Free Burma

Free Burma!

Heute ist es also soweit und es wird geschwiegen in der Blogoshäre. Schon in die Liste der Teilnehmer eingetragen? Wow, sind schon mehrere Tausend (ich war #81!) Der Text unten ist ein vorgefertiger vom offiziellen Wiki

Davor möchte ich noch auf zwei Beiträge vom Dienstag hinweisen, die sich mit dem Aktionstag und dem Sinn dahinter auseinander setzen. Zum Einen wäre da der „Koordinator“ auf deutscher Seite, Robert Basic, der im Beitrag Verantwortung in einem Nachtrag schreibt:

aus den Kommentaren geht hervor, dass anscheinend einigen die eigentlich einfache, aber designtechnisch auf dem Wiki und Free-Burma.org wohl übersehbare Message nicht klar wird, was die Free-Burma Aktion bedeutet oder soll. Zitiere:
International bloggers/webmasters/bulletin boards are preparing an action to support the peaceful revolution in Burma. We want to set a sign for freedom and show our sympathy for these people who are fighting their cruel regime without weapons.
– wir zeigen damit deutlich auf, dass wir uns gegen jegliche, gewalttätige Unterdrückung von Menschenrechten stellen
– wir zeigen, dass wir den Menschen, die ihr Leben lassen mussten, höchsten Respekt zollen. Den Menschen höchste Anerkennung zollen, die sich friedlich gegen ein Regime gestellt haben, wohlwissend, dass es riskant ist. Wir alle wissen lassen, dass sie nicht umsonst gestorben sind für eine Idee. Und das geht weit über Burma hinaus
– wir geben denen ein Stück weit Kraft, dass wir sie nicht vergessen haben, sie eben nicht alleine sind, auch in der Hoffnung, dass sie uns auf welchem Weg auch immer hören werden (sollte es mit dem Radio klappen, hören sie uns schneller als gedacht, Kontakt ist mittlerweile hergestellt)
– wir nicht die Regierungen und andere Gewalten diesen Welt brauchen, um anderen Menschen auf gleicher Augenhöhe entgegenkommen zu können

Sehr schön und treffend fand ich Lukas‘ Beitrag Alles Elend dieser Welt, wo er schreibt

Das dämlichste und zynischste Argument gegen solche Aktionen aber lautet „Es gibt so viel Elend auf der Welt, warum konzentriert man sich ausgerechnet auf Burma?“. Konsequent zu Ende gedacht, bräuchte man dann auch kein einziges Buch mehr lesen (weil man eh nicht alle Bücher lesen kann), man bräuchte nicht mehr essen (weil Reste übrig bleiben könnten und andere Menschen gar nichts zu essen haben), ja, man bräuchte nicht einmal mehr leben (weil andere Menschen tot sind). Menschen, die so argumentieren, fragten am Morgen des 12. September 2001 „Und was ist mit den Kindern, die in Afrika verhungern?“, und vielleicht stehen sie sogar am offenen Grab ihrer Mutter und sagen etwas wie „Nun ja, jetzt isse tot, aber während wir hier stehen, sterben bei einem bewaffneten Konflikt in Südamerika vierhundert Menschen.“

Nun aber zum vorgefertigten Text:

Weltweiter Aktionstag am 04. Oktober 2007

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Artikel 1 Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.

Artikel 2 Jeder hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.

Des weiteren darf kein Unterschied gemacht werden auf Grund der politischen, rechtlichen oder internationalen Stellung des Landes oder Gebietes, dem eine Person angehört, gleichgültig ob dieses unabhängig ist, unter Treuhandschaft steht, keine Selbstregierung besitzt oder sonst in seiner Souveränität eingeschränkt ist.

[…]

Diese Allgemeine Erklärung der Menschenrechte wurde am 10. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet, und gilt seither als ausdrückliches Bekenntnis zu den Menschenrechten.

Dieses Bekenntnis ist in einer globalisierten Welt wichtiger denn je. Deswegen dürfen wir nicht wegsehen, wenn in einem Land wie Burma friedliche Demonstranten und buddhistische Mönche rücksichtslos getötet oder verhaftet werden.

Die burmesische Bevölkerung wird seit über 45 Jahren von einem diktatorischen Militärregime unterdrückt. Die legale Opposition ist de facto ausgeschaltet, Medien staatlich kontrolliert und die Menschen – als Zwangsarbeiter missbraucht – leben am Existenzminimum. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass die Mönche ihren Protest gegen die Benzinpreiserhöhungen vor wenigen Wochen zum Ausdruck bringen wollten.

Obwohl das Militär mit allen Mitteln versucht, jeglichen Kontakt von und in das Ausland zu unterbinden, drangen Belege seiner Grausamkeiten an die internationale Öffentlichkeit. Trotz der Gefahr, verhaftet und verschleppt zu werden, riskierten mutige Burmesen ihr Leben, um die Welt über die grausamen Ereignisse in ihrem Land zu informieren.

Doch bislang verhindern wirtschaftliche Interessen einzelner Mitgliedsstaaten die Verurteilung der Gewalt und der Unterdrückung seitens der Vereinten Nationen.

Wir wollen mit dieser internationalen Aktion ein Zeichen setzen!
Wir verachten die Gewalt und den Terror in Burma.
Wir setzen uns ein für die, die aufgrund ihrer Meinung unterdrückt werden und wir solidarisieren uns mit den Menschen, die für ihr Recht demonstrieren.
Wir fordern die Vereinten Nationen auf, die Gewalt zu verurteilen. Wir fordern Freiheit und Frieden für Burma.

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

2 Gedanken zu „Free Burma“

  1. Hm, und ich dachte, bei der Aktion ginge es darum, am 4.10. eben keinen Blogpost zu verfassen. Hast Du aber doch getan. Ein Klick auf das Bild in der Ecke rechts unten bringt mich zu der Seite, auf der ganz deutlich steht „refrain from posting“

    Ich frage mich dabei immer, ob die Leute das LAnd mit Absicht Burma nennen, als Kritik an dem Regime, welches 89 den alten Namen Myanmar offiziell als LAndesnamen festgelegt hat, oder ob es einfach nur Unwissen der „Erfinder“ dieser Aktion ist.

  2. David, die Aktion heißt auch „One Blog Post For Burma“ und man solle bitte nichts anderes posten (das refrain bezieht sich somit auf unrelevante Beiträge).

    Und was die Namensgebung angeht: das liegt daran, dass laut englischer Wikipedia, die USA und Großbritannien den neuen Namen Myanmar nicht anerkennen (die UN allerings schon).

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