Albumkritik: Arctic Monkeys – Favourite Worst Nightmare

So, Kinners, wenn es so sehr gewünscht wird, dann bekommt Ihr das auch. Hier also der gewünschte (Versuch einer) Plattenkritik zum Album Favorite Worst Nightmare der Arctic Monkeys. Mehr Infos zum Album bei en.wikipedia, Indiepedia (viele Infos, Links zu Kritiken), laut.de (Song für Song-Kritik) und last.fm (Reinhören in alle Songs möglich)[1]. Wer sich wundert, warum diese Kritik ein Dreivierteljahr nach Erscheinen des Album kommt, der möge sich bitte diesen Beitrag durchlesen.

Bevor ich mich an die einzelnen Songs wage, möchte ich meine Meinung von gestern etwas revidieren, wo ich behauptete:

Eine Albumkritik will ich an dieser Stelle nicht wagen, nur dass mir das Zweitwerk wesentlich besser gefällt als das Debutalbum Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not (das wiederum in der Kategorie bester Albumtitel aller Zeiten abräumt). Die Einzelwertungen der Songs sind zwar im Durchschnitt besser, aber das zweite Album ist irgendwie flüssiger und lässt einen nicht ganz so atemlos zurück.

Auch der erste Satz wird mit diesem Beitrag aufgehoben, denn an dieser Stelle hier und jetzt soll eine Albumkritik erfolgen. Sozusagen als Vorbereitung dafür habe ich beide Alben mehrfach gehört und finde nun beide ungefähr gleich gut. Meine Gesamtmeinung ist bei beiden besser als vor dem Hörmarathon und somit bin ich sehr froh, mein CD-Projekt 2008 gestartet zu haben.

Auf zur Kritik. Wie gesagt, ist das Album recht flüssig und ich konnte bei den zwölf Songs drei Songtrios ausmachen, die jeweils durch einen Zwischensong getrennt werden.

  1. Brianstorm
    Flotte Eröffnung mit recht viel Bass und verzerrter Gitarre. Erinnert sehr an den Vorgänger. Ist also ideal als Einstieg ins neue Album, denn man möchte ja nicht zu viele Hörer verschrecken. Vielleicht war das auch deshalb die erste Single (Video). Kurze Anmerkung: das wird wirklich mit I-A geschrieben, wie der Name, nicht wie das Gehirn. Meine Wertung: 3/5[2]
  2. Teddy Picker
    Ähnlich wie der erste Song, aber doch nicht wirklich. Viel melodiöser und mit Änderungen mitten im Vers. Sowas finde ich immer gut[3]. War die dritte Single (Video), erschien im Dezember und war wohl der schlechteste Charterfolg bisher, was ich schade finde, denn der Song gehört zu den besten des Albums. Meine Wertung: 4/5
  3. D Is For Dangerous
    Etwas mehr Drums, besonders Becken. Immer noch recht flott unterwegs. Passend als Abschluss des ersten Trios. Meine Wertung: 3½/5
  4. Balaclava
    Wieder etwas mehr Aufregung, sehr schneller Text und fast tonleiterartige Instrumentierung. Für mich der schwächste Song des Albums, aber gut als Zwischensong. Meine Wertung: 3/5.
  5. Fluorescent Adolescent
    Es wird wieder melodiöser und die zweite Single (Video zum Runterladen) ist ein Highlight des Albums. Kommt irgendwie sehr leicht und beschwingt daher, für Arctic Monkeys-Verhältnisse. Meine Wertung: 4½/5
  6. Only Ones You Know
    Ganz andere Richtung, sehr ruhig, nur sanfte Gitarrenanschläge und nachdenklicher Gesang. Und ein hervorragender, leicht ironischer Text. Meine Wertung: 4/5
  7. Do Me a Favour
    Ein bisschen schneller, aber immer noch schwermütig und somit gut als Abschluss des zweiten Trios. Gewinnt gegen Ende an Fahrt mit treibenden Drums. Meine Wertung: 4/5
  8. This House Is A Circus
    Wieder ein flotterer Zwischensong. Zwischendurch fast ein wenig zu eintönig, aber dann kommen diese hellen Gitarren und alles ist wieder im Lot. Meine Wertung: 3½/5
  9. If You Were There, Beware
    Aufgeregter Anfang, der bald einem eigentlich ruhigeren Song Platz macht. Wechsel von hellen und verzerrten Gitarren, dazu ab und zu ein paar Drums. Insgesamt sehr abwechslungreich, auch die Vocals werden zum Ende hin Strokes-mäßig verzerrt. Meine Wertung: 3½/5
  10. The Bad Thing
    Der Refrain gefällt mir aufgrund der Melodiosiät recht gut, der Rest ist wieder Monkeys-typischer schneller, fast gesprochener Gesang. Meine Wertung 3/5
  11. Old Yellow Bricks
    Basslastiger Anfang, aber sonst ähnlich wie die beiden vorherigen und würdiger Abschluss des dritten und letzten Trios. Meine Wertung: 3/5
  12. 505
    Eindeutig bester Song auf dem Album und genialerweise der letzte. So muss das sein! Fängt sehr ruhig an mit einer Orgel (?) und vielen Zahlen. Gewinnt durch Bass und Drums ein wenig an Fahrt und zum Ende hin wird es ziemlich flott. Wirkt irgendwie total cool. Der Text ist für ein Liebeslied ein wenig seltsam und ich weiß nicht genau was ich davon halten soll, aber das soll kein Nachteil sein. Meine Wertung: 5/5

Wie war das als erster Versuch einer Albumkritik? Abgesehen davon, wie findet Ihr die Songs? Es hatten ja einige angemerkt, dass sie eher das erste Album besser finden.

  1. Ja, diese Links sind aus dem gestrigen Beitrag kopiert. Was spricht dagegen? []
  2. Die Bewertungen sind die von mir in MediaMonkey vergebenen. Dabei ist zu beachten, dass ich selten weniger als 3 Punkte vergebe, denn Songs mit 2 oder weniger Punkten fliegen meist aus meiner Sammlung. []
  3. Lieblingsbeispiele für so melodiöse Änderungen: No Reply von den Beatles und Traveller’s Tune von Ocean Colour Scene []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

8 Gedanken zu „Albumkritik: Arctic Monkeys – Favourite Worst Nightmare“

  1. Zum Album selber kann ich nichts sagen, weil ich’s nicht hab, ich kenn nur die paar Singles (mehr oder weniger) – an deiner Kritik gefällt mir, dass du auf die einzelnen Songs eingehst. 😎 Höchstens ein kleines Gesamt-Fazit am Ende wäre vielleicht nicht schlecht, gerade für die Leute, die nur mal schnell reinschauen.

  2. Ein Abschlußfazit wäre in der Tat nicht schlecht, vielleicht auch mit einer Endwertung (die sich evtl. aus den einzelnen Wertungen ergibt).

    Ich muß dich bei „Teddy Picker“ (GB #20) korrigieren – es steht bei Wiki, das es sich um die niedrigste Single-Platzierung handelt. In Wirklichkeit war es jedoch „505“ (GB #74). Der Titel war allerdings nur über die Internet-Downloads in die Charts gekommen und wurde nicht als wirkliche Single veröffentlicht. Abgesehen davon halte ich „Teddy Picker“ ganz subjektiv für die bisher schlechteste Single-Auskopplung. Den Refrain finde ich sogar ansatzweise nervig. Aber das wird bei mir nicht ansatzweise für ein Abebben des AM-Hypes sorgen!

    Ansonten freue ich mich auf weitere interessante Albumkritiken! 😉

  3. Mal schreibst Du es britisch, mal amerikanisch… Sind doch alles SEo Tricks, gibs zu! xD
    Favourite mit „ou“ ist natürlich richtig, es handelt sich ja schließlich um Insel Affen (Ha, Wortwitz zur späten Stunde)

    Teddy Picker is my favourite!
    Fluorescent Adolescent ist auch cool, sonst finde ich das Album eher durchschnitt und lasse es im Hintergrund laufen.
    Musst wohl ne andere Version von 505 haben, so richtig flott will das bei mir nicht werden 😛

    Kommt sowas jetzt zu allen Alben?

  4. Sehr schöne Kritik, die durch die Kommentare eigentlich richtig schön abgerundet wird. Gibst Du mir wenigstens auch mal die Chance etwas halbwegs Negatives zu schreiben? Egal! Mal schauen ob es das Album bei Ebay recht günstig gibt. Denn: Trau keinem unter 30! 🙂

  5. Alles klar, Fazit fehlt, das werde ich bei den folgenden Kritiken berücksichtigen!

    @cimddwc
    Gesamtfazit! Dabei achte ich bei anderen auch immer darauf, tsts. Aber ist ja mein erster Versuch.

    @roman
    Nun, du öffnest da ein Fass ob Downloads Singles sind! Aber da ich bei allen Referenzen immer nur die drei Singles gefunden habe, lasse ich das mal stehen. Denn 505 würde ich ungern als schlechteste/unerfolgreichste Single gelten lassen 😉

    @David
    Das fehlende U beim gestrigen Beitrag hatte ich vorher schon heimlich ersetzt. Eigentlich peinlich, da ich sonst immer die britische Schreibweise bevorzuge!
    505 wird zum Ende hin natürlich nicht so flott wie die anderen :mrgreen:

    @postpunk
    Du hättest ja anmerken können, dass meine Musikkenntnisse sich offensichtlich auf den passiven Hörgenuss beschränken und ich von Instrumenten keine Ahnung habe (obwohl ich dann eingworfen hätte, dass ich mal Blockflöte gespielt habe und auch je 2 1/2 Lieder auf Gitarre und Klavier spielen konnte!)

  6. Ich fürchte, das Faß muß ich aufmachen. Sind bei den anderen Singles nicht auch die Downloads eingerechnet? Muß ja so sein. Musikalisch ist „505“ natürlich wirklich nicht der schlechteste Song auf dem Album, weil er sich von dem „3-Minuten-Rock-Hit-Schema“ etwas absetzt.

  7. Roman, meines Wissens sind die Downloads mit eingerechnet. In Großbritannien gab es ja letztes Jahr einen Song, der nur mit Downloads in die Charts kam (auf Nr 1 sogar?) bzw. Songs die mit Hilfe der Downloads ganz oben dabei waren (Gnarls Barkley?).

    Ich finde Singles als Downloads sehr gut – prinzipiell. Denn es muss eindeutig und gerecht zugehen. In Deutschland wird das noch nicht gemacht, oder? Da sind die Amis und Briten uns mal wieder weit voraus.

    Als internetaffiner Mensch finde ich sowieso das bisherige System der Chartsberechnung etwas überholt. Aber andererseits weiß ich gar nicht, was in den Charts ist und deswegen ist es mir ziemlich egal.

  8. Ich finde auch, das die Download-Titel auch in die Charts eingerechnet werden müssen. Was in den Charts so abgeht interessiert mich auch nicht wirklich. Ich mache es eher andersrum: wenn mich eine Band interessiert, dann schaue ich mir nur die Chartposition der Band an.

    Die Nummer ein war meines Wissens auch Gnarls Barkley. Bei den Arctic Monkeys war es auch ein wenig so. Die wurdem im Internet bekannt und schafften ihren Durchbruch, bevor sie einen Plattenvertrag hatten.

Kommentare sind geschlossen.