich um einiges verbessert 🙂
    Besonders das Öffnen einer Quelle aus dem Reader heraus finde ich genial, sonst habe ich immer rechte Maustaste+in neuem Tab öffnen aber so einfach mit“u“… genial.
    Ordner umbenennen ist allerdings eine Qual :kopfwand:

    Ich habe jetzt noch 193 Abos in 7 Ordnern und noch 192 ungelesene Artikel (habe alle in tech, News und Photoshop gelöscht. nachrichten lese ich eh nicht und viele waren wohl nicht mehr „new“ und für photoshop tutorials habe ich sowieso keine Zeit)
    Fühlt sich toll an :clap:

  6. Ich verwalte meine Plugins mit dem Firefox-Addon „Brief“. Ist simpel und sehr übersichtlich, mehr brauche ich nicht.

  7. Momentan habe ich im Google Reader 807 Blogs abonniert; aber halb so wild.

    – rund 300 sind reine Service-Feeds von stumbleupon/friendfeed/flickr und werden nur bei Bedarf oder durch die Suche angeschaut.
    – 135 dreist von feedly importiert worden
    – weitere 120 sind handverlesene Musikblogs die ich auch für die komfortable Suche drinbehalt da man mit dem abhören eh nicht nach kommt.
    Hypemachine nimmt einem da ne menge Arbeit und Angst man könnte was verpassen ab. ab
    40 Magazin und Nachrichtenfeeds die ich eigentlich auch nie lese.

    bleiben also noch rund 200 – 250 Feeds

    Dies Unterscheide ich nach Tags in folgenden Kategorien

    1.Persönliche subjektive Wichtigkeit (a), (b) und (skip)
    2.Art des Feeds
    Blogs (.blogs)
    Magazin, bzw alles redaktionell Aufbereitetes mit hörem Output als 5 Artikeln am Tag (.mag)
    Servicefeed
    3.Thematische Einordnung
    arts, architecture, local

    und komme so mit insgesamt 60 Tags gut aus, Gruppiert nach Relevanz und dann alphabetisch.

    Das sieht dann ungefähr so aus:

    a.list
    a.blogs.de
    a.blogs.en
    music.a.list
    b.list
    freunde
    local
    local.de.berlin
    mag.ch
    mag.de
    mag.en
    mag.en.ny

    arts
    arts.typography
    books
    flickr
    music
    music.de
    technology
    technology.dev
    technology.mobile
    technology.web
    video

    skip

    So sind dann noch 160 Feeds in der a.list
    Die a.list besteht Größtenteils aus Blogs, davon 30 englisch a.blogs.en und 80 a.blogs.de bei den restlichen Tag Kategorien nehme ich abgesehen von Magazin/Nachrichtenfeeds (mag.de, mag.ch, mag.en) und explizit lokalen Blogs (local.de.berlin, local.de.rostock, local.de.hamburg) keine sprachliche Unterscheidung vor.
    Dann habe ich noch etwas weitere etwa 100 Feeds und einige aus der a.list mit thematischen Tags versehen.

    Der Hauptvorteil sehe ich darin, man wird man nach 3 Tagen Abwesenheit nicht mit über 500 Artikeln (davon gefühlten 50 substanziell interessanten) erschlagen wird.
    Dies kann man sich dann in 3 oder mehr Etappen zu Gemüte führen.
    Meine Schmerzgrenze für das Vorsortieren, nicht Lesen, liegt irgendwo bei unter 200 Artikeln am Stück.
    Die wirklich lesenswerten Artikel öffne ich dann standardmäßig mit einem Klick auf den Originalartikel in einem Tab im Hintergrund, seltener mit Sternchen.
    In Ungnade gefallen Abonnements, sei es durch zunehmende gefühlte Irrelevanz oder penetrante Posting-Frequenz, lösche ich nur noch selten, eher wandern diese zunächst in den Skip-Ordner, so dass sie noch für die Suche verfügbar sind.
    «Read all» drücke ich dann eben «nur» auf Tag Ebene.

    Ein Feed kann auch in mehreren Ordnern/Tags auftauchen wenn er thematisch oder von der Wichtigkeit her dort reingehört. Das setze ich zwar nicht konsequent durch, wichtig ist aber, das alle Feeds denen ich ein Unter-Tag wie «mag.en.ny» auch das Haupt-Tag «mag.en» zuordne so das ich die auch auf einen Rutsch durchlese und nicht jeden Unter-Tag neu laden muss.
    So gibt es konsequenterweise auch eine «music.a.list» mit 20 mir wichtigen Musikblogs.

    Bis jetzt fahre ich damit ganz gut und brauch dafür endlich wieder nur unter eine Stunde/Tag für die lesenswerten Artikel und kann das Ganze auch bei doch einmal vorhandener Freizeit und Laune zu einer tagesfüllenden Beschäftigung ausarten lassen.
    Natürlicherweise, bedingt durch Angst vor Firefoxabstürzen und meiner eigenen Abschweiferei höre ich meist bei etwa 10 aus dem Reader geöffneten Tabs auf und lese diese dann durch bevor ich zum Reader zurückkehre oder mich anderen Tätigkeiten zuwende.
    Da ich bereits den Google Reader benutze und so schon meine digitale «Seele» abgetreten habe, bietet sich neuerdings zum lesenden Feedreader-Browsen Chromium (Die OS-Google-Chrome-Variante) wirklich an, der Reader läuft auch ohne «Google Gears» spürbar schneller und ist insgesamt wesentlich stabiler.

    Den einzigen Shortcut den man wissen sollte ist eigentlich nur [J] für den nächsten Artikel. Der Rest bringt keine riesigen Vorteile.

    Ich benutze Feedreader jetzt seit etwa 2 Jahren und kann als persönlichen Online-Paradigmen-Wechsel eigentlich nur mit dem Umstieg vom gelegentlichen Surfen über Modem zur DSL-Flatrate vergleichen, so einschneidend sind die Unterschiede im Surfverhalten. Diese auf meine Lesegewohnheiten zugeschnittene System habe ich über diesen Zeitraum mit diversen Anleihen an andere Ordnungssysteme verfeinert und stellt keine abgeschlossene Ordnung dar, hilft mir aber ungemein und vielleicht auch hier dem ein oder anderen.

  8. Vielen Dank für den genialen Beitrag. Hat mir geholfen endlich meinen Arsch hoch zu bekommen und von Netvibes.com auf den Googlereader umzusteigen. Dank Feedexport ja kein Problem. Das Prio-System klingt sehr schlüssig, da ich mit gmail arbeite sagt mir die Googlereadergui auch sehr zu…

  9. David + Crosa, sehr schoen, dass ich so helfen konnte 😉

    Boff, du meinst Brief kann Feeds verwalten? Ich bin verwirrt 😕

    max, das ist ein unglaublicher Kommentar! Aber bezogen auf die Organisationsarbeit, die du in dein System gesteckt hast, nur anbebracht. Hast du nicht einen eigenen Blog, wo du das als Beitrag fuer die Blog-Parade einreichen koenntest?
    Dein System bietet jedoch einige gute Moeglichkeiten, die man uebernehmen kann. Den Feed von Hypemachine, Rivva etx habe ich mich z.B. gar nicht getraut zu abonnieren, aus Angst von der Masse der Beitraege erschlagen zu werden.

  10. Schicker Blog – bin zum ersten Mal hier! 😳 Ich lese auf den Blogs aus meiner Blogroll, immer dann, wenn ich Zeit dafür finde. Ich habe noch nicht einmal einen Feedreader installiert oder in Nutzung. Ganz ehrlich: 200 Blogs regelmäßig zu begutachten klingt nach einem Vollzeitjob! :irre:

  11. so, der zweite Tag mit Googlereader. :clap: Genial. Könnnte mir echt in den Hintern beissen, nicht schon früher gewechselt zu haben.

  12. Ich benutze auch den Google Reader. Ohne ihn wäre ich echt aufgeschmissen (früher Bloglines, aber das finde ich weniger praktisch!).
    Kannst Du zu den Tastenkombinationen nochmal genauer was schreiben? Die kenne ich noch gar nicht! *staun*

  13. max, deinen Kommentar habe ich gerade aus Versehen gelöscht, deshalb hier nochmal:

    Was man so übermüdet am morgen zusammenschreibt 😕

    wenn du was für die Blogparade brauchst bitte:
    blog.fortschritt.tv

    allerdings schwinden mit diesem Kommentar auch meine Chancen auf den 3. Platz in MV vorzurücken
    http://www.blogoscoop.net/rankings.html
    deutschland » mv
    schön doof von mir.
    hab dein Blog so heute früh erst via blogoscoop gefunden, während ich da unseren unseren eigenen Counter eingetragen habe.

    Ich denke mal, das wichtigste ist, das man eine Möglichkeit hat sich von den Hochfrequenzfeeds (+20/Artikel Tag) auf einmal mittels «read all» zu entledigen, sowie sich der Fokussierung auf Null ungelesene Artikel loszusagen und stattdesssen einen Tag-Ordner für subjektiv wichtige Feeds zu schaffen, welchen man mit moderaten täglichen Aufwand durchlesen kann.

    Für diese Erkenntnis hab ich auch etwas länger gebraucht, aber man tut sich sonst zuviel Schrott an, in der trügerischen Hoffnung irgendwas nicht zu verpassen.

    Vielleicht hilft auch der Tipp vor der Kapitulation mit «read all» mal oben in den Ordnereinstellungen auf autosort umzuschalten, denn stehen bei populäreren Blogs die meistgeshareten Artikel automatisch oben, und man bekommt nochmal den Überblick vorm Neustart.

    ———————————–

    Antwort: aha MV 🙂 Werde mir das mal demnächst anschauen (bin gerade auf dem Weg in den Urlaub)

    tshalina, Willkommen 🙂 und besten Dank.
    Und bei den 200 Blogs lese ich natürlich nicht jeden Beitrag bis auf den letzten Buchstaben, sondern überfliege das Uninteressante.

    crosa, das hört sich ja immer besser an!!

    Chikatze, schau mal hier:
    http://www.google.com/help/reader/faq.html#shortcuts

  14. Ich konnte mich bislang nicht dazu durchringen Feeds zu lesen. Wieso, weiß ich auch nicht – möglicherweise das Beharren auf alten Gewohnheiten. Ein paar wenige Blogs – vielleicht 5 – 10 – klappere ich regelmäßig händisch ab, ein gutes Stück mehr „nur“ gelegentlich.

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