CD-Projekt 2008: Alben richtig hören

Das scheint dieses Jahr in Mode zu sein: das intensivere Genießen von CDs, die man gekauft, aber nie gehört hat. Das brachte mich auf eine Idee. Mehr dazu später, erst mal zu den Beiträgen, die mich dazu inspiriert haben.

Erst gab es beim Guardian Music Blog den Artikel Join me on the CD crash diet, wo der Autor zugibt, täglich (!) mindestens eine (!) CD zu kaufen, diese aber immer seltener auch anzuhören. Deshalb hat er sich vorgenommen, bis Ende März keine CDs mehr zu kaufen! Da kann man nur Durchhaltevermögen wünschen.

Den zweiten Artikel bescherte uns Postpunk[1], der auch bemerkte, dass sich bei ihm fast 50 ungehörte CDs angesammelt haben, die nun getestet und gegebenenfalls aussortiert werden sollen.

Ich werde nun diese beiden Ideen schamlos abkupfern und mich den beiden anschließen. Den exakten Ablauf habe noch nicht ausklamüsert, aber die Vorgaben sind ja relativ eindeutig. Das heißt also für mich:

  1. Bis 1. April keine (wesentlich weniger) CDs kaufen. Wenn ich doch Musik erwerbe, dann habe ich mir das vorher gründlich überlegt und reingehört[2].
  2. CDs, die ich bisher gar nicht oder selten gehört habe, werden einer genaueren Prfüfung unterzogen. Sollten sich daraus noch Blogbeiträge bzw. Musikempfehlungen ergeben, umso besser.

Mal sehen, ob ich das durchhalte. Aber in jedem Falle habe ich gewonnen, denn ich spare eine Menge Geld und lerne meine Musik besser kennen. Ich hatte schon geschrieben, dass ich es regelrecht verlernt habe, ein Album richtig kennenzulernen, mit Texten und Songreihenfolge, was sehr schade ist. Meine „Entwicklung“ wird man sicherlich auch an meinem Last.fm-Profil ablesen können, denn bisher waren in den Wochencharts fast immer genauso viele Interpreten wie Songs vertreten. In den letzten Wochen hat sich das schon ein wenig geändert, weil sich dieses Vorhaben sozusagen unterbewusst angekündigt hatte. Deswegen bin ich frohen Mutes, doch durchzuhalten!

Die weiteren Fortschritte bzw. Vorkommnisse werde ich mit dem Tag CDProjekt2008 versehen (für den Fall, dass das was Längeres wird) und wenn einige gute CD-Empfehlungen dabei rauskommen, dann wird das zu einer Serie umfunktioniert (mit dem In Series-Plugin). Es können sich auch gerne weitere Musikgenießer mit ähnlichen Vorgaben dem Projekt anschließen.

  1. Ein ganz neu von mir entdeckter und ins Herz geschlossener Blog, den ich sofort komplett durchgelesen habe. Kinners: Lesebefehl! []
  2. Ein wenig kontraproduktiv ist die Tatsache, dass ich ein emusic-Abo über 50 Songs pro Monat habe. So viel ist das allerdings auch wieder nicht und jeder Song muss gründlich abgewogen werden. []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

15 Gedanken zu „CD-Projekt 2008: Alben richtig hören“

  1. Du, das klingt interessant. Obwohl, so ganz genau verstanden, was du nun alles tun und nicht tun wirst, hab‘ ich noch nicht. Aber ich behalt das mal im Auge. Und ich bin sicher, dass sich bei mir auch einige Dutzend CDs finden lassen, die noch nie komplett durchgehört habe.

    Hm… muss ich mir doch direkt überlegen, mich da mit reinzuhängen…

  2. Ich finde Dein Vorhaben, weniger CDs zu kaufen bzw. die gekauften auch durchzuhören, toll.
    Ich habe es bisher immer geschafft, die CDs auch kaufnah durchzuhören, da ich immer sehr gespannt auf die Titel war. Meist hört man vorher ja nur einige Anspieltipps und da will ich dann nach Erwerb alles hören.
    Bei Büchern ist das anders. Da geistern immer einige ungelesene mehr oder weniger lange herum.

  3. einige nennen es unromantisch, ich nenne es umweltschutz!
    ich kaufe mir schon seit über 3 jahren keine musik mehr auf physikalischen formaten!
    alben kaufe ich mir auch schon lange nicht mehr…

    seit jahren gehe ich den weg des „kaufe nur songs die dir gefallen“

    seit her werden meine itunes rechnungen immer länger, ich bin zwar nicht in der lage behaupten zu können ganze alben zu besitzen kenne aber trotzdem die „besten“ songs der bands bzw des künstlers

    mich hat schon immer tierisch genervt das man 13 songs kaufen mussen und nur 5 einen tatsächlich gefallen!!!

    gut das man im itunes store probehören kann 🙂

  4. Also ist das Ziel dann, sämtliche ungehörte CDs durchzuhören und wenn besonders schlecht oder besonders gut dann darüber zu berichten? Oder generell darüber zu berichten?

    Das mit dem Plugin muss ich jetzt erstmal einer genauen Prüfung unterziehen. Der Mehrwert wird mir noch nicht ganz ersichtlich!

    Aber irgendwie bin ich dabei! 🙂

  5. Jeden Tag eine CD? :schockiert: Sowas kann man sich als Student aber nich leisten 🙁 Mal abgesehen davon, daß ich nach ein paar tagen oder höchstens Wochen garnich mehr wüßte, was ich mir noch zulegen sollte. Aber bei einer derart hohen Konsum-Frequenz kann mans auch eigentlich wirklich gleich bleiben lassen – bleibt eh nix hängen…
    Dann doch lieber 1-2 Alben im Monat, über die ich mich manchmal schon im Vorfeld freue!

    LG, Neri

  6. Hallo Julia,

    es gibt wirklich Menschen, die sich soviel Musik kaufen, dass sie nicht mehr in der Lage sind (zeitlich wohlgemerkt) diese auch zu hören? Das ist ein Phänomen, dass bei mir noch nicht aufgetreten ist. Ich kaufe mir nur selten CD’s und wenn, dann aus gutem Grund. Ich bin bei Napster angemeldet und kann dort soviel Musik laden wie ich will. Und gefällt mir ein Album richtig gut, kaufe ich es mir dann. – Nachteil ist natürlich, dass meine Musiksammlung recht überschaubar ist. 😆

  7. Ich hab die Tage endlich mal angefangen die ~300-400 cds die ich bislang gekauft habe zu „digitalisieren“ die letztn 10 jahre hab ich allerdings keine 20 cds gekauft, insofern ist das wirklich interessant zu entdecken was man so alles besitzt, aber schon ewig nicht mehr gehört hat.. ^^

  8. Ein durchaus interessantes Experiment (über das sich darüberhinaus auch noch der Geldbeutel freut!). Ich habe im Grunde keine CD’s, die ungehört in der Ecke liegen. Aber mir passiert es gelegentlich, das ich eine CD nicht bis zum Ende durchhöre (weil es bis dahin gut war und ich Angst vor einer Enttäuschung habe?). Aber irgendwann heisst es dann auch gemäß Jeff Lynne: „Face The Music“!

  9. Aber hallo! Einen Tag nicht da und so viele Kommentare 🙂

    @Paddy
    Sooo genau weiß ich das ja auch noch nicht und deswegen lass ich das mal auf mich zukommen. Hast du dir mittlerweile überlegt, ob und wie du mitmachst? Bei deinen vielen CDs musst du dir wirklich was überlegen!

    @oldman
    Ja, die Bücher, das ist noch wieder ein anderes Thema… Weihnachten ist aber auch ein dummer Zeitpunkt, sich über solche Sachen Gedanken zu machen!

    @basti
    Mit dem Umweltschutz sprichst du natürlich den großen Schwachpunkt meiner Sammelleidenschaft an. Aber abgesehen davon, möchte ich immer das komplette Album haben, weil manche Songs einem erst ans Herz wachsen, von denen man das am Anfang nicht gedacht hätte.

    @Postpunk
    So ungefähr lautet der Plan 🙂
    Das Plugin ist einfach eine Arbeitserleichterung für Schreiber und Leser. Du gibt beim Schreiben (auch nachträglich möglich) an, dass ein Beitrag zu einer Serie gehört und das wars. Dann gibt es bei den zugehörigen Beiträgen ein Inhaltsverzeichnis und Links zu den anderen Beiträgen der Serie. Bei meiner MM-Reihe habe ich das so gemacht.

    @Neri
    Sooo viele CDs sind wirklich zu viel (obwohl es genug Auswahl gibt). Ich kaufe bzw. kaufTe so etwa ein Dutzend im Monat. So wie du es machst, da will ich auch (wieder) hin.

    @Dany
    Jawoll, gibt es! Deine überschaubare Sammlung würde ich nicht als Nachteil ansehen 🙂

    @crosa
    Wann hast du dir denn so viele CDs zugelegt? Viel Spaß beim Digitalisieren und Wiederentdecken :^^:

    @Roman
    Glückwunsch! Aber: wie entscheidest du denn, ob eine CD vielleicht nicht gut zu Ende geht? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mir oft das letzte Lied am Besten gefällt, also gesichte endlich mal die Musik!

    Sodele, heute kann es dann losgehen :mrgreen:

  10. @juliaL49
    ich hab cds gekauft wie blöde, irgendwann hat es aber nachgelassen, hab mein Geld dann lieber für andere Dinge ausgegeben, Webradio sei dank. Und seit es UN-Cds gibt, ist mir die Lust da eh vergangen…

  11. Jetzt musste ich doch glatt nachgucken, was UN-CDs sind!

    Für alle, denen es ebenso ergeht: UN-CDs, sind CDs, die nicht dem CD-Digital-Audio-Standard entsprechen (meist durch Aspielsperren :zensur: ) und nicht in allen Abspielgeräten funktionieren.

    Jetzt bin ich wieder schlauer und hab bei heise noch eine interessante Seite aufgetan, wo CDs (vor dem Kauf) überprüft werden können:
    http://www.heise.de/ct/cd-register/

    Komisch, ich hab da nie Probleme mit gehabt! Entweder habe ich einen guten CD-Spieler oder ich kaufe die ganz schlimmen Kandidaten erst gar nicht…

  12. meine persönliche rache an der musikindustrie für dei kundenverarsche mit un-cds und DRM und dem ganzen käse war boykott. aber es scheint ja langsam ein gewisses umdenken stattzufinden. aber ich hör mich jetzt erstmal an meinen ganzen gerippten cds satt 😆

  13. Pingback: cBlog

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