Prince und seine ambivalente Einstellung zu Coverversionen

Vor drei Wochen wurde Prince hier schon mal erwähnt, weil er alle Videomitschnitte seines Radiohead-Covers zu löschen verlangte. Ich hatte schon in dem ursprünglichen Beitrag gesagt, dass ich es absurd finde, dass er die gecoverte Version nicht online haben möchte, während Thom Yorke von Radiohead das eher amüsant findet.

Umgekehrt jedoch möchte Prince nicht, dass von seinen Songs Coverversionen gemacht werden und er schickt seine Anwälte vor, damit die das regeln. Das war nicht das erste Mal, denn er hat schon Aktionen gestartet, wo das Anbieten von unlizensierten Prince-Artikeln auf YouTube, eBay und Pirate Bay etc. geahndet wurde[1] und verboten, dass überhaupt Bilder und künstlerische Erzeugnisse von ihm gezeigt werden[2].

Wie es schon am Mittwoch bei Wired/Listening Post hieß, geht er gegen eine norwegische 5 CD-Compilation mit Coverversionen seiner Songs vor. Das Unverständliche an der Sache ist, dass die Sache legal ist:

It’s perfectly legal to record and sell cover songs of someone else’s material, so long as you pay the compulsory licensing fee of about 10 cents per song. To sell their five-disc set of 81 Prince cover songs, they would have to remit around $8 per unit sold to Prince, under a compulsory mechanical license.

In den Kommentaren geht es hoch her zwischen denjenigen, die Prince verdammen und denjenigen, die vollstes Verständnis haben.

Auch im Rolling Stone Blog wurde darüber berichtet und in den Kommentaren meldet sich jemand, der angibt, von der Plattenfirma zu sein, die die Compilation Shockadelica veröffentlicht hat. Er meint

We are not sued by Prince or his management. We have been contacted by Prince’s publishers Universal Publishing, USA, who wrote a letter where they wanted us to send the rest of the cd’s to them for potential destruction.
My label, C+C Records, are under the impression that we’re allowed to releasde the covers, since we already had gotten a response from Universal Publishong, Sweden, where they indicated that “no-one can stop straight covers”. That’s why we released the tributealbum. This is a non-profit release.

Wie auch immer man zu Prince steht, wenn die Fakten stimmen, finde ich sein Verhalten ziemlich lächerlich. Es kann sich natürlich auch um einen Publicity Stunt von der Plattenfirma handeln und sie haben eine juristische Reaktion bewusst provozieren wollen, weil Prince’ Einstellung bekannt ist. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist die Compilation nämlich immer noch erhältlich bzw. wird es bald wieder sein und den Verkaufszahlen schadet diese Aufmerksamkeit sicherlich nicht.

  1. Rolling Stone Blog – Prince’s Message to Everyone: Stop Bootlegging My Stuff []
  2. Rolling Stone Blog – Prince Attempts To Alienate Entire Fanbase In One Fell Swoop []

Über juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

3 Gedanken zu „Prince und seine ambivalente Einstellung zu Coverversionen

  1. Im Gegenteil, filesharing wird genauso häufig als positiv wie als negativ angesehen. Also scheint es im Schnitt jedenfalls nicht zu schaden. Und warum sich gerade die größten Stars aufregen, die eh schon genug verdienen, versteh ich noch am Wenigsten.

  2. Schaps, da gab es wohl einige Studien, die zeigten, dass Leute, die Musik illegal runterladen, mehr CDs kaufen und dass Filesharing nur für einem Teil den Rückgang der CD-Verkaufszahlen zu verantworten ist. Dazu gibt es einen sehr interessanten Artikel.
    Aber Kid Rock hat es natürlich ein bisschen übertrieben, als er aufrief einfach alles zu stehlen, was sehr schön bei diesem Artikel auseinander genommen wird.

    Dee, mittlerweile wohl nicht mehr so viele :-) Aber er hat schon einige geniale Sachen gemacht!

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