Quo vadis, 49suns?

Dies wird ein kurzer philosophisch angehauchter Beitrag zu einer Beobachtung, die ich gemacht habe. Irgendwie verändert sich mein Blog gerade und ich bin ein wenig auf Ursachensuche und ob das gut oder schlecht ist.

In den letzten Tagen und Wochen habe ich weniger geschrieben, da ich mich vor allem bei Themen, die häufiger anderswo erwähnt wurden, zurückgehalten habe. Das betrifft einerseits Blogging-nahe Themen (WordPress, Updates von WordPress, Twitter (positiv wie negativ), Gewinnspiele, Blogparaden, …) als auch gesellschaftliche und politische Themen (Aufreger der Woche etc.).

Stattdessen habe ich mich mehr auf regelmäßig wiederkehrende Themen konzentriert (Projekt 52, Albumkritiken, Liedzeilen-Quiz, Chartspunkte) und generell auf den Bereich Musik.

Ich glaube das geringe Beachten „heißer“ Themen liegt daran, dass ich so viele Feeds abonniert habe[1] und entsprechend schon gesättigt bin mit den Informationen und meine Gedanken wären nur eine unnötige Wiederholung. Außerdem ist es in den meisten Fällen so, dass ich höchstens genauso viel zur Diskussion beitragen könnte, wie die anderen Beiträge und deswegen ist es erst recht unnötig, wenn ich meinen Senf dazu gebe. Es ist (leider) so, dass ich für einen „seriösen“ Beitrag gerne ein wenig Informationen sammle und einen möglichst umfassenden Zusammenhang präsentieren möchte. Das bedeutet Arbeit, für die ich oft keine Lust und/oder Zeit habe und weil es andere viel besser formulieren können bzw. mehr zum Thema wissen.

Ich hoffe das ist auch im Interesse meiner Leser, dass sie jetzt nicht zum 9024. Mal lesen müssen, dass eine neue WordPress-Version erschienen ist (ohne eine zusätzliche Zeile), weil es hier nicht primär um dieses Gebiet geht. Wer meinen Blog abonniert, tut das (wahrscheinlich) nicht, weil er bzgl. WP auf dem neuesten Stand gehalten werden will.

Im Grunde genommen frage ich mich also, ob mein Blog individuell und einzigartig genug ist, um das Lesen zu rechtfertigen. Und ob das überhaupt wichtig ist (sowohl die Individualität als auch viele Leser). Und egal wie die Antwort ausfällt, warum sollte es verboten sein, dass mein Blog sich verändert? Immerhin bin ich der Entscheider hinter den Kulissen und mir soll es Spaß machen. Ist es nicht sogar bei privaten Blogs eine vollkommen natürliche Entwicklung, dass der Fokus sich hin und wieder ändert und verschiebt?

Nachdem ich meine Gedanken nun auf diese Weise ein bisschen geordnet habe[2], bleibt alles wie gehabt, d.h. ich schreibe einfach die Beiträge auf die ich Lust habe. In diesem Sinne wünsche ich ein schönes Wochenende und man liest sich!

  1. eine niedrige dreistellige Anzahl Feeds, die sich aus Nachrichten und Blogs zu vielen Themen zusammensetzen []
  2. Wozu Blogs nicht alles gut sind?!? []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

13 Gedanken zu „Quo vadis, 49suns?“

  1. Na klar liest man sich.
    Ich finde, man merkt, dass du dir bei jedem Beitrag viel Zeit nimmst bzw. Mühe machst. Und solange sich nun gerade das nicht ändert, brauchst du dir um deine Blog keine Sorgen zu machen.

  2. Veränderung ist nichts Beunruhigendes, soll auch sein. Und so etwas wie Selbstzweifel sind ein gutes Zeichen. Manchmal hilft auch eine kleine Pause. Auf jeden Fall weiter machen!

  3. Also mache Dir da mal keine Gedanken. Ich finde es wirklich sehr angenehm hier nichts von neuen WordPressupdates zu lesen. Ohne anderen Blogschreibern böses zu wollen, aber das wirklich jeder über ein neues Update informiert, und das auf dem Blog schon das update gefahren wurde (oder auch nicht), nervt mich schon ein wenig. Letzten Endes schreibt da jeder immer das gleiche drüber. 😐
    Ich finde es toll, das hier so viel Platz für Musik gelassen wird. Schön zu lesen wie sich jemand dafür so begeistern kann, und darum schaue ich auch immer wieder gerne vorbei.

  4. Ich schließe mich meinen Vorrednern an. 🙂

    Und anders als bei Blog-Beiträgen ist solch eine Wiederholung ohne relevante eigene Ergänzungen in einem Kommentar wie diesem ja noch vertretbar. :mrgreen:

  5. Danke Euch allen für die Zustimmung 🙂

    Ich habe mir noch ein paar weitere Gedanken gemacht und zu dem Schluss gekommen, dass ich weiterhin mehr (persönliche) Musikbeiträge schreiben werde.

    Andi, du hast das treffend formuliert mit den Updates 😉

    Postpunk, mein Musikgeschmack hat sich tatsächlich etwas verschoben im letzten Jahr. Einerseits eröffnen sich völlig neue Welten für mich (sooooo viel Musik) und andererseits könnte man es als Verschmälerung der Genreauswahl bezeichnen. Doch solange es mir gefällt, ist mir das egal :mrgreen:

  6. Das sich Blogs entwickeln ist doch normal und auch gut so. Und das sich ein Blog gerade thematisch ändert ist auch normal. Fängt es als „ursprüngliches“ Tagebuch an, geht es oft in die Richtung persönlicher Interessen. So etwas macht Menschen aus. Und Blogs die hinter dem Menschen stehen. Weiter so! 🙂

  7. Ich denke als Blogger muss man sich ständig neu erfinden um den Spaß nicht zu verlieren.
    Über WordPressupdates muss man wirklich nicht bloggen, zu politischen Themen schon wenn man etwas dazu zu sagen hat (vielleicht kann man sich ja ein nicht-mainstreamthema aussuchen). Über Musik kann man sicher schön bloggen, allerdings schreckt es die Leser mit einem anderen Musikgeschmack ab (95% deiner Musikbeiträge beende ich schon nach der Überschrift um ehrlich zu sein).
    Regelmäßige Rubriken sind zwar schön, aber bringen auch die große Gefahr dass diese dem Schreiber auf dauer als lästige Pflicht erscheinen und dann auch den Leser langweilen. Wobei ich allerdings finde, dass die Erläuterungen zu deinen Fotos meist die interessantesten Beiträge sind. Allerdings finde ich auch, dass dein Blog allgemein sehr viel unpersönlicher geworden ist.
    Außerdem warte ich noch auf den Beitrag auf den Weg zu akademischen Ehren.

  8. Liebe Julia,

    als jemand, der im Blog-Geschäft noch sehr neu ist (na gut, etwas über 1 Jahr), sage ich Dir: mach weiter so! Schreib über das, was DIR Spaß macht!
    Worum geht es beim Bloggen? Berühmt zu werden? Geld zu verdienen? Gehört zu werden? Nein! Meiner Meinung nach geht es darum den Moment zu erfassen und darüber zu schreiben. Und wenn Du -was ich glaube- nur ein privates Blg führst (wie ich auch), dann ist doch völlig egal worüber Du schreibst und wer das liest. Ich für meinen Teil finde es schon sehr interessant einfach mal nachlesen zu können was mir vor einem Jahr (länger blogge ich ja nicht) so durch den Kopf gegangen ist. Und wenn ich zum 500. Mal irgendwelche Meinungen wiederkäue: Google ist unser Freund und zeigt den Suchenden, dass es eben mehr als die „eine“ Meinung der politischen Kaste gibt!
    Gute Nacht

    der Luto

  9. flash, ich danke dir für die „aufmunternden“ Worte. Es ist schade, dass du die Musikbeiträge nicht liest, denn ich möchte ja gerade NICHT den Mainstream abdecken, weil ich glaube, dass es noch so viel mehr hörenswerte Musik gibt. Und wenn nur ein Leser sich dann die CD kauft, umso besser 🙂 Dass ich dadurch nur einen Bruchteil des Traffics abgreife ist mir egal, denn darauf kommt es mir nicht an.
    Und ich finde gerade dadurch, dass ich meinen Musikgeschmack vorstelle, ist das sehr persönlich. Uni-Themen bleiben wohl weiter unberührt (außer lustige Anekdoten), denn das passt nicht zu einem privaten Blog.

    Luto, guten Morgen :mrgreen: Du hast das ganz gut erfasst und ich finde mit über einem Jahr Erfahrung gehörst du schon zu den alten Hasen, denn die meisten halten nicht so lange durch.

  10. Musik ist halt Geschmackssache und wenn ich mich nicht so für die „Alternative“-Richtung begeistern kann brauche ich mir die Reviews nicht unbedingt ansehen. Obwohl ich einen Musikblog habe finde ich dass es ebenso sinnlos ist über Musik zu schreiben wie über Bücher zu tanzen. Ich finde das schöne an den Musikbeiträgen ist, dass man da nach 6 Monaten drin „liest“ und sich wundert was man toll fand.
    Ich habe es für mich persönlich als besser empfunden die Blogs Thematisch zu trennen. Das hat mir persönlich viel mehr Spaß gemacht auf 2 Blogs mit klaren Profilen zu schreiben als einem mit Mischmasch. Anscheinend hat es den Lesern auch gefallen. Erst danach sind die Leserzahlen wirklich in die Höhe geschossen (ich meine wiederkehrende Besucher und keinen bloßen Traffic).

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