Meine ersten CDs (und ganz viele Kassetten)

Die Auswertung meiner Blog-Parade CD-Erinnerungen/25 Jahre CD wird wohl einige Tage in Anspruch nehmen. Es gab 18 Teilnehmer (herzlichen Dank) und jeder hatte einmalige Erinnerungen beizutragen. Habe ich noch jemanden vergessen? Die Liste der Teilnehmer ist im Beitrag; wer mitgemacht hat, aber sich dort nicht wiederfindet, bitte im Kommentar nachtragen.

Bevor ich nun die anderen Beiträge auswerte, steuere ich noch meine persönlichen CD-Erinnerungen bei. Zum Glück sind die richtig peinlichen Exemplare in meiner Platten- und Kassetten-Sammlung zu finden. Und da die nicht Thema dieser Aktion sind, überspringe ich die mal fröhlich. Wer sich dennoch mal lustig machen möchte, der werfe einen Blick auf einige Kassetten meiner Sammlung. Die sind beim Aufräumen im Keller meiner Eltern diese Woche zum Vorschein gekommen. Daneben auch das fantastische Grips-Kinderhörspiel Banana, das ich schon verschollen glaubte. Jetzt muss ich das nur von der MC auf CD bekommen. Praktisch, wenn man eine Anlage ohne Tapedeck hat! Soviel dazu, jetzt geht’s los.

Erste Anlage mit CD-Player

Einen richtigen Plattenspieler habe ich nie besessen, nur einen ausgemusterten meines Vaters. Ansonsten habe ich seinen benutzt, um Platten zu hören (und diese auf Kassette zu überspielen). Aber das fand ich so unpraktisch, dass ich irgendwann eine eigene Anlage wollte und zwar mit CD-Player! Ich muss elf (evtl. auch zwölf) gewesen sein, denn es war Weihnachten 1991 (bzw. 1992) als endlich der große Tag gekommen war. Dazu braucht man natürlich auch die entsprechenden Tonträger.

Da ich ja wusste, was auf mich zukommt (immerhin muss man ja die finanziellen Ressourcen aller Verwandten für so ein Geschenk bündeln und sogar noch selber was beisteuern), habe ich mich schon vorher auf die Suche gemacht. Auf ein Album hatte ich schon mein Auge geworfen und ich hätte mir fast die Kassette gekauft, doch eine CD wäre ja so viel besser, richtig?!? Also habe ich im Laden gefragt und bekam als Antwort, dass sie wohl noch eine hätten, aber in der Ramschkiste[1]. Also habe ich alle CDs durchwühlt und überprüft und durchsucht und angeguckt und wurde immer verzweifelter, weil der Ladenschluss (damals wohl noch 18 Uhr) und das Ende der Kiste näher rückte. Doch endlich, endlich wurde ich fündig: Julian Lennon – Help Yourself (bei Amazon nur noch als Import zu haben![Amazon-Partner-Link]). Aufmerksam wurde ich durch die wunderschöne Single Saltwater mit dem fantastischen Video:

Dieses Album war jedoch nicht das Einzige, das ich an diesem Weihnachten passend zur Anlage bekam. Denn auch die Greatest Hits der Hooters hatten es mir angetan. Da dieses Album laut der Diskographie auf Wikipedia 1992 erschien, hätten wir auch die Jahresfrage geklärt.

Was ich danach an CDs gekauft und geschenkt bekam, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Aber es war auf jeden Fall immer eine größere Entscheidung, die gut überlegt sein wollte. Ich meine, dass ich auch bei den CDs meist auf die meines Vaters zurückgegriffen habe und erst einige Zeit später selber mehr gekauft habe.

Vorherrschaft von Radio und Walkman

Am Anfang war jedoch das Radio meine größte (Musik-)Quelle und ich habe alle Lieder, die ich gut fand, auf Kassette aufgenommen bzw. versucht aufzunehmen. Im Tapedeck war immer eine Leerkassette und die Aufnahme- und Pause-Tasten gedrückt, dass ich nur noch im Falle eines Falles die Pause-Taste loslassen musste und das Lied aufgenommen wurde. Da wird das Gehör geschult, schon bei den ersten Takten den Song zu erkennen und zur Anlage zu hechten. Viele Aufnahmen wurden allerdings durch „böswillige“ Moderatoren, die bis zur letzten Sekunde quatschten, geschmälert oder gar durch Falschfahrer mitten im Lied völlig zunichte gemacht. Oder die Kassette war unerwartet zu Ende!

Kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Gibt es noch Leute, die auf Kassette aufnehmen?!? Als ich so einige Dutzend Kassetten gefüllt hatte und dann aufgehört habe, lief das Radio hören sehr viel entspannter ab, denn ich musste nicht mehr auf die Moderatoren schimpfen oder krampfhaft auf jeden Liedanfang lauschen.

Den CD-Player habe ich vor allem genutzt, um gute Lieder auf Kassette zu überspielen, damit ich sie dann mit meinem Walkman hören konnte. Die habe ich noch alle drei. Beim ersten fiel irgendwann die Klappe ab und der zweite (mit Radio!) wurde mir von meiner Englisch-Austauschpartnerin geklaut[2]. Der dritte sieht fast schon aus wie ein MiniDisc-Player, hübsch schlank und glänzend blau. Habe ich auch noch während des Studiums für lange Bahnfahrten verwendet, da ich nie einen Disc-Man besessen habe.

CDs als Musik zum Anfassen

Mittlerweile allerdings hat sich meine CD-Sammlung sehr stark vergrößert auf einige Hundert CDs. Und ich werde wohl auch nicht in nächster Zeit mit dem Kaufen aufhören. Praktisch jede Woche bestelle ich bei meinem Lieblings-Online-Kaufhaus (aus Bequemlichkeit, denn der nächste Laden ist eine Viertel Stunde Fahrt entfernt), doch diese Woche habe ich mal wieder vier Tonträger im Laden gekauft.

Zwar höre ich hauptsächlich Musik im mp3-Format, denn rippe ich alle meine CDs auf meine externe Festplatte, aber ich kann mich trotzdem nicht dazu durchringen, die Songs nur als mp3 (oder welches Format auch immer) zu kaufen. Ich brauche die physische Einheit der CD. Klingt komisch, ist aber so. Das geht sogar so weit, dass ich Alben, die erst auf obskureren Wegen auf meine Festplatte gelangt sind (als die CD noch unerschwinglich viel Geld kostete), später als CD kaufe, weil ich sonst nicht das Gefühl habe, dieses Album tatsächlich zu besitzen. Klingt komisch, ist aber so.

Vielleicht ändert sich diese Einstellung ja auch in nächster Zeit, das ist nicht auszuschließen. Es gibt ja immer mehr und vielfältigere Möglichkeiten, sich online einzudecken. Aber momentan schrecke ich noch davor zurück.

Note 6! Voll am Thema vorbei!

So, jetzt habe ich von meinen CD-Erinnerungen erzählen wollen und quatsche fast nur über Kassetten, streife kurz die CDs und ende bei digitaler Musik! Gut gemacht, Julia! Man möge mir verzeihen, aber ich sollte ja in meinen Erinnerungen kramen und das kam eben dabei raus.

Die Auswertung wird hoffentlich nächste Woche das Licht der Blogwelt erblicken, man darf gespannt sein.

  1. Deshalb weiß ich nicht mehr, ob es 91 oder 92 war. Das fragliche Album erschien im August 1991, aber dann wäre es nicht wenige Monate später schon in der Ramschkiste, oder? Deshalb kann es durchaus auch ein Jahr später gewesen sein. []
  2. Sie hat ihn später zurückgeschickt, als ich gedroht habe, es ihren Eltern zu erzählen. []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

19 Gedanken zu „Meine ersten CDs (und ganz viele Kassetten)“

  1. Ja, ja, die leidige Frage: CD’s oder downloaden. Seit ich meinen iPod habe, bin ich komplett auf MP3 umgestiegen. Der Kauf meiner letzten CD liegt demnach schon einige Jahre zurück. Ich habe zum Beispiel gar nicht mitbekommen, dass sich das CD-Hüllen-Design etwas verändert hat, bis ich mir neulich mal eine ausgeliehen hatte.
    Was wollte ich eigentlich sagen? Ach, ja: ich verstehe, dass du gern das Gesamtpaket haben möchtest, wenn du dir eine CD kaufst. Mir hingegen ist wichtig, dass ich den Song haben kann, wann ich will (also auch Sonntags oder abends um 10, wenn die Läden zu sind) und ich erstmal nicht das ganze Album kaufen muss. Aber das ist ja zum Glück alles Geschmackssache und ich gebe zu, dass so eine CD ihren Reiz hat.

  2. @Dee
    Dieses Sofort-Haben-Wollen war bisher noch nie so stark. Außerdem habe ich nur tagsüber im Büro Internetzugang und nicht daheim. Da stellt sich abends um 10 gar nicht die Frage 😉

  3. „Musik zum Anfassen“ – ja, kann ich durchaus nachvollziehen. Und das nicht nur, weil ich (noch?) keine praktikable MP3-Abspielmöglichkeit im Wohnzimmer habe. So eine CD, noch dazu mit schön gestaltetem Booklet, ist halt schon was…

    MP3s kauf ich eher selten, eigentlich dann, wenn’s mir nur um ein einzelnes Lied geht (und am besten ohne DRM-Kram) – manchmal irgendwie als (auf die wesentlichen Songs beschränkter) Ersatz fürs frühere Aufnehmen auf Kassetten.

  4. @cimddwc
    Wenn du erst mal so ein MP3-Ding hast (muss nicht unbedingt ein iPod sein, meiner Meinung nach), dann fragst du dich, wie du jemals ohne auskommen konntest 🙂 (mein iRiver kann per Digital-Kabel an die Anlage angeschlossen werden).
    Und diese einzelnen Songs… Seit ich nicht mehr vom Radio aufnehme, hat sich bei mir der Wunsch danach auch irgendwie gelegt. Ich hab dieses Jahr seit langem nochmal eine Maxi gekauft, diese aber schnell wieder verkauft. Ich höre mir lieber mehr vom Künstler an, wenn mir auch der Rest gefällt, kaufe ich das Album.
    Wenn es dann doch nur der Song war, dann kommt der entweder oft genug im Radio oder ich vergesse den ganz schnell wieder.
    Wahnsinn, dass sich meine Einstellung so radikal geändert hat! Früher musste ich so einen Song unbedingt auf Kassette haben und jetzt juckt mich das nicht mehr….

  5. 😀 Das ist volle Absicht, damit ich nicht auch noch abends vor dem Bildschirm hocke. Warum soll ich Geld für einen DSL-Anschluss bezahlen, wenn ich doch den ganzen Tag (und auch am Wochenende, da ich Zugang habe) eine schnelle Verbindung im Büro habe?!?

  6. Einen älteren MP3-Player (mit wenig Speicher) hab ich durchaus, aber wirklich praktikabel ist das nicht fürs Wohnzimmer, zumal ich da nicht unbedingt das hören will, was ich unterwegs höre, und der Player wohl immer im unteren Stockwerk liegt, wenn ich oben schon bequem im Sessel sitze…

    Aber mal sehen, die heutigen Modelle haben ja mehrere GB, da wird das Wichtigste schon draufpassen. (Dieser iTunes-Kram ist mir aber irgendwie unsympathisch, deswegen werd ich mir wohl keinen Original-iPod kaufen…)

  7. Genau, keinen iPod. Denn es gibt bessere Mp3-Player mit mehr Funktionen, weniger Einschränkungen und deutlich billiger 🙂
    Empfehlen kann ich allerdings keinen, da meine (1 und 20 GB) schon älter sind. Aber mit iRiver war ich bisher zufrieden.
    Und wie gesagt, wenn du auch über Anlage hören willst, solltest du auf einen digitalen Ausgang achten.

  8. Dee, du musst doch iTunes benutzen und die im iTMS gekauften Songs erst brennen und dann nochmal rippen, um sie DRM-frei zu bekommen, oder?

    Naja, ist ne Glaubensfrage. Ich habe iTunes lange benutzt und fand es am Anfang eine Offenbahrung, aber man bindet sich halt und es gibt noch andere Software, die ihre Vorteile hat.

    Was für mich am meisten gegen einen iPod spricht ist, dass er unverhältnismäßig teuer ist. Und je größer der Hype um ein Teil, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass ich mir das zulege 🙂

  9. Eigentlich war iTunes der Grund, warum ich einen iPod habe und nicht umgekehrt (ich wollte ursprünglich mal so ein Sony-Teil, da fand ich die Software aber grauenhaft).
    Einschränkungen (DRM) habe ich ja bei jedem Musikportal, das ist keine Erfindung von iTunes und hat primär nichts mit dem iPod zu tun. Und letztendlich hatte ich durch das DRM noch keinerlei Nachteile. Brennen muss ich mir die Songs aus Datensicherheitsgründen früher oder später sowieso und dann ist DRM eh weg.
    Ich gebe zu, dass der iPod ein teures Hobby ist, für mich erfüllt er jedoch alle Anforderungen, die ich brauche, nicht zuletzt durch die zahlreichen Zubehöre, die es gibt und in Verbindung mit iTunes. Und das alles sehr unkompliziert und mit einem nicht zu vernachlässigendem Style-Faktor. 😉

    ‚Tschuldigung, hab mich hinreißen lassen… 🙂

  10. Dann reiß ich mal her 😉 (macht Spaß zu diskutieren, oder? und dafür sind die Kommentare ja auch da…)

    Zu der Software: iTunes hat seine Vorteile und ist umfangreich etcpp. Im Bereich Zubehör nicht zu schlagen. Aber auch für Geräte von Sony, Samsung, Philips usw. gibt es Software, die es mind. im iTunes aufnimmt.

    Ich habe das Gefühl, wenn man einmal den einen oder anderen Weg eingeschlagen hat (ein Gerät gekauft hat), gibt es (fast) kein Zurück mehr.

    Was mich unabhängig davon stört (nicht so in D, aber bes. in den USA), dass vergessen wird, dass der iPod einer von vielen ist. In den Medien scheint das völlig ignoriert zu werden und der wird synonym für alle mp3-Player verwendet.

  11. Ha, und ich dachte schon „jetzt macht sie mich bestimmt gleich fertig“!
    Ich gebe dir in (fast) allem Recht. Es gibt nicht nur den iPod und sicherlich gibt es andere Player, die super sind. Und ja, es würde mir wahrscheinlich jetzt schwer fallen, auf ein anderes System unzusteigen, weshalb ich mich (un-?)freiwillig an iTunes und iPod gebunden habe.

    Weil es gerade so schön ist, haue ich aber noch einen raus: Ich kenne nix besseres als iTunes! *duck und weg* 😀

  12. Hmhmhm. Also einige Funktionen in iTunes würden anderen Playern schon ganz gut stehen, aber umgekehrt genauso!
    Warte mal meinen Beitrag über MusicIP (und MediaMonkey) ab, dann wirst du dir das auch alles für iTunes wünschen.
    Hö, da weich mal aus!

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