Musikempfehlungen zum Jahresausklang

Der größte Vorteil eines Abstechers in den Südwesten ist das Radio, also SWR3. Ob das nun daran liegt, dass es im Nordosten keinen guten Sender gibt, oder dass SWR3 tatsächlich so gut ist. Allein schon wegen Kai Karsten[1] lohnt sich die Beschaffung eines Radios. Und natürlich wegen der Musik! Womit wir endlich auf das eigentliche Thema zu sprechen kommen.

Heute nacht habe ich so mit halbem Ohr zwei fantastische Songs mitbekommen und selbst wenn Ihr die schon lange, lange kennt, verzeiht mir, ich bin ja da oben im Norden von allem abgeschnitten!

Ghosts – Stay The Night

Fangen wir mit einem britischen Quartett an, die ihr erstes Album The World Is Outside im Sommer veröffentlichten. Das Video zur erste Single Stay The Night haben sie schon im Februar bei YouTube eingestellt. In vielen Berichten und Kritiken werden sie mit Keane verglichen, aber der Song hier erinnert eher ein bisschen an Razorlight und flauschige Arctic Monkeys. Wer also in diese Richtung interessiert ist, kennt die Jungs entweder schon oder sollte sie sich jetzt mal anhören.

Mehr Infos und Songs zum Anhören: SWR3-Plattenkritik, Last.fm, MySpace, offizielle Seite.

Martin Gallop – All The Pop Songs In The World

Dies ist jetzt doch ein relativ neuer Song von einem älteren Newcomer aus Kanada, der seit Jahren in Deutschland lebt. Auf der offiziellen Seite kann man in das vor gut einem Monat erschienene Album Strange Place Called Home reinhören. Der erste Song All The Pop Songs In The World macht richtig Laune und erinnert mich vom Text her ein wenig an den Film High Fidelity, wo es darum geht, dass alle Popsongs der Welt sie nicht zurückbringen werden. Einfach herrlich ironisch und lockerleicht:

Every one of these pop songs I’m sure you’ve all heard.
Why don’t you tell me when was the last time you listened to the words?
Nine times out of ten they’ll be singing about his or her girl- or boyfriend.
I can take a lot of [???] sentiment but tonight this is goin‘ outside my tolerance.

Viel Informationen zum Song habe ich nicht finden können, weder den Text noch den Song in ganzer Länge. Auf seiner MySpace-Seite läuft er leider nicht. Doch das Album Strange Place Called Home[Amazon-Partner-Link] werde ich mir sicherlich demnächst zulegen. Ein paar Infos gibt es bei SWR3 und Stern.de

Pete Green – I Haven’t Got a Myspace Because Myspace Fucking Sucks

Ein Telepolis-Artikel von heute morgen brachte mich auf den Song und der ist wirklich wunderhübsch. Auf seiner Seite schreibt Pete Green über die Motivation zum Song und die ersten Zeilen enthalten schon alle relevanten Informationen (Links vom Original übernommen):

If you like the music that I play
go to sparklemotion.co.uk
You can read about, and get in touch with, me
and if you like you can download an mp3

and I recognise that this invites a hundred dirty looks
but I haven’t got a Myspace because Myspace fucking sucks

Der Aufforderung bin ich natürlich gleich nachgekommen. Es gibt noch zwei weitere Songs (auch bei Last.fm zu haben) und ein kompletter Liveauftritt. Die folgende mp3-Datei hat eine Qualität von 256kb, ist 5,2MB groß und mit einer CC-Music-Sharing-Lizenz versehen.

Pete Green – I Haven’t Got a Myspace Because Myspace Fucking Sucks

Wer sich jetzt fragt, warum ich denn trotz des letzten Songs bei den beiden ersten auf MySpace verwiesen habe, dem sei gesagt, dass ich das Aufrufen der Seite nicht empfehlen kann. Bei der Ghosts-Seite wird der Browser in den Winterschlaf geschickt und bei Martin Gallop ist der von mir gesuchte Song nicht zu finden. Also hat Pete Green vollkommen recht!

  1. Huch, wie sieht der denn aus?!? Hab ich mir ganz anders vorgestellt! Jetzt muss ich mich nach über 15 Jahren nochmal umgewöhnen, tsts. []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

7 Gedanken zu „Musikempfehlungen zum Jahresausklang“

  1. A propos MySpace: Ein Zitat der Mobilfunkberaterin Debi Jones bringt es auf den Punkt:

    Wie das Zimmer eines Teenagers
    Die in Südkalifornien lebende Mobilfunk-Beraterin Debi Jones glaubt, dass gerade dieses tolerierte Durcheinander einer der Grundbestandteile des MySpace-Erfolgs ist. „Wer mal einen Blick in das Zimmer eines Teenagers wirft, wird darin Chaos finden“, erklärt Jones. Teenager experimentierten heutzutage online wie offline mit Identität. „MySpace berührt all diese Dinge“, meint Jones. „Klar, es ist hässlich. Aber das ist okay.“

    Mehr zum Thema hier: Musik von MySpace.com als mp3-File downloaden

  2. Das Zitat trifft es tatsächlich sehr gut! Und die Zielgruppe sind nun mal Teenager (zu denen ich nicht mehr gehöre 🙂 ).

    Deinen Tipp finde ich sehr interessant. Doch wie du schon schriebst ist ja die Qualität nicht so gut. Mal sehen, ob ich das ausprobieren werde, wenn ich einen Song unbedingt haben möchte. Denn Sound(schnipsel) kann man ja z.B. auch bei Last.fm oder Amazon oder YouTube oder sonstwo anhören.

  3. Aber sind wir mal ehrlich! Wer die ganze Zeit nur von SWR zugedudelt wird, findet das ganz schön grauenhaft. Leider wiederholen sich die jeweiligen Radiosender ganz schön! Auch der SWR! Für mich als Menschen aus dem SWR Einzugsgebiet ist die Musik also ganz, ganz fürchterlich! Dagegen schätze ich HR3, weil ich den nicht so oft höre! Und ich würde wahrscheinlich für eine kurze Zeit auch NDR schätzen oder Sputnik oder was es sonst noch an regionalen Sendern (abgesehen von den privaten Radiosendern) gibt.

    Wer, meiner Meinung nach, wirklich gutes Radio hören will, sollte öfters mal den Deutschlandfunk einschalten. Natürlich nur meine eigene private Meinung! 😉 Und auch ganz ohne Bon Jovi!

  4. Postpunk, Willkommen in meiner bescheidenen Hütte!

    Klar hört man sich an jedem Sender satt! Ich konnte z.B. nach drei Tagen Apologize nicht mehr hören, das ja jede Stunde kommt (das Schlimmste: bei NDR2 kommt das wahrscheinlich erst im Frühling an, dann darf ich das nochmal mitmachen!)
    Aber deswegen höre ich selbst hier im Urlaub nur wenig SWR3 und umso mehr meine eigene Musik (übrigens auch Punk und Postpunk 😉 ).
    Deinen Blog werde ich auch mal genauer unter die Lupe nehmen, da tun sich ja Welten auf 🙂

  5. @JuliaL49: Die Nummer von den Ghosts ist klasse – als ich Arctic Monkeys gelesen habe, musste ich sofort die MySpace-Seite abchecken. Das hört sich für mich allerdings weniger nach den Arctic Monkeys an, „Stay The Night“ erinnert mich mehr an „Where Did Your Heart Go Missing?“ von Rooney. Popmusik wie man sie haben will. Nicht nervig, hochwertig produziert. Kann man sich mehr als nur zweimal im Radio anhören.

    @Postpunk: Bezüglich des Deutschlandfunks oder auch DeutschlandRadio Berlin kann ich dir nur zustimmen! Wer denkt, das sind altmodische Klassiksender, der liegt glatt daneben. Die haben fast für jede Musikrichtung Spezialsendungen. Ganz allgemein sind öffentlich-rechtliche Sender (zu denen DLF und DLR ja auch gehören!) in jedem Falle vorzuziehen. Ein monatlich erscheinendes Programmheft sowie eine Hörspiel-Broschüre kann man übrings unentgeltlich bestellen!

    Ich hatte mir ungefähr 2002 mal „The Logical Song“ von Supertramp auf NDR2 gewünscht, wurde aber freundlich abgewiesen, weil die nichts älteres mahr als 80er spielen wollten. Gott sei Dank haben die den Kurs wieder geändert und spielen auch ältere Sachen. Die kommerzielle Konkurrenz in Meck-Pomm (Antenne MV, Ostseewelle) kann man völlig vergessen. Wer dann tiefer in die Materie eindringen will, ist mit DLF, DLR und NDR Info (Nachtclub, Jazz-Sendungen) bestens beraten.

  6. Hm, ok ihr Beiden, dann werd ich wohl demnächst mal den DLR in der Kabelauflistung nicht mehr überspringen 🙂 Hörspiele klingt auch interessant.

    NDR2 spielt ja z.B. Dienstag abends im Themenabend (Milestones wie es so schön heißt) häufig ältere Sachen.

    Zu den Ghosts: ich hatte ja auch extra „flauschige“ Arctic Monkeys geschrieben 😉 Auf Rooney war ich nicht gekommen, denn das „When did your heart go missing“ finde ich ehrlich gesagt ziemlich nervig.

Kommentare sind geschlossen.