MediaMonkey vs iTunes (Teil 1: Installation und Oberfläche)

Das Warten ist vorbei! Jetzt wird verglichen, welcher Player bessere Funktionen und eine bedienungsfreundlichere Oberfläche bietet. Diesen Test hatte ich schon mehrfach angekündigt und die Ergebnisse wurden sicherlich (hoffentlich!) schon erwartet.

Die Kandidaten: MediaMonkey und iTunes

Es wurde jeweils die neueste Version auf einem Windows XP Rechner installiert und zwar

  • MediaMonkey 3.0 Beta 3 (im Folgenden MM)
  • iTunes 7.4.3 (im Folgenden iT)

Warum habe ich von MM eine Betaversion verwendet? Die neue Version bietet einige neue Features, die ich für essentiell halte (z.B. Podcasts) und die das Programm so mit iT besser vergleichbar machen. Allerdings gehen damit auch einige Zusatzfunktionen verloren, denn noch sind nicht alle Skripte kompatibel (dazu an entsprechender Stelle mehr).

Was sollen die Programme können?

Um einen aussagekräftigen Test zu veranstalten, muss man sich im Klaren darüber sein, welche Anforderungen an die Testobjekte gestellt werden. Zusätzlich sind ein paar typische Aufgaben zu bewältigen.

Angenommen, ich habe eine große Musiksammlung (fünfstellige Titelanzahl) und möchte diese nicht nur abspielen, sondern auch komfortabel verwalten. Was erwarte ich von einem Programm, das dies leistet?

  • einfaches Hinzufügen von neuen Titeln (viele Formate)
  • übersichtliche, intuitive, anpassbare Oberfläche
  • sinnvolle Verwaltung der Sammlung (Playlisten erstellen, Bewertungen, Duplikate finden, Zusatzinfos automatisch holen, etc)
  • bequemer täglicher Einsatz (Minimisierung, Podcasts, Coveranzeige)
  • indivduelle Einstellungsmöglichkeiten (optional)
  • Synchronisation mit externem mp3-Player (optional)

Man könnte an optionalen Funktionen noch Videoanzeige und das Kaufen digitaler Musik angeben. Da dies aber einerseits nur iT zur Verfügung stellt und andererseits zwei von mir persönlich nicht gewünschte bzw. sogar unerwünschte Funktionen sind, habe ich sie in dieser Aufzählung weggelassen[1]. Warum keine Videoanzeige? Weil andere Programme das besser können und so das Musikprogramm nur unnötig aufgebläht wird. Warum keine digitale Musik? Weil ich mich bislang geweigert habe, so Musik zu kaufen. Meine Weigerung weicht allerdings langsam auf und vielleicht stürze ich mich demnächst noch in dieses Abenteuer. Wenn jemand mit MM Erfahrungen gemacht hat, würde ich mich über einen Hinweis in den Kommentaren freuen. Erfahrungsberichte über den iTMS sollten inzwischen einfach und zahlreich zu finden sein.

Download und Installation

MM kann man aufgrund der Betaversion im offiziellen Forum runterladen. Die aktuelle Version 2.5.5 gibt es auf der offiziellen Seite. Leider gibt es nur eine Version für Windows. Macnutzer bleiben leider außen vor, aber da wird wahrscheinlich sowieso iT verwendet. Unter Linux ist es schwierig, aber möglich (siehe diesen Forumsbeitrag (Seite 2) für eine Installation unter Ubuntu).

Während der Installation wurde auch die alte MM-Version auf dem Rechner entdeckt und angeboten, die Datenbank zu importieren. Das funktionierte wunderbar und so bleiben alle Bewertungen, Playlisten, Abspielzähler etc erhalten. Bewertungen von anderen Playern (iT, Winamp, Windows Media Player) können importiert werden. Das konnte ich nicht testen, da ich bei diesen Programmen keine Bewertungen vergeben hab. Hat da jemand Erfahrungen? Erfolgreich getestet, d.h. in iT vergebene Bewertungen wurden in MM übernommen.

iT gibt es bei Apple für Mac und PC. Heißt das auch Linux? Natürlich nicht, aber es gibt eine Anleitung für Ubuntu. Negativ ist mir die Zwangsinstallation von QuickTime aufgefallen, das aber leicht durch QuickTime Alternative ersetzt werden kann. Positiv fand ich die Aktualisierungsfunktion, denn die nötige Datei wurde vom Programm aus selber heruntergeladen. Allerdings wird man danach zu einem Neustart verdonnert, den ich eigentlich bei XP nicht erwartet hätte. Bei iT kann außer gekaufter Musik nix weiter importiert werden (wurde zumindest nicht gefragt).

GUI (grafische Benutzeroberfläche

Damit sich jeder einen eigenen Eindruck verschaffen kann, habe ich zwei Screenshots angefertigt, links MM, rechts iT (Klick für Vergrößerung), in denen hoffentlich auch ein Überblick über die Funktionalität gegeben wird.

Oberfläche von MediaMonkeyOberfläche von iTunes

Die Wiedergabeliste bei MM, die unten rechts sichtbar ist, kann auch oben oder rechts oder in einem extra Fenster angezeigt werden und so hat man im Blick, was man gerade hört, während man in den anderen Knoten umherstöbert. Das Prinzip sollte vom Windows Explorer bekannt sein (+ und – zeigen erweiterte und erweiterbare Knoten an).

Die Cover Flow-Ansicht bei iT sieht super aus und so lässt sich leicht nach Alben navigieren. Alternativ gibt es die klassische dreigeteilte Ansicht Genre/Künstler/Album, die ebenfalls für eine übersichtliche Navigation sorgt und leider bei MM nicht möglich ist (nur alle Alben, nicht nur die eines bestimmten Genres) (siehe Nachtrag).

Freunden anpassbarer Oberflächen, bietet MM (fast) alles, was das Herz begehrt. Jeder Knoten kann in den Filteroptionen individuell angepasst werden. D.h. ob der Knoten angezeigt werden soll, und wenn ja, welche Spalten in welcher Reihenfolge dann im großen Fenster angezeigt werden sollen. Man kann verschiedene Filter für verschiedene Gelegenheiten erstellen bzw. die vorgegebenen anpassen (siehe Screenshot). Außerdem gibt es verschiedene Skins (drei sind mitgeliefert, mehr gibt es im Forum).

Mit dem MagicNode-Skript können die Ansichtsoptionen praktisch unbegrenzt angepasst werden. Aber da das Skript noch nicht mit Version 3 funktioniert, erwähne ich das hier mal nicht.

Miniplayer im VergleichZum Abschluss des ersten Teils noch ein Blick auf den Miniplayer für die unaufdringliche Steuerung während des Arbeitens. Bei beiden Programmen kann das Ding optional immer im Vordergrund angezeigt werden und bei MM ist auch die Transparenz einstellbar. Im Bild links (Klick für Vergrößerung) sieht man ganz unten den iT-Miniplayer und darüber den MiniMonkey in verschiedenen Skins. Sehen die nicht gut aus?!? Wer seinen MM wie iT aussehen lassen will, schaut hier vorbei. Die einzelnen Funktionen des Miniplayers sollten aus den Screenshots ersichtlich sein. Anzumerken sei, dass es bei MM auf den Skin ankommt, welche Funktionen verfügbar sind.

Das war es für den ersten Teil. Morgen (?) geht es weiter mit mehr Details und einigen „Aufgaben“ die gemeistert werden müssen. Gibt es dazu noch Vorschläge? Was sollte ein Player alles können bzw. nicht können müssen?

Doch bevor ich mich endgültig verabschiede, noch einen Blick in die Nachbarschaft. Wenn man sich mal so in den Blogs umschaut, scheint MediaMonkey einige Freunde zu haben. Gestern veröffentlichte Der Linzer eine Liste seiner Lieblings-Windows-Programme und MediaMonkey tauchte da auf. Und letzten Donnerstag berichtete der Tellerdreher von seinem Wechsel von iTunes zu MediaMonkey. Auf neunetz.com hieß es im Februar

Aktuell nutze ich noch den MediaMonkey-Player aufgrund seiner erschreckend hohen Featureanzahl.

Der Artikel ging eigentlich um Songbird (deswegen das „noch“), doch da danach kein Artikel mehr zum Thema kam, hoffe ich, dass Marcel beim Affen geblieben ist.

Ah, jetzt habe ich mich geoutet, was? Ja, ich finde MediaMonkey wesentlich besser als iTunes und dieser Test hat mir wieder einmal gezeigt, warum. Morgen (?) dürft Ihr noch mehr Gründe erwarten. Aber um nicht völlig voreingenommen zu wirken, möchte ich anmerken, dass es durchaus eine Menge Nutzer gibt, für die iTunes die bessere Wahl ist.

MediaMonkey: SongBrowserNachtrag – ein ganz dicker! Man sollte sich bei einer neuen Version genauer mit den neuen Features auseinander setzen! Deshalb hier ein Screenshot vom SongBrowser des MM (Klick zum Vergrößern), wo es eben doch die von iTunes bekannten Ansichten auch alle gibt! Kinners, dat sieht gut aus!

Serien-Navigation:
MediaMonkey vs iTunes (Teil 2: Verwalten) >>

  1. Das ist ist mein Test und meine persönlichen Vorlieben fließen natürlich mit ein. Beide Funktionen kombiniert ergeben großen Seriengenuss, der allerdings nur in den USA möglich ist. []
Dieser Beitrag ist Teil 1 von 7 der Beitragsserie MediaMonkey vs iTunes

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

16 Gedanken zu „MediaMonkey vs iTunes (Teil 1: Installation und Oberfläche)“

  1. Songbird, sobald es richtig fertig ist, wird da glaube ich eine gute Alternative. Dank Plug-Ins gibt es da auch z.B. das iTunes Cover Flow. Open-Source, wird also bald bestimmt alles haben, was das Herz begehrt.
    iTunes finde ich wegen CoverFlow ziemlich gut, ansonsten nichts besonders.
    Bis Songbird stabil läuft, werde ich beim Windows Media Player bleiben: Super Navigation durch die Medienbibliothek und viel komfortablerer Download von Albeninfos/Coverart.
    (Für iTunes empfehle ich ArtImporter. Damit kann man ebenfalls Cover einfach von amazon laden, ansonsten muss man sich bei iStore anmelden und die Infos lädt der auch nur, wenn die Titel mit denen im iStore identisch sind)

    Was meinst Du mit: „bei iT kann außer gekaufter Musik nix importiert werden“?
    Ich habe da meinen Musikordner angegeben und sofort waren alle meine MP3 in iTunes drin.

  2. yup, nutze noch den mediamonkey. songbird ist noch viel zu buggy und kann bei den features bei weitem noch nicht mithalten. 🙂
    halte es aber sonst wie David: OpenSource mit einer guten Pluginschnittstelle, das wird zwangsläufig besser als geschnitten brot. Außerdem habe ich mittlerweile einfach ein besseres Gefühl wenn ich OS verwenden kann. wobei es natürlich noch dauern wird, bis songbird an den affen rankommt.
    spannend auf jeden fall!

    p.s.: die neue ansicht im mm noch gar nicht gesehen. sweet, muss ich dann gleich mal checken.

  3. @David und Marcel
    Hm, den Songbird wollte ich mir schon länger mal angucken, schaden kann es nicht.

    @David
    Zum Albumimport komme ich im 2. Teil, aber danke für den Tipp, das werde ich dann mal ausprobieren
    Die Formulierung mit dem Import: da meinte ich alles außer den mp3s selber (Bewertungen etc)

    @Marcel
    Die neuen Ansichten laufen allerdings noch nicht so rund. Aber ist ja noch beta.

    @Phil
    Jawohl, heute gibt es mehr!

  4. Schöner Vergleich der beiden Lösungen. Bin mal gespannt, wer das Rennen machen wird. Ich habe bereits jetzt meinen persönlichen Favoriten und gebe den auch nicht mehr her. Alles was mit Äpfeln zu tun hat, ist nur beim Essen relevant! 😉

  5. „Nachtrag – ein ganz dicker! Man sollte sich bei einer neuen Version genauer mit den neuen Features auseinander setzen! Deshalb hier ein Screenshot vom SongBrowser des MM (Klick zum Vergrößern), wo es eben doch die von iTunes bekannten Ansichten auch alle gibt! Kinners, dat sieht gut aus!“

    Hallo,
    ich benutzet MediaMonkey seit 5 Tagen und bin auf der Suche nache einer Anleitung und den weiteren Möglichkeiten auf Ihre Seite gestossen.
    Sehr interessant und sehr vielschichtig.
    Ich möchte halt lernen, was der MM so alles kann und bin auf obigen Satz (und das dazu gehörige Bild) gestossen.
    Meine Frage: Welche Einstellungen sind notwendoig, um das Bild des MM so zu haben

    Vielen Dank im Voraus

    Gruß

    Jörg

  6. Hallo Jörg, MM hat noch jeden überzeugt :mrgreen: Und auch wenn es aufgrund der vielen Möglichkeiten vielleicht erst etwas überwältigend ist, man findet sich doch irgendwann zurecht.

    Zu dem Screenshot: Die Übersicht der Album-Bilder gibt nur in der Archivansicht (z.B. im Albumknoten) und nicht in der aktuellen Wiedergabeliste.
    Vorgehen:
    – in der Werkzeugleiste oben den entsprechenden Knopf für Album-Bilder (mit oder ohne Details) klicken
    – wenn die Buttonleiste nicht angezeigt wird: im Menü „Anzeige“ gibt es genau diese Auswahlmöglichkeiten (wenn die Werkzeugleiste nicht angezeigt wird: im Menü „Auswahl“ kann die eingeblendet werden).

    Hat es so geklappt?

  7. Hi Julia,
    Kompliment zu Diner Tollen Arbeit!

    Ist genau, was ich gerade suche:
    Ich habe auch keinen iPod sondern nur nen Sansa E260 4GB intern – 8GB über MicroSD – die fehlende Erweiterbarkeit finde ich bei den iPods echt sch…
    Habe zunächst mit Win MediaPlayer angefangen => hat mir nicht gefallen.
    Mein Junior hat nen iPod Touch – der kann sich das leisten ;-)) und hat von iTunes geschwärmt. Also ausprobiert ==> Hat mir so gut gefallen, dass ich jetzt schon ca. 100 CDs gerippt (allerdings mir EAC)und organisiert habe.
    Was halt fehlt ist das komfortable sync mit dem Sansa.
    Von Dir heiß gemacht möchte ich jetzt mal MM probieren.

    Geht es, MM auf das Verzeichnis von iT loszulassen,ohne dass groß etwas umstrukturier wird? Will heißen, kann ich wieder zu iT zurück, falls mir MM doch nicht gefällt?

    Danke schon mal und herzliche Grüße
    Tom

  8. Hallo und Willkommen, Silentioso! (toller Nickname)
    Besten Dank erstmal und dann zu deiner Frage:
    Der Vorteil bei MM ist, dass das Programm nur auf Wunsch verändert. Du kannst die Songs zur Bibliothek hinzufügen und damit Playlisten erstellen und den mp3-Player verwalten. Dateien werden nicht automatisch umbenannt/verschoben und deswegen sollte iT keinen Unterschied merken.
    Und ein vollständiger Wechsel ist sehr einfach, wenn ihr dann MM als das komfortablere und bessere Programm erkannt habt 😉

  9. Hallo Julial 49!
    kannst du mir ein vergleich sagen zu MM gegenüber Helium Manager 2009.
    Wie unterscheiden sich beide ist einer besser oder schlechter.

    Mfg Norbert

  10. Hallo Norbert,
    vom Helium Manager 2009 habe ich bis eben noch nie gehört. Wie aber eine kurze Recherche gezeigt hat, kann der nur ein Bruchteil dessen was MM kann und kostet außerdem 45 Dollar (ohne Registrierung nur 15x startbar). Da erübrigt sich ein Test.

  11. Hi Julial 49!
    Danke für die schnelle Antwort :clap:
    Soll ich mir die kaufversion zulegen oder nur die free version.
    Gibt es für einsteiger irgend eine Hilfe (Anleiung)auf der CD oder hier auf der Seite,oder im Web.

    Mfg Norbert

  12. Norbert, du kannst es ja erst mal mit der kostenlosen Version versuchen und sehen, ob die Features ausreichen. Die Unterschiede der Gold-Version sind z.B. Dateiüberwachung (automatisches Hinzufügen neuer Dateien), mehr Suchfunktionen und Playlisteneinstellungen (v.a. automatische), CDs Brennen mit höherer Geschwindigkeit, CDs rippen mit dem eingebauten Encodierer (ansonsten manuelle Installation, d.h. einmal ein bisschen mehr Arbeit).

    Eine Anleitung braucht man eigentlich nicht, da die Bedienung intuitiv ist. Es gibt eine recht umfrangreiche, eingebaute Hilfe (auf englisch) und online ein sehr gut bestücktes Forum (hauptsächlich englisch, deutsches Unterforum).

    Bei weiteren Fragen stehe ich zur Verfügung 🙂

  13. Hi Julial 49!

    Habe mich für den Affen entschieden ist wirklich ein Tolles Programm.
    Eine frage hätte ich aber noch?
    Und zwar gibt es den Affen auf der Media Monkey Seite
    In verschiedenen Farben(auch grün)aber grün existiert in der Option nicht.

    Mit freundlichen Grüßen Norbert

  14. Hallo Norbert,

    wenn in den vorgegebenen Skins nicht dein gewünschter dabei ist, schau mal im Wiki vorbei oder im Forum (da musst du dich aber ein bisschen durchwühlen). Die Installatation sollte in den meisten Fällen einfach sein.

    PS: Im URL-Feld beim Kommentieren soll deine eigene URL rein. Wenn du keine hast, dann einfach leer lassen.

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