Stellt man sich seinen Nachbarn beim Einzug vor?

Aktion NachbarschaftsgeschichtenFrau Flocke von und zu Krötengrün ruft auf und wir berichten über Nachbarschaftsgeschichten[1]. Allerdings kann ich nicht mit einer so lustigen Geschichte wie die grüne Nachbarin aufwarten.

Ich stelle mir die Frage, wie man sich verhalten sollte, wenn man neu in ein Mehrfamilienhaus zieht. Nicht in ein Hochhaus mit mehreren Hundert Mietern, sondern in ein Mehrparteienhaus mit einer einstelligen Mieterzahl. Da gehört es meiner Meinung nach zum guten Geschmack, dass man sich den anderen Mietern vorstellt und diese auch grüßt, wenn man sie im Hausflur trifft.

Warum komme ich auf das Thema? Nun, bei uns im Haus sind im letzen Jahr zwei Parteien ausgezogen und dementsprechend auch wieder neue Mieter eingezogen. Ich hatte erwartet, dass diese sich vorstellen. Kurz klingeln und sagen, Hallo, wir sind neu hier. Viel erreicht mit wenig Aufwand. Man könnte dem entgegnen, dass genauso gut die „alten“ Mieter den ersten Schritt machen könnten und die neuen willkommen heißen (z.B. mit Brot und Salz). Das würde ich in der umgekehrten Situation aber eher als zu aufdringlich empfinden und entsprechend sehe ich die Neuankömmlinge in der Pflicht.

Nun zum konkreten Fall. Die eine neue Mieterin hat sich vorgestellt, aber leider zu einem Zeitpunkt, als ich nicht zu Hause war. Seitdem habe ich sie nicht zu Gesicht bekommen. Scheint eher eine zurückgezogene Person zu sein. Die zweite Partei, eine Familie, haben noch nicht einmal einen solchen Versuch gestartet. Ich sehe die Eltern mehrmals die Woche und sie grüßen mich mittlerweile zurück, wenn ich laut und bestimmt Hallo bzw. Guten Morgen in ihre Richtung sage[2].

Ist meine Erwartungshaltung überzogen? Haben diese armen Menschen vielleicht vorher nur in anonymen Plattenbauten gewohnt und wissen gar nicht, dass sie sich seltsam verhalten? Wie denkt Ihr darüber?

  1. Teilnehmerbeiträge für die Wahl zum Mister Popo 2008 können übrigens noch bis 31.03 eingereicht werden. []
  2. Vorher gab es eine richtige Hausgemeinschaft mit Grillabenden im Sommer, bei dem alle Mieter etwas beisteuerten. Vielleicht fällt es mir auch deswegen umso mehr auf, dass es diese Gemeinschaft jetzt nicht mehr gibt. []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

17 Gedanken zu „Stellt man sich seinen Nachbarn beim Einzug vor?“

  1. Das ist ein ziemlich normales Verhalten. Man hat Angst, aufdringlich zu wirken. Tip: Wenn man sich trifft, freundlich grüßen, und wenn freundlich zurückgegrüßt wird, „Sie sind doch unsere neuen Nachbarn, nicht war? Blablabla…“

  2. Das ist eine schwierige zu beantwortende Frage. Schwierig deswegen, weil man im voraus nie weiß wie der Nachbar diese „Vorstellung“ auffässt! Trifft man auf einen, der das erwartet, dann hat man gleich gepunktet…. trifft man aber auf einen, der dies als aufdringlich sieht (wie Siegfried schon schrieb), dann hinterlässt man gleich zu Beginn des Mietverhältnisses ein „schlechten Eindruck“.

    Ich denke mit Siegfried´s Tipp wirst Du am besten fahren. Lass einfach die Situation auf Dich zukommen. Letztlich ist es sowieso immer falsch, egal wie mans macht…. :mrgreen:

  3. Hmm ich kann sowas gar nicht nachvollziehen, liegt aber wohl daran, dass ich mit meinem Mann in einem 3 Parteien-Haus wohne und es für mich immer eine Selbstverständlichkeit ist a) zu grüßen und b) sich bei Neueinzug vorzustellen 😕

  4. Also ich ziehe ja demnächst um. Und da es sich um insgesamt nur 5 Parteien handelt, ist es für mich völlig normal und gehört irgendwo zum guten Ton, dass ich da mal bei allen „Hallo“ sage. Vielleicht ist das altmodisch? Ist mir aber egal, dann bin ich eben altmodisch 😉

  5. Siegfried (+Thomas), dein Vorschlag wäre tatsächlich optimal gewesen, aber jetzt, nach 2 Monaten scheint es mir zu spät xD

    Thomas, trifft man auf jemandem, dem das unangenehm ist, dann möchte man wahrscheinlich im Verlaufe der Zeit eh nicht viel mit dem zu tun haben. Und so hat man das immerhin gleich am Anfang rausgefunden!

    Suriel, danke für die Bestätigung 🙂

    Luto, viel Erfolg beim Umzug und ich drück dir die Daumen, dass du nette Nachbarn bekommst :mrgreen: Ich würde aber nicht sagen, dass diese Einstellung altmodisch ist!

  6. Ich plädiere für ‚Vorstellen beim Einzug‘. Zumindest erst einmal für die angrenzenden Wohnungen.
    Zurück grüssen ist eigentlich absolutes muss.Wenn nicht zurück gegrüsst wird, mache ich mir dann den Spass und grüsse weiterhin besonders betont. Die Gesichter sind mir das wert. 🙂

  7. Hmm, ist ein interessantes Thema, wobei ich eigentlich kein Freund dieser Nachbarschaften bin, wo man versucht „Freund“ zu sein. Drum würde ich mich bei mehr als „Hallo, ich bin…“ nicht wohl fühlen.

  8. Ich „umgehe“ das Vortellen mit einem Zettel, den ich ein paar Tage vor Einzug in die Briefkästen werde.
    Da kündige ich den Einzug höflich an und entschuldige ich mich für den Krach beim Renovieren/Einzug, ein Foto wird aufgedruckt und gut 😉

    Und klar, im Flur sagt man sich die Tageszeit – aber mehr auch nicht. Normalerweise schlagen enge Kontakte im gleichen Haus immer in Streit um, in den dann andere mit reingezogen werden…

  9. Wir haben uns auch nie vorgestellt. Im laufe der Zeit kam es dann, das man dann auch ins Gespräch gekommen ist. Was meistens dann daran lag, das wir immer noch so ca 2 Wochen unsere alten Nummernschilder am Auto hatten.

    Aber selber Klingeln gehen und sich Vorstellen würde ich nicht machen. Das würde ich gegenüber den anderen Mietern als aufdringlich empfinden.

    Die Idee von Stephan mit den Zetteln im Briefkasten ist aber eigentlich ganz gut. 🙂

  10. In die vermeintlich „gute Nachbarschaft“ am besten nie zu viel Erwartungen stecken, dann fällt die mögliche Enttäuschung geringer aus. Das mag sich vielleicht etwas pessimistisch anhören, aber zahlreiche Erfahrungen in dieser Richtung prägen eben 😎

  11. Eigentlich schade, wenn die Nachbarn nicht mit einem reden möchten. Die Welt ist doch viel schöner, wenn man mal miteinander plaudert.

  12. Am unkompliziertesten geht das wahrscheinlich, wenn man sich mal im Treppenhaus trifft und dann sagt „Ich bin die neue Nachbarin, darf ich mich mal kurz vorstellen“. Dann sagt man den Namen, gibt sich die Hand, vielleicht noch ein wenig Small-Talk – und gut ist.
    In einem kleineren Mietshaus mit nur wenig Parteien kann man auch ruhig schon mal bei den Nachbarn klingeln, um sich vorzustellen. In einem größeren wäre das sicherlich zu viel Aufwand, dann greift die „Treppenhaus-Lösung“.
    In jedem Falle ist es Sache der neuen Mieter, die Initiative zu ergreifen.

  13. Nett grüßen und wenn sichs ergibt ein bissel smalltalk, mehr ist bei mir nicht mehr drin, schon zuviel stress mit nachbarn gehabt, können zwar gute sachen draus werden aber bei mir hatts dann nach ner zeit immer genervt.

    jetzt wohn ich schon ne weile in nem hochhaus mit 13 wohnungen in der etage und habe mich nicht vorgestellt, war mir zu doof an 12 türen zu klingen, die hälfte wäre wohl eh nicht da gewesen und halbe sachen sind nix für mich.

    also kommt wohl wirklich drauf an wie man selber drauf ist und was man für erfahrungen diesbezüglich gemacht hat.

    lg ritti

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