Handy-Test: LG Secret KF750 (Teil 1: Standardfunktionen)

Hinweis: Für den folgenden Testericht wurde mir das zu testende Handy unentgeltlich zur Verfügung gestellt und ich darf es behalten. Der Bericht spiegelt trotzdem nur meine eigene Meinung wider und wurde nicht beeinflusst.

Vor genau einem Jahr stand ich zuletzt vor dem Problem, welches neue Handy ich mir zulege und die Geschichte dazu lieferte sogar einen eigenen Blogbeitrag. Dank Christoph vom LGblog habe ich seit zweieinhalb Wochen ein neues Handy und zwar das neueste Schmuckstück von LG namens Secret, das offiziell KF750 heißt. Das ist das erste Mal, dass ich ein neues Modell mein Eigen nenne (Markteinführung Mai 2008) und ohne Vertrag kostet es ein paar Hundert Euro. Die Frage war also, ob es mich so weit überzeugen würde, dass ich mein SE w810i, von dem ich sehr begeistert bin, aufgeben würde (ja). Die Spezifikationen sind jedenfalls beeindruckend (siehe CHIP).

In diesem Beitrag wird es um die normalen Handy-Funktionen gehen und im nächsten Beitrag dann um die Extras (Musik, Kamera, Bewegungssensor etc.).

Erster Eindruck / Aussehen

Die Verpackung macht hübsch was her, wie man im Video sehen kann. Es wurde verschiedentlich angemerkt, dass die Verpackung in viele kleine Schachteln vom iPhone abgeguckt sei, aber das ist Quatsch, denn ich habe das in den letzten Jahren öfter gesehen.

Es handelt sich hier um ein Sliderhandy, d.h. die „die obere und untere Gehäusehälfte [ist] gegeneinander verschiebbar. In geschlossenem Zustand sind […] nur das Display, die Navigationstasten, die Tasten zum Annehmen und Beenden des Gesprächs sowie die Menütasten sichtbar. Die Tastatur kommt erst nach dem Hochschieben der oberen Gehäusehälfte zum Vorschein.“ Gegen sowas habe ich mich bisher immer mit Händen und Füßen gesträubt, aber man muss ja auch mal was Neues ausprobieren.

Das Gehäuse ist sehr dünn (13mm) und mit 119g Lebendgewicht im mittleren Bereich anzusiedeln. Natürlich fällt als erstes das echt schmucke Design auf (Bildergalerie bei CHIP) mit einer Hartglas vorne und Karbonbeschichtung hinten. Interessant ist auch das Touchpad zur Navigation.

Die Kratzfestigkeit des Hartglases finde ich einfach fantastisch! Bisher habe ich es bei jeder Oberfläche (Handy, Uhr, mp3-Player, PDA) geschafft, innerhalb einer Woche einen fetten Kratzer zu produzieren, doch mit dem Secret bin ich sicher, da soll selbst eine Rasierklinge nichts ausrichten können. Ich habe es mit einem Brotmesser unter ordentlich Druck ausprobiert und es gab keinen Kratzer! Natürlich sieht man jeden Fingerabdruck, aber das ist abwischbar.

Inbetriebnahme

Als Erstes musste natürlich der Akku aufgeladen werden, was erstaunlich schnell ging. Schon nach zwei oder drei Stunden erschien die Meldung, dass ich doch bitte das Netzteil entfernen soll, um Energie zu sparen. Auch das Einsetzen der SIM-Karte war vorbildlich einfach.

Ich habe es drauf ankommen lassen und ohne vorheriges Lesen der Anleitung losgelegt. Es war auch nicht nötig, denn die Menüführung ist selbsterklärend und mit den berührungsempfindlichen Tasten einfach. So war es ein Leichtes das nervige Tonsignal, das einen erfolgreichen Befehl anzeigt, auszuschalten und nur das leichte Vibrieren beizubehalten (auch möglich: nur Tonsignal oder keine Rückmeldung). Auch das bei jedem Start erscheinende Einführungsvideo habe ich sofort abgeschaltet.

Das Touchpad alleine reicht zur Navigation, obwohl alle Optionen per Zifferneingabe übers Tastenfeld schnell erreichbar sind. Deswegen kann das Handy die meiste Zeit zubleiben. Zum Suchen, SMS schreiben oder zur Nummerneingabe etc. muss es natürlich geöffnet werden.

Die Tastensperre wird durch das Schließen aktiviert (mit einstellbarer Zeitverzögerung) und beim Öffnen automatisch deaktiviert. In geschlossenem Zustand kann das Handy auch entsperrt werden, durch Druck auf die Navigationstaste und anschließend aufs Touchpad. Ich kann mir vorstellen, dass das zufällig auch in der Hosentasche passieren kann, habe es aber nicht ausprobiert.

Handyfunktionen

Bevor wir uns den allerorten angepriesenen Extrafunktionen widmen, sollten wir uns erst einmal um die eigentlichen Aufgaben kümmern, die ein Handy erfüllen muss, d.h. Telefonieren, SMS, Kontaktverwaltung, Profile.

Über das Telefonieren gibt es nichts Außergewöhnliches zu berichten, Annahme und Ablehnung von Anrufen funktionieren auch in geschlossenem Zustand. Das Schreiben von SMS ist über Schnellzugriff möglich und geht nach kurzem Eingewöhnen (Slider!) recht schnell von der Hand. Der Druckpunkt ist sehr angenehm. Das Einfügen von Symbolen und das Erweitern des Wörterbuchs ist möglich, wenn auch manchmal etwas umständlich. Beim Empfang von SMS können neue Nachrichten manchmal untergehen, wenn man den falschen Knopf drückt, aber das ist hoffentlich Gewöhnungssache. MMS habe ich auch erfolgreich getestet, aber das ist für mich irrelevant. Platz ist für 1000 SMS, das sollte mehr als ausreichen.

Nun zur Kontaktverwaltung, die mir anfangs Kopfzerbrechen bereitet hat. Ich habe nämlich alle meine Kontakte vom alten Handy auf der SIM-Karte gespeichert und dann im neuen Handy von dort importiert. Das Problem war, dass die Angaben von Namen, Nummern und Nummerntyp anscheinend nicht genormt sind und deswegen alle Kontakte als Nachname;Vorname/X importiert wurden, wobei X für den Typ steht (Mobil, Privat, Büro etc). Deswegen musste ich den Umweg über meinen PDA gehen und per Bluetooth alle Kontakte als vcf-Datei transferieren und mit der Wiederherstellungsfunktion importieren. Dabei wurde nicht auf eventuelle doppelte Einträge geachtet und es gibt auch keine Möglichkeit danach zu suchen[1]. Platz ist für 1000 Kontakte mit jeweils mehreren Nummern, da sollte man nicht an die Grenzen stoßen.

Eine weitere wichtige Handyfunktion sind verschiedene Profile. Es gibt vier vorgegebene (Normal, Stumm, Outdoor, Flugmodus) und drei weitere frei definierbare. Die Profile sind ebenfalls über den Schnellzugriff erreichbar, allerdings kann man dort weder einsehen, was ein Profil beeinhaltet noch Änderungen durchführen.

Benutzerfreundlichkeit

Zum täglichen Gebrauch gehört auch der benutzerfreundliche Umgang. Wie gesagt, sind die Standard-Funktionen einfach erreichbar und sollten den Ansprüchen der meisten Nutzer genügen. Es fehlt die Möglichkeit zur Personalisierung der sechs Schnellzugriffe (Dateien, Schnellmenü (konfigurierbar, aber ein Touch zu viel), Kontakte, Profile, Nachrichten, Kontakte). Was fällt auf: Kontakte ist zweimal vertreten! Hoffentlich wird das mit einem folgenden Firmware-Update behoben.

Schön finde ich, dass die Bildschirmeinstellungen angepasst werden können, wie z.B. der Menüstil und die Schriftart.

Eine weitere Sache, die hoffentlich mit einem Firmware-Update behoben wird ist die uninformative Anzeige des Akkuladestands. Die besteht aus drei grauen Balken, was man zuletzt vor einigen Jahren gesehen hat. Da bin ich von meinem w810i sehr verwöhnt, denn es gibt ca. 10 Abstufungen, die sich auch farblich unterscheiden (grün, gelb, orange, rot). Wenn der Balken leer ist, hat man immer noch mehrere Stunden Zeit (Warnsignal jede Stunde), bis der Akku endgülitg leer ist und das Handy ausgeht. Beim LG Secret dagegen verschwindet irgendwann ein Balken und ein paar Stunden später ist der Akku leer, d.h. das Handy schaltet sich ohne irgendeine Warnung aus. Das soll ein Anfangsproblem sein und nach mehreren Ladezyklen besser werden, was ich zumindest subjektiv bestätigen kann (evtl. habe ich am Anfang mehr rumgespielt). Bei intensiver Nutzung hält der Akku zwei bis drei Tage.

Wie ich anmerkte, habe ich ohne Lesen des Handbuchs losgelegt, was auch nicht viel gebracht hätte, denn das Handbuch enthält nur wenige Informationen (Download), es gibt kaum Erklärungen und keinen Index. Beispiel: das Symbol „Multitasking-Funktion“ wird in einer Übersichtsseite erwähnt, danach nie wieder, d.h. man erfährt nicht, was genau das ist und wie man damit arbeitet. Außerdem wird nur erwähnt, dass man eine Speicherkarte bis 4GB einsetzen kann, aber nicht was für ein Typ das sein muss und worauf man achten muss.

So, das war erstmal der Teil bzgl. der Standard-Funktionen, im nächsten Teil geht es dann neben den erweiterten Organizer-Funktionen um die Extras wie Musik, Kamera und sonstige hübsche Dinge.

  1. Ich meine, dass das w810i das kann, aber evtl. verwechsle ich das mit dem PDA. In jedem Fall wäre das eine nützliche Funktion. []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

9 Gedanken zu „Handy-Test: LG Secret KF750 (Teil 1: Standardfunktionen)“

  1. Wow, sieht ja wirklich gut aus, das Gerät. Ich will ja auch schon länger ein neues haben, aber irgendwie widerstrbt es mir, so viel Geld dafür auszugeben, solange es meins noch tut. Vor allem Wlan-Fähigkeit wäre für mich ideal.

    Aber ist ja cool, dass du das behalten darfst. Tolle Sache! 🙂

  2. Ich wollte das letze Handy von LG unbedingt haben, das Choclat. Aber das hatte T-Mobile dann schon nicht mehr 🙁

  3. Also mich nervt das mit dem Akku tierisch. Hab das Handy jetzt seit ca. ner Woche und kenne seine Tücken nocht nicht wirklich. Sitze jetzt z.B. grad in der Uni und wollte ne SMS schreiben und muss feststellen, dass der Akku leer und das Handy aus ist 😡 Zu Hause waren noch zwei Balken da!!! Ich hoffe sehr stark, dass sich das mit der Zeit gibt. Andernfalls muss ein größerer Akku her. Hatte vorher ein SE k750i und ich muss sagen, dass Sony LG ein ganzes Stück voraus ist. Gerade die Feinheiten, die bei SE standart sind, vermisse ich beim LG. Verarbeitung ist allerdings besser als beim SE

  4. James, das Problem legt sich ein wenig. Mittlerweile hält der Akku bei mir mehrere Tage bis 1 Woche (wobei ich hauptsächlich Musik höre und ab und zu E-Mails abrufe).
    Allerdings ist die Vorwarnzeit immer noch so knapp. Da ist SE wirklich sehr viel besser.

  5. Also ich hab ein etwas größeres Problem, und zwar hab ich das handy seit ungefähr 2 Wochen und schon tauchen die ersten Probleme auf. Bei Einstellungen/ Tastatur hab ich die Touchfelder von Punkte auf Kreise eingestellt. Die Kreise hatte ich grad einmal 3-4 Tage plötlich verschwindet die rechte Touchtaste. Heute nach genau 2 Wochen verschwindet die obere Taste mit. Was soll ich tuhn? Da ich das Handy Vertragsfrei gekauft habe, bin ich mir nicht sicher ob ich denen das LG Secret anvertrauen soll, damit sie es zur Reparatur versenden, oder soll ich mein Geld zurück verlangen und das Handy wo anders kaufen, da es mir sogut gefällt und ich es nicht mehr weggeben kann???
    Ich hoffe auf baldige Antwort 🙁 😐

  6. Seki, schon mal versucht, auf Punkte umzustellen und dann wieder auf Kreise? Gab es bei anderen dieses Phänomen? Schau mal im LG Forum.

    Wenn alles nichts hilft, solltest du dich an LG wenden. Gerade weil das Handy vertragsfrei gekauft wurde, ist das (meines Wissens) die einzige Möglichkeit. Nach 2 Wochen ist ja auch noch Garantie drauf 😉

  7. hmm naja juLia ich hab schon alle mögliche versucht auch mit dem auf Punkt und Kreis umstellen…nichts funktionierte…komischer weiße wenn ich die rote taste zum auflegen drücke erscheint der punkt und dann is er wieder weg wenn ich sie loslasse!! ❓
    Tja aber trotzdem danke für deine Hilfe auf dem Vertragsfreiem Handy hab ich 1 Jahr Garantie laut Rechnung…und das Handy ist schon auf dem Weg nach Deutschland zur LG Zentrale 😀 Ich freu mich jetzt schon darauf mein neues Handy das funktioniert in den Händen zu halten, doch leider dauert die REP. 4-6 Wochen!!! 😡
    Dankee dir trotzdem ich meld mich sobald ich mein Secret wieder habe!!!
    THX _Seki 😛

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