„target oder nicht target“ ist nicht die Frage (Blog-Parade zu externen Links)

…, sondern ob valide oder nicht und ob Bevormundung oder nicht. Michael von den Greensmilies möchte wissen, ob man externe Links mit dem target="blank" versieht und da sage ich ganz klar nein, nie und niemals! Den einfachen Grund hat Siegfried schon genannt

Dieses Attribut gehört nicht zum Standard bei html 4.01 strict, bei xhtml 1.0 strict oder bei xhtml 1.1. Ich verwende html 4.01 strict und xhtml 1.1. Also kein target. Dieses ist ein Überbleibsel aus der Zeit der Frames-Seiten und heute überflüssig.

Auf die Validität und die Abkürzungen werde ich gleich noch eingehen. Doch vorher noch ein Tipp (genauso überflüssig ist target="#", das mit Pos1 auf der Tastatur ersetzt werden kann) und weiteres Argument, das ich auch bei Antjes Beitrag schon genannt habe:

Das Problem mit dem Verlassen der Webseite ist doch das Problem des Surfers: wer die externe Seite in einem neuen Tab bzw. Fenster öffnen möchte, klickt halt mit der mittleren (oder rechten) Maustaste statt mit der linken – das ist einfach und unkompliziert und alle, die es auf den Tod nicht ausstehen können, wenn man sie bevormundet (z.B. ich), werden nicht genervt, weil sie gezwungen werden, ein neues Tab/Fenster zu öffnen.

(Hervorhebung nachträglich hier eingefügt) Antje meinte daraufhin, dass sie es komisch findet, wenn externe Links nicht extern geöffnet werden. Das verstehe ich, aber das kann für mich kein Grund sein, das Attribut zu setzen. Antjes Argument mit dem WordPress-Plugin Link Indication[1] ist eigentlich ein Argument GEGEN das target-Attribut. Denn wenn neben einem Link das Symbol für einen externen Link erscheint, dann weiß der Leser, dass er die mittlere statt der linken Maustaste klicken kann/darf[2]. [Edit]Um nicht auf den Blogautor angewiesen zu sein, gibt es dafür die Firefox-Erweiterung Link Alert.[/Edit]

Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist, dass die neuen Tabs/Fenster im Hintergrund geladen werden (mit gleichzeitigem Drücken von Umschalt im Vordergrund) und ich in Ruhe den ursrpünglichen Text weiterlesen kann/darf und im Anschluss die interessanten, externen Seiten anschauen kann/darf. Hier gibt es keine Bevormundung und jeder kann nach seinem Belieben Surfen. So soll das sein!

Nun noch zur Validierung. Meine erste Homepage hatte ich vor ca. acht Jahren und ich bin relativ schnell dazu übergegangen, die Seiten valide zu gestalten, d.h. laut den Vorgaben des W3C-Konsortiums. Bei SELFHTML heißt das entsprechend „guter Stil“:

Definitive Richtlinien für „richtiges“ HTML gibt es nicht. Wohl aber gibt es Regeln, wie ein gültiges HTML-Dokument auszusehen hat. Auf jeden Fall ist es empfehlenswert, sich so weit wie möglich an den HTML-Sprachstandards des W3-Konsortiums zu orientieren.
[…]
Nun kann Ihnen niemand verbieten, HTML-Dateien zu schreiben, die nur von Netscape oder nur vom Internet Explorer korrekt angezeigt werden. Aber wenn Sie solche Seiten ins Netz stellen, sollten Sie wissen, dass Sie damit letztlich Ihrem Image schaden.

Das Schöne bei der Sache ist, dass es mehrere Varianten gibt, wie HTML 4.01 und XHTML 1.0 und evtl. noch Untervarianten wie strict und transitional (die Siegfried oben ansprach, mehr dazu bei SELFHTML). Jeder kann sich die Variante aussuchen, die ihm am besten passt. Ich habe mich hier für XHTML 1.1 entschieden (überprüfen) und versuche das einzuhalten.

Oft machen WorsPress-Plugins den ganzen Aufwand wieder zunichte, so dass ich die Dateien editieren muss[3]. Doch manchmal werden die eigenen Änderungen in das offizielle Plugin übernommen, wie z.B. meine Änderungen zu Counterize II, die seit der Version 2.11 integriert sind.[4].

Fazit: Wer seine Leser nicht bevormunden und seinen Blog valide halten möchte, der hat gar keine andere Wahl als auf target="blank" zu verzichten.

  1. Das verschiedene Links mit einem kleinen Symbol anzeigt. Ist hier bei mir auch im Einsatz und so werden nicht nur generell externe Links angezeigt, sondern auch, ob sie zu Wikipedia oder YouTube zeigen. []
  2. Das gilt mindestens für Internet Explorer, Firefox, Opera und Konquerer. Damit sind praktisch alle Linux- und Windowsnutzer abgedeckt. Case closed! []
  3. Die automatische Updatefunktion von WP 2.5 wird mir da noch Kopfzerbrechen bereiten. []
  4. Ich sehe gerade, dass der Blog den gleichen Hackerangriff über Coppermine wie ich erlebt hat []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

14 Gedanken zu „„target oder nicht target“ ist nicht die Frage (Blog-Parade zu externen Links)“

  1. Viele Leute wissen aber gar nicht, dass sie Links mit der mittleren Maustaste in einem neuen Tab öffnen, unglaublich aber wahr – ich habs schon oft mitbekommen.

    Mir ist das eigentlich ziemlich egal, ob die Links target=“blank“ sind oder nicht. Da ich meistens schon während des Lesens auf die interessanten Links klicke, würde ich sie sowieso in einem neuen Tab öffnen, da ich erstmal auf der aktuellen Seite zuende lesen will. Und deswegen schon von Bevormundung zu sprechen, halte ich für ein wenig hoch gegriffen. 😉

  2. Ich seh das wie Konna. Zu viele Leute wissen einfach nicht, dass man Links durch Klicken mit der mittleren (oder rechten) Maustaste im Hintergrund und in einem neuen Tab öffnen kann. Wenn es dann um externe Links geht, verwendet ich lieber target=“_blank“. Laut XHTML 1.1 transitional ist das ja auch zulässig und da mein Blog im Header so definiert ist, ist er sogar eigentlich valide.

  3. Ja, das mit der Maustaste wissen viele nicht, aber es ist Zeit, dass das geändert wird und wenn es keinen Grund gibt, das zu lernen, wird es nie was!
    Meine Meinung mag da sehr extrem erscheinen, vor allem da im Internet jeder machen und tun dürfen soll, wie er möchte. (wow, so viele Hilfsverben) Aber es ist doch auch so, dass wenn man erst mal die mittlere Maustaste entdeckt hat, man es nicht mehr missen möchte. Im Endeffekt bin ich nur wieder für eine bessere (Internet)Welt 😉

    caesar, bei Version 1.1 gibt es keine Unterscheidung von strict und transitional mehr und bei dir steht auch 1.0 🙂

  4. Sehe es auch so wie Konna. Ich persönlich schreibe immer dann ein target hinein wenn der Link auf eine andere Seite als meine verlinkt.
    Das mit der mittleren Maustaste ist wirklich so arm, sowas findet man doch spätestens mit Ausprobieren heraus.

  5. Wenn es zu einer externen Seite geht bevorzuge ich auch ‚target‘. Da die Browser heute Tab-fähig sind, sehe ich da auch kein Problem. Ich finde mich dann auch besser wieder zurück.

  6. Oh, das hast du wohl Recht…und ich dachte, ich würde nach 1.1 schreiben. Dann halt XHTML 1.0 transitional 😛
    Als weiteres Argument für target ist mir noch eingefallen, dass es einfach nicht stört. User, die Links über die mittlere Maustase öffnen, können das ja weiterhin machen ohne beeinträchtigt zu sein, und für alle anderen öffnet sich eben ein neuer Tab.

  7. oldman, damit hast du aber keinen Überblick mehr, welche Seiten wo geöffnet werden. Wenn du dagegen bewusst neue Seiten in einem externen Tab geöffnet hast, dann behälst du die volle Kontrolle!

    caesar, das genau ist doch mein Argument! Wenn ich den neuen Link doch gerade im selben Tab öffnen möchte, darf ich das bei Verwendung des Attributs nicht.

  8. Ich seh das grade von der anderen Seite. Links, die nicht direkt was mit der Page zu tun haben, sollten auch in einem neuen Tab aufgehen. Als Webmaster will ich doch, dass die Besucher bei mir bleiben und meine Seite nicht „verlieren“. Wenn sie trotzdem nicht bei mir weiterlesen wollen, hindert sie ja niemand daran, den Tab zu schließen.

  9. Äääh Danke! Jetzt weiß ich das auch wieder mit der Maustaste!
    Ich seh das wie mein Vorredner!
    Und meine Leser haben sich sowieso daran gewöhnt, von mir bevormundet zu werden! 😀

  10. Also ich verwende auch kein „target=blank“. Denn wenn der Besucher auf der Seite bleiben will kommt er entweder wieder zurück (die „Zurück“-Taste müsste ja jeder kennen) oder er benutzt eben das „tabbed viewing“ mittels Maustaste. Auch wenn ich hier wohl die Minderheit bin.

  11. caesar, aber es kann doch auch sein, dass deine Seite längst bekannt/gebookmarkt ist und der Leser einfach dem Link folgen möchte, den du geliefert hast. Dann wird er deine Seite so oder so schließen und mit dem target bereitest du dem armen Leser nur Mehrarbeit.

    Luto, ich hoffe nicht, dass du in der Minderheit bist bzw. bleibst.

    Wie die Kommentare hier und auch bei Andreas (der übrigens die gleiche Meinung wie ich vertritt und noch bessere Argumente liefert), gibt es für beide Seiten eigentlich den gleichen Grund, nur dass der einmal so und einmal so ausgelegt wird 🙂

  12. Nebenbei: Danke für die Erwähnung des Link-Indication-Plugins, ich wusste doch, da war noch was, was ich schon lange bei mir einbauen wollte. :mrgreen:

    (Allerdings mach ich das rein mit CSS-Selektoren, die IE6-Nutzer haben dann wohl Pech gehabt…)

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