Der gestrige Montag: relativ dunkel

Der Tag beginnt mit Dauerregen, der mich schon Stunden vor dem Aufstehen aufweckt. Es regnet immer noch in Strömen, als sich der Aufbruch zu Arbeit nicht länger aufschieben lässt. Ankunft in völlig durchweichtem Zustand. Natürlich hört es zwanzig Minuten später komplett auf zu regnen.

Immerhin ist das Büro bzw. sogar das gesamte Gebäude ganz leer, d.h. dem ungestörten Arbeiten steht nichts im Weg. Das geht einige Stunden gut bis auf einmal alle Lichter ausgehen, alle Rechner ihr Surren aufgeben und alle Bildschirme schwarz werden. Ein Stromausfall, wie er im Buche steht. Ich lausche ins Haus, ob irgendwo Schreie der Frustration erklingen (meinen hat man sicherlich gehört). Doch es bleibt ruhig. Wirklich niemand da.

Ok, wen rufe ich jetzt an und wo ist der Sicherungskasten? Ein Kollege kommt an und freut sich, dass er nicht so wie ich ungespeicherte Arbeiten verloren hat. Dann erzählt er, was er den Morgen über bereits gemacht hat, während ich die Telefonliste durchgehe und natürlich keinen erreiche. Dann schlägt er vor, dass ich die Jalousien etwas weiter aufmachen sollte, damit ich etwas sehe. Sehr hilfreicher Vorschlag, wenn man bedenkt, dass das Licht von draußen den Strom auch nicht wieder einschaltet.

Plan B: Sicherungskasten. Der befindet sich wahrscheinlich entweder hinter einer verschlossenen Tür (zu der ich keinen Schlüssel habe) oder im Keller. Ok, Taschenlampe! Ich hab doch immer eine in der Tasche, die mir bei jeder Gelegenheit, wenn ich etwas anderes suche, in die Hände fällt. Wo ist das Ding nur? Wahrscheinlich aus der Tasche genommen, weil sie mir bei jeder Gelegenheit, wenn ich etwas anderes suche, in die Hände fällt.

Ah, Licht geht wieder an! Strom! Die Drucker regen sich, langsam kehrt das Leben zurück. Schnell aufs Knöpfchen beim Rechner gedrückt, um zu sehen, wie viel Arbeit genau verloren gegangen ist. Doch es gibt keine Reaktion. Leichte Panik macht sich breit; ist vielleicht das Netzteil abgeschmiert? Doch auch die Monitore sind tot, d.h. es könnte an der Steckdose liegen. Nach einer nervösen Suche nach und Verlegung von einer Verlängerungssteckleiste wird der Versuch gewagt und tatsächlich startet der Rechner! Doch er muss nochmal runtergefahren werden, weil es sich mit einer Steckerleiste auf dem Schoß schlecht arbeiten lässt.

Beim erneuten Neustart kommt dann die Ernüchterung, dass zwar der Rechner aber nicht das Netzwerk (und Internet) funktioniert. Auf diese Weise ist das Arbeiten zwar möglich, aber nur eingeschränkt. Beheben lässt sich das nicht auf die Schnelle, denn alle die sich damit auskennen, sind die nächsten zwei Wochen unerreichbar. Ist das Leben nicht schön?

Dass sich danach noch mein Fahrradschloss mehrere Minuten dem Öffnen verweigerte und ein Reifen platt war, das erwähne ich an dieser Stelle nicht, denn der Montag ist so schon schwarz genug.

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

4 Gedanken zu „Der gestrige Montag: relativ dunkel“

  1. Oh, dann hast Du wahrscheinlich auch überhaupt nicht mitbekommen, daß sich Glasvegas gestern wegen musikalischer Differenzen aufgelöst haben?

    :mrgreen:

  2. Postpunk, das wäre tatsächlich der Untergang des Abendlandes gewesen 😥 Bitte erwähne sowas hier nie wieder!

    oldman, wenn das nur möglich wäre…

    Schaps, isoliert und verloren trifft es ziemlich gut 😯

Kommentare sind geschlossen.