Normalerweise (Die Geschichte eines tragischen Unfalls)

Gestern abend auf dem Weg nach Hause wurde ich fast von einer Bestie zerfleischt und überlebte einen beinahe tödlichen Sturz. Dass ich nun trotzdem hier sitze und berichten kann, ist nur auf großes Glück zurückzuführen. [Ein wenig Übertreibung für den dramatischen Effekt schadet nie.]

Es begab sich also, dass ich friedlich und fröhlich mit meinem Rad durch die Gegend fuhr und eine junge Dame überholte, die ihren Hund Gassi führte. Plötzlich bemerkte ich den Hund neben mir (es war schon dunkel) und der knurrte gar fürchterlich und schnappte nach meinem Bein. Ein kleines bisschen Panik machte sich in mir breit und ich ließ mich vom Weg abbringen. Dumm nur, dass neben dem Weg ein Hindernis auftauchte, dem ich mit einem eleganten, aber sehr schmerzvollen Sturz auszuweichen versuchte. Mein erbostes Aufstehen verscheuchte zum Glück den Hund und die Besitzerin kam (mittlerweile dann doch mal endlich) an und meinte „Das macht sie normalerweise nicht.“.

Ja, und normalerweise habe ich auch keine fingergroße (sehr, sehr schmerzhafte) Delle in meinem Schienbein und keine Abschürfungen an Hand und Ellenbogen. Nein, normalerweise nicht! Deswegen habe ich auch die junge Dame mit den Worten „Das nützt mir jetzt aber auch nichts.“ stehen lassen und bin weiter meines Weges gefahren.

Moral von der Geschicht (gerichtet an alle Hundebesitzer): HUNDE IMMER ANLEINEN, denn „normalerweise“ heißt noch lange nicht „immer“ oder „ohne Ausnahme“ oder „garantiert“ oder „mit Sicherheit“ oder „in jedem Fall“.

Wollte ich nur mal gesagt haben.

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

11 Gedanken zu „Normalerweise (Die Geschichte eines tragischen Unfalls)“

  1. Ja, und so wurde dann auch mal meine Schwester beim Langlauf-Skifahren angefallen. Auch von einem Köter, der ja „normalerweise“ total lieb ist. Das ist eigentlich doppelt beleidigend. Einmal beißt Dich so eine scheiß Töle und dann wird Dir ja quasi auch noch die Schuld zugewiesen, so nach dem Motto: muss doch an IHNEN liegen, wenn mein Schnuckihundi plötzlich zubeißt, wo er das doch – normalerweise – NIEMALS macht.

  2. Dabei wollte der mit Sicherheit eh nur spielen, die spielen den ganzen lieben langen Tag, sind total lieb und überhaupt. Wie kannst du den armen Hund auch erschrecken!? Mitten in der Dunkelheit. Ja, der arme Hund, der hat sicher viel mehr Wunden davongetragen. :irre:

  3. Ich leine meinen Hund nie an….aber wenn ich einen Radfahrer sehe rufe ich sie damit sie A nicht überfahren wird und B es keinen Unfall gibt
    denn mein Hund jagt keinen Radfahrer aber ich muß ja keinen Unfall provozieren.
    Leider sehen viele Leute es nicht ein mehr auf das Tier zu achten wenn sie spazieren gehen, vorallem im Dunkeln sind Tiere sehr empfindlich und reagiern ganz anders als Tagsüber aber das wird die Dame wohl noch lernen müßen.

  4. Anleinen bringt auch nur was, wenn die Leine nicht zu lang ist, wie ich es schon erlebt hab. Dafür hat der Hund dann eine Delle davon getragen, weil ich bin nicht ausgewichen.

  5. Blondes Alien, das kommt sicherlich vor (dass ein Hund proviziert wird), aber meistens sind es doofe Zufälle und deswegen plädiere ich halt dafür, dass der Besitzer die Verantwortung übernimmt, wie ela ja schon schrieb.

    Uwe, der Hund hat sich ja gleich verdrückt, dem wurde kein Härchen gekrümmt! Und ich werde ab sofort einen Berarbeiterhelm (mit 2000-Watt-Lampe) und eine auf Bewegungen reagierende, lautstarke Hupe verwenden, wenn ich nach Einbruch der Dunkelheit unterwegs bin.

    caesar, eine Delle in den Hund?!?! Hoffentlich hatte der das auch verdient und wollte nicht „nur spielen“.

  6. Er hat gebellt, wie wild an der viel zu langen Leine gezogen und keine Anstalten gemacht aus dem Weg zu gehen. Platz zum Ausweichen war nicht mehr (dann hätte ich mich höchstens in der Leine verfangen) und zum bremsen war es auch schon zu spät. Also gab es eine Kollision, aber die Besitzer haben nichts weiter gesagt.

  7. Und ich plädiere dafür, dass Hunde nicht nur angeleint werden, sondern auch, dass die Herrchen und Frauchen den Kot aufsammeln und richtig entsorgen!

  8. Ich habe kürzlich ein T-Shirt gesehen, dass genau zu dieser Geschichte passt.
    Vorne war das Bild eines Hundes drauf und darunter stand: „Keine Angst, der will nur spielen!“
    Hinten stand der Satz: „Huch, das hat er ja noch nie gemacht!“

    Erhol‘ Dich gut – vor allem von dem Schreck.

  9. Das nächste Mal (Der Hundegott bewahre!) könntest du bitte zur Untermalung der Dramatik Bilder deiner Dellen (dafür gibts doch Cremes!) und Schürfwunden anbieten.

    Bis dahin eine schnelle Genesung! =)

  10. hach immer dieser furchtbar unfähigen radfahrer die einem rücksichtsloserweise fast schon die armen vierbeiner überrollen!!!!

  11. nun ja auch der radfahrer hat auf den Verkehr zu achten und ein Hund muß ja auch mal auslauf haben,klar sollte der besitzer drauf achten, siehe oben.
    doch auch der radfahrer muß damit rechnen das ein Hund nicht nur schnurgerade läuft das wird ihm auch eine Versicherung sagen wenn es mal zu einem Unfall kommt. wobei ich jezz nich meine das ein Hund einen Menschen anfällt
    Kot einsammeln naja das sind bei mir offne Türen die ihr einrennt weil ich mach das schon seit Jahren auch wenn es keine Hundestation gibt in der Nähe

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