MediaMonkey vs iTunes (Teil 4: Podcasts und bezahlte Musik)

Heute geht es weiter mit dem Vergleichen der Musikverwaltungsprogramme MediaMonkey (Version 3 Beta 3) und iTunes (Version 7.4.3) und als abschließendes (?) Thema sollen die Zusatzoptionen Podcasts und bezahlte Musik (d.h. online gekaufte, heruntergeladene und nicht auf CD gekaufte, gerippte Songs) behandelt werden.

Bisher liegt MediaMonkey (MM) weit vorne, doch iTunes (iT) hat auch seine Vorteile. Aber das liegt u.a. an meinen persönlichen Vorlieben für bestimmte Funktionen und meinem externen mp3-Player.

Nun aber zum heutigen Thema. Ich hatte ja gestern schon angekündigt, dass ich mich in ein neues Abenteuer gestürzt habe, dass sich negativ auf meinen Geldbeutel auswirken könnte. Anhand des heutigen Themas kann man sich denken, dass ich den iTunes Store ausprobiert habe und beinahe in einen Kaufrausch geraten bin! Doch dazu später mehr.

Podcasts abonnieren

Bevor ich jetzt mit unbekannten Begriffen um mich werfe: Weiß jeder was ein Podcast ist? Wenn nicht, gibt es auf Podcast.de eine schöne Erklärung. Diese Erklärung hat den Zusatzwert, dass beide Seiten beleuchtet werden, die des Podcasters und des Abonnenten.

Die Seite Podcast.de fungiert allerdings hauptsächlich als Verzeichnis, um Podcasts zu finden und zu abonnieren. Da finden wir z.B. auch den Teddykrieger, dessen PodcasterBlog hier als Beispiel fungieren soll. Wenn man abonnieren möchte, fällt auf, dass immer zwischen iT und “Anderen” unterschieden wird, d.h. dass eine andere URL angegeben wird. Das liegt daran, dass die meisten Programme, die Podcasts abonnieren können (Podcatcher) per RSS-Feed neue Episoden holen, während iT wieder eine Extrawurst brät (obwohl es RSS auch kann).

Verzeichnisse im WWW sind nur eine Möglichkeit Podcasts zu finden, es geht aber auch anders. Podcatcher bieten meist auch ein oder mehrere solcher Verzeichnisse an.

Bei iT fungiert der Store auch als Podcast-Verzeichnis und man kann nach Themen oder Beliebtheit sortiert neue Podcasts entdecken oder gezielt suchen. Vorbildlich ist, dass mir viele deutsche Produktionen angeboten werden, negativ dagegen, dass es zwar eine Kategorie Video gibt, aber keine für Audio-Podcasts. Naja, das sollte hier nicht relevant sein, aber es fiel mir auf. Im Store landet man auch, wenn man die iT-spezifische Abo-URL auf einer Internetseite anklickt.

Das Abonnieren geht einfach durch einen Klick auf die gleichnamige Schaltfläche. Dann wird je nach Einstellung die neueste, alle oder keine Episode geladen. Außerdem kann eingestellt werden, ob und welche Episoden behalten werden sollen (alle, nicht gespielte, die X letzten). Alles funktioniert wie erwartet und nun kann ich dem Teddykrieger zuhören. Die Einstellungen gelten für alle Podcasts und alle Dateien werden im Musikordner in einem eigenen Ordner (Podcasts) abgelegt.

Diese zwei Umstände erwähne ich deshalb, weil es bei MM anders, d.h. besser ist. Es gibt globale Einstellungen, wo ein beliebiger Ordner festgelegt werden kann und welche Episoden geladen und behalten werden sollen. Die Lade- und Löscheinstellungen können bei MM für jeden Podcast individuell angepasst werden. Das halte ich für sehr wichtig, denn obwohl ich die meisten Episoden nach dem Hören wieder lösche, möchte ich doch einige behalten (z.B. die Songs von IndieFeed). Hier habe ich die Option, gehörte nur zu behalten, wenn sie eine bestimmte Bewertung haben und Nachrichten sollen nur heruntergeladen werden, wenn sie nicht älter als 2 Tage sind oder die ältesten bisher nicht geladenen, was sehr nützlich ist, wenn man einen Podcast neu abonniert und aufholen möchte (siehe Screenshot).

Um per RSS einen neuen Podcast hinzuzufügen, kopiert man die URL, ruft im Podcatcher die entsprechende Option auf und fügt die URL ein. Alle Informationen über den Podcast werden dann automatisch geholt und angezeigt.

Nutzer der alten MM-Version werden sich vielleicht gerade gewundert haben. Hoffentlich aber auch gefreut. Denn die Podcast-Funktionalität ist neu und präsentiert sich gleich einwandfrei. Es gab zwar für MM2 ein Skript, das aber nicht fehlerfrei arbeitete und deshalb habe ich zum Podcatchen erst noch iT verwendet und dann Juice. Das Hantieren mit zwei Programmen hat nun ein Ende gefunden und ich bin wirklich begeistert.

Und auch die Lesezeichen funktionieren nun endlich in MM. D.h. je nach Genre (Audiobook und Podcast) wird sich Wiedergabeposition gemerkt und beim nächsten Aufrufen des Stücks genau dort fortgesetzt. Das war bei iT schon vorher Standard. Dieses Verhalten ist bei beiden Programmen standardmäßig aktiviert, aber dennoch optional.

Kopiergeschützte Musik am Beispiel Audible

Bei audible.de gibt es Hörbücher und Audiomagazine zum Download. Einige wenige sind kostenlos, für die allermeisten jedoch muss man bezahlen. Und damit niemand unberechtigterweise zuhört, gibt es ein eigenes Format (aa), das DRM erlaubt.

Wenn Programme (und mp3-Player) diese abspielen sollen, muss Audible die Rechte dafür geben. Beim Marktführer iT war das natürlich kein Problem, aber MM war da nicht erfolgreich. Dieser Punkt geht also eindeutig an iT. Mein Audible-Account auf dem Rechner wurde automatisch erkannt und nach dem Hinzufügen tauchen die Stücke im Knoten Hörbücher auf und konnten ohne erneute Aktivierung abgespielt werden.

Um den DaVinci Code auch mit MM hören zu können, müsste ich 13 CDs brennen (habe ich sowieso als Datensicherung gemacht), diese rippen und die einzelnen Dateien wieder zusammenfügen. Sehr aufwendig. Aber Audible bietet einen eigenen Player, mit dem ich die Hörbücher auch auf meinen externen mp3-Player und meinen Palm bekomme. Das wiederum kann iT nicht und somit gewinnt iT dieses Duell nur, wenn man die kopiergeschützten Dateien auf dem Rechner anhören möchte.

“Richtige” kopiergeschützte Musik

Das eben war ja nur ein Sonderfall. Kommen wir jetzt also zu Musik, die bei Online-Musikdiensten käuflich erworben werden kann. Natürlich ist der größte und bekannteste der iTMS und um den soll es auch hier gehen.

Da ich ja schon für das Laden von Albumcovern einen Account angelegt hatte, konnte ich den Store auch gleich richtig testen. Als Testobjekt hatte ich auch schon etwas Besonderes im Sinn, nämlich Make Some Noise – The Amnesty International Campaign to Save Darfur (Amazon-Partner-Link), einen Sampler auf dem internationale Künstler Songs von John Lennon covern.

Diese Doppel-CD mit 28 Songs hatte ich mir bei Erscheinen im Juni gekauft. Auf der Projekt-Seite von ai erfuhr ich dann, dass es weitere Songs online zu kaufen gibt. Die Liste der Künstler ist sehr vielversprechend und besonders zwei Lieder hätte ich gerne gehabt. Das ideale Testobjekt! Also flugs auf Kaufen geklickt und der iTMS mit dem Album wird aufgerufen. Da sind es 38 Songs (also 10 mehr als auf der CD-Ausgabe). Aaaaber: genau die zwei Songs, die ich will, sind nicht dabei. Dumm gelaufen, also neues Testobjekt suchen.

Beim Stöbern ist mir aufgefallen, dass es echte Schnäppchen zu machen gibt. Da gibt es z.B. The Bootleg Series 1-3 von Bob Dylan für sagenhafte 6,99 € (48 Songs). Hätte ich die CDs nicht schon, hätte ich da sicher zugegriffen! Doch schließlich finde ich zwei Alben, die mir zusagen. Ein reguläres und eines mit iTunes Plus[1], um vergleichen zu können, wandern in den Einkaufswagen. Und schwupp sind sie auch bezahlt. Ui, das ging schnell![2]

Wie gesagt, das ging sehr schnell und ich werde den Account wieder deaktivieren, weil es nicht nur wahrscheinlich, sondern sicher ist, dass ich da sehr viel Geld lassen würde.

Wie kommt MM mit den gekauften Songs klar? Die neue Version unterstützt nun endlich auch das AAC-Format und die neu erworbenen Songs werden erkannt und dem Archiv hinzugefügt. Doch hier kommt jetzt das “Plus” zum Tragen: die DRM-freien Songs (*.m4a) können abgespielt werden, während die anderen (*.m4p) stumm innerhalb von Sekunden durchgelaufen werden[3]. Da die kopiergeschützten Songs von iT auch (verständlicherweise) nicht in mp3’s konvertiert werden, bleibt nur der Umweg über CD brennen und rippen. Das geht allerdings wunderbar. Ob es nun wert ist, für diese Arbeitsersparnis 30 Cent mehr pro Song auszugeben, bleibt dahingestellt. [Edit] Mit der Version 3.0.3 Beta 1 werden auch die DRM-geschützten Dateien unterstützt. Außerdem kann diese Version mit den iPhone und dem iPod Touch synchronsiert werden.[/Edit]

Preislich viel günstiger an DRM-freie Titel kommt man neuerdings bei Amazon USA, wo einzelne Songs für 0,89 $ oder 0,99 $ angeboten werden. Wenn man den rankommt. Mit MM funktioniert das jedenfalls. Als ich es testen wollte, wurde ich immer wieder von “geographischen Restriktionen” zurückgehalten. Wahrscheinlich liegt es daran, dass Amazon die Beschränkungen verbessert hat (am Anfang funktionierte es mit einer Lieferadresse in den USA) [Edit]Ja, scheint so zu sein![/Edit].

Für mich bleibt die Erkenntnis, dass online Musik zu kaufen vorerst weiter nicht in Frage kommt. Die gebrannte CD mit meinen (legal) käuflich erworbenen Songs sieht für mich genauso aus wie die (illegale) Kopie einer CD von einem Freund. Ist aber nur mein persönliches, irrationales Gefühl und wem das egal ist, der ist sicherlich mit iT besser bedient (solange man den iTMS nutzt und nicht eine der “zahlreichen” Alternativen).

Weitere Funktionen im Schnelldurchlauf

Da auch diese Folge wieder sehr lang geworden ist und ich die Serie damit abschließen möchte, nur noch zum Abschluss ein paar Funktionen kurz im Überblick:

  • MM: Tastenkürzel für die meisten Funktionen können vorgegeben werden (optional global, d.h. auch wenn MM nicht das aktive Fenster ist)
  • MM: Mausgesten im Trayicon (Klick für Play/Pause, Doppelklick für Wiederherstellen, hoch/runter für Lautstärke, rechts/links für Song vor/zurück) ersparen viele Klicks
  • iT: Freigabe der Mediathek im lokalen Netzwerk (optional mit Passwort) ermöglicht es, die Musik Anderen zum Hören zur Verfügung zu stellen (nicht zum Kopieren!)[4]

Was ich nicht mehr ausführlich getestet habe, ist Brennen von CDs und das Erkennen und Behandeln von Duplikaten. Bei beiden Programmen ist dafür Voraussetzung, dass Titel und Interpret übereinstimmen. Zum Auffinden echter Duplikate nutze ich neuerdings MusicIP. Bei MM gibt es ein Skript (Advanced Duplicate Find & Fix), das eine feinkörnige Suche nach Duplikaten erlaubt und es ermöglicht, die Duplikate zu “vereinigen” (Abspielzähler wird addiert, Datum des Hinzufügens angepasst). Leider funktionierte es bei mir in der aktuellen Beta von MM nicht.

Welche anderen nützlichen Funktionen sollte man noch erwähnen? Gibt es jemand, der durch meinen Test tatsächlich (in Erwägung zieht) von iTunes nach MediaMonkey gewechselt hat/zu wechseln? Oder zumindest mal einen Blick drauf geworfen hat?

Vielleicht werfe ich ja noch demnächst einen Blick auf Songbird, dessen Features sehr vielversprechend klingen. Oder ich schaffe es endlich, die Coversongs der Make Some Noise-Compilation mit den Originalen von John Lennon zu vergleichen (was ich schon seit Erscheinen im Juni vorhatte).

  1. Das sind DRM-freie Titel, die 1,29 € statt 0,99 € kosten und mit 256 kbit/s statt 128 kbit/s kodiert sind. Nachtrag: mittlerweile kosten beide Versionen 0,99 € []
  2. Wenig später fiel mir übrigens auf, dass das eine für zwei Euro weniger bei Amazon zu haben gewesen wäre, grrr! Beruhigenderweise habe ich bei dem anderen sagenhafte 15 Euro gespart! []
  3. Hierfür muss QuickTime oder die neueste Version von QuickTime Alternative auf dem Rechner installiert seint []
  4. Netzwerkfreigabe ist eine der Funktionen, die ich wirklich bei MM vermisse, was aber angesichts von über 15.000 eigenen Songs zu verschmerzen ist. []

Über juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

6 Gedanken zu „MediaMonkey vs iTunes (Teil 4: Podcasts und bezahlte Musik)

  1. Wirklich interessanter Berichter über It und MM. Ich bin schon seit längerer Zeit zu MM gewechselt, dass einzige was ich noch genau herausfinden muss ist das Herausfiltern von Duplikaten.

  2. Philipp, willkommen :mrgreen:

    Welche Duplikate genau meinst du? Doppelte Songs in deiner Bibliothek oder bei Podcasts? Für die doppelten Songs habe ich in dieser Vergleichsserie ebenfalls einen Beitrag geschrieben. Und wenn du per “Fingerabdruck” Duplikate finden möchtest, dann empfehle ich MusicIP Mixer (mein Beitrag dazu).

  3. In iT sind wesentlich mehr Informationen zu den Podcast-Episoden zu sehen als in den Tags gespeichert sind; z.B. gibt es eine Spalte mit dem Erscheinungsdatum, während in den Tags nur die Jahreszahl angezeigt wird. Auch kann ich in iT schon vor dem Download einer Episode sehen, wie lang sie ist (min.). Beides ist in MM nicht möglich, weil nur die Tags angezeigt werden. Und abgesehen davon, dass ich vor dem DL nicht sehen kann, wie lang die Episode ist, wird auch das genaue Erscheinungsdatum nach dem DL durch die Jahreszahl überschrieben.
    Ist das tatsächlich ein Unterschied zwischen beiden Programmen oder kann mir jemand helfen, den MM entsprechend umzustellen?

  4. Hallo und willkommmen, none1000.
    Du irrst dich bzgl. der sichtbaren Angaben in MM. Du musst die Spalten anzeigen lassen oder den Mauszeiger über die Folge halten, dann siehst du das Datum und die Kommentare auch, selbst bei nicht heruntergeladenen Podcasts. Die Länge wird weder in iTunes noch in MM angezeigt. Ich habe zwei Screenshots mit den gleichen Ausschnitten gemacht, einmal MediaMonkey und einmal iTunes. Die Angaben sind exakt gleich in beiden Programmen.

    Wenn du nicht möchtest, dass die Angaben überschrieben werden, dann musst du diese Option in den Einstellungen ändern.

  5. :hurra: :) :)
    jetzt wechsle ich entgüldig zu mm der ist wircklich super.kann man mit mm die songs direkt mit einem server synchronisieren?
    das muss ich sonst von hand machen.

Kommentare sind geschlossen.