Hörschaden dank moderner Bauordnungen

Wie langjährige Leser vielleicht mitbekommen haben, bin ich kein großer Freund von Rauchmeldern, da ich während meines Auslandsjahrs in Schottland ständig von falschen Alarmen geweckt wurde (Beitrag mit mehr Infos). Deswegen war ich auch nicht allzu glücklich, dass in meiner jetztigen Wohnstätte Rauchmelder installiert wurden, wozu man sich auch noch anderthalb Jahre hätte Zeit lassen können:

Landesbauordnung Mecklenburg-Vorpommern, §48 Abs. 4:
In Wohnungen müssen Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder haben. Die Rauchwarnmelder müssen so eingebaut oder angebracht und betrieben werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird. Bestehende Wohnungen sind bis zum 31. Dezember 2009 durch den Besitzer entsprechend auszustatten[1]. Quelle

Jedenfalls ging heute das Ding einfach so los und bescherte mir einen schweren Hörschaden[2]. Das Problem war nämlich, dass der Alarm aus einem sekundenlangem sehr hohen Piepston besteht. Der ist unglaublich nervig! Der in Schottland variiert eher wie ein Martinshorn und ist mehrere Minuten im Zimmer aushaltbar. Doch solche Schludrigkeiten werden in Deutschland bekanntlich nicht gerne gesehen und deswegen hat der hiesige Alarmton eher nervenzerstörende Wirkung und garantiert, dass auch Menschen mit nur noch 5% Hörvermögen nicht an einer Rauchvergiftung sterben können.

Mich hat das Ding jedenfalls ganz schön Nerven gekostet, denn es dauerte eine ganze Zeit, bis ich ein wackliges Arrangement aus Tisch und Klappstuhl gebastelt hatte, welches mir erlaubte, den Rauchmelder von der hohen Decke zu holen. Nachdem ich dann mit zittrigen Fingern den 9V-Block entfernt hatte, war es endlich wieder still.

Jetzt liegt das Ding ohne Batterie im Regal und ich überlege ernsthaft, ob ich den wieder in funktionstüchtigen Zustand versetze. Denn wenn das Monster beim nächsten Mal nachts losgeht, ist die Gefahr groß, dass ich mir beim Ausschalten den Hals breche (oder zumindest ziemlich weh tue).

Während ich noch überlege, frage ich mal in die Runde, was denn bei Euch so die Erfahrungen bzgl. falscher Rauchalarme so ist?

  1. Dass die Anbringung gerade nicht so erfolgte, dass Brandrauch frühzeitig erkannt wird, muss natürlich nicht unbedingt erwähnt werden. []
  2. Naja, mittlerweile habe ich mich erholt, aber es war grässlich. []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

7 Gedanken zu „Hörschaden dank moderner Bauordnungen“

  1. So wird dann die Statistik verschoben: weniger Tote durch Rauchvergiftungen/Brände und (noch) mehr Unfälle im Haushalt durch waghalsige Möbelinstallationen…

    Mit Rauchmeldern habe ich bisher aber noch keine erwähnenswerten Erfahrungen gemacht.

  2. Fehlalarme passieren, aber glaub mir, wer einmal eine Brandleiche aus der Asche gezogen hat, dem ist ein Fehlalarm sowas von egal. Diese Dinger retten wirklich Leben.

    Also: Batterien wieder rein und an die Decke mit dem Teil!

  3. Chlorine, diese Statistik wäre eine genauere Untersuchung wert 🙂

    Schrottie, du hast im Grunde Recht, doch das Ding hat sich schon wieder gemeldet. Zum Glück war es noch nicht wieder an der Decke, aber genervt hat es auch so. Ich werde mich mal bei der Hausverwaltung melden, um einen Austausch oder eine Überprüfung zu veranlassen.

  4. Hmmm also Männe und ich sind gerade am überlegen, uns einen solchen zuzulegen 😕 Ich weiß wie ätzend der Ton eines Rauchmelders ist, aber wenn ich mir überlege, dass dieser Leben retten „könnte“!?!

  5. Yuki_Keylin (willkommen 🙂 ), so eine Sirene gibt es hier seit ein paar Tagen am Bahnübergang, was die Anwohner sehr verstört. Bin mal gespannt, wie lange das bleibt…
    Das Blöde dabei ist ja, dass man selber nichts dagegen tun kann.

    Suriel, das ist das Dilemma! Der Lebensrettergrund ist nicht ohne, aber es sollte einem nicht so schwer gemacht werden!

  6. Da bei mir auch ein Rauchmelder losging (ich hatte Speck ausgelassen, um darin einen Pfannekuchen zu braten) und ich nun Schmerzen in den Ohren habe, habe ich nach „Rauchmelder Hörschäden“ eine Suchmaschine befragt.

    So bin ich hier gelandet.
    Bekannt ist, dass bei starker und impulsartiger Lärmeinwirkung ein „Knalltrauma“ entstehen kann. Dieses ist dann irreparabel und hat dramatische Hörschäden zur Folge.

    Unsicher bin ich, ob dies nicht auch bei den Rauchmeldern passieren kann.

    Wäre eine weitere Recherche wert…

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