Endlich James Blunt hören

Warum ich erst jetzt das neue Album von James Blunt hören kann, das schon am 15. September erschien, ist eine lange Geschichte. Bzw. eigentlich möchte ich noch eine weitere Geschichte damit erzählen. Es geht also ganz anders los.

Die moderne Welt, die macht es einem Süchtigen wie mir unglaublich schwer. Bzw. leicht. Ja, ich bin shoppingsüchtig! Zwar nicht nach Klamotten wie man es bei Vertretern meines Geschlechts vermuten würde (und auch Mario Barth hat da am Freitag wieder so manchen Lacher rausgeholt), nein ich bin süchtig nach Musik. Und zwar nach CDs, dem „echten“ Produkt. Dem regelmäßigen Leser wird es aufgefallen sein, denn es gibt hier so einige Beiträge über Musik und ich habe wohl auch mal erwähnt, dass ich einige hundert CDs und ungefähr 15.000 MP3s mein Eigen nenne.

Meiner Sucht fröne ich meist in einem bekannten und Online-Kaufhaus (benannt nach einem Fluss in Südamerika). Doch auch die Online-Musikdienst-Variante habe ich diesen Monat ausprobiert. Dort habe ich mehrmals zugeschlagen, obwohl ich die im iTunes Store erworbenen Titel nicht als einer „echten“ CD gleichwertig ansehe. Das ist ja das Teuflische bei dieser Art von Shopping. Man klickt auf den Kauf-Button und schon hat man den Titel erworben. Wenn man ließe, würde ich wahrscheinlich locker jeden Tag ein bis zwei Alben kaufen. Die nächste Kreditkartenabrechnung wäre dann vielleicht ein Dämpfer, aber kein nachhaltiger. Deshalb wird iTunes auch bald wieder deinstalliert. Eigentlich wollte ich es ja sofort wieder runterschmeißen, aber das musste ja dann auch nicht sein. Im Oktober kann ich ja nochmal gucken. Und dann weg damit. Oder zumindest bis Ende des Jahres!

Vor einigen Jahren hat mir jemand berichtet, dass er mehrmals im Monat bei Amazon bestellt und ich hatte das für absolut unmöglich und völlig übertrieben gehalten. Mittlerweile geht mir das allerdings genauso. Das muss man sich mal objektiv überlegen! Jede Woche eine Bestellung! Aber wie gesagt, die moderne Welt macht es einem da sehr schwierig. Man surft durch die Gegend, liest eine Albumempfehlung oder dass eine bestimmte Band ein neues Album veröffentlicht hat oder man stöbert durch die Angebote und findet lauter Alben, die man schon immer haben wollte und die gerade unverschämt günstig sind. Flott in den Einkaufswagen (vielleicht nochmal vorher kurz reinhören) und nach ein paar weiteren Klicks ist die Bestellung abgeschlossen.

Schwer wird es einem außerdem gemacht, weil die prompt und kompetent reagieren. Negative Erfahrungen habe ich mit Amazon bisher keine gemacht. Selbst Lieferungen aus den USA waren problemlos. Einige sind sogar nach wenigen Tagen da, obwohl die Lieferzeit immer mit mehrere Wochen angegeben wird. Es ist mir erst zweimal passiert, dass eine Sendung nicht ankam. Das erste Mal ist schon Jahre her. Ich habe angerufen, die CD wurde erneut verschickt und das war es dann.

Das zweite Mal ist gerade erst passiert. Hinweis: Jetzt kommen wir auf die eigentliche Geschichte zu sprechen! Ich hatte vor genau einem Monat bei Amazon UK mehrere DVDs und All The Lost Souls bestellt. Leider musste ich dann feststellen, dass ich damit das Album wesentlich später als nötig zu Ohren bekommen würde. Erstens weil es hier in Deutschland einige Tage früher erschien und zweitens weil der Versand aus Großbritannien natürlich länger dauert. Da ich aber nach drei Wochen immer noch nichts bekommen hatte, habe ich am Dienstag eine E-Mail geschrieben mit der Bitte, dass man da mal nachforscht. Und gestern, d.h. vier Tage später erreichte mich ein Päckchen mit dem Album und den DVDs. Auf der Rechnung war alles mit 0,00 Euro ausgewiesen.

Jau, endlich, endlich! Nachdem Sascha schon vor knapp vier Wochen davon berichtete, konnte ich es kaum erwarten. Un watt soll isch sahrjen? Et hört sich rischtisch jut an! Ist zwar ein wenig gemächlicher als Back To Bedlam, aber trotzdem kraftvoll mit schönen Melodien und – ganz wichtig – mit Booklet mit allen Liedtexten, das ganz hervorragend nach frisch bedrucktem Papier riecht. Ha, CDs sind tausend Mal besser als Downloads!

Das ist es mir wert, dass ich zwei Tage auf die Bestellung warten muss (oder es auf mich nehme, in einen Plattenladen bzw. Elektrofachmarkt zu fahren). Einen ganzen Monat zu warten ist zwar nicht so schön, aber das war auch eine Ausnahme.

Mal kurz in die Runde gefragt: Wie kauft Ihr Eure Musik? Dazu habe ich eine Umfrage gestartet, zu sehen in der Sidebar.
Nachtag: die Umfrage funktioniert wieder nicht, deshalb in den Kommentaren Eure Antwort hinterlassen.

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Now playing: James Blunt – 1973
via FoxyTunes

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

7 Gedanken zu „Endlich James Blunt hören“

  1. Naja, bei mir weißt du es ja. Ich kaufe meine Musik nur online, außer wenn ich welche verschenken möchte. Der Grund dafür ist, dass ich einerseits nicht mehr weiß, wohin mit den CDs (hast du eigentlich 20 solcher CD-Regale??!) und andererseits ist mir das ganze drumherum nicht so wichtig wie dir. Da kommt es mir auch entgegen, dass die Downloads rund um die Uhr verfügbar sind und ich nicht einen Monat ( 😉 ) auf meine Bestellung warten muss oder in einen nervigen Elektromarkt rennen muss.

    Na, wie gesagt, du weißt es ja…

  2. Ja, das online Kaufen hat wirklich einen eindeutigen zeitlichen Vorteil. Und wenn du das nicht ausnutzt und CDs eh nicht magst, dann ist das die bessere Variante.

    Ich habe übrigens 7 CD- und DVD-Regale. Oh, da fällt mir ein, ich bräuchte bald wieder ein neues 🙂

  3. Ich kaufe meine Musik auch nur noch online, da ich noch nie eine großartige Verwendung für CDs hatte. MP3-Player sind einfach viel praktischer und Dateien können auch nicht einstauben.
    Auch das James Blunt Album nenne ich schon seit einigen Wochen mein Eigen und bin begeistert. Diese Stimme ist einfach toll, auch wenn einige meiner männlichen Freunde das nicht nachvollziehen können. Da scheint es übrigens einen großen Unterschied zwischen den Geschlechtern zu geben, denn meine meisten weiblichen Freunde, finden das neue Album auch richtig toll.

  4. Yep, GIGI DAG, ich kaufe praktisch jede Woche bei Amazon und auch im MediaMarkt oder Saturn komme ich selten ohne Beute raus. Und in 15 Jahren sammelt sich da so einiges an. Naja, so ein bis zwei CDs sind von meinem Vater gerippt. Aber das zählt auch, oder?

  5. Ich kaufe auch alles original. Bei iTunes und Co. habe ich noch nie runtergeladen. Ich habe lieber die CD in der Hand und rippe sie dann. Aber ich „brauche“ das Booklet und das Cover und die Hülle….
    Da ich aber leider net so viel für CDs ausgeben kann, habe ich erst ca. 165 CDs im Regal. Es wird aber mehr…
    Entweder kaufe ich übrigens bei einem Gebrauchtwarenhändler für Musik bei uns in der City oder bei EMP oder halt Amazon.
    Heuni

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