Rauchverbot führt zu weniger Herzinfarkten

Wer noch immer zweifelte, dass es keine Gründe für die allerorten (= allerbunderländern) eingeführten bzw. einzuführenden Rauchverbote gibt, der sollte sich mal in Europa umhören, wo Rauchverbote schon seit längerem gelten. Heute wurde ein Artikel bei SpOn veröffentlicht (Lawine in der Lunge), wo es heißt

Seit April 2006 gilt in Schottland ein Rauchverbot in der Öffentlichkeit, und seither, so berichteten Forscher der Universität Glasgow vergangene Woche, geht es in den Herzkliniken des Landes auf erstaunliche Weise ruhiger zu. Während der zehn Monate vor dem Rauchverbot wurden noch 3235 Menschen mit Herzinfarkt eingeliefert in neun ausgewählte schottische Kliniken. Im gleichen Zeitraum nach dem Ende des öffentlichen Rauchens waren es nur 2684.

Allerdings ist in einem Artikel ein großer Faux-pas passiert. Was ist falsch an folgendem Satz?

In der Hauptstadt Glasgow etwa muss sich der Durchschnittsmann über die Gestaltung seines 71. Geburtstags keine Gedanken machen.

Nein, es ist nicht die Aussage, dass Schotten nur 70 Jahre alt werden (das ändert sich hoffentlich bald), sondern dass EDINBURGH die Hauptstadt ist! Glasgow ist zwar die größte Stadt, aber das hat nichts zu sagen. Auch Canberra (Australien), Ottawa (Kanada) und Washington (USA) sind nicht die jeweils größten Städte ihres Landes.

Doch genug gemeckert, jetzt geht es wieder um die erfreuliche Nachricht, dass die Entscheidung für ein Rauchverbot die richtige war:

Doch tatsächlich ist die schottische Studie für Mediziner gar nicht so überraschend, wie es scheint. Aus verschiedenen Ländern liegen bereits Untersuchungen mit sehr ähnlichen Ergebnissen vor:

* In Irland, so erklärten irische Forscher auf einem Kardiologenkongress in Wien, hat die Zahl der Herzinfarkte seit dem Rauchverbot im März 2004 um 11 Prozent abgenommen.
* Nach dem italienischen Rauchverbot im Januar 2005 ist die Zahl der unter 60-Jährigen, die in der Region Piemont einen Herzinfarkt erlitten, ebenfalls um 11 Prozent gefallen. Zuvor war ihre Zahl seit Jahren stetig gestiegen.
* In der Ortschaft Pueblo im US-Bundesstaat Colorado stockten nach dem Rauchverbot im vergangenen Jahr 27 Prozent weniger Herzen als zuvor.
* In der Kleinstadt Helena im US-Bundesstaat Montana ist die Zahl der Herzinfarkte nach einem Rauchverbot im Jahr 2002 sogar um 40 Prozent gesunken. Als ein Richter die Qualmerei sechs Monate später wieder zuließ, stiegen die Myokard-Infarkte wieder auf das Ausgangsniveau.

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker