Dachständer und Lüsterklemmen

…sind nichts Unanständiges und begegnen einem sehr häufig bei einem Umzug. Und moderne Lüsterklemmen heißen ab sofort „Schicket“ laut einer Wortneuschöpfung von T. Der wusste zwar als Erster dieses neue Wort, aber er wusste nicht, dass er es wusste, bis ich ihn unbewusst darauf hingewiesen habe, dass er diese Wortneuschöpfung überhaupt getätigt hat.

Bevor mich jetzt jemand für verrückt erklärt, möchte ich betonen, dass ein Auszug aus dem sechsten Stock sehr anstrengend ist und sowohl Körper als auch Geist völlig auslaugt!

In diesem Sinne wünsche ich ein schönes und geruhsames Wochenende!

Nachtrag: Der Tor, der törichtes tut wird genau so geschrieben! Nicht mit „h“, nicht mir „rr“! Sondern genau so wie das architektonische Tor! Wie komme ich darauf? Es gibt eine Teemischung „Tor der Weisheit“, die ich in der auszuräumenden Wohnung bemerkte und anmerkte, dass eine sehr unpassend Bezeichnung sei. Doch dann gab es Widerspruch bzgl. der Schreibweise und sogar eine Rezitation des Eingangsmonologs von Faust (der auch im Wikipedia-Torheit-Artikel zitiert wird):

Habe nun, ach! Philosophie,
Juristerei und Medizin,
Und leider auch Theologie
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor;
Heiße Magister, heiße Doktor gar
Und ziehe schon an die zehen Jahr
Herauf, herab und quer und krumm
Meine Schüler an der Nase herum-
Und sehe, daß wir nichts wissen können!
Das will mir schier das Herz verbrennen.
Zwar bin ich gescheiter als all die Laffen,
Doktoren, Magister, Schreiber und Pfaffen;
Mich plagen keine Skrupel noch Zweifel,
Fürchte mich weder vor Hölle noch Teufel-
Dafür ist mir auch alle Freud entrissen,
Bilde mir nicht ein, was Rechts zu wissen,
Bilde mir nicht ein, ich könnte was lehren,
Die Menschen zu bessern und zu bekehren.
Auch hab ich weder Gut noch Geld,
Noch Ehr und Herrlichkeit der Welt;
Es möchte kein Hund so länger leben!
Drum hab ich mich der Magie ergeben,
Ob mir durch Geistes Kraft und Mund
Nicht manch Geheimnis würde kund;
Daß ich nicht mehr mit saurem Schweiß
Zu sagen brauche, was ich nicht weiß;
Daß ich erkenne, was die Welt
Im Innersten zusammenhält,
Schau alle Wirkenskraft und Samen,
Und tu nicht mehr in Worten kramen.

Quelle: Gutenberg-Projekt

So, jetzt hat dieser Beitrag sogar auch noch einen literarischen Nutzen und hat sich seit der ersten Zeile um 180 Grad gedreht!

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

2 Gedanken zu „Dachständer und Lüsterklemmen“

  1. Über die Schreibweise des Tors will ich gar nicht streiten, aber das Zitat ist da wenig angebracht. Sprache entwickelt sich. „als wie“ ist heute falsch, „zehen“ ebenso, es heißt „Bemühen“ und nicht „Bemühn“ und „daß“ heißt „dass“.
    Als Beleg für die heutige Schreibweise des Toren hilft diese Textstelle also herzlich wenig.
    (Nichtsdestoweniger ist sie natürlich korrekt, das möchte ich nicht bestreiten!)

  2. Sicher, Sprache entwickelt sich weiter, deswegen waren wir ja auch alle unsicher, wie man das nun schreibt.
    Ich war nur so fasziniert, dass jemand auch noch Jahre nach dem Schulabschluss den Monolog auswendig konnte, dass ich das hier nochmal zitiert habe.

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