Die Sache mit der Statistik

Heute war ich Beisitzer bei vier Prüfungen (Statistik für Biologen). Eigentlich hätten es ein halbes Dutzend sein sollen, aber zwei sind nicht aufgetaucht. Wenn ich jetzt mathematisch und politisch völlig unkorrekt von dieser Stichprobe auf den Rest schließen würde, ergäbe dies folgendes Bild:

  • Männer sind um Längen besser in Mathe als Frauen.
  • Biologen sind alle Rechtshänder.
  • Absagen sind beim weiblichen Geschlecht genauso wahrscheinlich wie das Auftauchen zur Prüfung.
  • Biologen sind immer aufgeregt bei Prüfungen.
  • Je wilder und ausgefallener die Fingernagelbeschmuckung, desto besser die Prüfungsnote.
  • Biologie ist ein Mädchenfach.
  • Blonde Haare (egal ob echt oder gefärbt) gefährden das Bestehen einer Prüfung.
  • Die schlimmen Fragen kommen immer zum Schluss.
  • Je weniger Mathestoff in der Schule, desto besser die Matheleistung an der Uni.
  • Niemand trägt mehr Brillen heutzutage.
  • Die Varianz für die Schreibweise der Buchstaben Ω und Σ ist sehr hoch.

Zum Schluss noch ein ernst gemeinter Tipp für mündliche Prüfungen: auch mal in der Gruppe lernen und versuchen die Grundbegriffe den Anderen zu erklären. Das hilft einerseits dabei, besser zu verstehen worum es überhaupt geht und anderseits versaut man sich so nicht die Prüfung durch ein nervenaufreibendes Schweigen am Anfang.

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

13 Gedanken zu „Die Sache mit der Statistik“

  1. Hi Julia,

    das sind wirklich interessante Erkenntnisse, die sich mit meinen Erlebnissen als Beisitzer und teilweise auch Prüfer decken 🙂 Allerdings habe ich PharmazeutInnen geprüft, da ist der Männeranteil nur bei 20-30% und damit kaum repräsentativ.

  2. Zwar habe ich nur Erfahrungen im Umgang mit Biologen als „Selbst-Student“, aber meine Eindrücken decken sich recht gut mit deinen:

    Männer sind um Längen besser in Mathe als Frauen. -> Check
    Biologen sind alle Rechtshänder. -> Naja, ich kenn einen Linkshänder, aber das is bestimmt nur der für die Statistik
    Absagen sind beim weiblichen Geschlecht genauso wahrscheinlich wie das Auftauchen zur Prüfung. -> Check
    Biologen sind immer aufgeregt bei Prüfungen. -> Doppelcheck
    Je wilder und ausgefallener die Fingernagelbeschmuckung, desto besser die Prüfungsnote. -> Hängt sicherlich auch vom Prof, aber Check
    Biologie ist ein Mädchenfach. -> Check, bei uns rund 95% Frauen
    Blonde Haare (egal ob echt oder gefärbt) gefährden das Bestehen einer Prüfung. -> Check
    Die schlimmen Fragen kommen immer zum Schluss. -> Check
    Je weniger Mathestoff in der Schule, desto besser die Matheleistung an der Uni. -> Könnte bei den Biologen stimmen, bei uns definitiv aber nicht
    Niemand trägt mehr Brillen heutzutage. -> Check, Linsen sind im Labor einfach praktischer
    Die Varianz für die Schreibweise der Buchstaben Ω und Σ ist sehr hoch. -> Check, wie gut dass ich Altgriechisch in der Schule hatte. Aber das find ich auch jedes Mal wieder interessant, wie Leute das so schreiben

  3. @ Luto
    Pharmazie und Biologie werden einen ähnlichen Männeranteil haben. Ich kenne nur einen Pharmazeuten (der auf Informatik umgesattelt hat) und ganz viele Pharmazeutinnen.

    Zu obigem Zahlenspiel: von den vier aufgetauchten Prüflingen war nur einer männlich und der war der Einzige, der den Eindruck hinterlassen hat, dass er durchgängig weiß, wovon er redet.

  4. @caesar
    (wir haben unseren Kommentar wohl gleichzeitig geschrieben, deshalb zweimal ich hintereinander)
    Das mit den Linsen im Labor ist eine logische Begründung; darauf wäre ich jetzt nicht gekommen.
    Aber ich möchte betonen, dass Mathe nicht eine reine Männerdomäne ist. In meinem Jahrgang der (Bio)Mathematik waren wir am Anfang 20 mit 2 Männers und nach einem Jahr nur noch 16 und zwar nur Mädels!

  5. Also in unserer mathematisch/physikalischen Fakultät laufen eigentlich fast nur Männer rum. Und auch in der Fachschaft MaPhy sind nur zwei Frauen aktiv. Bei uns trifft dieses Clichee also vollkommen zu.

  6. Hm. Wenn es sechs Prüflinge eingeladen waren, einer Männlich war und zwei weibliche abgesagt haben und das Absagen und Antreten einer Prüfung gleich wahrscheinlich ist, was war dann der sechste Kandidat?
    Ansonsten stelle ich mir das Beistitzersein recht interessant vor, wobei die bei meinen Prüfungen maximal ganz gelangweilt die Raufasertapete angestarrt haben.

    Und ich erzähle jetzt mal lieber nicht wie mich das Τ beinahe um den Logikschein gebracht hätte.

  7. Muss ich für die Statistik jetzt zugeben, dass in meinem Abi-Jahrgang gerade mal insgesamt 3 Mädels in meinem Mathe-Leistungskurs waren? Und ich in Physik-LK ganz einsam war?

  8. @flash
    Du hast mich erwischt! Es waren drei Mädels angetreten und zwei haben abgesagt 😳
    Was die Desinteressiertheit angeht: Beisitzer dürfen ja nix machen, nur protokollieren. Kein Kommentar erlaubt, keine Fragen stellen, keine Empfehlung zur Note. Und wenn das den ganzen Tag so geht mit immer den gleichen Fragen (je nach Prof) ist das langweilig!
    @Josie
    Bei uns gab es auch nur zwei Mädels im Physik-LK und eine im Chemie-LK. Mathe weiß ich nicht genau, aber sicher nur wenige Teilnehmerinnen. In den drei Bio-LKs sah es ganz gleichmäßig verteilt aus.
    @Sabine
    Da habt ihr aber Glück gehabt. Bei uns waren alle Lehrer weit über 40…

  9. Mein Biolehrer war auch süß Bei uns im Bio-LK waren 4 Jungs und 13 Mädels. Also auch dort schon der Trend zum Mädchenfach.
    Sehr interessant ist die Verteilung in Biochemie. In unserem Jahrgang ist es völlig ausgeglichen, also genau halbe/halbe. Die Jahrgänge vor uns hatten immer mehr Männer, der Jahrgang nach uns hat jedoch nur 7 Männer und 25(!) Frauen. Bei den Leuten danach sind es zwar wieder mehr Männer, aber trotzdem ist es nicht mehr ausgeglichen. Mal sehn, wie das jetzt bei den ganz Neuen ist, die in zwei Wochen anfangen.

    Aber zum Beisitzersein: Dürfen die echt nichts zur Note sagen? Weil eigentlich bei meinen ganzen mündlichen Prüfungen die Entscheidung über die Note immer mit „wir“ betitelt wird. Also Prof + Beisitzer, denn mehr Leute waren ja nicht da.

  10. Beisitzer dürfen offiziell nichts sagen, da sie nicht notwendigerweise das Fach oder die Vorlesung gut kennen. Der Prüfer kann in der Besprechung die Meinung des Beisitzers einholen, aber die Note ist seine alleinige Entscheidung. Wenn „wir“ gesagt wird, ist das vielleicht auch nur Gewohnheit. Außer natürlich es ist eine Doppelprüfung 🙂

  11. Doppelprüfung hatte ich bisher nur eine und da war dann kein Beisitzer dabei, sondern nur die Profs. Auch ein bisschen seltsam, fällt mir da grad so auf…
    Aber das wird schon alles so geregelt, sein dass das passt. Wobei bei uns die Beisitzer immer vom gleichen Lehrstuhl sind, also zumindest Ahnung von der Materie haben. Meistens irgendwelche Doktoranden. Vll ist das auch Uniabhängig?

  12. Ich habe das so kennengelernt, dass bei Doppelprüfungen der jeweils andere Prof das Protokoll führt und man so keinen Beisitzer braucht.

    Der Beisitzer ist zumindest immer vom selben Institut. Hier geht das reihum, dass jeder (Doktorand) mal dran ist. Und da ist es eben nicht immer gegeben (und auch nicht nötig), dass der die Spezialvorlesungen auch alle gehört hat.

    Es geht ja nur darum, dass aufgeschrieben wird, was für eine Frage gestellt wurde und ob bzw. wie umfassend die beantwortet wurde.

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