Julias Chartspunkte #6: Nachwehen der EM und viel Zucker

Nach fünf Wochen Erholung gibt es doch wieder einen kritischen Blick auf die deutschen Single-Charts. Es haben sich aber auch so einige Höhen und Tiefen und Seltsamkeiten[1] angesammelt. Mein Dank geht an Heike, die mir einige fehlende Top20-Übersichten zukommen ließ.

Nun aber ohne weitere Vorrede rein ins Vergnügen. Wie immer kam mein bewährtes Plus-Minus-Punkte-System zum Einsatz (Übersicht am Ende des Beitrags).

Woche vom 13.06 (Woche 24)

  • Platz 11 Jordin Sparks | Chris Brown – No Air
    minusminusGeht ja gut los! Die Frage ist, ob ich mir das überhaupt anhören soll (ein paar Mal ist mir das Video im „Musik“fernsehen begegnet, wo ich nach wenigen Sekunden umgeschaltet habe). Der Objektivität halber ja!
    Geht mit halligem Klaviergeklimper los und dann kommt das unvermeidliche Nachricht-auf-Handy-als-Erkennungszeichen-für-Beziehung(skrise). Hinweis an Videoproduzenten: das hamwer schon zichfach in allen Varianten gesehen!
    Der eigentliche Song ist wehklagiges Geschwurbel (auch noch im Duett!) mit diesen grässlichen Machinedrums, was bei mir gar nicht ankommt.
  • Platz 5 Leona Lewis – Better In Time
    minusUnd mit wehklagigem Geschwurbel geht es weiter. Immerhin nur mit Klavier untermalt und etwas, das zumindest ansatzweise nach echtem Schlagzeug klingt. Aber trotzdem nicht mein Fall. Dafür hat dieser und der Vorgänger zu viel Nervpotential durch endlose Wiederholungen aufgebaut.

Woche vom 20.06 (Woche 25)

  • Platz 17 Mickie Krause – Supa Deutschland (Wir Werden Europameister)
    minusminusminusJaja, die Hoffnung stirbt zuletzt und so eine CD mit diesem Titel im Regal sieht sicherlich schmuck aus, aber das höre ich mir wirklich nicht an!
  • Platz 13 Christina Stürmer – Fieber
    plusminusOk, immer noch Fußball, diesmal sogar offiziell. Doch auch ich wenn die Chrissi prinzipiell sympathisch finde (angenehme Stimme und so), das hier muss nicht sein.
  • Platz 10 Monrose – Strike The Match
    minusminusminus Schon aus Prinzip. Auch ohne Anhören vermute ich mal zuckersüßen, weichgezeichneten Allerweltssoftpop und sowas kommt nicht in meine Ohren.
  • Platz 9 Rihanna – Take A Bow
    plusminus Schon wieder das Handy-Spielchen. Diesmal aufgepeppt mit einer Zündelnummer. Der Song hat jetzt nix mit Madonna zu tun, oder? Jedenfalls finde ich die Melodie ganz angenehm, doch so ganz zünden (haha!) will der Song nicht.
  • Platz 4 Kid Rock – All Summer Long
    plusplusJaja, Sweet Home Alabama hören wir da alle raus und es wird ja auch im Text genannt, doch der Anfang ist 1:1 Werewolves of London. Eigentlich bringt der Song also keine Eigenleistung, Kid Rock setzt nur seine Aufforderung Steal Everything wortgetreu um. Doch da ich die beiden verwurschtelten Songs mag (beide kamen schon im Liedzeilen-Quiz vor) und auch weil es eben Sommer ist, gibt es zwei Pluspunkte.

Woche vom 27.06 (Woche 26)
keine Neueinsteiger (Könnte man jetzt als Erholung interpretieren. Oder dass die EM vorbei ist.)

Woche vom 4.07 (Woche 27)

  • Platz 20 Jason Mraz -I’m Yours
    plusplusplus Müssen jetzt drei Pünktchen sein im direkten Vergleich mit Kid Rock. Eine (auführlichere) Begründung liefern Kathrin und Lukas bei Coffee & TV
  • Platz 15 Höhner – Wenn Nicht Jetzt Wann Dann?
    minusminusminus Huch, doch noch EM? Aber das war doch Handball, oder? Jedenfalls mehr als überflüssig.
  • Platz 5 White Stripes – Seven Nation Army
    plus Häh? Der Song bzw. das Video sorgt doch schon seit Jahren für Schwindelanfälle. Leider halte ich gerade diesen Song für etwas unterdurchschnittlich im breiten und hörenswerten Arsenal der weißen Streifen. Besser: You Don’t Know What Love Is (You Just Do As You’re Told) (Nunavut-Video!)

Woche vom 11.07 (Woche 28)

  • Platz 16 Enrique Iglesias – Can You Hear Me
    minusminusminus Nachdem ich mich von der Schüttelattacke erholt habe, die dieser Name bei mir auslöst, möchte ich den schnellstmöglich wieder vergessen! Grrrr!
  • Platz 11 Busta Rhymes Feat.Linkin Park – We Made It
    minusMjöa, dieses Gerappe gibt bei mir grundsätzlich Abzüge in der B-Note, aber auch sonst klingt das wie fast alles, was LP da zuletzt produziert haben.

Woche vom 18.07 (Woche 29)

  • Platz 18 Crazy Loop – Crazy Loop
    minusminusminusWenn Interpret und Songtitel übereinstimmen schrillen bei mir schon mal die Alarmglocken und wenn der Titel auch noch ein Mm ma ma in Klammern verpasst bekommt, dann kommt es wahrscheinlich ganz schlimm. Tatsächlich schallen mir Gewummer, Fistelstimme und noch unzählige weitere Grausamkeiten entgegen.
  • Platz 12 Luciano Pavarotti – Nessun Dorma
    plusminus Häh? zum Zweiten. Würde ich keine Blogs lesen, dann hätte ich nicht in 394876 Beiträgen mitbekommen, dass diese Paul Potts-Geschichte gerade wieder für einen Werbespot aufgewärmt wurde, was natürlich die posthumen Chartserfolge von Big P. erklärt.
  • Platz 9 Ne-Yo – Closer
    minusOh, da macht einer auf Justin, wa? Für meinen Geschmack zu viel Gewummer und Fistelstimme (obwohl ich Ne-Yo nie auf eine Stufe mit dem Schrott von Platz 18 stellen würde).
  • Platz 2 Fady Maalouf- Blessed
    minusminusminusEin zufälliges Reinschalten ins Video brachte Zähne ziehende Zuckersüße und selbst wenn ich den Namen nicht shon im Wotschblog gelesen hätte, würde mir das nicht gefallen.

So, ein paar Lichtblicke gab es immerhin. Dann lasst mal Eure Meinungen hören!

  • minusminusminus Song hätte nie produziert werden dürfen und auch den/die „Künstler“ finde ich doof.
  • minusminus Auf dem Weg zur Unerträglichkeit und dem/den Künstler/n stehe ich wahrscheinlich auch skeptisch gegenüber.
  • minus Song gefällt mir nicht, aber den/die Künstler halte ich für ok.
  • plusminus Song ist mir relativ egal und je nach Laune würde ich zuhören oder abschalten.
  • plus Song ist ok, aber entweder nervt er auf Dauer oder ich stehe dem/den Künstler/n skeptisch gegenüber.
  • plusplus Ziemlich guter Song und auch der/die Künstler ist/sind mir sympatisch.
  • plusplusplus Song könnte ich andauernd hören und auch den/die Künstler finde ich gut.
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  1. Seltsamkeiten ist tatsächlich ein gültiges Wort, wenn man dem Firefox-Wörterbuch glauben darf. []
Dieser Beitrag ist Teil 6 von 20 der Beitragsserie Julias Chartspunkte

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

43 Gedanken zu „Julias Chartspunkte #6: Nachwehen der EM und viel Zucker“

  1. Tolle Sache, Minus-Sternchen für Titel zu geben, die du dir nicht mal angehört hast. Was kannst du sonst noch? Hellsehen? Übers Wasser laufen? :clap:

  2. So sehen also deine Bewertungen der Neueinsteiger aus. Aha. Gefällt mir und ich hoffe, sie kommen nun regelmäßig.

    Dein erstes „Hä“ kann ich allerdings nicht ganz nachvollziehen. :mrgreen:

    Bei jedem EM Spiel haben die Fans im Stadion den Refrain der „White Stripes“ gegröhlt, so dass, wer sich auch nur ein EM Spiel im Fernsehen angeschaut hat, diesen Song nie wieder aus dem Kopf bekommen wird. So ist es zu erklären, dass nach 5 Jahren dieser Song einen so hohen Einstieg zu erfahren hat.

  3. Brandy, sie ist da manchmal tatsächlich etwas rigoros. Aber wir verzeihen ihr das! 😉
    Übrigens mag ich „No Air“ total gern; na, macht ja auch der Chris Brown mit. 🙄

  4. 😆
    Also, wenn jemand coole Clubmusik mag, würde ich ihm raten, mal unverbindlich in die B-Seite der Monrose-Single reinzuhören. After Making Love ist (wie auch Strike The Match) alles andere als Zuckerwattenpop. Da werden die Monrosen aber wohl leider nicht mit durchkommen, weil ihnen (nicht nur bei Julia) das Casting-Kika-Kinderimage wie Zuckerwatte an der Backe klebt. Schade eigentlich. :kopfwand:

  5. Brandy (Willkommen :mrgreen: ), die Beurteilungen mögen stellenweise zu subjektiv sein, aber hier haben wir es ja mit meinen Chartspunkten zu tun und ich halte nun mal Casting-Künstler für das schlimmste Übel der (Entertainment-)Welt. Klar, es gibt Ausnahmen, aber nicht in Deutschland und schon gar nicht im Bereich Pop.

    Dee, danke für die Verteidigung :mrgreen: Lag es daran, dass ich Chris Brown wirklich angehört und auf „legitimem“ Weg zum Schluss gekommen bin, dass ich das nicht mag?!?

    Heike (bist erst im Spam gelandet…). Das mit den White Stripes habe ich im Nachhinein auch erfahren (und vergessen zu erwähnen 😳 ), aber ich war bei keiner öffentlichen Leichenaufbahrung und habe auch sonst keine Sekunde EM geguckt.

  6. Julia, nichts gegen Subjektivität, aber man sollte seine Glaubenssätze („deutsche (!) Castingleute sind eh grundsätzlich bäh“)wenigstens hin und wieder mal mit der Realität abgleichen, ob sie (noch) stimmen. Just my 2 cent. =)

  7. Den Abgleich mit der Realität erhält man doch mit jeder neuen Staffel von Popstars und DSDS und wie sie alle heißen!

    Was aber niemand weiß, ist dass sämtliche Ergüsse von den No Angels, Monrose, Nu Pagadi, Thomas Godoj, Alexander K., Daniel Küblböck, Brosis und Konsorten in meiner Sammlung einen Ehrenplatz haben (Hinweis: diese Namen habe ich aus dem Gedächtnis aufgeschrieben xD ) und ich immer nur so tue, also ob ich britische Indiebands so toll finde, weil die nämlich alle keine richtige Musik machen und die Käufer lieber auf den Diddä und D! hören sollten, was qualitativ hochwertige Musik betrifft.

    Die Musik als solche mag vielleicht noch erträglich sein, aber für mich gehören genauso die Umstände zum Produkt dazu. Die Indoktrinierung der Casting-Shows finde ich schrecklich und dementsprechend alles was dazu gehört. Der Fernsehzuschauer wird manipuliert, indem er/sie dazu genötigt wird, dieses ganze Zeug zu kaufen.

    Umgekehrt mag man mich verurteilen, weil ich Bands wegen ihrem komischen Akzent, ihrer witzigen (selbst geschriebene) Texte und/oder verrückten Videos gut finde.

  8. Ja, die Welt ist so schön übersichtlich, wenn man an allem ein Zettelchen dranhängen hat: Das ist Indie und korrekt. Das ist Mainstream und solala. Und das ist Casting und bäh. Da spart man sich wirklich viel Zeit mit selber hören… :gott:

  9. Wieso Zeit sparen? Gerade wenn man Musik hört, die nicht alle 3 Minuten auf Viva-MTV oder im Radio läuft, muss man sich selber drum kümmern, das anzuhören und entscheiden, ob es einem gefällt. Ich mag einfach Musik, bei der man hört, dass die Musiker Spaß bei der Sache haben und die nicht bis zum Anschlag auf Kommerzialisierung getrimmt ist. Sowas hat man nach drei Wimpernschlägen vergessen, weil es weichgespülter 08/15-Pop nach Erfolgsformel ist.

  10. Habe gerade in die Übertragung der Loveparade reingeschaut. Am Wegesrand nicht anders, als bei den EM Spielen. Allerorts wird die Hymne von den „White Stripes“ gesungen. Ich mach mir gerade meine eigene Loveparade im Wohnzimmer und habe mir „God is a DJ“ aufgelegt.

  11. Also ich bin ja begeisterter DSDS Zuschauer! Aber eigentlich nur um mitzuerleben wie dumm die Menschen wieder auf jeden Marketing Trick der Fernsehsender hereinfallen. Die Sieger der diversen Casting Shows gewinnen diese sicherlich nicht ohne Grund. Sie haben die Aufgabe für zumindest ein Jahr irgendwie als Produkt zu funktionieren. Und das kann man sicherlich nicht absolut talentfrei bewältigen. Eben dieses Funktionieren ist es was dann Leuten wie Godoy oder wegen mir auch Monrose so negativ angekreidet wird. Ich denke schon, daß diese Leute teilweise wirklich sehr gut singen können. Man hat einfach nur das Gefühl, daß einem befohlen wird was man gutzufinden hat. Diese ganze Verwertungsmaschinerie mit Show, Berichterstattung in Talkshows und Nachrichten(!) des jeweiligen Senders, Kooperation mit Jugend- und TV-Zeitschriften, gezielte Lancierung von Titeln auf Radiostationen, die „die Hits der 80er, 90er und von heute“ spielen, etc.pp.trägt sicherlich auch zum negativen Image des Künstlers bei. Dies in Zusammenhang mit der gnadenlose Abzocke von Zuschauern bei eben diesen Shows, führt eben dazu, daß man diese unmündigen „Handwerker“ (ich verwende bewusst nicht den Namen Künstler) nicht gerade gut finden kann. Und letztendlich behaupte ich mal, daß die wenigsten von Julias jugendlichen Gitarrenbands wirklich Indie sind. Sie machen einfach nur ihre eigene Musik und singen nicht einfach herunter was ihnen vorgegeben wird.Und das reicht doch schon!

    … Wieviele Zeichen hat man eigentlich im Kommentarfeld? 😉

  12. Deine Zeitersparnisse in allen Ehren, aber wie intensiv hast Dich schon mit den Thema Casting und den darausentstehenden Produkten rumgeschlagen? Wie? Nur DSDS und Popstars geschaut? Ich bitte Dich einmal (!) eine unverhaeltnismaessige große Zeit in das Thema zu investieren, am Beispiel der ignorierten „Castingkinderplastikpuppenband“ Monrose. „Der weg vom subjektiven Vorurteil zum eher objektiven Urteil ist nicht immer leicht, aber begehbar…“

    http://tomswochenschau.wordpress.com/2008/02/06/monrose-selbsterkenntnis-und-die-kunst-von-heute/

    Gruß

    Tiago

  13. Jaja…die ganzen Fußballlieder. Aber gerade die zeigen ja auch dass die Charts sowas von garnicht aussagekräftig sind. Viele Modeerscheinungen. Bei diesen Neueinsteigern sind keine Lieder bei die ich hören würde…man oh man!

  14. Ich verstehe nicht wieso sich die Freunde von Weichspülpop und Castingbandmusik so über Julias Punktevergabe echauffieren.
    Jedermann hat ein anderes Verständnis für Musik, und die Geschmäcker sind nun mal verschieden. Gesetz dem Fall ihr würdet so eine Punktevergabe machen, und es taucht ein Lied der Kategorie „Heimatmelodie“ auf, wie z.B. von Heino, so bezweifle ich das sich da vom normalen Popkonsumenten auch das Lied angehört wird um dann Punkte zu geben.
    So ähnlich würde es mir auch gehen. Und um ehrlich zu sein, ich hätte in dem Fall der hier genannten Band ebenso gehandelt. Denn in meinen Augen werden die „Gewinner“ von Castingbands von den Machern des ganzen nur ausgequetscht um den schnellen Euro zu machen. Bleibt dann nach einem Jahr der weitere Erfolg aus, wird der Künstler dann fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel… auch von vielen „sogenannten“ Fans. Und solange solche Künstler und Bands nur Weichspülpop singen müssen, wird sich das auch nicht ändern. Denn diese Musik ist nun mal dazu ausgelegt um mit möglichst wenig Aufwand in (und für) kurzer Zeit viel Geld einzufahren.
    Und um so etwas nicht zu fördern, dazu bin ich zu sehr Musikfreund, mache ich ebenso einen großen Bogen um den ganzen Castingkram. Das will ich mir nicht antun, dafür liebe ich gute Musik (und damit meine ich Musik die mir auch länger als ein Jahr im Ohr bleibt) zu sehr. Also so gesehen kann ich Julia da vollkommen verstehen.
    Seht Euch doch mal die Charts an, in ein zwei Jahren ist der Großteil der dort plazierten Lieder (und vielleicht auch Künstler) vergessen! :motz:

  15. Heike, viel Spaß :mrgreen:

    So und nun kommen wir nochmal auf Monrose und Konsorten zurück!

    Postpunk, du hast sehr treffende Gründe vorgebracht („Handwerker“ gefällt mir 😉 ). Und natürlich hast du recht, dass viele Bands, die ich mag, nicht (mehr) Indie sind. Auch ich mag Musik, die in den Charts ist und sie gefällt mir besser, wenn die Produktion stimmt (das hörbare Hinterzimmerflair muss nicht sein).

    Außerdem ist Indie ja keine wirkliche Musikrichtung, sondern wie Brandy schon sage, eher ein Zettelchen, wo viele verschiedene Stile reingesteckt werden. Ja, ich mag am liebsten was mit Gitarren und generell nicht das was Andi treffend als Weichspülpop bezeichnet hat.

    Andi, dir stimme ich voll und ganz zu :mrgreen:

    Nun zu Tiago – dein Gastbeitrag bei Tom ist sehr, sehr lang und auch die 93 Kommentare zum Ursprungsbeitrag muss man erst mal lesen. Im Prinzip stimme ich aber Tom zu und verweise der Einfachheit halber auf seine Kommentare (z.B. den hier). Was Andi zuletzt sagte, hat Tom übrigens ebenfalls in einen Beitrag gepackt (wo ich damals meine Zustimmung im 1. Kommentar gegeben habe).

    Daneben geht es in Toms und Tiagos Beiträgen eigentlich nicht nur um Castingbands im Allgemeinen, sondern um Monrose im Speziellen. Deshalb verweise ich den interessierten Leser in dorthin. Hinweis: Zeit mitbringen! Es lohnt sich jedoch, da die Diskussion recht sachlich und mit guten Argumenten auf beiden Seiten geführt wird.

  16. „Tiago, könntest Du bitte Deine Meinung hier formulieren?
    Danke!“

    Postpunk, ganz kurz: Es erscheint etwas sinnlos meine Meinung hier kund zu tun, ohne, dass sich die Gespraechspartner merklich, unvoreingenommen und intensiv mit dem Themenkreis (Casting/Moral/Kapitalismus/Monrose/Musik/Pop etc…) auseinandergesetzt haben.

    Deine Argumente belegen meine Annahme; ich habe sie zuvor tausendfach zu Ohren bekommen und ebenfalls so oft auseinandernehmen muessen. Dieser Dialog greift zweifelsohne in tiefe Grundanschauungen, wie Du vielleicht ahnen solltest – und deshalb ist es allmaehlich so weit, ihm eine Voraussetzung fuer die Gespraechspartner zu schenken: Sich in diesem Gebiet bestens orientieren zu koennen.

    Dafuer muessten die 99 Beitraege und der laengere Artikel bei „Toms Wochenschau“ reichen, hoffe ich.

    Julia, wie gesagt, ich bin unter diesen Umstaenden gern bereit zu diskutieren… 😉

    Gruß

    Tiago

  17. Tiago, danke für die ausführliche Kurzversion 😉 Aber zu diskutieren gibt es da nicht viel, denn erstens habe ich diesen Beitrag hier nicht über Castingbands geschrieben und zweitens vertrete ich ziemlich genau Toms Meinung, die er in seinen Kommentaren ausgedrückt hat. Es wäre überflüssig, wenn ich seine Argumente nochmal wiederhole und du nochmal deine.
    Meine Sicht ist keinesfalls objektiv (deswegen meine Sicht) und die Meinung, dass ich Castingbands grundsätzlich nicht mag, ist auch ein Kriterium um den Überfluss an Musik ein wenig einzugrenzen. Das passt zu deinem Beispiel mit den Zwillingen (unvoreingenommener Musikgenuss vs. vorgefertigte Meinung). Gründe für diese Ablehnung hat Postpunk treffend formuliert und ich bleibe dabei, denn es gibt mehr als genug Musik, die mir nur wegen der Musik gefallen würde. Deswegen habe ich für mich beschlossen, dass der Rest des Produktes bestimmte Kriterien erfüllen muss, damit ich entscheiden kann, dass ich das Gesamte mag.

  18. @Julia:

    Naja, ich muss Dir wahrscheinlich nicht sagen, dass ich diese Einstellung zur Zeitersparniss schwach, eig. zum Davonlaufen finde(wieso hab‘ ich „drueben“ zu Genuege im Munde gefuehrt). :kopfwand:

    Ich habe nichts gegen die ‚Allesistsubjektiv-Fraktion‘, nur stoeren mich Spekulationen ohne Grund und Boden, die, und das kommt hinzu, nicht ein Funken Wahrheit innehaben. Diesen Vorwurf musst Du Dir mit Deiner Einstellung einfach an die Stirn halten lassen.

    So far,

    Tiago

  19. Postpunk, das war auch die eigentliche Intention meines Artikels!

    Tiago, was genau möchtest du denn von mir? Dass ich mir objektiv Monrose anhöre? Das geht ja nicht, wie du selber weißt. Dass ich meine Meinung ändere? Das habe ich schon getan und zwar genau in die andere Richtung. Castingbands fand ich noch zwar nie gut (und auch du meintest, dass die fast alle schlecht sind), aber fand Pop (im engeren Sinne) früher ganz gut, hatte sogar zwei Celine Dion-Singles (für ein Album hat es dann doch nicht gereicht). Ich würde zwar behaupten, dass die Kanadierin eine wesentlich bessere Stimme hat als die drei Mädels, aber ansonsten kann man das schon vergleichen. Das Entscheidende ist jedoch, dass ich das heute nicht mehr mag. Und RnB/Soul mochte ich noch nie so wirklich, wie man auch bei allen bisherigen Ausgaben der Chartspunkte ablesen kann.
    Zusätzlich zum Chastingband-Stigma weiß ich deshalb, dass mir Monrose nicht gefallen wird.
    War dir das genug Grund und Boden?

  20. Postpunk, ich glaube wir können die Sache abhaken! Mein Kollege hat nämlich gerade, nachdem ich ihm die Geschichte erzählt habe, Strike The Match vorgespielt (per Stream) und der Song ist grässlich! Passt so richtig in mein Nicht-Beuteschema und insofern bleibe ich erst recht bei den drei Minuspunkten!

  21. Hallo Julia,

    ich glaube Du und Postpunk denkt wohl, dass ich Monrose als eine (Welt-)Religion verstehe und alles und jeden zur gewünschten Bekehrung erbitte. Wenn ja, dann missversteht Ihr beiden meine Anwesenheit grundlegend.

    „(minus-minus-minus) Schon aus Prinzip. Auch ohne Anhören vermute ich mal zuckersüßen, weichgezeichneten Allerweltssoftpop und sowas kommt nicht in meine Ohren.“

    Die Begründung dafür, dass Du den Song nicht anhören wolltest: Du spekulierst „Allerweltssoftpop“. Gut, dachte sich mein gesunder Menschenverstand. Die nette Dame begründet ihr Vorgehen auf ein Vorurteil(Strike The March ist kein „Allerweltssoftpop“, das solltest Du spätestens jetzt wissen), also spreche ich sie darauf an und verdeutliche meine Einstellung im zweiten Beitrag…

    „[…]nur stören mich Spekulationen ohne Grund und Boden, die, und das kommt hinzu, nicht ein Funken Wahrheit innehaben.“

    > Dass ich meine Meinung ändere?

    Zuersteinmal weise ich Dich darauf hin, dass Deine Meinung vorurteilhaft und überaus unvorteilhaft werden kann(zum Teil schon ist), weil Du. m.E. dadurch vieles Schönes verpasst. Mehr nicht. Wie oder ob Du Deine verblendete Meinung ändern kannst, willst und wirst, steht noch auf einem anderen Blatt Papier, auf das ich gleich etwas konkreter eingehe: die Verblendung a.) in Hinblick auf den Generalverdacht, bei Monrose handele es sich um „Allerweltsoftpop“ und die Verblendung b.) in Hinblick auf die Verkommerzialisierung im TV(was Du Castingband-Stigma nennst)

    > Dass ich mir objektiv Monrose anhöre? Das geht ja nicht, wie du selber weißt.[…]
    Ich würde zwar behaupten, dass die Kanadierin eine wesentlich bessere Stimme hat als die drei Mädels, aber ansonsten kann man das schon vergleichen.

    Genau hier fängst Du an es Dir erheblich (zu) einfach zu machen, und genau hier fängt Dein logisches System der Subjektivität zu schwächeln an. Zur Betrachtung und Bewertung(Gesangsstimmendiagnostik) der Stimme bieten sich etliche objektiv festzustellende Kriterien an, wie z.B. die exakte Stimmlage, das vorhandene Stimmenvolumen, die Stimmfarbe(akustische Rauhigkeit, Behauchtheit, Pfeifenstimme etc…), die Güte des Passaggios(Uebergang der Gesangsregister: Modalstimme zu Mittelstimme, Mittelstimme zu Kopfstimme), die Intensität des Vibrato. Dabei gibt es Variationen der perfektionierten „Parameter“, die viele Menschen ähnlich angenehm empfinden. Man redet dann von der intersubjektiven Wahrnehmung, die sich der Objektivitaet als Solches schon nähert. Wenn Du die Stimmen schon bewertest, dann tue Dir kein Zwang an, sie auch anhand der von mir genannten Parameter zu vegleichen. Ja natürlich, ich weiß, wir tragen alle als einzelne INDIVIDUEN eine gefärbte Brille, bessergesagt, wir sind gefangen im Käfig unserer eigenen Subjektivität. Die Vergangenheit, die sich über die Gegenwart in die Zukunft fortsetzt, mit all dem Wissen, den persönlichen Erfahrungen, Grundhaltungen, Ueberzeugungen, Zu- und Abneigungen und festen Vorurteilen. Aber Du berufst Dich hinsichtlich Deiner Meinung von Castingacts auf Postpunks Argumente. Nullargumente?Genau, denn Castings gab’s schon immer, nur nicht im TV. Eure Reaktionen sprechen u.A. dafür, dass Euer beider Selektieren der Musik eine durch die Verkommerzialisierung (vor allem im TV) provozierte Verblendung ist. Die Meinung über die kommerzgetriebene Branche teile ich, aber genau so teile ich die Meinung, dass die Vorgänge von einander differenziert werden. Ich rede von der Verblendung, weil ihr für ein und alle Male verstehen solltet(was ihr bei näherer Auseinandersetzung ganz bestimmt schon getan hättet), dass die Künstler davor als Castingteilnehmer und danach als Künstler unabhängig fungieren, also unberührt von Eurer jeglichen Kritik bleiben. Der Künstler macht nämlich die Musik. 😉

    Und bezüglich Deiner Annahme, STM wäre „Allerweltssoftpop“, und damit auch alles was Monrose herausbringen würde(diese Meinung bestätigst Du im vorletzten Satz Deines letzten Posts) – diese Voreinstellungen solltest Du schnellstens überdenken. Wie ich schon in meinem Gastbeitrag bei „Toms Wochenschau“ erwähnte: eine „zivilisierte“ Person, aber gerade als musik-/medienkritisscher Mensch, sollte man in der Lage sein, die Hülse bestimmter eigener Meinungen (nicht unwahrscheinlich Klischees verschiedener Aspekte) (und es besteht bei Dir derzeit Bedarf) mit der Realität abzugleichen, und bei Bedarf fallen zu lassen. Auch die Beschränkung der Musik auf RnB/Soul erscheint mir als Kenner ihrer Musik mehr als ungerechtfertigt. Ach.. aber was solls, Deine Antwort wird sowieso (umschrieben) wieder lauten: alle und alles ist Subjektiv. xD

    PS: Um Deine erste Frage zu beantworten: Ich bin nicht speziell darauf aus, Dich zu überzeugen. Du sollst lediglich wissen, dass es (ganz) andere Meinungen gibt.

    PS2: Falls Du es Dir selber zulaesst: http://ichsagpop.wordpress.com/2007/06/12/monrose-live/

  22. Liebe Julia, wie Du auch habe ich bisher recht wenig von Castingbands und die ganze Show drum herum gehalten. Aber im Gegensatz zur Dir hasse ich Schubladen, Schablonen und die entsprechende Denkweise. Gerade deshalb war und bin ich immer noch sehr erstaunt, wenn nicht zu sagen begeistert, was die Musik,das Talent und insbesondere die Entwicklung von Monrose betrifft.
    Alleine Mandy hat nach übereinstimmenden Urteilen vieler Musikkenner eine ganz große Stimme und vielleicht hörst Du mal genau hin.
    Ich habe jahrelang als DJ in verschiedenen House, Funk und Black Discos gearbeitet, selbst Musik gemacht und ich kann dir nur einen Tipp geben. Höre dir Strike the Match und After making Love mal ganz genau oder in deinem Falle überhaupt mal an, es ist große Klasse, sehr individuell und wenn ich eines nicht verstehe, dann ist es die Tatsache, dass Du einen Song bewertest, den Du nicht kennst. Spricht nicht unbedingt für dich. Selbst wenn Du deine Meinung als rein subjektiv betrachtest, aber wie gesagt es wirkt schon sehr befremdlich und leider wertet es deine sonst in manchen Fällen verständliche Meinung völlig ab. Schade, und mach dich mal frei von Vorurteilen, im richtigen Leben bringt dich das auch nicht weiter.

  23. Downbeat und Tiago, jetzt wird es beleidigend und persönlich! Ich lasse mir nicht vorwerfen, dass ich nur weil ich Castingbands ablehne (mit Begründung!) ein schlechter Mensch bin. Ich habe mir Strike the Match angehört und es gefällt mir wirklich überhaupt nicht.

  24. Bezüglich der Nullargumente werde ich mich nicht äussern, denn Du willst es nicht verstehen! Wie denn auch? Wenn man Tante Google etwas bemüht, dann merkt man sehr schnell, daß Du Monrose wirklich als Weltreligion betrachtest.

    P.S. So ganz nebenbei: Als Gast sollte man sich etwas benehmen!

  25. Hallo alle zusammen,
    sind wir nicht alle ein bisschen vorurteilsbehaftet?!
    (Wenn ich den Begriff Britpop höre, schalte ich schon auf Durchzug. 😛 )
    Im Prinzip ist es klar, dass ein Sound wie der von Monrose bei Julia keinen Blumentopf gewinnen wird. Und deshalb sei ihr die Ablehnung von vornherein auf ihrem Blog auch gestattet.
    Das allein schreckt mich nicht ab. Ich habe eher ein Problem damit, wenn man als Hörer bestimmter Musikrichtungen blöd angemacht wird. Soweit ich das beurteilen kann, hat Julia das hier noch nie gemacht. Ich jedenfalls gebe hier immer mal gern zu, dass ich einige dieser Pop-Sachen super finde, ohne dass ich befürchten muss, dass sie mir die Blog-Freundschaft kündigt.

    Wäre schön, wenn sich alle wieder beruhigen und jeder einfach seine Musik hört und liebt, egal ob Casting, Indie oder Bon Jovi! 😉

    Sorry, aber ich bin halt ein wenig harmoniebedürftig…

  26. Hallo Julia, ich weiss nicht wie Du darauf kommst, dass mein Post beleidigend sein könnte? Ist er meiner Meinung nach nicht im Geringsten. Dafür gibt es keinen Grund und auch keinen Anlass. 😕
    Das ist doch eine Meinung, Du hast dir STM angehört und wenn es dir jetzt nicht gefällt, ist das für mich ok.

  27. Auch ich zähle mich zu denen, die schon mehr als genug Lieder von Monrose ertragen durften und daher kein weiteres mehr hören müssen. Egal ob da tatsächlich auch mal eines dabei sein könnte, welches in meinen Ohren mehr Nachhall findet. Wenn die jetzt über Jahre hinweg gute Musik machen würden -subjektiv!- dann würde ich mich vielleicht an sie gewöhnen. So wie Depeche Mode 10 Jahre und stetig übler werdende CDs gebraucht haben, um mich zu entwöhnen…. 😆

  28. @Julia: Beleidigend war ich doch gar nicht! Aber, dass Dich mein Beitrag so verletzt, haette ich nicht gedacht. Sorry.

    @Postpunk: Du bist hier das einzige Subjekt, das mich aufheitert. Weiter so! 😉

    @Wolli: Vielleicht, vielleicht wird es so kommen…

    Edit: Julia, Du kannst meinen Beitrag sorgenlos loeschen.

  29. Downbeat und Tiago, Ihr habt mir beide vorgeworfen, dass meine Vorurteile gegenüber Castingbands eine Lebenseinstellung seien und das empfinde ich schon als Beleidigung.

    Ihr habt meinen kleinen Satz zu Monrose viel zu Ernst genommen und es vielleicht als persönliche Beleidigung aufgefasst. Wahrscheinlich erlebt man es als Monrose-Fan des Öfteren und es erscheint ungerecht, dass die drei Mädels mit dem ganzen restlichen Schrott in eine Kiste geworfen werden.

    Doch wir sollten nicht vergessen, dass dies hier mein Blog ist, wo ich meine persönlichen Meinung kund tue. Wenn ich einen Song empfehle, dann kann man mir zustimmen oder nicht und das war es dann. Wer einen grundsätzlich anderen Musikgeschmack hat, darf gerne dies Beiträge gerne überspringen oder mich gar völlig mit Missachtung strafen. Aber bitte keine Grundsatzdiskussion darüber anfangen, dass Geschmäcker verschieden sind.

    Tiago, deinen Kommentar werde ich nicht löschen, denn du hast dir da viel Mühe gegeben und Zeit investiert und überwiegend sachlich argumentiert.

    Postpunk, dir danke ich für die Recherchen und die Rückendeckung 🙂

    Dee, ebenfalls Danke! Auch ich bin harmoniebedürftig und etwas verwirrt durch die ganze Geschichte hier!

    Wolli, wollen wir über Depeche Mode streiten? Die mag ich nämlich auch nicht so gerne…

  30. „Ihr habt meinen kleinen Satz zu Monrose viel zu Ernst genommen und es vielleicht als persönliche Beleidigung aufgefasst.“

    Viel zu Ernst, das ist eine gute Frage, bei der ich Gefahr laufe sie einfach missverstaendlich zu beantworten, und deshalb lege ich sie willentlich bei Seite, wissend, dass ein sogenannter Postpunk, so etwas nicht im Ansatz zu verstehen mag…

    Als Beleididung, ganz ehrlich?? Ich und andere Monrose-Zugeneigte sind da schon sehr unsensibel geworden, weil wir auf unserem Wege vielen „Ignoranten“ (in allen vorstellbaren Varianten) begegnet sind – das ist wahrlich nicht in jedem Fall guenstig, weil man die Kritiker von Mal zu Mal undifferenzierter betrachtet. Ich persoenlich bemuehe mich diese Entwicklung weitestgehend zu unterdruecken.

    „Aber bitte keine Grundsatzdiskussion darüber anfangen, dass Geschmäcker verschieden sind.“

    Julia, genau das ist nie die Absicht gewesen. Ich habe meine Position als Fan der Gruppe lediglich genutzt, um als Gegenkraft in diesem Blog, zumindest die Auseinandersetzung mit dem Thema Castingbands(und allen oben genannten Themen)Eurerseits zu bewirken – diese voreingenommene Bewertung finde ich nicht immer, aber oft zum Davonlaufen(genau dann, wenn man die Hintergruende wirklich kennt!).

    Nun lass ich Euch in Ruhe, in der Hoffnung, die Verwirrung Deinerseits war nicht der einzige Impakt.

    Grueße

    Tiago

  31. Ich mag nicht über Depeche Mode streiten. Violator ist eine der genialsten CDs die ich kenne. Auch die Songs of Faith and Devotion waren hörbar, 101 ist eine der wenigen Live-CDs die ich mir gerne anhöre. Aber danach setzte so ein gewisser Abwärtstrend ein…

    Aber zurück zum Thema: ich spreche diesen gecasteten Bands keineswegs Gesangstalent ab. Aber ich finde die alle sooo gnadenlos austauschbar. Wenn ich -nur als Beispiel- Björk höre, die ich auch nicht abkann und nicht mag, so ist es doch etwas unverwechselbares. Wobei hier jeder seine Vorlieben hat, und Mili Vanili hatten ja auch viele Fans, die Lieder waren hörbar, aber eben nichts was ich mir kaufen würde. Irgendwer sagte zu sowas mal Fahrstuhlmusik. Meinen präferierten Musikstil von Deine Lakaien über Wolfsheim u.a. würde ich auch niemand aufzwingen, aber ich finde es nicht so fahrstuhltauglich. Und da ich es eben nicht im Fahrstuhl höre und dennoch hören will kauf ich es. Monroase und die Angels und die Popstars höre ich in Radio, Kaufhaus, Fahrstuhl. Da brauch ich dann keine CD von kaufen.
    Aber seht die Kommentare mal alle etwas entspannter. Wir wolln doch nur spielen 😛

  32. Julia,

    ich finde Deine Bewertung zu „Strike the Match“ von Monrose auch unverschämt! Ich hätte mindestens 5 Minuspunkte vergeben 😉

    Gruß

    tom

  33. Nun muss ich doch auch noch meinen Senf dazu geben, liebe Julia.

    Ich finde deine subjektive Chartlise völlig in Ordnung. Aber auch mir ist die Begründung: Brauch ich mir nicht anhören, kommt mir nicht auf die Ohren ein wenig säuerlich aufgestossen.

    Wenn ich gelesen hätte – habe ich gehört, finde ich scheisse, gefällt mir nicht, dann hätte ich absolut kein Problem damit.

    Warum ist mir das ausgestossen. Nicht, weil ich Monrose-Fan bin, sondern weil ich was gegen pauschale Vorurteile habe – übrigens genau so wie du, die Indie-Musik bevorzugt. Die Bewertung von Musik ist immer höchst subjektiv – was macht einem Spass, welche Musik kann einem Vergnügen bereiten. Wenn die Bewertung aber nur über die „Herkunft“ der Interpreten geschieht, dann schränkt es ein. Weder ist ein Künstler gut, weil er selbst seine Songs schreibt und ihn niemand kennt noch weil er in den Charts auf die #1 geht. Wenn wir aber anfangen, beide mit Vorurteilen zu belegen, weil sie a) niemand kennt und sie somit eh nichts taugen oder b) weil sie ja eh nur „Produkte“ sind, dann schränkt man sich ziemlich ein.

    Ich persönlich mag mich nicht einschränken. Mir ist es egal, ob jemand eine Castingherkunft hat oder sich angeblich 5 Jahre im Keller die Finger blutig geschrammelt hat. Mir ist nur wichtig: Gefällt es mir oder nicht. Mich interessiert es nicht, ob jemand seine Songs selbst schreibt oder ob er „nur“ Songs von guten Songwritern interpretiert. Ich finde Elvis immer noch Wegweisend, obwohl er seine Songs nicht selbst geschrieben hat. Und Frank Sinatra halte ich immer noch für einen der besten Künstler des letzten Jahrhunderts. Ich finde es nach wie vor unfair, das eine Reihe Künstler die arabischstämmig sind und auf dem Weg international Karriere zu machen, schlagartig mit dem 11. September 2001 keinerlei Chance mehr erhalten.

    Zum Schluss – ist dieser Künstler nun schlecht, weil er arabischstämmig ist oder weil dir das Lied nicht gefällt? (hör es dir zu Ende an).
    http://de.youtube.com/watch?v=nUbzX3izyw4

  34. Tom, das war jetzt aber voll ungerecht und mies von dir! Menno!

    Wolli, Fahrstuhlmusik? Passt! Dauerberieselung? Zur Genüge! Vielleicht höre ich mir ja mal die älteren DM-Alben jan 😉

    jodelkönig, (Willkommen!) die Editier-Funktion stand dir nicht zur Verfügung, weil dies ein erster Kommentar war.
    Zum Kommentar selber:
    – Natürlich kann man mir vorwerfen, dass ich die Minuspunkte gegeben habe, ohne mir das anzuhören, aber das war nicht das erste Mal und im Rahmen der Chartspunkte ist diese Überspitzung gewollt.
    – Elvis ist ein Gott. Punkt. (Dass er nur einen einzigen Song selber geschrieben hat, ist hier irrelevant, da nicht vergleichbar mit der heutigen Situation.)
    – Ich habe mir den Song im Video angehört (gefällt mir nicht, weil es mir zu eintönig ist und ich den Text nicht verstehe), aber warum führst du das hier an? Es ist sicherlich unfair, dass arabischstämmgie Menschen (nicht nur Künstler) nach dem 11. September es schwerer haben, aber mir wäre das egal. Und ich habe zwar keine Statistiken, aber ich meine von dem bisschen, was ich mitbekommen habe, ist bei DSDS, Popsars und Co der Anteil der Kandidaten mit „Migrantenhintergrund“ relativ hoch.

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