Gewicht? Check! Dicke? Check! Breite? 5mm zu viel!

Ein Brief, der mehr als nur geschriebene Worte enthält kann nicht mit den üblichen 55 Cent abgespeist werden, das wissen wir alle. Doch dann beginnt das Drama, es gibt Maxi- und Kompakt- und Großbriefe und die Informationen darüber, wie genau die sich berechnen, hält die Post recht gut unter Verschluss. Finde ich jedenfalls, denn Faltblättchen liegen nicht in der Post aus, die Briefkästen sind praktisch unbeschriftet und auf dem Internetauftritt der Post muss man länger suchen[1]. Doch selbst wenn man ein formschönes Formblatt mal erobert hat und die Spezifikationen seitdem nicht geändert wurden, ist man nicht vor Fehlfrankierung gefeit!

Nehmen wir z.B. an, dass man eine CD verschicken möchte. Kommt ja vor. Mit einem Standard-Jewel-Case[2] weiß der kundige Frankierer sofort, dass er knapp anderthalb Euro blechen muss. Doch wie ist dass mit einem Pappschuber? Ja, da kommt man nicht über 50 Gramm Gewicht und das fertige Produkt ist weniger als 100 mm dick. Doch was ist mit Breite und Höhe? Ach, die sind immer so großzügig ausgelegt, die kann man ignorieren!

Doch genau in dieser Ignoranz liegt die Tatsache begründet, dass eine CD, die mit knapp 90 Cent frankiert wird, zurück in die Arme des Absenders geschickt wird. Versehen mit einem Schrecken erregenden Aufkleber, der mitteilt, dass da 55 Cent zu wenig draufgepappt wurden. Und das wegen mageren 5 mm! Glaubt man’s denn?! Jedenfalls wurden im konkreten Fall einige kosmetische Maßnahmen durchgeführt, damit die erforderlichen Breitenmaße der Post eingehalten wurden und hoffentlich klappt es im zweiten Versuch!

  1. Mittlerweile nicht mehr, aber mit Opera wird man immer noch wie ein Außerirdischer behandelt. []
  2. Warum heißt das so? Wurden in solchen Kästchen früher Edelsteine transportiert?! []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

6 Gedanken zu „Gewicht? Check! Dicke? Check! Breite? 5mm zu viel!“

  1. Wikipedia hat auch mal wieder dazu zu sagen:

    „Ein CD-Mailer dient dem postalischen Versand einer CD bzw. DVD. Zwar werden CDs und DVDs auch in herkömmlichen Versandverpackungen befördert, doch wird v.a. von professionellen Anwendern (z.B. Werbeagenturen) der sogenannte „CD-Brief“ eingesetzt, da die CD darin besser geschützt ist und zudem Portokosten gesenkt werden können (Versand als Kompakt- oder Großbrief). Eine solche Briefhülle kann entweder eine unverpackte CD oder eine CD in der Papiertasche aufnehmen (übliche Bezeichnung: „DiscMail“). In eine A5-Versandbox passt die CD in der Jewelcase („DiscBox“).“

  2. Und die ominöse Büchersendung ist auch nicht unbedingt zu empfehlen! Jedenfalls wird sie wohl nicht gleichbereichtigt behandelt oder kommt auch gerne mal nicht an! 😉

  3. Und die englische Wikipedia erklärt auch den Namen „Jewel Case“:

    The name is not derived in any way from containers for jewellery, or from the fact that the case is typically made from transparent plastic as is sometimes believed. Instead, the name originates from watchmakers‘ use of the term jewel to refer generally to a polished hemispherical bearing used in a mechanism (high-quality mechanical watches and clocks commonly use gemstones, typically rubies, for such bearings because of their low friction properties). A jewel case has two molded hemispherical plastic bearings, in its hinges, hence the use of the term „jewel.“

  4. Josie + Andreas, danke für diese Infos (ich war wieder zu faul 🙂 ).
    Josie, ein CD-Brief war es nun auch nicht wirklich, da die CD schon selber einen Pappschuber hatte und einfach nur einen wattierten Umschlag genommen habe.
    Andreas, von nun an werde ich Jewel Cases mit ganz anderen Augen sehen!

    Postpunk, das kann ich bis auf den einen äußerst tragischen und bedauernswerten und unglücklichen Fall zum Glück nicht bestätigen. Meine Büchersendungen kamen erstaunlicherweise immer unbeschadet an.

  5. Oh, genau das Problem hatte ich auch letztens…aber ich habs dann auf der Homepage gefunden. Erst fand ich das schrecklich unübersichtlich, aber im nachhinein war es dann schon eigentlich ganz ordentlich gemacht von denen.

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