Albumkritik: Architecture in Helsinki – Places Like This

Heute gibt es mal ein wenig Abwechslung in der Kritikrubrik, denn die Australier Architecture in Helsinki steckt man gerne in die Schubladen Avantgarde Indie Pop und Jungle/Dance. Dazu gehören auch Elektronikklänge und sowas lasse ich sonst eher ungern an meine Ohren. Doch das Album Places Like This hat mich so unglaublich begeistert, dass ich es mir runtergeladen habe[1].

Da die Musik so schön experimentell-abwechslungsreich ist und mit vielen verschiedenen Instrumenten aufwarten kann, gibt es heute auch wieder die komplette Songübersicht mit Punktevergabe.

  1. Red Turned White (3,5/5 Punkte)
    Geht los mit einer fallenden Bombe (oder so) und dann wird kräftig auf die Basstrommeln geklopft und leicht gekreischt. Dazwischen mischt sich dann öfter eine Orgel und sonstige seltsame Geräusche. Das könnte leicht ins Nervige abdriften, aber dann wird es wieder ruhiger. Perfekt als Albumeinstieg.
  2. Heart It Races (4,5/5 Punkte)
    Mein Lieblingssong und Auslöser für den Kauf des Albums. Hier gesellen sich Steeldrums und Chorgesänge zu den Basstrommeln. Den Song gibt es kostenlos in Nicoroloas Sammlung (Tipp von BeetFreeQ). Wirres Video
  3. Hold Music (3,5/5 Punkte)
    Zum ersten Mal sowas wie Gitarren, die aber von Trompeten und Kuhglocken (oder wie heißen diese metallenen Draufhaudinger?) unterstützt werden. Hat insgesamt was von den B-52’s. In der tiefen Stimmlage erinnert der Gesang an Franz Ferdinand. Klingt komisch, ist aber so.
  4. Feather in a Baseball Cap (3/5 Punkte)
    Ui, Synthesizer! Dazu eine glasklare Gitarre und wieder Trompeten und zwischendurch Computerspiel-Geräusche. Die Stimme ist der von Alex Kapranos wirklich sehr ähnlich.
  5. Underwater (3/5 Punkte)
    Es wird blubberig und die Stimme ein wenig verfremdet. Unterwasser halt. Das Blubber-Geräusch erinnert mich an diese VH-1-Sendung, wo im Video Blasen mit Informationen eingeblendet wurden. Kennt das noch jemand?!? Stellenweise etwas zu eintönig.
  6. Like It or Not (3,5/5 Punkte)
    Jetzt wird es ein wenig kindisch mit einer Mariachi-Trompete und waberndem Gesang, doch das gibt sich zum Glück schell wieder. Die dann einsetzende schrammelige Gitarre gefällt mir natürlich sehr gut.
  7. Debbie (3,5/5 Punkte)
    Begrüßung durch Becken und Kirmesmusik. Klingt komisch, ist aber so. Die Synthesizer passen da auch ganz gut rein. Hier wird wieder etwas gekreischt und in diversen Kritiken fiel öfter mal der Name Scissor Sisters. Das stimmt aber nur für einige Stellen des Songs.
  8. Lazy (Lazy) (3,5/5 Punkte)
    Wieder „angenehmer“ Gesang und eine verhältnismäßig traditionelle Instrumentierung. Zumindest bis auf das seltsame Zwischenspiel.
  9. Nothing’s Wrong (3/5 Punkte)
    Es wird wieder getrommelt und geschrammelt. Der Frauenchor stört mich ein bisschen, doch die Spaceeffekte kommen gut rüber.
  10. Same Old Innocence (4/5 Punkte)
    Hier wird nochmal fröhlich in die Tasten gehauen. Mein zweitliebster Song und hervorragend als Schlusspunkt für das Album gewählt.

Fazit: gute 3,5 von 5 Punkten für dieses erfrischende, energiegeladene und recht kurze Album. Die im Vergleich zu anderen hier vorgestellten Alben eher niedrige Wertung resultiert daraus, da ich mich erst an diese Musikrichtung gewöhnen muss(te). Durchaus möglich, dass sich diese Wertung in den kommenden Monaten erhöht.

Mehr Informationen zur Band gibt es auf der offiziellen Seite (innovative Navigation) und Reinhören kann man wie immer bei MySpace.

Zum Album gibt es die Texte zum Nachlesen und ein paar Albumkritiken, die aber nicht so begeistert klingen, da AiH angeblich früher besser waren. Kann ich nicht nachvollziehen (zu viel Experimente und Elektro ist auch nicht gut), denn mir macht es sehr viel Spaß, das Album zu hören. Ob ich allerdings die €18,95 für die CD bezahlen würde, ist fraglich, dann lieber runterladen, z.B. bei Musicload (€9,95 256kb/s), iTunes oder eMusic.

  1. Legal bei eMusic versteht sich. Wer Interesse an einem monatlichen Abo hat, darf sich gerne per Kontaktformular bei mir melden, denn dann bekommen wir beide jeweils 50 Songs gratis. []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

2 Gedanken zu „Albumkritik: Architecture in Helsinki – Places Like This“

  1. Du haust die Kritiken ja grade nur so raus, so schnell kommt ja gar nicht mit dem Probehören hinterher.
    Das Album ist mal was anderes, das man sich durchaus mal genauer anhören kann, zumindest wenn man nach den Klängen auf MySpace geht.

  2. Joa, diese Woche war es heftig :mrgreen: Jetzt kommt wieder eine kleine Verschnaufpause.

    Zum Album: leider gibt es die Songs nicht in vollständiger Länge, sondern immer nur 30-Sekunden-Samples (z.B. Last.fm, eMusic, imeem). Doch immerhin gibt es den besten Song als kostenlosen Download :hurra:

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